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Mark Gwires Bruder und HGH-Tests

 
Autor: Philipp Würfel Donnerstag, 25. Februar 2010
 

Interview des verstoßenen Bruders bei ESPN

Jay McGwire

Nach Jason Giambi, Andy Pettitte und Alex Rodriguez in den Vorjahren, hat auch das Spring Training 2010 seine Dopinggeschichte. Allerdings nicht mit denselben Riesenschlagzeilen. Mark McGwires „Geständnis“ fand zwar schon vor einigen Wochen statt, nun wird das Thema aber sicherlich wieder aufgewärmt.

Denn am Montag erscheint das nun schon seit längerer Zeit erwartete Buch seines Bruders Jay McGwire, der darin die Dopingpraktiken des Sluggers eingehend beschreibt. Viel Neues wird man sicherlich nicht hören, schließlich kaufte Mark McGwire es niemand ab, dass er HGH und andere Mittelchen nur zur Regeneration nach Verletzungen nutzte.

Aber nicht nur der neue Hitting Coach der Cardinals wird wohl noch ein paar unangenehme Fragen beantworten müssen. Auch sein Manager Tony La Russa dürfte mal wieder in den Mittelpunkt rücken, schließlich ist es schwer nachvollziehen, wie er von dem Ganzen während seiner Zeit in Oakland und später auch in St. Louis nichts mitbekommen haben soll.

Allerdings rückt er ein wenig von seinen Erklärungen der Vorjahre ab und versucht darzustellen, dass er damals nichts merkte, weil Kreatin so beliebt war. Zu seiner Verteidigung muss man aber sagen, dass auch andere Manager wie Joe Torre oder Jim Lefevre ähnliche Aussagen zu dieser Zeit treffen und bewusst oder unbewusst die Augen verschlossen.

HGH-Tests

Wo wir gerade beim Thema sind. Seit dieser Woche werden mal wieder HGH-Nachweistests diskutiert. Am Montag war bekannt geworden, dass ein Rugby-Spieler als erster Sportler positiv auf das Wachstumshormon getestet wurde. Das dies nun ausgerechnet ein Spieler aus dem doch so sauberen neuen Olympischen Sport ist, wäre eigentlich Grund genug für einen weiteren Artikel. Aber das Thema ist nun durch.

Zurück zum Wesentlichen. MLB und NFL ließen öffentlich, wie auch durch Hintergrund-Kanäle verlauten, dass sie nun versuchen werden, diesen HGH-Test in ihr Anti-Doping-Programm aufzunehmen. Erst letzte Woche landeten 42 weitere leistungssteigernde und Stimulanzien auf der MLB-Verbotsliste. Schon in diesem Jahr werden wohl die Minor Leaguer auf HGH getestet werden. Schließlich braucht die MLB dafür nicht die Einwilligung der Spielergewerkschaft.

Eine Reaktion der MLBPA ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten. Im Gegensatz zum Pendant aus der NFL, stehen sie dem HGH-Test aber durchaus offen gegenüber, auch wenn noch ein paar Fragen zuvor geklärt werden müssten. Viel Gegenwehr braucht man aber nicht erwarten. Die Spieler sind durchaus an einem Test interessiert und standen in den letzten Jahren dem Anti-Doping-Kampf nicht wirklich im Weg.

Nun kommt aber das große ABER. Es ist durchaus möglich, dass der HGH-Test nur PR-technisch ein Erfolg sein wird. So wie es momentan aussieht, kann man nämlich einen potentiellen Sünder nur erwischen, wenn er das Mittelchen in den letzten 36-48 Stunden zu sich genommen hat. Und inwieweit die Tests dann greifen, muss man abwarten. Bestes Beispiel dafür ist die Tatsache, dass es den Test wohl schon seit einiger Zeit gibt, es den ersten positiven Fall mit anschließender Sperre aber erst jetzt gab. Eine ähnliche „Erfolgsstory“ wie beim EPO-Doping der Radsportler darf man daher nicht erwarten.

Mehr zu dem Thema auch in einem Interview zwischen Maury Brown und Will Carroll

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