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World Baseball Classic Vorschau: Pool D
In der Karibik wird die World Baseball Classic wohl so sehnsüchtig erwartet wie in keiner anderen Region. Schließlich ist Baseball dort in vielen Ländern der Nationalsport – und wird mit einer Menge Emotionen verfolgt. Besonders der Fall ist dies in der Dominikanischen Republik und Puerto Rico. Eine ekstatische Stimmung wird also garantiert sein, wenn im Hiram Bithorn Stadion von San Juan, der Hauptstadt von Puerto Rico, die Spiele des Pool D ausgetragen werden. Neben dem Gastgeber Puerto Rico und der Dominikanischen Republik, dem Halbfinalisten der letzten WBC, sind in der Gruppe auch noch Panama und die Niederlanden vertreten. Mit Carlos Beltran, Jose Reyes, Hanley Ramirez oder Carlos Lee erwarten die Fans in Pool D eine ganze Menge großer Namen.
Dominikanische Republik
Nach drei Vorrundensiegen gegen Venezuela, Italien und Australien sah
es bei der ersten Auflage der World Baseball Classic so aus, als könne
die Dominikanische Republik ein ernstes Wort um den Titel mitsprechen.
Doch im Halbfinale folgte die Ernüchterung. Als Favorit zog man gegen
die Kubaner mit 1:3 den Kürzeren. In diesem Jahr will es das Team von
der Karibikinsel besser machen. Der Druck, der auf der Mannschaft
lastet, ist jedoch enorm. Manager Felipe Alou, selbst ein großer
Spieler und langjähriger Manager bei den Expos und Giants, hat es
geschafft, ein Ensemble von Major League-Stars davon zu überzeugen, für
das Heimatland an der WBC teilzunehmen. Entsprechend groß sind auch die
Erwartungen in der baseballverrückten Dominikanischen Republik.
Der größte Coup gelang Alou mit der Verpflichtung von Alex Rodriguez,
der vor drei Jahre noch für die USA aufgelaufen war. Da seine
Familienwurzeln in der Dominikanischen Republik liegen, entschied sich
der Yankees-Star in diesem Jahr für sein ursprüngliches Herkunftsland.
Neben Rodriguez liest sich auch der Rest des Infields wie ein einziges
All-Star-Team. Bei den Shortstops hat Felipe Alou die Wahl zwischen den
beiden derzeit womöglich besten Spielern auf dieser Position: Jose
Reyes und Hanley Ramirez. Für Miguel Tejada wird da wohl nur die Rolle
als Backup an der dritten Base übrig bleiben. Und auch die rechte Seite
des Infields ist stark besetzt. Robinson Cano an der zweiten und David
Ortiz an der ersten Base garantieren jede Menge Power.
So stark das Infield ist, so mittelmäßig ist im Verhältnis dazu das Outfield
der Dominikaner besetzt. Mit Jose Guillen, Willy Taveras und Nelson
Cruz werden zwar drei gute MLB-Spieler auflaufen. Im Line-Up der
Mannschaft werden sie aber wohl eher Nebenrollen spielen. Als
Reserve-Outfielder steht auch Felipe Alous Sohn Moises bereit, der
allerdings eher als Pinch Hitter zum Einsatz kommen wird. Ebenfalls
eher durchschnittlich sieht es auf der Catcher-Position aus, wo Miguel
Olivo und MLB-Veteran Alberto Castillo auflaufen werden.
Die Starting Rotation der Dominikanischen Republik wird von drei jungen
Spielern angeführt. Klarer Leader hier ist Edinson Volquez von den
Reds, der im letzten Jahr eine überragende Saison spielte. Ebenfalls
sehr talentiert, in der frühen Saisonphase aber vielleicht eher
Wackelkandidaten sind Volquez' Teamkollege Johnny Cueto und Ubaldo
Jimenez von den Rockies. Mit Pedro Martinez steht dahinter noch ein
Veteran bereit, der den Pitching Staff sicherlich durch seine Erfahrung
bereichern kann. Eine wichtige Stütze fehlt der Rotation aber:
Francisco Liriano wird nicht an der WBC teilnehmen.
Eine weitere Stärke der Mannschaft wird sicherlich der Bullpen sein.
Mit Tony Pena von den Diamondbacks und Jose Arredondo von den Angels
stehen gleich zwei potenzielle Closer parat. Dazu kommen die erfahrenen
Reliever Juan Cruz und Damaso Marte und die durch den Pitch Count
besonders wichtigen Middle Reliever Rafael Perez, Jose Veras und Edwar
Ramirez.
Niederlande
Als klarer Außenseiter gehen die Niederlande in die Gruppenphase. Dabei
sind sie doch eigentlich ein wenig erfolgsverwöhnt, schließlich haben
sie bereits 20 Mal die Europameisterschaft gewinnen können. Doch eine
Europameisterschaft ist – bei allem Respekt – eben doch keine World
Baseball Classic, wo es für die Niederlande bei der ersten Teilnahme
auch nicht zum Weiterkommen reichte. Dennoch hatten sie damals einen
gewaltigen Grund zu jubeln, als Shairon Martis einen No-Hitter in
sieben Innings gegen Panama warf. Die schlechte Nachricht für 2009:
Martis, inzwischen in der Nationals-Organisation, hat das Turnier
abgesagt. Und auch zwei weitere bekannte niederländische
Baseballspieler – oder besser: Baseballer von der Antillen-Insel
Curacao – werden nicht auflaufen. Andruw Jones wird nicht mitspielen
ebenso wie Starter Jair Jurrjens. Dabei muss gesagt, werden, dass
letzterer Ausfall wohl schwerer wiegt, wenn man Jurrjens' starkes
letztes Jahr betrachtet.
Ohne den Starter der Braves wird die Starting Rotation von Rick
VandenHurk angeführt, der bei den Marlins bisher noch nicht so recht
erfolgreich war. Ebenfalls dabei ist mit Sidney Ponson ein alter
Bekannter aus der MLB. Dahinter muss man aber schon eine Weile nach
bekannten Namen suchen. Zwar haben die Niederländer noch einige Minor
Leaguer dabei, insgesamt aber wird der Pitching Staff bei der starken
Konkurrenz überfordert sein.
Ähnlich sieht es auf den anderen Positionen aus. Mit Wladimir Balentien
von den Mariners hätten die Niederländer einen jungen Outfielder mit
Major League-Erfahrung zur Verfügung gehabt. Im Kader ist er aber
nirgendwo zu finden. Stattdessen werden mit Outfielder Greg Halman und
Third Baseman Yurendell DeCaster wenigstens zwei Spieler mit Erfahrung
in den oberen Minor Leagues für die Niederländer auflaufen. Dazu kommt
mit Sharlon Schoop ein talentierter Shortstop aus der
Giants-Organisation. Ein offensives Feuerwerk darf man von Team
Niederlande bei dieser World Baseball Classic aber eher nicht erwarten.
Panama
Etwas unglücklich verlief der Auftritt von Panama bei der World
Baseball Classic 2006. Gegen Puerto Rico (1:2) und Cuba (6:8) gab es
jeweils knappe Niederlagen, bevor gegen die Niederlande das bereits
erwähnte „No-Hit-Debakel“ ihrem Turnier ein unrühmliches Ende setzte.
Und die Vorzeichen für dieses Jahr sehen nicht besser aus, denn der
beste Spieler, den das kleine Land in Mittelamerika jemals
hervorgebracht hat, wird erneut nicht teilnehmen. Gemeint ist
Mariano Rivera, der das Yankees-Camp seinem Nationalteam vorzieht.
Dennoch muss man den Bullpen als Stärke der Mannschaft bezeichnen, denn
Panama hat seine beiden Mannys dabei: Manny Corpas von den Rockies und
Manny Acosta von den Braves. Eine späte Führung wäre bei
diesen starken Bullpen-Armen wohl gut aufgehoben. Aber genau hier liegt
das Problem. Die Mannschaft hat im Kader keinen Starting Pitcher, der
der Herausforderung WBC gewachsen sein dürfte. Einige Pitcher haben
zwar Minor League-Erfahrung. Die Statistiken weisen aber keinen dieser
Pitcher als wirkliche Option für große Aufgaben aus. So wird es
vermutlich an Bruce Chen liegen, der bis 2007 in der MLB aktiv war, die
Rotation der Panamaer anzuführen. Eine wenig Erfolg versprechende
Aussicht.
Die Offensive von Team Panama wird klar von All-Star-Outfielder Carlos
Lee angeführt. Er ist der Dreh- und Angelpunkt des Angriffs, ohne
dessen gute Leistungen Panama aussichtslos sein wird. Begleitet wird
Lee im Outfield von Ruben Rivera, der in den neunziger Jahren mehrere
Jahre in den Major Leagues verbrachte. Ein Spieler, der überraschen
könnte, ist Concepcion Rodriguez, der in der Braves-Organisation im
vergangenen Jahr eine gute Saison spielte – allerdings auf A-Level.
Ein weitere bekannter Name im Kader der Panamaer ist Phillies-Catcher
Carlos Ruiz, der in der Offensive neben Carlos Lee sicherlich die
Hauptlast tragen muss. Lange Zeit sah es so aus, als würde sich Ruiz
gegen sein Heimatland entscheiden. Doch Martin Torrijos, der Präsident
von Panama, meldete sich höchtspersönlich und überzeugte ihn mit Erfolg
von der Notwendigkeit, für die Mannschaft Panamas zu spielen.
Puerto Rico
Der schärfste Konkurrent der Dominikaner in Pool D dürfte Puerto Rico
sein, zumal sie bei den Spielen in San Juan Heimvorteil genießen. Im
Jahr 2006 hatte das Team aus dem Karibikstaat keine Probleme in der
Vorrunde und fertigte dort sogar den späteren Finalisten Kuba ab. In
der zweiten Runde konnte man vor heimischen Fans allerdings nicht mehr
glänzen und schied aus. Mit einem starken Kader haben die
Puerto-Ricaner durchaus die Chance, noch weiter im Turnier vorzustoßen.
Puerto Rico tritt mit einem sehr ausgeglichenen Kader an, der mit
zahlreichen Major-League-Stars gespickt ist. Im Outfield werden mit
Carlos Beltran und Alex Rios zwei große Namen auflaufen. Zusammen mit
Bernie Williams, der noch einmal die Baseballschuhe schnürt, und Hiram
Bocachica, der im letzten Jahr in Japan für Furore sorgte, hat die
Mannschaft vermutlich das stärkste Outfield der Gruppe.
Auch im Infield kann das Team von Manager Jose Oquendo, der lange Jahre
für die Cardinals spielte, auf einige bekannte Namen vertrauen. Da wäre vor allem Beispiel Carlos Delgado zu nennen, der im Team die Leader-Rolle einnehmen wird.
Der Rest des Infields wird wohl mit Felipe Lopez (2B), Mike Aviles (SS)
und Ramon Vazquez (3B) besetzt sein und somit gestandene
Major-League-Spieler aufweisen.
Dass die WBC auch als Sprungbrett für einen neuen Vertrag dienen kann,
sieht man bei einem von Puerto Ricos Catchern. Denn hier hofft Pudge
Rodriguez, sich durch gute Leistungen doch noch einen MLB-Vertrag zu
erhamstern. Wie viel Spielzeit er bekommen wird, ist jedoch fraglich,
da er mit Yadier Molina und NL Rookie of the Year Geovany Soto zwei
sehr gute Catcher vor sich hat. Rodriguez, Molina und Soto werden die
Pitches einer ebenfalls prominenten Starting Rotation empfangen, die
von Neu-Brave Javier Vazquez angeführt wird. Dahinter werden mit Ian
Snell und Jonathan Sanchez zwei talentierte junge Pitcher auf den Mound
steigen.
Eine kleine Schwäche könnte der Bullpen von Puerto Rico sein. Dieser
verfügt zwar mit Javier Lopez, Pedro Feliciano und J.C. Romero über
durchaus gute Pitcher. Aber insgesamt fehlt es Team Puerto Rico ein
wenig an einem Closer auf absolutem Top-Level.
Erwartungen
Mit der Dominikanischen Republik und Puerto Rico sind in Pool D ein absoluter und ein heimlicher Turnierfavorit vertreten. Aufgrund der Star-Power muss man die Dominikaner als den Gruppenfavoriten ansehen. Doch auch Puerto Rico ist durchaus zu beachten. Sie stellen eine sehr ausgeglichene Mannschaft, die an einem guten Tag den Konkurrenten aus der Dominkanischen Republik durchaus schlagen kann. Die Chancen von Panama auf ein Weiterkommen sind sehr begrenzt, bei einer guten Tagesleistung von Carlos Lee und Carlos Ruiz aber zumindest im Bereich des Möglichen. Die Niederlande müssen bei der WBC ohne ihre besten Baseballspieler auskommen. Die Qualität der Mannschaft erscheint mit dieser Aufstellung nicht ausreichend zu sein, um ernsthaft um die Qualifikation für die nächste Runde mitspielen zu können. Aufgrund des Heimvorteils von Puerto Rico und der ungeheuren Stärke der Dominikanischen Republik wäre es beinahe eine Sensation, wenn eine dieser beiden Mannschaften nicht weiterkommen sollte.
Spielplan

klar, wenn die grad mal in Schwung kommen...
(22-05-2012 15:26)Joey Hollow
Irgendwann sollten die Reds auch sehen, daß sie zumindest einmal ausprobieren, ob Chapman das Zeu...
(22-05-2012 11:27)Rene
Ohje wie lächerlich Sean Marshall den Closerjob wegzunehmen...ein Blown Save und ein BABIP von.500
(22-05-2012 10:36)Basti
Vielleicht sollte man eine Amnestie einführen: Wenn man so schnell fährt, wie man werfen kann, is...
(22-05-2012 09:05)Willitouch
Lawrie ging halt gegen den Schiedsrichter - und der ist nunmal absolut tabu. Das ist nicht nur im...
(22-05-2012 09:03)Willitouch