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Minnesota Twins

 
Autor: Philipp Würfel Montag, 28. Januar 2008
 
Bevor die Geschichte der Minnesota Twins beginnt, war die Franchise in Washington, D.C. beheimatet.

Minnesota Twins

1901 - 1913

Bevor die Geschichte der Minnesota Twins beginnt, war die Franchise in Washington, D.C. beheimatet. Die Senators waren 1901 ein Gründungsmitglied der American League. Der Name wurde von einem ehemaligen National League Team übernommen, das aber nicht mehr in der Stadt existierte. Die ersten beiden Jahren trugen sie im American League Park aus, indem sie jeweils nur 61 Spiele gewinnen konnten.

1903 zogen sie in den National Park um. Dort kassierten sie 1904 113 Niederlagen. Enttäuscht von der herben Schlappe versuchte man, das Team in Nationals umzubenennen. Doch dieser Name wurde nie akzeptiert und man nahm die Änderung kurze Zeit später zurück. Es dauerte bis 1912, das sie sich aus dem sportlichen Tal befreien konnten. 1907 stieß der 19jährige Walter Johnson zu den Senators. Seinen Durchbruch feierte er drei Jahre später, als ihm 25 Siege (17 Niederlagen) in 42 Starts gelangen bei einem ERA von 1.36. Zudem war er mit 313 Strikeouts erfolgreich.

1912 änderte sich einiges in Washington und der Club war mit einem Mal erfolgreich. Der alte, ganz aus Holz errichtete, Ballpark brannte nieder und wurde durch ein neues Stadion ersetzt. Dieses hieß anfangs National Park, wurde später aber in Griffith Stadium umbenannt. Namensgeber war der Mann, der in der selben Saison den Manager-Posten übernahm, Clark Griffith. Er war zuvor schon bei den Chicago White Sox und den New York Highlanders erfolgreich tätig. Mit Hilfe der 33 Siege von Walter Johnson führte er die Senators mit 92 Siegen auf Rang zwei der American League. Ein Jahr später setzte Johnson (36-7, ERA 1.14) noch einen drauf und wurde mit dem MVP-Award belohnt.

1924 - 1960

In den Folgejahren rutschten sie erneut in die Bedeutungslosigkeit. Griffith, der frustriert darüber war, das der Besitzer der Senators kein Geld in das Team stecken wollte, übernahm selber Anteile und erlangte schließlich die Mehrheit. Er investierte in die Mannschaft, trat als Manager zurück und traf nach einigen Fehlschlägen 1924 die richtige Entscheidung. Er machte den 27jährigen Bucky Harris zum Spieler-Manager. Zusammen mit den Stars Walter Johnson (23-7, ERA 2.72), Goose Goslin (.334, 12 Home Runs, 129 RBI) und Sam Rice (.334) führte Harris Washington auf den ersten Platz in der American League (92-62). In der World Series trafen sie auf die New York Giants, die sie in sieben Spielen bezwangen. Altstar Johnson wurde dabei zum großen Held, als er in der entscheidenden siebten Partie im neunten Inning ins Spiel kam, obwohl er erst in Spiel fünf zum Einsatz gekommen war. Er hatte die Offensive der Giants im Griff und die Senators gewannen schließlich nach zwölf Innings. Am Ende der Saison wurde er mit seinem zweiten MVP-Award belohnt. Er beendete seine Karriere 1927 mit 417 Siegen. Er wurde 1936 in Hall of Fame aufgenommen, war kurzzeitig als Manager tätig, ehe er 1946 verstarb.

1925 konnten sie die American League (96-55) erneut für sich entscheiden. In der World Series mussten sie sich nach hartem Kampf den Pittsburgh Pirates im siebten Spiel schließlich mit 7:9 geschlagen geben. Bis 1933 ging es auf und ab. Mal schnupperten sie an der Spitze, eine anderes Mal landeten sie am Saisonende im Mittelfeld. 1933 gewannen sie schließlich 99 Spiele und sicherten sich den dritten American League Titel seit 1924. In der World Series kam es zur Revanche gegen die New York Giants. Die drehten den Spiel um und siegten in fünf Spielen.

Es sollte die letzte erfolgreiche Saison in Washington gewesen sein. In der Folgezeit verschwanden die Senators in der Versenkung und zierten meist das Tabellenende. Die Titel aus der Vergangenheit zählten nicht mehr und man dachte über Alternativen nach. Man dachte an einen Umzug. Sie verhandelten kurzzeitig mit San Francisco, ehe sie sich mit den Twin Cities Minneapolis - St. Paul 1958 einig wurden. Die Leitung der American League sprach sich dagegen aus, stimmte 1960 aber unter einer Bedingung zu. Via einer Expansion sollten es ein neues Team ab 1961 (Senators, später Texas Rangers) in Washington geben.

1961 - 1970

1961 nahmen sie den Spielbetrieb im Metropolitan Stadium in Minneapolis auf. Um den beiden Städten bei der gleichermaßen gerecht zu werden, entschied man sich das Team Twin Cities Twins zu nennen. Da dies aber nicht auf Wohlwollen stieß, nahmen sie kurzerhand den Bundesstaat als Namensgeber. Dennoch verblieb das ursprüngliche Logo TC bis heute erhalten.

Die Minnesota Twins wurden von einem Jungstar angeführt, der 1959 noch in Washington seinen Durchbruch feierte. Harmon Killebrew schlug in dem Jahr 42 Home Runs. Neben ihm waren weitere talentierte Spieler wie Jim Kaat, Bob Allison und Lenny Green im Kader. Schon in ihrer zweiten Saison am neuen Standort, gewannen sie 91 Spiele. Es dauerte nicht lange und der erste Titel wurde gefeiert. 1965 fuhren sie 102 Siege ein und landeten auf Rang eins der American League. In der World Series trafen sie auf Sandy Koufax und die Los Angeles Dodgers, die in sieben Spielen die Oberhand behielten. Koufax schloss die Serie mit einem 2:0, Fünf-Hit-Shutout ab.

Mit Killebrew an der Spitze blieben sie auch in den kommenden Jahre im oberen Tabellendrittel. Sie gewannen 1969 (97-65) und 1970 (98-64) jeweils die AL West Division. In der League Championship Series hatten sie aber beiden Male das Nachsehen gegen die Baltimore Orioles (jeweils 0-3). Killebrew wurde der MVP 1969 (49 Home Runs, 140 RBI).

1971 - 1991

Danach ging es sportlich wie auch finanziell bergab. Calvin Griffith, der Sohn von Clark Griffith, der die Twins nach dem Tod seines Vaters übernommen hatte, verdiente mit dem Team seinen Lebensunterhalt und musste dementsprechend wirtschaften. So musste er Stars wie Rod Carew abgeben und auf die Jugend hoffen. Man sackte erneut in die Mittelmäßigkeit ab, mit dem Tiefpunkt 1982 (60-102). In der selben Saison war man in den Metrodome umgezogen. An Stelle des alten Stadions baute man das größte Einkaufszentrum (Mall of America) der USA. Griffith verkaufte den Club schließlich 1984 an den Banker Carl Pohland.

Eine neue Mannschaft um die jungen Kirby Puckett und Frank Viola, sowie um Rückkehrer Bert Blyleven sorgte 1987 für die Wiederauferstehung. Sie gewannen zwar nur 85 Spiele, was aber reichte um in der AL West Division auf Platz eins zu landen. In der ALCS konnten sie die Detroit Tigers (4-1) ausschalten. In der World Series gegen die St. Louis Cardinals (4-3) nutzten sie den enormen Heimvorteils des Metrodomes und sicherten sich den zweiten Titel nach 1924, indem sie alle vier Spiele zu Hause gewannen.

Vier Jahre später knüpften sie an den Erfolg an. Mit 95 Siegen ging die AL West Division 1991 klar an die Twins. Über die Toronto Blue Jays (4-1) zogen sie erneut in die World Series ein. Gegen die Atlanta Braves ging es erneut über die komplette Distanz. Kirby Puckett sorgte dabei mit einem Walk-Off-Home-Run im elften Inning der sechsten Partie für den 3-3 Ausgleich in der Serie. Für die Entscheidung war Jack Morris mit 10-Inning-Shutout im siebten Spiel zuständig.

1992 - 2007

Nach einem zweiten Platz in der Division 1992 (90-72) ging es wieder bergab. In der neu-geschaffenen AL Central landete man bis 2000 immer auf dem vierten oder fünften Rang. Der langjährige Manager Tom Kelly (1987-2001) wurde 2002 durch Ron Gardenhire ersetzt. Der führte die Twins (94-67) prompt zum Titel in der AL Central Division. In der Division Series setzten sie sich in fünf Spielen gegen die Oakland Athletics durch, scheiterten eine Runde später aber am späteren World Series Gewinner aus Anaheim (1-4).

Auch 2003 (90-72) und 2004 (92-70) waren die Twins nicht von der Spitze der Division zu verdrängen. In den Playoffs setzte sich der Erfolg aus der regulären Saison aber nicht fort und man schied beide Male gegen die New York Yankees (jeweils 1-3) aus. 2006 holten sie einen 12-Spiele-Rückstand in der Division gegenüber den Detroit Tigers auf und gewannen den vierten Titel (96-66) in fünf Jahren. Trotz der guten Form am Saisonende, hatten sie in der ersten Playoffrunde gegen die Oakland Athletics (0-3) keine Chance. Dennoch ging diese Saison als eine der erfolgreichsten in die Teamgeschichte ein. Denn Johan Santana (Cy Young Award), Justin Morneau (MVP) und Joe Mauer (Batting Title) räumen die wichtigsten Auszeichnungen ab.

2007 machten die Twins den ersten Schritt heraus aus dem ungeliebten Metrodome. Den hatten sie sich all die Jahre mit den Footballteam aus der NFL (Vikings) und dem College (Golden Gophers) teilen müssen. Sie legten den Grundstein für einen neuen Ballpark, der im März 2009 eröffnet werden soll.

Namen, Ballparks, Erfolge, Awards ...

Team-Namen:
Washington Senators 1901-1904
Washington Nationals 1905-1955
Washington Senators 1956-1960
Minnesota Twins seit 1961

Ballparks:
American League Park 1901-1902
Griffith Stadium  1903-1960 (1903-1920 National Park)
Metropolitan Stadium 1961-1981
Hubert H. Humphrey Metrodome seit 1982

Manager:
Jimmy Manning 1901
Tom Loftus 1902-1903
Malachi Kittiredge 1904
Patsy Donovan 1904
Jake Stahl 1905-1906
Joe Cantillon 1907-1909
Jimmy McAleer 1910-1911
Clark Griffith 1912-1920
George McBride 1921
Clyde Milan 1922
Donie Bush 1923
Bucky Harris 1924-1928
Walter Johnson 1929-1932
Joe Cronin 1933-1934
Bucky Harris 1935-1942
Ossie Bluege 1943-1947
Joe Kuhel 1948-1949
Bucky Harris 1950-1954
Chuck Dressen 1955-1957
Cookie Lavagetto 1957-1961
Sam Mele 1961-1967
Cal Elmer 1967-1968
Billy Martin 1969
Bill Rigney 1970-1972
Frank Quilici 1972-1975
Gene Mauch 1976-1980
John Goryl 1980-1981
Billy Gardner 1981-1985
Ray Miller 1985-1986
Tom Kelly 1986-2001
Ron Gardenhire seit 2002

Erfolge:

World Series Gewinner: 1924, 1987, 1991
American League Champion: 1924, 1925, 1933, 1965, 1987, 1991
Division Champion: 1969, 1970, 1987, 1991, 2002, 2003, 2004, 2006

Hall of Famer:
Rod Carew 2B, Harmon Killebrew 1B, Kirby Puckett CF, Goose Goslin LF, Bucky Harris Mgr., Walter Johnson P, Sam Rice RF

Retired Numbers:

3 Harmon Killebrew 1B
6 Tony Oliva OF
14 Kent Hrbek 1B
29 Rod Carew 2B
34 Kirby Puckett OF
42 Jackie Robinson

Awards:
MVP:

1913 Walter Johnson RHP
1924 Walter Johnson RHP
1925 Roger Peckinpaugh SS
1965 Zolio Versalles SS
1969 Harmon Killebrew OF
1977 Rod Carew 1B
2006 Justin Morneau 1B

Cy Young:
1970 Jim Perry RHP
1988 Frank Viola LHP
2004 Johan Santana LHP
2006 Johan Santana LHP

Rookie of the Year:
1958 Albie Pearson OF
1959 Bob Allison OF
1964 Tony Oliva OF
1967 Rod Carew 2B
1979 John Castino 3B
1991 Chuck Knoblauch 2B
1995 Marty Cardova OF

Manager of the Year:

1991 Tom Kelly

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