Baltimore Orioles
Baltimore Orioles
1901 - 1926
Die Geschichte der Orioles beginnt in Milwaukee. Dort wurden 1901 die Brewers als Gründungsmitglied der American League installiert. Doch das Team sollte nur ein Jahr in Wisconsin bleiben, ehe es zum ersten Mal nach St. Louis umzog. Dort blieben sie als Browns bis 1953.
Die Browns erhielten ihren Namen vom Ortnachbarn Cardinals, die in den 1880er Jahren mit eben dieser Bezeichnung die National League dominierten. Die neuen Browns bauten ihren neuen Ballpark sogar an der selben Stelle, wo der alte Park der alten Browns stand. Der Sportsmans Park musste 1909 zum ersten Mal renoviert werden und war das dritte Baseballstadion überhaupt, was aus Beton und Stahl angefertigt wurde.
Obwohl die Browns von 1902 bis 1922 nur wenig erfolgreich (nur vier Jahre, in denen sie mehr Siege als Niederlagen vorzuweisen hatten) spielten, konkurrierten und übertrumpften sie die Cardinals in der Zuschauergunst. Das sollte sich bald ändern.
Ab 1920 mussten sie sich den Sportsmans Park mit ihren Ortsrivalen teilen, die ihr eigenes Stadion verkauft hatten und aus dem Erlös das erste richtige Nachwuchssystem im Baseball aufbauten. Dadurch gelang es den Cards ein starkes Team aufzubauen, welches 1926 die World Series überraschend gegen die Yankees gewann. Bis dahin galt St. Louis als Stadt der Browns. Das war nach dem Titel für den Rivalen nicht mehr der Fall und die Browns versanken in der Bedeutungslosigkeit.
1942 - 1952
1942 wollten sie zum ersten Mal umziehen und hatten schon die Zustimmung für einen Wechsel nach Los Angeles von den anderen Besitzern bekommen, als der Nagriff auf Pearl Harbour und der zweite Weltkrieg dieses Vorhaben zunichte machte. Zwei Jahre später feierten sie ihren größten Erfolg, als sie 1944 die American League gewannen und in die World Series gegen den Ortsrivalen Cardinals einzogen. Sie verloren mit zwei zu vier Spielen, in der einzigen Serie, die komplett in einem Ballpark ausgetragen wurde. Einige Kritiker sehen diesen Erfolg aber nur als Glück an, da sie, im Gegensatz zu vielen anderen Teams, nur kaum Spieler and die Army abgeben mussten. 1951 kaufte der ehemalige Besitzer der Cleveland Indians, Bill Veeck, das Team. Veeck versuchte die Zuschauerzahlen durch verschiedene Aktionen anzukurbeln und ließ beispielsweise einen nur 1,09 m großen Spieler als Pinch Hitter auflaufen. Zudem verpflichtete er die Pitcher Ned Garver, der 1951 20 Spiele für die Browns gewann, und Negro League Legende Satchel Paige im Alter von 45 Jahren. Er versuchte er die Cardinals aus der Stadt zu vertreiben, indem er mehrere Publikumslieblinge von ihnen abwarb und den ganzen Ballpark mit Browns-Werbung zupflasterte. Doch die Cardinals wurden 1952 an Anheuser-Bush verkauft und Veeck sah ein, das er gegen so viel Geld nicht ankämpfen konnte und entschied selber umzuziehen.
Veeck bereitete den Umzug nach Milwaukee vor, wo er in den 1940er Jahren schon einmal ein Team besessen hatte, doch die Besitzer stimmten dagegen. Danach versuchte er die Franchise nach Baltimore umzusiedeln, doch auch dieses Vorhaben scheiterte. Entnervt und finanziell am Ende (er hatte zwischenzeitlich schon den Sportsmans Park an die Cardinals verkaufen müssen) verkaufte er schließlich die Browns an eine Gruppe um Clarence Miles und Jerry Hofberger, die sofort die Genehmigung erhielten, nach Baltimore umzuziehen.
Das neue Management entschloss sich einen neuen Namen zu wählen, im Gegensatz zu den anderen Organisationen, die in jener Zeit umzogen. Man wollte unter allen Umständen das Verliererimage loswerden, was man mit den Browns verband. Dazu gehörte auch ein Trade mit den New York Yankees, bei dem 17 Spieler ihr Jersey wechseln mussten. Bis heute versucht man in der Organisation jegliche Verbindungen zu den St. Louis Browns zu verschweigen. So findet man auf der Team-Homepage nur einen kurzen Hinweis auf den Umzug und sonst nichts.
1953 - 1966
Der Name der Orioles kommt von dem gleichnamigen Vogel, wurde 1953 aber nicht neu erfunden, denn das Vorgängerteam der New York Highlanders, bzw. a. k. a. New York Yankees agierte 1901 und 1902 unter diesem Namen, bevor es nach New York verkauft wurde. Die erste Saison 1954 in Baltimore, Maryland war genauso wenig erfolgreich, wie zuletzt in St. Louis. Sie schlossen das Jahr mit einer Bilanz von 54 Siegen bei 100 Niederlagen ab. Aber die 67 Heimspiele besuchten über eine Million Fans. Also hatte sich der Umzug zumindest finanziell gelohnt. Danach verbesserten sie sich stetig, bis sie 1960 um die Krone in der American League kämpften und am Ende auf 85 Siege zurückblicken konnten. Ein Jahr später konnten sie sogar 95 Siege feiern, blieben aber dennoch hinter den Yankees zurück.
1966 hatte das lange Geduldsspiel ein Ende und man siegte in der World Series mit Milt Pappas und Frank Robinson glatt in vier Spielen gegen die Los Angeles Dodgers.
1969 - 1983
Drei Jahre später, 1969, beendeten sie die Saison mit 109 Siegen und eliminierten die Minnesota Twins in der ersten Runde der Playoffs, der ersten American League Championship Series überhaupt, in drei Spielen. Doch in der World Series verloren sie als haushoher Favorit gegen die New York Mets. Ein Jahr später konnten sie die Schmach vergessen machen. Jim Palmer, Dave McNally und Mike Cuellar, die alle drei jeweils 20 Spiele gewannen, führten die O's 1970 zum Sieg in der World Series gegen die Cincinnati Reds. Und auch 1971 standen sie in der World Series. Dieses Mal mussten sie sich den Pittsburgh Pirates, um Roberto Clemente, in sieben Spielen geschlagen geben. Auch 1971 verhalfen vor allem die Starting Pitcher zum Erfolg. Pat Dobson, Palmer, McNally und Cuellar gewannen jeweils 20 Spiele und verbesserten ihren eigenen Rekord aus dem Vorjahr noch einmal. Manager of the Year Gewinner Earl Weaver führte Baltimore 1973 in die ALCS gegen die Oakland A´s in der sie aber unterlagen.
Danach blieb es für einige Jahr still in Maryland. Doch schon 1979 kam der Erfolg zurück. Sie schafften eine Bilanz von 102 Siegen bei 57 Niederlagen in der regulären Saison. Pitcher Mike Flanagan (23-9, ERA 3.08) gewann den Cy Young Award. In der World Series unterlagen sie, trotz einer zwischenzeitlichen 3-1 Führung, in sieben Spielen gegen die Pittsburgh Pirates. Ein Jahr später gewannen sie dank der Mithilfe von Scott McGregor (20 Siege) und Steve Stone (25 Siege) 100 Spiele, mussten sich aber mit dem zweiten Platz hinter den Yankees zufrieden geben.
1982 feierte Shortstop Cal Ripken Jr. sein Debüt für die Orioles mit einem Homerun am Opening Day. Nichts desto trotz beendeten sie die Saison mit 94 Siegen auf Rang zwei, ein Spiel hinter den Milwaukee Brewers um MVP Robin Yount. 1983 führte sie Manager Joe Altobelli zum vorerst letzten World Series Titel gegen die Philadelphia Phillies um Pete Rose.
1984 - 2007
Danach war es aber erst einmal vorbei mit der Herrlichkeit. Zwar begeisterte Cal Ripken Jr. (1991 .323, 34 HR, 144 RBI, MVP) die Massen und Frank Robinson gewann die Manager of the Year (1989) Trophäe. Trotzdem konnten sie nicht an die glorreichen Zeiten anknüpfen.
1992 zog man in den neuen Ballpark Camden Yards um. Davor spielte man jahrelang im Memorial Stadium in Baltimore. In einer Zeremonie wurde nach dem letzten Spiel, die Homeplate aus dem alten Stadion ins Neue verfrachtet. Ein Jahr nach der Eröffnung wurde zum zweiten Mal seit 1958 wieder ein Allstar Spiel in der Stadt ausgetragen. Sportlich konnte man sich in den kommenden Jahren verbessern. Doch zuerst galt die gesamte Aufmerksamkeit Cal Ripken Jr., der am 5. September 1995 im eigenen Stadion den Rekord für die am meisten in Folge absolvierten Spiele, aufgestellt von Yankee-Legende Lou Gehrig, einstellte. Ein Jahr später scheiterten sie als AL Wild Card Gewinner in der ALCS an den New York Yankees in fünf Spielen. 1997 machten sie es ein wenig besser, als sie die Indians in der ALCS schlagen konnten und in die World Series einzogen, wo sie den Florida Marlins unterlagen. Seitdem schafften sie es nicht mehr, eine gute Saison auf die Beine zu stellen und erreichten nicht mehr die Playoffs.
Namen, Ballparks, Erfolge, Awards ...
Team-Namen:
Milwaukee Brewers 1901
St. Louis Browns 1902-1953
Baltimore Orioles seit 1954
Ballparks:
Lloyd Street Grounds 1901
Sportsmen's Park 1902-1953
Memorial Stadium 1954-1991
Camden Yards 1992-Present
Manager:
Hugh Duffy 1901
Jimmy McAleer 1902-1909
John O'Conner 1910
Bobby Walker 1911-1912
George Stovall 1912-1913
Jimmy Austin 1913
Branch Rickey 1913-1915
Fielder Jones 1916-1918
Jimmy Austin 1918
Jimmy Burke 1918-1920
Lee Fohl 1921-1923
Jimmy Austin 1923
George Sisler 1924-1926
Dan Howley 1927-1929
Bill Killefer 1930-1933
Allen Sothoron 1933
Rogers Hornsby 1933-1937
Jim Bottomley 1937
Gabby Street 1938
Fred Haney 1939-1941
Luke Sewell 1941-1946
Zack Taylor 1946
Muddy Ruel 1947
Zack Taylor 1948-1951
Rogers Hornsby 1952
Marty Marion 1952-1953
Jimmy Dykes 1954
Paul Richards 1955-1961
Lum Harris 1961
Bill Hitchcock 1962-1963
Hank Bauer 1964-1968
Earl Weaver 1968-1982
Joe Altobelli 1983-1985
Cal Ripken Sr. 1985
Earl Weaver 1985-1986
Cal Ripken Sr. 1987-1988
Frank Robinson 1988-1991
Johnny Oates 1991-1994
Phil Regan 1995
Davey Johnson 1996-1997
Ray Miller 1998-1999
Mike Hargrove 2000-2003
Lee Mazzilli 2004-2005
Sam Perlozzo 2005-2007
Dave Trembley seit 2007
Erfolge:
World Series Gewinner: 1966, 1970, 1983
American League Champion: 1944, 1966, 1969, 1970, 1971, 1979, 1983
Division Champion: 1969, 1970, 1971, 1973, 1974, 1979, 1983, 1997
Hall of Famer:
Eddie Murray 1B, Jim Palmer P, Cal Ripken Jr. SS, Brooks Robinson 3B, Frank Robinson RF, Earl Weaver Mgr., Bobby Wallace SS, George Sisler 1B
Retired Numbers:
4 Earl Weaver MGR
5 Brooks Robinson 3B
8 Cal Ripken Jr. SS
20 Frank Robinson OF
22 Jim Palmer RHP
33 Eddie Murray 1B
42 Jackie Robinson
Awards:
MVP:
1922 George Sisler 1B
1964 Brooks Robinson 3B
1966 Frank Robinson OF
1970 Boog Powell 1B
1983 Cal Ripken Jr. SS
1991 Cal Ripken Jr. SS
Cy Young:
1969 Mike Cuellar LHP
1973 Jim Palmer RHP
1975 Jim Plamer RHP
1976 Jim Palmer RHP
1979 Mike Flanagan LHP
1980 Steve Stone RHP
Rookie of the Year:
1949 Roy Sievers OF
1960 Ron Hansen SS
1965 Curt Blefary OF
1973 Al Bumbury OF
1977 Eddie Murray 1B
1982 Cal Ripken Jr. SS
1989 Gregg Olson RHRP
Manager of the Year:
1989 Frank Robinson
1997 Davey Johnson

