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Die heimliche Weltmeisterschaft kann beginnen
Mit dem ersten Pitch eines japanischen Werfers beginnt am Donnerstag um 10:30 Uhr (MEZ) in Tokio die World Baseball Classic 2009. Von da an heißt es: drei Wochen internationaler Spitzen-Baseball. Eine Auswahl der besten Spieler der Welt wird sich, auf 16 Mannschaften verteilt, in Japan, Mexiko, Kanada, Puerto Rico und den USA messen. Die Finalrunde schließlich findet im Dodger Stadium von Los Angeles statt, wo am 23. März ermittelt wird, wer Japan als zweiter WBC-Sieger nachfolgt. Eine Vorschau auf das Turnier.
Obwohl es erst das zweite Turnier dieser Art ist, kann man die World
Baseball Classic wegen ihrer hochkarätigen Besetzung bereits als die heimliche Weltmeisterschaft des Sports bezeichnen. Der Erfolg der
Erstlings vor drei Jahren hat auch für das zweite Turnier die Erwartung
eines spannenden Turniers geweckt, das als interessante Alternative zu
den bisweilen eher lahmen Spielen des Spring Trainings aufwartet und
das Baseball-Frühjahr damit aufwertet.
Die Erwartungen wurden übertroffen
Zunächst wurde die WBC jedoch eher kritisch betrachtet – besonders in
den USA. Vielleicht liegt es daran, dass die Gewinner der heimischen
Ligen bereits als „world champions“ bezeichnet werden, dass in den
Vereinigten Staaten stets eine große Skepsis gegenüber
Weltmeisterschaften und ähnlichen Events herrscht. Nach der World
Baseball Classic 2006 mussten aber selbst die strengsten Kritiker
eingestehen, dass die erste Austragung ein beachtlicher Erfolg war. In
vielerlei Hinsicht übertrafen die Spiele die vorher geäußerten
Erwartungen. Die Fernsehquoten waren in den USA und international
erstaunlich hoch, die Zuschauerzahlen mit im Durchschnitt 19 000 Fans
beachtlich und auch die Qualität der Spiele sehr ordentlich für die
frühe Phase des Baseballjahres.
Zur Überraschung vieler waren es aber nicht die USA oder die
Dominikanische Republik mit ihren Star-Ensembles aus MLB-Akteuren, die
am Ende das Rennen machten, sondern die Mannschaft aus Japan. Das Team
aus Fernost konnte sich im Finale gegen die Kubaner durchsetzen, die
ihren Status als Baseballgroßmacht der Unbekannten weiter zementieren
konnte. Zu verdanken hatten die Japaner ihren Triumph besonders
Turnier-MVP Daisuke Matsuzaka, dessen internationaler Stern mit dem
Turnier so richtig aufging. Die große Enttäuschung der ersten „Classic“
waren die US-Amerikaner, die lediglich auf dem 8. Rang landeten und
dafür viel Häme einstecken mussten.
Die USA gehen mit hohen Ambitionen in das Turnier
Die Blamage von 2006 wollen die USA in diesem Jahr natürlich vergessen
machen. Damit das gelingt, haben sie die Anstrengung unternommen, ein
ausgeglicheneres Team als vor drei Jahren aufzustellen. Manager Davey
Johnson hat bewusst großen Wert darauf gelegt, dass das Team beim
Pitching zwischen Rechtshändern und Linkshändern und in der Offensive
zwische Power-Hittern und Kontakt-Hittern gut ausbalanciert ist.
Natürlich sind mit Peavy, Jeter, Braun oder Rollins auch wieder jede
Menge klingende Namen dabei. Die USA werden 2009 auf jeden Fall
hochmotiviert sein, um den Beweis anzutreten, dass das Heimatland des
Baseballs international die klare Nummer 1 ist.
Dass dieses Unterfangen nicht einfach wird, zeigt ein Blick auf die
Aufstellungen einiger Konkurrenten. Die Finalisten der letzten Auflage,
Japan und Kuba, sind selbstverständlich auch bei diesem Turnier wieder
hoch zu handeln. Ebenfalls große Chancen rechnen sich die equipos aus
der baseballverrückten Karibik und aus Südamerika aus. Die
Dominikanische Republik hat eine besonders erlesene Auswahl an
Superstars mit dabei. Alleine das Infield mit Alex Rodriguez, Jose
Reyes, Hanley Ramirez, Robinson Cano und David Ortiz spricht da schon
für sich. Die Mannschaft aus Puerto Rico verfügt zwar über weniger
Star-Power, ist aufgrund des Heimvorteils und wegen ihrer
Ausgeglichenheit aber sicher auch zu beachten. Gleiches gilt für
Venezuela, das auf internationalem Parkett trotz vieler MLB-Spieler
aber meist leer ausgegangen sind.
Regeländerungen und Kritik
Obwohl die gleichen Länder wie 2006 antreten, werden wir keine exakte
Kopie der letzten World Baseball Classic erleben. Das wird allein schon
daran liegen, dass der Sieg der Japaner, die in das Finale einzogen,
obwohl sie in den ersten beiden Runden zwei Mal gegen Korea verloren
hatten, zu Änderungen am Spielmodus geführt hat. Die Vor- und
Zwischenrunde werden nun im Double-Elimination-Modus gespielt. Das
bedeutet, dass eine Mannschaft nach zwei Niederlagen in der Gruppe
ausscheidet, was viele spannende K.O.-Spiele garantiert. Einen genauen
Überblick auf das neue Format gibt es hier. Ebenfalls
eine Änderung wurde an den Pitch Counts vorgenommen, durch die die
Spieler vor Überarbeitung geschützt werden sollen. In der ersten Runde
wurde die erlaubte Anzahl jedoch von 65 Pitches auf 70 angehoben, in
der Zwischenrunde von 80 auf 85 und in der Finalrunde von 95 auf 100.
Bei vielen MLB-Managern, die der WBC ohnehin schon kritisch gegenüber
stehen, könnte diese Regeländerung auf Kritik stoßen. Sie monieren,
dass viele Akteure in der Frühsaison schon versuchen, ihre
hundertprozentige Leistung abzurufen, obwohl sie dafür noch gar nicht
bereit sind. Genau dieses Problem äußerte Cardinals-Manager Tony
LaRussa 2006, als sein Pitcher Ricardo Rincon nach seinem WBC-Auftritt
für Mexiko auf die Disabled List musste und seitdem lediglich vier
Innings in den Major Leagues gepitcht hat.
Der frühe Termin und der Ehrgeiz der Spieler, für ihr Heimatland alles
geben zu wollen, hat für einige Spieler sicherlich schlimme
Konsequenzen. Doch wann sonst könnte eine WBC stattfinden? Nach der
Saison sicherlich nicht, denn kein Verein will seinen Pitcher nach 200+
Innings weiterwerfen sein. Und mitten in der Saison wäre vermutlich
auch niemand bereit, für das Turnier eine Pause einzulegen, wenn das
selbst bei Olympia nicht möglich ist. Die Wahrheit ist, dass es nur
einen guten unter den vielen schlechten Terminen geben kann – und der
liegt im März.
A-Rod und die Job-Sucher
Neben der Frage, wer in diesem Jahr das Turnier gewinnen wird, gibt es
noch einige weitere interessante Entwicklungen rund um die WBC. Da wäre
zum Beispiel die A-Rod-Saga, die sich nun im Camp der Dominikanischen
Republik fortsetzen wird. Das interessante daran ist, dass Rodriguez'
Steroid-Geständnis in seiner Heimat für eher wenig Lärm gesorgt hat.
Denn die Einnahme von Steroiden wird in der Dominikanischen Republik
weithin geduldet. Das Land hat einfach größere Probleme als das
Aufspüren von Dopingsündern. Die große Zahl der Reporter und das enorme
Medieninteresse könnte trotzdem zu einer Belastung für die Dominikaner
werden. Ein Vorteil jedoch: Manager Felipe Alou kennt sich mit solchen
Situationen aus, schließlich hat er die San Francisco Giants zu Zeiten
eines Barry Bonds trainiert und wird wohl wissen, wie man eine
Mannschaft aus solchem Trubel heraushält.
Eine weitere Besonderheit der World Baseball Classic ist dieses Mal,
dass sie als eine Art Bewerbungszeugnis für viele Spieler dient, die
noch keinen Vertrag in der MLB bekommen haben. Darunter sind auch viele
bekannte Namen. Da wäre zunächst Ivan „Pudge“ Rodriguez zu nennen,
dessen Karriere in den letzten beiden Jahren einen rapiden Abstieg
erlebt hat. Pudge will im Trikot von Puerto Rico beweisen, dass er
mindestens als Backup-Catcher noch seine Qualitäten hat. Und auch eine
weitere Legende aus der Karibik schickt sich an, sich noch einmal für
höhere Aufgaben zu empfehlen. Gemeint ist Pedro Martinez, der für die
Dominikanische Republik antritt. Pedro hat bereits angekündigt, dass er
sich durch seine Leistungen bei der WBC einen guten Vertrag sichern
will. Hoffentlich reichen seine Leistungen auch dafür aus.
Falls jemand ein Spiel von Puerto Rico sieht und einen Spieler namens
Bernie Williams im Outfield entdeckt, dann soll hiermit bestätigt werden:
ja, es ist der langjährige Yankees-Star Bernie Williams, der seine
Karriere im Prinzip schon beendet hatte. Bei Williams gilt aber eher
die Liebe zum Baseball und zu seinem Vaterland als Grund für seine
Teilnahme als ein Comeback-Versuch.
Wer sich noch einmal genau über jeden Pool informieren möchte, sollte
bei unseren Previews vorbeischauen, die die einzelnen Teams vorstellen
und die Erwartungen an die Gruppe bewerten (Pool A , Pool B , Pool C , Pool D ). Den Spielplan für alle Gruppen gibt es hier.
Wer die Spiele der World Baseball Classic ab morgen dann live verfolgen
möchte, hat in Deutschland dazu zwei Möglichkeiten: MLB.TV wird jedes
Spiel übertragen. Und auch ESPN America bietet eine sehr umfangreiche
Berichterstattung an. Die Möglichkeiten, dieses sehr gut besetzte
Turnier der besten Baseball-Nationen ausgiebig zu verfolgen, sind also
gegeben. Man sollte sie nutzen.
klar, wenn die grad mal in Schwung kommen...
(22-05-2012 15:26)Joey Hollow
Irgendwann sollten die Reds auch sehen, daß sie zumindest einmal ausprobieren, ob Chapman das Zeu...
(22-05-2012 11:27)Rene
Ohje wie lächerlich Sean Marshall den Closerjob wegzunehmen...ein Blown Save und ein BABIP von.500
(22-05-2012 10:36)Basti
Vielleicht sollte man eine Amnestie einführen: Wenn man so schnell fährt, wie man werfen kann, is...
(22-05-2012 09:05)Willitouch
Lawrie ging halt gegen den Schiedsrichter - und der ist nunmal absolut tabu. Das ist nicht nur im...
(22-05-2012 09:03)Willitouch