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Cleveland Indians

 
Autor: Philipp Würfel Montag, 28. Januar 2008
 

Cleveland Indians

1901 - 1920

Byron Bancroft "Ban" Johnson benannte 1900 "seine" Western League in American League um. Ab 1901 wurde diese zur zweiten Major League neben der National League ernannt. Im Zuge dieser Entwicklungen transferierte er die Franchise der Grand Rapids nach Cleveland um, die fortan unter dem Namen Blues agierte. Bereits ein Jahr später wurde das Team in Bronchos umgetauft.

1905 wurde das Team erneut umbenannt. Das Team wurde zu ehren des Publikumslieblings Napoleon Lajoie in Cleveland Naps umbenannt.

Cy Young, der vor 1900 für andere Teams in Cleveland tätig war, kehrte 1910 zurück und fuhr seinen 500. Sieg im Jersey der Naps ein. 1914 erreicht Nap Jajoie in seiner letzten Saison als erster Spieler die Marke von 3000 Hits. Nach dem Weggang von Nap Lajoie musste ein neuer Name her. Zu Ehren des früheren Spielers Louis Sockalexis, seines Zeichens Penobscot Indianer, wurde das Team in Cleveland Indians umbenannt.

Am 16 August 1920 wird Indians Spieler Ray Chapmann von einem Pitch am Kopf getroffen. Chapmann erreichte zwar die erste Base, verlor aber das Bewusstsein und verstarb einen Tag später. Bis dahin hatten die Pitcher versucht, die Bälle mit Dreck und anderen Hilfsmitteln dunkler zu machen, um so gegenüber dem Batter einen Vorteil zu haben. Dies wurde nun von der Leitung der MLB unterbunden. Sie ordneten an, das die Spielbälle sofort durch einen neuen ersetzt werden, sobald sie nicht mehr weiß sind. Viele Experten sehen darin den Grund für die besseren Home Run Statistiken nach 1920.

Freudiger verlief der Rest der Saison für die Indians. Sie entschieden die American League mit einer Bilanz von 98-56 für sich. Sie erreichten damit die World Series, in der sie die Brooklyn Robins in der best-of-nine Serie in sieben Spielen bezwangen. Bester Spieler war Tris Speaker, der mit einem Schlagdurchschnitt von .388, acht Home Runs, 137 erzielten Runs und 107 RBIs das Team zum Erfolg führte. Drei Starting Pitcher gewannen jeweils mehr als 20 Spiele. Jim Bagby stach mit einer Bilanz von 31-12 und einem ERA von 2.89 hervor.

1921 - 1954

In den darauffolgenden Jahren verschwand das Team wieder im Mittelmaß. Man konnte zwar zumeist eine positive Bilanz am Saisonende ziehen. Aber der ganz große Wurf blieb aus. Einzig Bob Fellers No-Hitter am Opening Day 1940 stach heraus.

Wenige Monate nachdem Jackie Robinson bei den Brooklyn Dodgers sein Debüt feiern durfte, verpflichteten die Indians 1947 als erstes American League Team mit Larry Doby einen afroamerikanischen Spieler. Damit war auch im Junior Cirquit diese Barriere gefallen. Doby spielte bis 1959 in der MLB. Er wurde sieben Mal in das Allstar Team berufen und beendete die Saison 1954 (32 Home Runs, 94 Runs, 126 RBI) auf Platz zwei der MVP Wertung.

1948 schlossen sowohl die Indians, als auch die Red Sox, die Saison mit einer Bilanz von 96-58 ab. Aus diesem Grund wurde ein Playoff Spiel angesetzt, das die Indians souverän gewonnen. Sie konnten in Boston bleiben, denn in der Word Series trafen sie auf ein weiteres Team aus Boston, die Braves. Nach einer Niederlage im ersten Spiel, konnten die Indians die nächsten 3 Spiele gewinnen und sich damit einen 3-1 Vorsprung herausarbeiten. Die Braves konnten jedoch ausgleichen, mussten sich allerdings im entscheidenden siebten Spiel geschlagen geben.

Doch im Gegensatz zu ihrem ersten Titel 1920, blieben die Indians eines der besten Teams. In den kommenden acht Jahren gewannen sie jeweils mindestens 88 Spiele. Aufgrund der Dominanz der New York Yankees zu dieser Zeit, sprang aber nur 1954 mit 111 Siegen und 43 Niederlagen der Titel in der American League heraus. Fünf Mal landeten sie auf Rang zwei. In der World Series unterlagen sie den New York Giants glatt in vier Spielen. Dabei gelang Giants Center Fielder Willie Mays der spektakulärste Catch in der Geschichte des Baseballs, als er einen Flyball (440 ft) in den Tiefen des Outfields im New Yorker Polo Grounds fangen konnte. Dennoch war die 1954er Saison eine der besten. Early Wynn (23-11, ERA 2.73), Bob Lemon (23-7, ERA 2.72) und Mike Garcia (19-8, ERA 2.64) führten den Pitching Staff an, Doby die Offensive.

1955 - 1987

In den beiden Jahren danach konnten die Indians, dank Herb Score, weiter oben mitspielen. Score wurde 1955 mit dem Rookie of the Year Award ausgezeichnet, nachdem er die American League mit 245 Strikeouts angeführt hatte. 1956 fuhr er 20 Siege ein. Wenig später wurde er von einem Linedrive im Gesicht getroffen, verletzte sich schwer am Auge und konnte fortan nicht mehr an die zuvor gebrachten Leistungen anknüpfen. 1962 musste er seine Karriere im Alter von nur 29 Jahren beenden. Nach 36 Siegen zwischen 1955 und 1956 gelangen ihm danach nur noch 19.

1959 führte Rookie Rocky Colavito die Indians mit 42 Home Runs noch einmal auf Rang zwei (89-65) der American League. Colavito wurde im folgenden Winter nach Detroit abgegeben und damit auch der Erfolg. In den kommenden 33 Jahren dümpelten sie zumeist im Tabellenkeller herum. Vier Mal kassierten sie gar über 100 Niederlagen.

Auch der erste afroamerikanische Manager der MLB Geschichte, Frank Robinson, konnte die Talfahrt 1977 nicht stoppen. 1980 konnte der Pitcher Joe Charbonneau den Rookie of the Year Titel ergattern und gab Hoffnung auf bessere Zeiten, doch von Verletzungen geplagt musste er seine Karriere bereits 1982 beenden. 1987 konnten die Indians ihre Popularität durch den Film "Die Indianer von Cleveland" enorm steigern.

1993 - 2007

1993 kam es zu einer weiteren Tragödie. Bei einem Bootsausflug starben die Pitcher Steve Olin und Tim Crews. Der dritte Teilnehmer des Ausflugs Bob Ojeda erlitt sehr schwere Kopfverletzungen, konnte aber noch in der selben Saison aufs Feld zurückkehren.

1994 stellte einen Neubeginn für die Indians dar. Sie zogen in das Jacobs Field um und ihre jungen Talente spielten allmählich konstanter. In der neu gegründeten AL Central Division erreichten sie den zweiten Platz (66-47), bevor die Saison durch den Spielerstreik vorzeitig abgebrochen wurde.

Ein Jahr später glänzten die Indians wieder. In der auf 144 Spiele verkürzten Saison erzielten sie 100 Siege und holten sich den Divisionstitel mit satten 30 Spielen Vorsprung. Albert Belle hatte mit 50 Homeruns und 50 Doubles großen Anteil daran. Nach dem Sweep gegen die Boston Red Sox in der Division Series zogen sie in die ALCS ein, in der sie in sieben Spielen gegen die Seattle Mariners die Oberhand behielten. In der World Series mussten sie sich schließlich in sechs Spielen den Atlanta Braves geschlagen geben. In fünf der folgenden sechs Jahre konnten sie die AL Central für sich entscheiden. Eine Serie von 455 hintereinander ausverkauften Heimspielen (ab Juni 1995) war die logische Folge.

In den Playoffs waren sie aber nur 1997 erfolgreich. Sie eliminierten die Yankees (3-2) und Baltimore Orioles (4-2) in der ALDS und der ALCS. In der World Series verloren sie gegen die Florida Marlins, obwohl sie im neunten Inning des siebten und entscheidenden Spiels bereits mit 2:1 führten.

Nach dem Divisionstitel 2001 mussten sie bis zur 2007er Saison warten, bis der Nächste fällig war. Angeführt von Cy Young Award Gewinner C.C. Sabathia (19-7, ERA 3.21) setzten sie sich mit 96 Siegen durch, bezwangen die Yankees in der ALDS in vier Spielen und trafen eine Runde später auf die Boston Red Sox. Die Indians gewannen drei der ersten vier Spiele, hatten danach aber keine Chance mehr und schieden aus.

Namen, Ballparks, Erfolge, Awards ...

Team-Namen:
Cleveland Blues 1901
Cleveland Bronchos 1902-1904
Cleveland Naps 1905-1914
Cleveland Indians seit 1915

Ballparks:
League Park 1901-1909
League Park II 1910-1946 (1921-1928 Dunn Field)
Cleveland Municipal Stadium 1932-1993
Jacobs Field seit 1994 (ab 2008 Progressive Field)

Manager:
Jimmy McAleer 1901
Bill Armour 1902-1904
Nap Lajoie 1905-1909
Deacon McGuire 1909-1911
George Stovall 1911
Harry Davis 1912
Joe Birmingham 1912-1915
Lee Fohl 1915-1919
Tris Speaker 1919-1926
Jack McCallister 1927
Roger Peckinpaugh 1928-1933
Walter Johnson 1933-1935
Steve O'Neill 1935-1937
Ossie Vitt 1938-1940
Roger Peckinpaugh 1941
Lou Bodreau 1942-1950
Al Lopez 1951-1956
Major Farrell 1957
Bobby Bragan 1958
Joe Gordon 1958-1960
Jo-Jo White    1960
Jimmy Dykes 1960-1961
Mel Harder 1961
Mel McGaha 1962
Birdie Tebbets 1963-1966
George Strickland 1966
Joe Adcock 1967
Alvin Dark 1968-1971
John Lipon 1971
Ken Aspromonte 1972-1974
Frank Robinson 1975-1977
Jeff Torborg 1977-1979
Dave Garcia 1979-1982
Mike Ferraro 1983
Pat Corrales 1983-1987
Doc Edwards 1989-1989
John Hart 1989
John McNamara 1990-1991
Mike Hargrove 1991-1999
Charlie Manuel 2000-2002
Joel Skinner 2002
Eric Wedge seit 2003

Erfolge:
World Series Gewinner: 1920, 1948
American League Champion: 1920, 1948, 1954, 1995, 1997
Division Champion: 1995, 1996, 1997, 1998, 1999, 2001, 2007

Hall of Famer:
Earl Averill CF, Lou Boudreau SS, Stan Coveleski P, Larry Doby CF, Bob Feller P, Addie Joss P, Bob Lemon P, Al Lopez Mgr., Joe Sewell SS, Tris Speaker CF, Early Wynn P, Nap Lajoie 2B, Cy Young P, Elmer Flick CF

Retired Numbers:

3 Earl Averill OF
5 Lou Boudreau SS
14 Larry Doby OF
18 Mel Harder RHP
19 Bob Feller RHP
21 Bob Lemon RHP
42 Jackie Robinson

Awards:
MVP:

1926 George Burns 1B
1948 Lou Bodreau SS
1953 Al Rosen 3B

Cy Young Award:
1972 Gaylord Perry RHP
2007 C.C. Sabathia LHP
2008 Cliff Lee LHP

Rookie of the Year:
1955 Herb Score LHP
1971 Chris Chambliss 1B
1980 Joe Charboneau OF
1990 Sandy Alomar Jr. C

Manager of the Year:
2007 Eric Wedge

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