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Piazza, Pitching, MLBs Finanzen und Japanische Outfielder

 
Autor: Philipp Würfel Donnerstag, 26. August 2010
 

Es wird mal wieder Zeit, dass ich hier den Blog mit ein wenig Inhalt fülle. Es gibt ein paar Dinge abzuarbeiten.

Die EM war sportlich gesehen ein voller Erfolg, den Rest hat der Regen zunichte gemacht. Doch die Tatsache Mike Piazza zu treffen und ein paar andere Ex-Major-Leaguer wie Dennis Cook, Jim Essian, Eugene Kingsale und Erik Pappas zu treffen ließ so einiges vergessen lassen. Die Qualität im europäischen Baseball ist in den letzten Jahren enorm angestiegen. Nun müssen es nur noch die Zuschauer kapieren und in die Ballparks kommen. Italien war ein würdiger Europameister. Holland war in den entscheidenden Momenten einfach nicht in Topform. Drei, vier Wochen Baseball sorgt auch bei den besten Spielern für Ermüdungserscheinungen.

Das deutsche Team überzeugte im Grunde im gesamten Spielverlauf und knüpfte nahtlos an die starken Leistungen bei der World Baseball Challenge in Kanada im letzten Sommer an. Man spielte auf Augenhöhe mit den Topteams aus den Niederlanden und Italien und es fehlten nur Kleinigkeiten und ein wenig Glück, um es ins Finale zu schaffen. Eines ist aber auch klar. So langsam muss aus den Nachwuchsteams etwas nachkommen. Nicht das wir uns falsch verstehen. Die deutsche Mannschaft ist keineswegs schon alt. Ganz im Gegenteil. Aber gerade im Pitching-Bereich fehlt Deutschland jemand hinter Enorbel Marquez-Ramirez und Tim Henkenjohann.

Das Time Magazine hat schon im Juli einen äußerst interessanten Artikel zum Thema Pitching in der MLB veröffentlicht. Sean Gregory suchte nach Gründen für die plötzliche hohe Anzahl von No-Hittern und 1-Hittern. Dass das Steroid-Argument natürlich Quatsch ist sollte eigentlich jedem einleuchten. Schließlich waren und sind nicht nur Batter gedopt, sondern auch Pitcher. Ein Argument von ihm ist durchaus aufschlussreich. Wie vielleicht noch bekannt, gab es in den letzten Jahren viele Diskussionen um die Bats, da sie in viele Einzelteile explodierten. Offenbar mussten nun die Hersteller reagieren und den Griff dicker machen. Dadurch wird das Bat nicht unbedingt schwerer, aber der Schwerpunkt verschiebt sich und damit wohl auch die Durchschlagskraft. Die MLB bestreitet dies natürlich.

Für alle Baseball-Fans, die glauben dass die sogenannten „finanzschwachen“ Teams sich auf Kosten der anderen die Taschen voll machen, gibt es neues Futter. Am Wochenende veröffentlichte Deadspin eine Reihe von geheimen Unterlagen, die die Einnahmen und Ausgaben der Pittsburgh Pirates, Florida Marlins, Texas Rangers, Los Angeles Angels, Seattle Mariners und Tampa Bay Rays enthalten. Das Ganze ist äußerst aufschlussreich. Ich habe es bisher nur einmal überflogen, aber die großen Teams werden nicht begeistert sein, dass ihr Geld was sie abgeben mussten nicht für die Verbesserung der Kader eingesetzt wurde. Es ist auch einmal mehr ein Zeugnis darüber, dass nicht Geld über den Erfolg in der MLB entscheidet, sondern die Intelligenz derer die dieses in die Hand nehmen.

Und zum Abschluss noch die beiden japanischen Outfielder von Hiroshima Carp, die in den letzten Wochen für Furore sorgten. Und nein, es handelt sich nicht um einen Fake.

Kommentare
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Erich
(Publisher) 26-08-2010 19:45
Oh, wusste gar nicht, dass Dietmar Mögenburg nun Baseballspieler in Japan ist :lol:
 
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Johannes
(Publisher) 26-08-2010 20:53
Stichwort deutscher Nachwuchs: Mein Eindruck ist, dass da langsam immer weniger kommt. Beschweren
sich die (Landes-)Auswahltrainer zunehmend drüber. Und bis auf die Hochburgen verschwinden immer
mehr deutscheVereine (und Nachwuchsabteilungen) von der Landkarte. Wie das bei dem Trend in ein paar
Jahren aussieht, ist ja ungefähr absehbar...
 
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Willitouch
(Registered) 27-08-2010 06:37
Den negativen Trend bei den Nachwuchsabteilungen kann ich zumindest bei uns in Hessen nicht
bestätigen.

Der traitionell schwach besetzte Junioren-Bereich weist diese Saison 6 Teams auf (wir waren auch
schon bei 3).
In der Jugend sind wir von 8 Teams im letzten Jahr auf 15 diese Saison gekommen.
Und die Schüler waren über die Jahre eigentlich immer echt konstant und sind dieses Saison bei 9
Teams.

Die Frage ist eigentlich, wo die ganzen Jugend-Spieler bleiben, wenn sie nicht Junioren spielen.
Einerseits befidnen die sich in einem Alter, wo man sich dann doch für andere Dinge als den Sport
entscheidet. Andererseits beginnt in diesem Alter die Abwanderung aus dem heimischen Verein in ...
 
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Willitouch
(Registered) 27-08-2010 06:40
ein Ballungszentrum mit Internat und 1.BL-Mannschaft.

In der Folge gibt es mit der Ausnahme der 1. Bundesliga keinen starken Wettbewerb mehr, in dem sich
junge Spieler und Pitcher entwickeln können - zumindest außerhalb der Landesverbände ohne ein
solches Ballungszentrum. Wobei auch in denen die Frage ist, inwiefern die starken Junioren noch in
den Juniorenligen eingesetzt werden.
 
mitO
(Registered) 27-08-2010 09:32
und die idioten beim dbv sehen trotzdem nur die 1.bl und den spitzensport...
die sind sowas von verblendet, ich fasse es einfach nicht. die werden sich arg wundern, wie es in
5-10 jahren aussieht.
aber immer schön bescheuerte reformen durchdrücken, weil die großen vereine danach schreien...
 
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Johannes
(Publisher) 27-08-2010 10:15
In BaWü siehts genau umgekehrt aus mit den Nachwuchsteams...habe auch sehr negative Erfahrungen
gemacht, was die Unterstützung des DBV für die Vereine betrifft. Habe das Gefühl, die kapieren nicht
so recht, dass Baseball in Deutschland gerade stagniert bzw. an anderen Stellen stark auf dem
absteigenden Ast ist.
 
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Willitouch
(Registered) 27-08-2010 11:40
Trotzdem darf man nicht immer nur auf den DBV schimpfen. Die meisten von uns sind doch sicher
Mitglied in einem Verein und einige auch in ihrem Landesverband engagiert. Da kann man doch Druck
ausüben und seine Meinung in Wahlen und Abstimmungen ausüben.



Außerdem hat auch der Spitzensport seine Berechtigung. Nur mit Spitzenergebnissen bekommt man auch
die Öffentlichkeit, die es für großen Zulauf braucht.
 
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Johannes
(Publisher) 27-08-2010 14:15
Ja aber dann muss der DBV da auch drauf eingehen. Spitzensport gibt es nur mit solider Amateurbasis.
Und die blutet grad vielerorten aus.
 
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DDP
(Registered) 30-08-2010 10:17
Das mit den Tachen voll machen wird Teams wie die Yankees, Red Sox, Mets usw. nicht gerade freuen.
Denn schließlich ist es ihr Revenue Sharing Geld das da in die Taschen der Owner wandert und dafür
ist das nicht gedacht. Da wirds am Ende der Saison vielleicht ne dicke Diskussion geben, ganz sicher
aber bei den nächsten Labor Deals.
 
Rene
(Publisher) 30-08-2010 11:05
Solche Staatsgeheimnisse sind die payrolls nun wieder auch nicht. Daß der Marlins Besitzer etwa in
die eigene Tasche arbeitet ist sehr gut bekannt und hat schon einen Rüffel der MLB zur Folge gehabt.
Vielleicht sollte man endlich aufhören schlechte Teams zu belohnen, etwa: erste Draftrunde als
Lotterie (keinen Strasburg oder Harper mehr als Geschenk für komplette Versagerteams), Kopplung des
Revenue Sharings an den sportlichen Erfolg bzw Zwangsversteigerung von Teams die permanent schlecht
sind.
 
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