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Boston Red Sox

 
Autor: Philipp Würfel Montag, 28. Januar 2008
 

Boston Red Sox

1901 - 1912

Die Boston Red Sox wurden 1901 als die Boston Americans gegründet, jedoch schon 1907 umbenannt. Ermöglicht wurde die Gründung der Sox durch die Erschaffung der heute noch bestehenden American League.

Schon in der ersten Saison konnte das neugegründete zweite Bostoner Team, neben den Beaneaters, mit dem zweiten Platz einen Achtungserfolg verzeichnen, dem man nur zwei Jahre später dann den ersten World Series Triumph folgen ließ. Gleich bei der ersten Auflage im Duell der Gewinner der beiden Major Leagues waren die Americans in acht Spielen gegen die Pittsburgh Pirates erfolgreich. 1904 gewannen sie zum zweiten Mal das Pennant, konnten den World Series Titel aber nicht verteidigen, da die Manager John McGraw von den New York Giants das Format nicht anerkannte und sein Team nicht antreten ließ.

Star des Teams war Pitcher Cy Young, 28, bzw. 26 Spiele gewann. Er hatte seine Karriere 1890 in Cleveland begonnen. In seiner Karriere kam er insgesamt auf bis heute unereichte 511 Siege. Sein ERA lag nach 22 Jahren Major League bei 2.63. 1937 wurde er in die Hall of Fame aufgenommen. Am 4. November 1955 verstarb er im alter von 88 Jahren. Nach ihm wurde der Preis für den besten Pitcher benannt, der seit 1956 vergeben wird.

Pünktlich zur Eröffnung des neuen Ballparks, dem Fenway Park, 1912, erreichten die Red Sox erneut die World Series. MVP Tris Speaker (.383, 10 Home Runs, 136 Runs, 90 RBI) führte sein Team zum Titelgewinn gegen die New York Giants. Die best-of-seven Serie ging dabei über acht Spiele, da die zweite Partie nach elf Innings 6:6 unentschieden gewertet wurde.

1915 - 1932

In der Folge dominierten die Red Sox die Liga. Angeführt von dem jungen Linkshänder Babe Ruth gewannen sie drei weitere World Series Titel zwischen 1915 und 1918. Ruth überzeugte vor allem als Pitcher und gewann während der Zeit 80 Spiele. Man erkannte allerdings, das er als Batter noch gefährlicher war und setzte ihn zunehmend nicht mehr auf dem Mound ein. Er machte den Home Run im Baseball salonfähig und führte die American League 1918 (11) und 1919 (29) an.

Der damalige Besitzer, Harry Frazee, brauchte nach der Saison 1919 dringend Geld, um seine Musicals am Leben zu erhalten und verkaufte daher seinen größten Star an die New York Yankees. Dies sollte sich im Laufe der Zeit, als ein folgenschwerer Fehler herausstellen. Durch die darauf folgende lange Erfolglosigkeit der Red Sox und dem Erfolg den Ruth in New York hatte, sprach man später vom "Fluch des Bambino". Zudem legte der Transfer den Grundstein für die große Rivalität zwischen Boston und den bis 1920 unbedeutenden Bronx Bombers.

Frazee verkaufte aber nicht nur seinen Left Fielder. Es folgten weitere Spieler und der Club geriet in den Tabellenkeller. Zwischen 1922 und 1932 hatte man achtmal die rote Laterne inne. Fünf Mal kassierte man jeweils mehr als 100 Niederlagen. Es dauerte bis Ende der 1930er Jahre damit der Aufschwung in Boston Einzug hielt.

1933 - 1959

Eine neues Management (ab 1933) baute ein Team um die Stars Jimmy Foxx, Jonny Pesky und Dominic DiMaggio auf. Richtig erfolgreich wurden sie aber erst, als Ted Williams 1939 zu dem Club stieß. Williams, den nur seine Offensive interessierte, konnte 1941 mit einem Schlagdurchschnitt von .406 zum letzten Mal die magische .400 Marke durchbrechen. Zudem führte er die Red Sox 1946 nach langer Abstinenz wieder in die World Series. Dort unterlagen sie den St. Louis Cardinals in sieben Spielen. Seine Karriere war insgesamt fünf Jahre, durch Einsätze in der Armee im zweiten Weltkrieg und im Korea-Krieg, unterbrochen. Trotzdem gewann er zwei MVP-Trophäen (1946 und 1949) und landete sieben weitere Male in den Top fünf. Er wurde zu 17 Allstar-Games eingeladen. Er beendete seine Karriere 1960 mit einem Schlagdurchschnitt von .344 (OBP .482) und 521 Home Runs. Zusammen mit Joe DiMaggio (Yankees) gehörte er zu den besten Hittern seiner Zeit. Er wurde 1966 in die Hall of Fame aufgenommen und verstarb 2002 in Florida.

Nach der Endspielteilnahme 1946 scheiterten sie mehrmals knapp am American League Titel und die Erfolge blieben aus. Man verpasste es das Team zu verstärken und rutschte weiter ab. Dabei hätte es durchaus die Gelegenheiten gegeben. Jedoch lies der damalige Besitzer Tom Yawkey, die beiden zukünftigen Hall of Famer Jackie Robinson und Willie Mays nicht für die Red Sox spielen, obwohl sie das wollten. Erst 1959 und als letzter Club der American League verpflichteten sie mit Pumpsie Green den ersten Afroamerikanischen Spieler.

1967 - 1978

Eine neue Generation von Spielern um den jungen Carl "Yaz" Yastrzemski bildete den Kern in den 1960er Jahren. 1967 erreichten sie zum siebten Mal die World Series, in der sie aber wie schon 1946 den Cardinals in sieben Spielen unterlagen. Yastrzemski gewann die Triple Crown (.326, 44 Home Runs, 121 RBI) und den MVP-Award. Yaz wurde 1989 in die Hall of Fame aufgenommen.

In den Folgejahren spielten die Red Sox weiterhin erfolgreich Baseball, auch wenn ihnen die Playoffs verwehrt blieben. Dies sollte sich erst 1975 ändern. Erstarkt durch die talentierten Spielern Dwight Evans, Jim Rice und Carlton Fisk qualifizierten sie sich nach dem Erfolg in der League Championship Series gegen die Oakland Athletics (3-0) für die World Series. In dieser traf man auf die Cincinnati Reds. Sie verloren nach spannenden Spielen zum dritten Mal in Folge in sieben Spielen.

Drei Jahre später mussten die Fans erneut leiden. Die Red Sox legten einen sehr guten Start hin und lagen zwischenzeitlich bereits 14,5 Spiele vor dem Rivalen aus der Bronx. Die Yankees konnten den Rückstand, gestützt durch das "Boston Massacre", bei dem Boston vier Heimspiele gegen den Rivalen verlor, bis zum letzten Spieltag aufholen und ausgleichen. Das Entscheidungsspiel verloren die Red Sox im heimischen Fenway Park mit 4:5.

1986 - 1995

1986 zogen die Red Sox erneut in die World Series ein. Gespickt mit den Veteranen Jim Rice und Dwight Evans, sowie dem jungen Pitcher Roger Clemens kämpften sie sich in die Playoffs. In der ALCS bogen sie gegen die California Angels einen 1-3 Rückstand um und gewannen die Serie mit 4-3. Der National League Champion New York Mets wartete. Man hatte drei der ersten fünf Spiele der Serie gewonnen und führte auch im zehnten Inning des sechsten bereits mit 5:3. Bei zwei Outs und einem fehlenden Strike glichen die Mets durch drei Singles und einen Wild Pitch aus. Danach rollte ein Ground Ball von Mookie Wilson durch die Beine von First Baseman Bill Buckner und die Serie war ausgeglichen. New York gewann auch Spiel sieben und den Titel. Clemens konnte sich mit dem Cy Young Award und der MVP Trophäe (24-4, ERA 2.48) trösten.

Bis 1990 folgten zwei weitere Divisionstitel (1988, 1990). Doch in den Playoffs war jeweils in der ersten Runde gegen die Oakland Athletics Endstation. Clemens erhielt zwei weitere Cy Young Awards 1987 und 1991. Nachdem man 1995 die AL East Division gewann und anschließend in der ALDS gegen die Cleveland Indians ausschied, stellte man das Team um. Man ließ Clemens gehen und baute eine neue Mannschaft um Nomar Garciaparra, Jason Varitek und Derek Lowe auf. Zudem kam Pedro Martinez nach Boston. Zwischen 1998 und 2005 landeten sie jeweils auf dem zweiten Platz in der AL East Division. Erreichten die Playoffs aber fünf Mal über die Wild Card.

1998 - 2007

In der Postseason verlief es zunächst wenig erfolgreich. 1998 hinderten erneut die Indians (1-3) in der ALDS den Durchmarsch. Ein Jahr später konnten sie diese zwar in der ersten Runde in fünf Spielen bezwingen. Doch die Yankees (4-1) stoppten sie in der ALCS. Man investierte weiter in die Mannschaft und verpflichtete die Outfielder Manny Ramirez und Johnny Damon zu Beginn des neuen Jahrtausends. Zudem gab man die Verantwortung des General Manager Posten an den 28jährigen Theo Epstein ab. Mit 95 Siegen kamen sie 2003 erneut über die Wild Card in die Playoffs. Sie brauchten fünf Spiele, um die Oakland Athletics in der ALDS zu bezwingen. Im siebten Spiel der ALCS führten sie im achten Inning bereits mit 5:2, doch die Bronx Bombers glichen aus und zogen schließlich dank eines Walk-Off-Home-Runs von Aaron Boone im elften Inning in die World Series ein.

Anschließend verpflichteten sie mit Manager Terry Francona, Starting Pitcher Curt Schilling und Keith Foulke drei wichtige Leute, die 2004 für den langersehnten Erfolg sorgten. Erneut verhalf die Wild Card zu Playoffehren. Doch nach einem klaren Triumph in der ALDS gegen die Anaheim Angels (3-0) sah es in der ALCS nach drei Spielen nicht gut aus. Man lag mit 0-3 gegen die Bronx Bombers zurück. Doch sie konnten die Serie doch noch drehen und zogen schließlich in die World Series ein. Einen 0-3 Rückstand hatte noch nie zuvor ein MLB-Team in einer best-of-seven Serie aufholen können. Die St. Louis Cardinals wurden anschließend glatt in vier Spielen bezwungen und der Titel konnte zum ersten Mal seit 86 Jahren wieder in Boston bejubelt werden.

Nach zwei durchschnittlichen Jahren, in denen Leistungsträger wie Lowe, Damon und Nixon durch Josh Beckett, Mike Lowell und Daisuke Matsuzaka ersetzt wurden, konnten sie 2007 schon wieder feiern. Nach einer durchweg überzeugenden Saison durchbrachen sie die Serie der Yankees und sicherten sich zum ersten Mal seit 1995 den AL East Division Titel. In den Playoffs machten sie mit den Los Angeles Angels in der ALDS (3-0) kurzen Prozess. In der ALCS bogen sie einen 1-3 Rückstand gegen die Cleveland Indians noch in einen Erfolg um, ehe sie in der World Series die Colorado Rockies mit einem Sweep in die Schranken verweisen konnten.

Namen, Ballpark, Erfolge, Awards ...

Team-Namen:
Boston Americans 1901-1907
Boston Red Sox seit 1908

Ballparks:
Huntington Ave Grounds 1901-1911
Fenway Park seit 1912

Manager:
Jimmy Collins 1901-1906
Chick Stahl 1906
Cy Young 1907
George Huff 1907
Bob Unglaub 1907
James McGuire 1907-1908
Fred Lake 1908-1909
Patsy Donovan 1910-1911
Jake Stahl 1912-1913
William Carrigan 1913-1916
Jack Barry 1917
Ed Barrow 1918-1920
Hugh Duffy 1921-1922
Frank Chance 1923
Lee Fohl 1924-1926
William Carrigan 1927-1929
Henie Wagner 1930
John Collins 1931-1932
Marty McManus 1932-1933
Bucky Harris 1934
Joe Cronin 1935-1947
Joe McCarthy 1948-1950
Steve O'Neill 1950-1951
Lou Bodreau 1952-1954
Pinky Higgins 1955-1959
Rudy York 1959
Billy Jurges 1959-1960
Pinky Higgins 1960-1962
Johnny Pesky 1963-1964
Bill Herman 1964-1966
Pete Runnels 1966
Dick Williams 1967-1969
Edward Popowski 1969
Eddie Kasko 1970-1973
Darrell Johnson 1974-1976
Don Zimmer 1976-1980
Ralph Houk 1981-1984
John McNamara 1985-1988
Joe Morgan 1988-1991
Butch Hobbson 1992-1994
Kevin Kennedy 1995-1996
Jimy Williams 1997-2001
Joe Kerrigen 2001
Grady Little 2002-2003
Terry Francona seit 2004

Erfolge:
World Series Gewinner: 1903, 1912, 1915, 1916, 1918, 2004, 2007
American League Champion: 1903, 1904, 1912, 1915, 1916, 1918, 1946, 1967, 1975, 1986, 2004, 2007
Division Champion: 1975, 1986, 1988, 1990, 1995, 2007

Hall of Famer:
Wade Boggs 3B, Joe Cronin SS, Bobby Doerr 2B, Rick Ferrell C, Carlton Fisk C, Jimmie Foxx 1B, Lefty Grove P, Ted Williams LF, Carl Yastrzemski LF, Harry Hooper RF, Jimmy Collins 3B

Retired Numbers:
1 Bobby Doerr 2B
4 Joe Cronin SS
8 Carl Yastrzemski OF
9 Ted Williams OF
27 Carlton Fisk C
42 Jackie Robinson

Awards:
MVP:

1912 Tris Speaker OF
1938 Jimmie Foxx 1B
1946 Ted Williams OF
1949 Ted Williams OF
1958 Jackie Jensen OF
1967 Carl Yastrzemski OF
1975 Fred Lynn OF
1978 Jim Rice OF
1986 Roger Clemens RHP
1995 Mo Vaughn 1B
2008 Dustin Pedroia 2B

Cy Young:
1967 Jim Lonborg RHP
1986 Roger Clemens RHP
1987 Roger Clemens RHP
1991 Roger Clemens RHP
1999 Pedro Martinez RHP
2000 Pedro Martinez RHP

Rookie of the Year:
1950 Walt Dropo 1B
1961 Don Schwall  RHP
1972 Carlton Fisk C
1975 Fred Lynn OF
1997 Nomar Garciapara SS
2007 Dustin Pedroia 2B

Manager of the Year:
1986 John MacNamara
1999 Jimy Williams

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