San Francisco Giants
San Francisco Giants
1883 - 1905
Die Giants wurden 1883 als National League Team durch John B. Day, dem noch die Metropolitans gehörten, und Jim Mutri in New York gegründet. Sie hießen bis 1888 "Gothams", änderten den Namen aber in "Giants", nachdem Spieler-Manager Mutri nach einem Sieg mit den Worten " My big fellows! My Giants!" in die Kabine stürmte. Ihr erster Ballpark war der Polo Grounds im nordwestlich des Central Parks in Manhattan, New York. Sie zogen später ein Stück Richtung Norden um, behielten den Namen Polo Grounds aber weiter bei.
1888 (84-47) und 1889 (83-43) gewannen konnten sie sich jeweils den Titel in der National League sichern. In der Folge konnten sie die inoffiziellen World Series gegen die American Association Vertreter St. Louis Browns (6-4) und Brooklyn Bridgegrooms (6-3) für sich entscheiden.
1902 wurde John McGraw von Besitzer Andrew Freedman als Spieler-Manager verpflichtet. McGraw sollte die Mannschaft in den kommenden 30 Jahren zu einem der erfolgreichsten Teams im Baseball formen. Er führte sie 1904 mit 106 Siegen zur klaren Meisterschaft in der National League. Schlüsselspieler waren die beiden Pitcher Christy Mathewson (33-12, ERA 2.03) und Joe McGinnity (35-8, ERA 1.61). Nach der regulären Saison weigerte er sich, sein Team in der World Series gegen die Boston Americans antreten zu lassen, da er die American League nur als Minor League ansah.
1905 dominierten sie erneut die National League (105-48). Doch anders als ein Jahr zuvor, traten sie nun in der World Series gegen die Philadelphia Athletics (4-1) an. Christy Mathewson sorgte quasi im Alleingang für den Triumph mit drei Complete Game Shutouts in den Spielen eins, drei und fünf.
1911 - 1932
Nach fünf titellosen Jahren, gewannen die Giants zwischen 1911 und 1913 insgesamt 303 Spiele und dreimal in Folge die National League. In der World Series konnten sie diese Erfolge nicht umsetzen und scheiterten an den Philadelphia Athletics (2-4 und 1-4) und den Boston Red Sox (1-3-4). Christy Mathewson beendete seine Karriere 1916. Mit 373 Siegen wurde er 1936 in die Hall of Fame aufgenommen.
In der ersten Saison ohne ihren größten Star, 1917, waren sie dennoch erfolgreich. Sie gewannen die National League (98-56), verloren die World Series aber erneut. Gegen die Chicago White Sox konnten sie zwar einen 0-2 Rückstand ausgleichen, mussten sich am Ende aber in sechs Spielen geschlagen geben.
In den Folgejahren landeten sie dreimal auf Rang zwei in der National League, ehe 1921 die erfolgreichste Ära des Teams begann. Sie gewannen viermal hintereinander das Pennant im Senior Cirquit und zweimal die World Series. 1921 (94-59) siegten sie in der best-of-nine Serie gegen die New York Yankees (5-3) um ihren neuen Superstar Babe Ruth. 1922 (93-61) ließen sie den Bronx Bombers (4-0-1) erneut keine Chance. Die drehten 1923 (95-58) den Spieß um und gewannen die World Series in sechs Spielen. 1924 unterlagen die Giants (93-60) den Washington Senators (3-4) um Walter Johnson.
John McGraw blieb danach ein weiterer Titel verwehrt. Zwar waren die Giants weiter im oberen Drittel der Tabelle zu finden, aber der große Wurf war nicht drin. McGraw gab den Manager-Posten 1932 an Bill Terry weiter. McGraw der seine Karriere bei den Baltimore Orioles 1899 begann, durfte auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken. Er gewann zehn Pennants und drei World Series Titel. Insgesamt konnte er in 4769 Spielen, 2763 Siege feiern. Zudem hielt er jahrelang den Rekord für die meisten Ejections. Er starb 1934 und wurde drei Jahre später in der Ruhmeshalle des Baseballs in Cooperstown aufgenommen.
1933 - 1954
Der neue Skipper Bill Terry führte den Club 1933 (91-61) zurück in die World Series. Dort revanchierten sie sich für die Niederlage von 1924 und schlugen die Washington Senators (4-1) klar in fünf Spielen. Stars des Teams waren Mel Ott (23 Home Runs, 103 RBI) und Carl Hubell (23-12, ERA 1.66). Hubell trumpfte ein Jahr später beim Allstar Game auf, als ihm fünf Strikeouts in Folge gegen Babe Ruth, Lou Gehrig, Jimmie Foxx, Al Simmons und Joe Cronin gelangen. Alle fünf sind in der Hall of Fame zu finden.
1936 (95-57) und 1937 (92-62) mussten sich Bill Terrys Giants jeweils den New York Yankees (2-4 und 1-4) in der World Series geschlagen geben. 1948 verpflichtete man während der Saison Manager Leo Durocher vom Stadtrivalen Brooklyn Dodgers. Der war ein Jahr zuvor wegen Wettens vom Commissioner suspendiert worden. Durocher führte die Giants zurück auf die Erfolgsspur. 1951 lagen sie im August 13,5 Spiele hinter den Brooklyn Dodgers in der National League zurück. Dank 16 Siegen in Folge holten sie den Rückstand auf und lagen am Saisonende gleichauf mit dem Rivalen auf Rang eins. Eine Playoff-Serie über drei Spiele entschied das Rennen schließlich. Dabei gelang Bobby Thomson mit einem Walk-Off-Homerun der entscheidende Schlag. Er wurde bekannt unter dem Titel "Shot Heard Around The World". Die Giants hatten vor dem neunten Inning mit 1:4 zurückgelegen, gewannen aber noch mit 5:4. In der World Series unterlagen sie erneut den New York Yankees (2-4). Center Fielder Willie Mays feierte 1951 sein Debüt mit dem Rookie of the Year Award.
1954 erreichten sie erneut die World Series. Sie hatten die National League mit 97 Siegen für sich entscheiden können. In Spiel eins der Endspielserie gegen die Cleveland Indians sorgte Willie Mays für den bekanntesten Catch der Baseballgeschichte. Im achten Inning der Partie stand es 2:2 und die Indians hatten zwei Läufer auf Base und kein Out. Vic Wertz trat zur Plate und schlug einen Linedrive ins 450ft ins Center Field. Mays konnte den Ball fangen, warf ihn zurück und verhinderte somit die Führung des Gastes. Dieser Augenblick ist seitdem nur noch als "The Catch" bekannt. Die Giants, als Außenseiter in die Serie gegangen, den Titel mit einem klaren 4-0 Sweep.
1957 - 1971
Doch die Meisterschaft war nur ein Strohfeuer. Sie rutschten in der National League wieder nach unten. Die Folge war, das die Zuschauer im maroden Polo Grounds Ballpark ausblieben. Man machte sich auf der Suche nach einem Standort für ein neues Stadion. Den fanden sie aber nicht in New York, sondern in San Francisco. Der Bürgermeister der kalifornischen Stadt trat zur selben Zeit in Verhandlungen mit Besitzer Horace Stoneman, wie auch Walter O'Malley von den Dodgers mit Los Angeles. Beide Seiten puschten sich gegenseitig zu dem Umzug, da die Ligaleitung nur zustimmen wollte, wenn es zwei Mannschaften an der Westküste geben würde.
Zur Saison 1958 zogen die Giants nach San Francisco und spielten die beiden ersten Jahre im Seals Stadium, welches die Heimstätte eines Pacific Coast League Teams der Boston Red Sox gewesen war. 1960 debütierten sie im neuen Candlestick Park. Der war und ist aufgrund seiner Lage wegen starker Böen, der kalten Temperaturen und des Abendnebels berüchtigt.
Trotz der Tatsache das die Giants und Dodgers nun an der Westküste zu Hause waren, setzte sich die Rivalität zwischen den beiden fort. 1962 lagen sie erneut im Clinch um die Krone in der National League. San Francisco sicherte sich den ersten Titel am neuen Standort durch einen Sieg in einem Entscheidungsspiel. In der World Series mussten sich die Giants erneut mit den New York Yankees auseinandersetzen. Letztere setzten sich dank eines 1:0 im siebten Spiel durch. Der Star des Teams war Willie Mays. Er blieb bis 1972 bei den Giants, ehe er seine Karriere in New York bei den Mets ausklingen ließ. Er gewann in seiner Karriere zwei MVP-Awards (1954 und 1965) und landete sechs weitere Male bei der Abstimmung in den Top 5. Zudem konnte er den Batting Title 1954 für sich entscheiden. Er wurde zu 20 Allstar Spielen eingeladen. In 22 Jahren Major League konnte er 3283 Hits, 660 Home Runs, 2062 Runs und 1903 RBI verbuchen. Er erhielt zwölf Gold Gloves. 1979 wurde er in die Hall of Fame aufgenommen.
Nach dem Scheitern in der World Series 1962, mussten sie sich zwischen 1965 und 1969 jeweils mit Rang zwei begnügen. 1971 konnten sie sich den Divisionstitel in der neuen NL West sichern, flogen aber in der League Championship Series gegen die Pittsburgh Pirates (1-3) in vier Spielen raus.
1985 - 1997
An die Dominanz der New York Giants konnten sie in San Francisco nie anknüpfen. Der Tiefpunkt wurde 1985 erreicht, als man 100 Niederlagen kassierte. 1987 gab es schließlich wieder was zu feiern. Sie sicherten sich die NL West Division (90-72), mussten sich in der ersten Playoffrunde aber den St. Louis Cardinals (3-4) geschlagen geben. 1989 konnten sie sich sogar verbessern. Sie entschieden die Division mit 92 Siegen für sich und eliminierten die Chicago Cubs (4-1) in der NLCS. Die World Series gegen den Nachbarn aus Oakland wurde von einem schweren Erdbeben kurz vor der dritten Partie überschattet. Die Serie wurde für zehn Tage unterbrochen, ehe sich die Athletics klar mit 4-0 Siegen durchsetzten. Kevin Mitchell erhielt den MVP-Award.
Nach der verlorenen World Series 1989 scheiterte der Versuch einer Bürgerinitiative für einen neuen Ballpark und die Zukunft des Clubs in San Francisco war gefährdet. Eine Investorengruppe aus Florida hatte 1992 bereits eine Einigung für den Kauf erreicht, als sie von der MLB von dem Vorhaben gestoppt wurde. Eine Gruppe um Peter Magowan erhielt die Mehrheit an den Giants. Um sich bei den einheimischen Fans beliebt zu machen, verpflichtete er den in der Region aufgewachsenen Slugger Barry Bonds.
Unter dem neuen Manager Dusty Baker verbesserten sie sich von nur 72 Siegen 1992 auf 103 Siege ein Jahr später. Dennoch reichte es nur zu Rang zwei in der NL West Division. Barry Bonds (.336, 46 Home Runs, 129 Runs, 123 RBI) gewann in seiner Premierensaison in San Francisco den dritten MVP-Award in vier Jahren. Es dauerte bis 1997 (90-72), das sich die Investitionen in einem Titel bezahlt machten. Sie gewannen die NL West Division, scheiterten in der Division Series aber am späteren World Series Gewinner Florida Marlins (0-3).
2000 - 2009
2000 verließen sie den Candlestick Park und zogen in einen neuen Ballpark an der China Basin Bucht um. Das Stadion mit den 43000 Sitzplätzen gehört zu den zuschauerfreundlichsten im Baseball. Zu der selben Zeit erinnerten sie durch ihre Spielweise ein wenig an die glorreichen Zeiten in New York. Sie gewannen die Division zwischen 2000 und 2003 insgesamt dreimal. Allerdings erreichten sie nur 2002 die World Series gegen die Anaheim Angels, die sie in sieben Spielen verloren. 2000 und 2003 schieden sie jeweils in vier Spielen gegen die New York Mets und die Florida Marlins aus.
Der große Zuschauermagnet dieser Zeit war Barry Bonds. Der Left Fielder gewann zwischen 2001 und 2004 seine MVP-Awards vier bis sieben. Er gewann zwei Batting Title 2002 (.370) und 2004 (.362). Zudem stellte er 2001 mit 73 Home Runs einen neuen Major League Rekord auf. 2006 überholte er Babe Ruth in der ewigen Home Run Bestenliste. 2007 knackte er die Marke von Hank Aaron und ist seitdem alleiniger Rekordhalter. Allerdings liegt ein großer Schleier von Dopingverdächtigungen über seinen Bestleistungen. Er wurde in die BALCO-Affäre verwickelt und ist quasi das Gesicht der Steroide-Ära von 1988 bis 2004. Im November 2007 besiegelte eine Anklage wegen Meineids womöglich sein Karriereende. Mit 2935 Hits, 762 Home Runs, 2227 Runs und 1996 RBI trat er in die Fußstapfen seines Patenonkels Willie Mays.
Die Giants trennten sich nach der Saison 2007 von Bonds und vollzogen einen Umbruch. Ihr gutes Minor League System, brachte dabei einige gute Spieler hervor, wie den 25-jährigen Tim Lincecum der 2008 und 2009 den Cy Young Award gewann. Mit den jungen Spielern wie Lincecum, Matt Cain oder Pablo Sandoval sollte es gelingen in der Division zum Dauerivalen aus Los Angeles aufzuschließen.
Namen, Ballparks, Erfolge, Awards ...
Team-Namen:
New York Gothams 1883-1885
New York Giants 1885-1957
San Francisco Giants seit 1958
Ballparks:
Polo Grounds I 1883-1888
Oakland Park 1889
St. George Grounds 1889
Polo Grounds II 1889-1890
Polo Grounds III 1891-1911
Hilltop Park 1911
Polo Grounds IV 1911-1957
Seals Stadium 1958-1959
Candlestick Park 1960-1999 (1995-1999 Three Com Park)
AT&T Park seit 2000 (2000-2003 Pac Bell Park, 2004-2005 SBC Park)
Manager:
John Clapp 1883
Jim Price 1884
Monte Ward 1884
Jim Mutrie 1885-1891
Pat Powers 1892
Monte Ward 1893-1894
George Davis 1895
Harvey Watkins 1895
Arthur Irwin 1896
Bill Joyce 1896-1898
Cap Anson 1898
Bill Joyce 1898
John Day 1899
Fred Haley 1899
Buck Ewing 1900
George Davis 1900-1901
Horace Fogel 1902
Heinie Smith 1902
John McGraw 1902-1932
Bill Terry 1932-1941
Mel Ott 1942-1948
Leo Durrocher 1948-1955
Bill Rigney 1956-1960
Tom Sheehan 1960
Alvin Dark 1961-1964
Herman Franks 1965-1968
Clyde King 1969-1970
Charlie Fox 1970-1974
Wes Westrum 1974-1975
Bill Rigney 1976
Joe Altobelli 1977-1979
Dave Bristol 1979-1980
Frank Robinson 1981-1984
Danny Ozark 1984
Jim Davenport 1985
Roger Craig 1985-1992
Dusty Baker 1993-2002
Felipe Alou 2003-2006
Bruce Bochy 2007-Present
Erfolge:
World Series Gewinner: 1905, 1921, 1922, 1933, 1954
National League Champion: 1888, 1889, 1894, 1904, 1905, 1911, 1912, 1913, 1917, 1921, 1922, 1923, 1924, 1933, 1936, 1937, 1951, 1952, 1954, 1962, 1989, 2002
Division Champion: 1971, 1987, 1989, 1997, 2000, 2003
Hall of Famer:
Carl Hubbell P, Monte Irvin LF, Travis Jackson SS, George Kelly 1B, Freddie Lindstrom 3B, Christy Mathewson P, John McGraw Mgr., Bill Terry 1B, Hoyt Wilhelm P, Ross Youngs RF, Orlando Cepeda 1B, Juan Marchial P, Willie Mays CF, Willie McCovey 1B, Gaylord Perry P, Mickey Welch P, Monte Ward SS, Amos Rusie P, Rube Marquard P, Jim O'Rourke LF, Tim Keefe P, Buck Ewing C, Frankie Frisch 2B, Roger Connor 1B, George Davis SS, Roger Bresnahan C, Joe McGinnity P, Mel Ott RF
Retired Numbers:
3 Bill Terry 1B
4 Mel Ott OF
11 Carl Hubbell LHP
24 Willie Mays OF
27 Juan Marichal RHP
30 Orlando Cepeda 1B-3B
36 Gaylord Perry RHP
42 Jackie Robinson
44 Willie McCovey 1B
NY Christy Mathewson RHP
NY John McGraw MGR
Awards:
MVP:
1912 Larry Doyle 2B
1933 Carl Hubbell LHP
1936 Carl Hubbell LHP
1954 Willie Mays OF
1965 Willie Mays OF
1969 Willie McCovey 1B
1989 Kevin Mitchell OF
1993 Barry Bonds OF
2000 Jeff Kent 2B
2001 Barry Bonds OF
2002 Barry Bonds OF
2003 Barry Bonds OF
2004 Barry Bonds OF
Cy Young:
1967 Mike McCormick LHP
2008 Tim Lincecum RHP
2009 Tim Lincecum RHP
Rookie of the Year:
1951 Willie Mays OF
1958 Orlando Cepeda 1B
1959 Willie McCovey 1B
1973 Gary Mathews OF
1975 John Montefusco RHP
Manager of the Year:
1993 Dusty Baker
1997 Dusty Baker
2000 Dusty Baker

