Washington Nationals
Washington Nationals
1969 - 1981
Das Team wurde als Montreal Expos im Rahmen der Expansion im Jahr 1969 in der National League East Division aufgenommen. Der Name begründet sich auf die Weltausstellung, die 1967 in der kanadischen City stattfand. Ihr erstes Spiel bestritten sie im New Yorker Shea Stadium gegen die Mets, das sie mit 11:10 gewannen. Reliever Dan McGinn sorgte dabei für den ersten Home Run der Klubgeschichte. Auch ihr erstes Heimspiel im Jarry Park konnten sie gegen die St. Louis Cardinals (8:7) für sich entscheiden.
In den ersten Jahren sorgte nur Pitcher Bill Stoneman für die Highlights. Ihm gelangen zwei No-Hitter innerhalb von drei Jahren. Den ersten warf er in der Debütsaison gegen die Phillies und den zweiten 1972 gegen die Mets.
Auch der Umzug in das Olympia Stadion 1977 sorgte nicht für den Sprung aus dem Tabellenkeller. Die Zuschauer wurden von den wenigen Stars des Teams dennoch mit guten Leistungen beglückt. So schaffte Gary Carter wenige Tage nach Eröffnung der neuen Heimstätte drei Home Runs gegen die Pirates. Starting Pitcher Ross Grimsley stellte 1978 mit 20 Siegen einen, noch bis heute gültigen, Teamrekord auf. Rookie Bill Gullickson trug sich 1980 mit 18 Strikeouts im Spiel gegen die Cubs in die Bestenliste ein.
1981 war das bis heute erfolgreichste Jahr in der Klubgeschichte. Zuerst war Charlie Lea mit dem dritten No-Hitter erfolgreich. Danach profitierten sie von der durch einen Spielerstreik verkürzten Saison. Sie schlossen die zweite Saisonhälfte auf Rang eins ab und bezwangen die Phillies in fünf Spielen in der ersten Playoffrunde. In der League Championship Series verloren sie gegen die Los Angeles Dodgers, die dank eines Solo-Homeruns von Rick Monday im neunten Inning des letzten Spiels weiterkamen.
1982 - 2002
Eine Saison später war das Allstar-Spiel in Montreal zu Gast. Die National League mit den Expos-Startern Gary Carter, Steve Rogers, Tim Raines und Andre Dawson gewann mit 4:1. Wenige Wochen später gelangen Chris Speier acht RBIs gegen die San Francisco Giants. Al Oliver sicherte sich mit einem Schlagdurchschnitt von .331 den Batting Title 1982.
Pete Rose machte in seiner langen Karriere 1983 eine Abstecher nach Kanada und konnte im Jersey der Expos seinen 4000. Hit erringen. Doch auch dies hatte auf die Bilanz genauso wenig einen positiven Einfluss, wie der Batting Title von Tim Raines (AVG .336) 1986.
Etwas Kurioses ereignete sich im Sommer 1991. Am 26. Juli war Mark Gardner auf dem Weg zum vierten No-Hitter in der Geschichte des Teams. Er ließ in neun Innings keinen Hit zu, verlor das Spiel aber einen Abschnitt später. Dennis Martinez machte es nur zwei Tage später besser. Er absolvierte gegen die Los Angeles Dodgers das 15. Perfect Game überhaupt.
Wie schon 1981 waren sie auch 1994 in der Streiksaison besonders gut. Sie schlossen das Jahr mit der besten Bilanz (74-40) im Baseball ab. Da aber der Ausstand die Playoffs verhinderte, konnten sie davon nicht profitieren.
Ein Jahr später war es Pedro Martinez, der zur tragischen Figur wurde. Er pitchte neun perfekte Innings, bevor er in der unteren Hälfte des zehnten ein Double abgeben musste. Die Expos gewannen das Spiel schließlich mit 1:0. 1997 gewinnt Martinez 17 Spiele bei einem ERA von 1.90. Ihm gelingen 305 Strikeouts in 206 2/3 Innings auf dem Weg zum Cy Young Award.
Aufgrund der fehlenden Erfolge, blieben die Zuschauer in Montreal aus. Die Expos mussten schließlich 2002 von der MLB gekauft werden, mit dem Ziel einen neuen Standort und Besitzer zu finden. In der Zwischenzeit trug man insgesamt 22 Spiele im Hiram Bithorn Stadion in San Juan, Puerto Rico aus.
2004 - 2009
2004 beschloss man den Umzug nach Washington D.C. Sie wurden in Washington Nationals umbenannt und nahmen den Spielbetrieb zur 2005er Saison im RFK-Stadium aus. Die Hauptstadt der USA erhielt damit zum ersten Mal seit 1972 ein Profi Baseball Team. Die Senators waren damals nach Texas umgezogen. Der Name rührt von dem Klub her, der von 1905 bis 1955 in Washington spielte, bevor er nach Minnesota umzog. Es war zuvor angedacht worden den alten Namen "Senators" zu übernehmen. Das wurde aber verworfen, da zum einen der District of Columbia keinen Senator hat und zum anderen die Rechte an dem Namen immer noch bei den Texas Rangers lagen.
Brad Wilkerson eröffnete die Premierensaison 2005 mit einem Paukenschlag. Beim 7:3 Sieg gegen die Phillies, wenige Tage nach Saisonbeginn, schlägt er für das Cycle. Dennoch sollten sich auch am neuen Ort die Erfolge nicht einstellen.
Zumindest fand die MLB einen Käufer für die Nationals. Ted Lerner, dem noch mehrere andere Profiteams in den USA und in Europa gehören, ist sei Mitte 2006 der neue Besitzer. Der Kaufpreis lag bei 450 Millionen Dollar.
Alfonso Soriano begeisterte die Fans mit einer einzigartigen Leistung 2006. Als viertem Spieler in der Geschichte des Baseballs gelingen ihm jeweils mindestens 40 Home Runs und 40 Steals in einer Saison. Die Marke von insgesamt 46 Home Runs, 41 Stolen Bases und 41 Doubles wurde vor ihm noch nie erreicht.
Das Team zog 2008 in einen brandneuen Ballpark in Washington um, Erfolg konnte sich jedoch keiner einstellen. So waren die Nationals zwei Jahre in Folge das schlechteste Team der MLB. Nun hofft man allerdings mit jungen Spielern, allen voran Supertalent Stephen Strasburg, die Wende einläuten zu können.
Namen, Ballparks, Erfolge, Awards ...
Team-Namen:
Montreal Expos 1969-2004
Washington Nationals seit 2005
Ballparks:
Parc Jarry 1969-1976
Stade Olympique 1977-2004
Hiram Bithorn Stadium 2003-2004 (22 Spiele wurden in San Juan, Puerto Rico ausgetragen)
RFK Stadium 2005-2007
Nationals Park seit 2008
Manager:
Gene Mauch 1969-1975
Karl Kuehl 1976
Charlie Fox 1976
Dick Williams 1977-1981
Jim Fanning 1981-1982
Bill Virdon 1983-1984
Jim Fanning 1984
Buck Rodgers 1985-1991
Tom Runnels 1991-1992
Felipe Alou 1992- 2001
Jeff Torborg 2001
Frank Robinson 2002-2006
Manny Acta 2007-2009
Jim Riggleman seit 2009
Erfolge:
World Series Gewinner:
National League Champion:
Division Champion: 1981 (zweite Saisonhälfte)
Hall of Famer:
Gary Carter C
Retired Numbers:
8 Gary Carter C
10 Andre Dawson OF
10 Rusty Staub OF
30 Tim Raines OF
42 Jackie Robinson
Awards:
MVP:
Cy Young:
1997 Pedro Martinez RHP
Rookie of the Year:
1970 Carl Morton RHP
1977 Andre Dawson OF
Manager of the Year:
1987 Buck Rodgers
1994 Felipe Alou

