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Los Angeles Dodgers

 
Autor: Philipp Würfel Montag, 28. Januar 2008
 

Los Angeles Dodgers

1883 - 1913

Seit Mitte der 1850er Jahre gab es in Brooklyn, New York starke Baseball-Clubs. Die Dodgers wurden 1883 als "Atlantics" gegründet und in die American Association aufgenommen. Sie änderten den Namen schon ein Jahr später in Grays (bis 1887), danach in Bridgegrooms (1888-1890, 1896-1898), nur Grooms (1891-1895), in Superbas (1899-1910), Trolley Dodgers (1911, 1912), zum ersten Mal in Dodgers (1913), in Robins (1914-1931) und schließlich endgültig 1932 in Dodgers.

Die ersten Erfolge feierten die Bridgegrooms 1889, als sie die American Association (93-44) gewinnen konnten. In der Folge wechselten sie in die National League und waren auch dort sofort die Nummer eins (86-43). Es folgten zwei weitere Meisterschaften im Senior Cirquit 1899 (101-47) und 1900 (82-54). Star des Teams zu dieser Zeit war Willie Keeler. Zwischen 1894 und 1901 gelangen ihm jeweils mindestens 200 Hits und 100 erzielte Runs. 1897 (.424) und 1898 (.385) gewann er jeweils den Batting Title. Er spielte für alle drei großen New Yorker Teams und beendete seine Karriere mit 2932 Hits 1910. 1939 wurde er in die Hall of Fame aufgenommen.

Charles Ebbets kaufte den Clubs 1902 und verhinderte damit den Umzug des Teams nach Baltimore. Er fasste zudem den Entschluss den bisherigen Washington Park durch einen neuen Ballpark zu ersetzen. 1913 spielten die Dodgers ihre erste Saison im Ebbets Field.

1916 - 1941

Den ersten National League Titel in dem neuen Stadion feierten sie 1916 (94-60). In der World Series scheiterten sie an den Boston Red Sox (1-4). 1920 (93-61) folgte die zweite World Series Teilnahme gegen die Cleveland Indians (2-5), die aber auch daneben ging. Bis auf diese wenigen Ausnahmen, verbrachten die Dodgers die Sommermonate zumeist im Tabellenkeller. New York Giants Manager Bill Terry fragte während einem Spiel 1934 scherzhaft: "Is Brooklyn still in the league?".

1938 heuerte Larry MacPhail in Brooklyn als General Manager an. Er hatte Jahre zuvor die Cincinnati Reds Organisation auf Vordermann gebracht und tat dies nun auch mit den Dodgers. Er ließ Ebbets Field renovieren, sorgte für Abendspiele und brach das Verbotes von Live-Übertragungen von Baseball-Spielen. Die Verantwortlichen der drei New Yorker Major League Teams hatte damals eine Vereinbarung, dies nicht zu erlauben, das sie Angst hatten, das die Zuschauer wegbleiben würden um sich die Spiele nur noch am Radio anzuhören. Das erste Spiel was jemals im Fernsehen übertragen wurde war ein Spiel zwischen den Dodgers und den Reds im August 1939.

1939 wurde Leo Durocher Manager in Brooklyn. Unter seiner Führung gewannen sie 1941 100 Spiele und sicherten sich den National League Titel. In der World Series verloren sie in fünf Spielen gegen die New York Yankees. Eine Saison später hatten sie sogar vier Siege mehr auf dem Konto, landeten aber nur auf Rang zwei.

1945 - 1957

Das wichtigste Jahr in der Geschichte des Clubs war 1947. GM Branch Rickey hatte 1945 den Jackie Robinson verpflichtet und die Dodgers setzten als erstes Profiteam in Amerika den afroamerikanischen Spieler ein. Trotz der Anfeindungen auf und neben dem Spielfeld, setzte er sich durch und gewann den Rookie of the Year Award. Zusammen mit Pee Wee Reese führte er die Dodgers (94-60) in die World Series gegen die New York Yankees (3-4). Der Triumph blieb ihnen zwar verwehrt, aber der Grundstein für die goldene Ära des Teams war gelegt.

Zu Jackie Robinson (MVP 1949) und Pee Wee Reese stießen in der Folgezeit noch Roy Campanella (MVP 1951, 1953, 1955), Gil Hodges und Duke Snider dazu. Bis 1957 erreichten sie die World Series fünf weitere Male und beendeten die Saison nie schlechter als Rang drei. 1949 (97-57), 1952 (96-57) und 1953 (105-49) mussten sie sich jeweils gegen die New York Yankees geschlagen geben. 1955 (98-55) war es soweit und sie konnten endlich den großen Traum verwirklichen. Die Bronx Bombers gingen schnell mit zwei Siegen in Führung. Doch die Dodgers konnten die nächsten drei Spiele für sich entscheiden. Nach dem die Yankees in Spiel sechs ausglichen, kam es zum entscheidenden siebten Spiel im Yankee Stadium. Starting Pitcher und World Series MVP Johnny Pordes sorgte mit einem Complete Game Shutout für den 2:0 Sieg für die "Boys of Summer". Ein Jahr später kam es zur Revanche und die Yankees siegten ihrerseits in sieben Spielen. Don Larsen gelang dabei ein Perfect Game in der fünften Partie der Serie.

1950 hatte Walter O'Malley die Mehrheit an den Dodgers übernommen. Er wollte einen neuen Ballpark bauen, da Ebbets Field selbst in den besten Zeiten nicht ausverkauft war. Er suchte nach Möglichkeiten in Brooklyn, erhielt aber keine Erlaubnis dort zu bauen. Die Stadt New York bot ihm ein Gelände in Flushing Meadows, Queens. Doch das wollte O'Malley nicht und er schaute sich anderweitig um. 1955 besuchten Offizielle der Stadt Los Angeles die World Series, weil sie auf der Suche nach einem Major League Team waren. Sie hatten eigentlich ein Auge auf die Washington Senators geworfen. Da aber auch die New York Giants in Richtung Kalifornien abwanderten, einigte sich O'Malley mit LA und die Dodgers spielten 1957 zum letzten Mal in Brooklyn. Die Fans waren über diesen Umzug so erbost, wie niemand davor oder danach. O'Malley wurde zum Sündenbock einer ganzen Generation. Ein herber Witz kursierte zu dieser Zeit: "Ein Dodgers-Fan wird mit einer Pistole und zwei Kugeln zusammen mit Adolf Hitler, Josef Stalin und Walter O'Malley in einen Raum gesperrt. Wen würde er erschießen? O'Malley. Zweimal."

1958 - 1969

Bevor das neue Dodgers Stadium in Chavez Ravine, Los Angeles fertig war, musste der Neuankömmling die Heimspiele im Memorial Coliseum (bis 1961) austragen. Dieses riesige Stadion war für die olympischen Spiele 1932 angelegt worden. Dementsprechend waren die Dimensionen. Man errichtete im Left Field ein riesiges Fangnetz, damit es nicht so leicht war Home Runs auf die kurze Distanz (250ft) zu erzielen. Dennoch wurden 1958, 182 Bälle dort über den Zaun geschlagen, nur drei flogen in Richtung Center und acht in Richtung Right Field.

Nach einer mäßigen Premierensaison 1958, erreichten sie schon ein Jahr später mit 88 Siegen die World Series. Reliever Larry Sherry (ERA 0.71) kam in vier Spielen gegen die Chicago White Sox (4-2) zum Einsatz und gewann davon zwei. Die Folgejahre wurden bestimmt von den beiden Pitchern Don Drysdale und Sandy Koufax. Beide feierten noch in Brooklyn in den 1950er Jahren ihr Major League Debüt, schafften den Durchbruch aber erst nach dem Umzug. Sie erhielten zwischen 1962 und 1966 vier der fünf zu vergebenden Cy Young Awards.

Nachdem sie sich in der Premierensaison im Dodgers Stadium mit 102 Siegen noch mit Rang zwei in der National League begnügen mussten, erreichten sie 1963 erneut die World Series. Dort ließen Sandy Koufax (zwei Siege), Don Drysdale und Johnny Pordes (je ein Sieg) den New York Yankees (4-0) keine Chance. Zwei Jahre später wiederholten sie den Triumph gegen die Minnesota Twins (4-3). Koufax sorgte mit einem 3-Hit-Shutout in der siebten Partie für den entscheidenden Sieg. 1966 unterlagen sie in der World Series den Baltimore Orioles in vier Spielen.

Sandy Koufax beendete seine Karriere 1966 wegen Arthritis im Ellenbogen nach nur zwölf Jahren in den Major Leagues. Er gewann drei Cy Young Awards und wurde einmal zum wertvollsten Spieler gewählt. Er hatte eine Bilanz von 165 Siegen bei nur 87 Niederlagen und einem ERA von 2.76. Ihm gelangen drei No-Hitter. Er wurde 1972 in die Hall of Fame aufgenommen und ist nach wie vor als Berater für die Dodgers tätig. Don Drysdale beendete seine Karriere 1969. Er gewann 209 Spiele und hatte einen ERA von 2.95. Er stellte 1968 mit 58 2/3 punktlosen Innings einen Rekord auf. Er wurde 1984 in die Hall of Fame aufgenommen und verstarb 1993.

1974 - 1988

1974 konnten sie sich zum ersten Mal die Krone in der neugegründeten NL West Division sichern. In der League Championship Series bezwangen sie die Pittsburgh Pirates (3-1), mussten sich in der World Series aber den Oakland Athletics (1-4) geschlagen geben. Zwei Jahre später wurde der langjährige Manager Walter Alston (1955-1976) durch einen ehemaligen Spieler der Dodgers ersetzt.

Tommy Lasorda übernahm während des Jahres 1976 den Posten des Skippers im Dugout des Teams. Er blieb in dieser Position bis 1996. Schon 1977 und 1978 führte er sie in die World Series, wo sie auf ihre alten Rivalen New York Yankees trafen und jeweils in sechs Spielen verloren. Nach zwei durchschnittlichen Jahren, konnten sie 1981 nach der durch den Streik verkürzten Saison den Spieß umdrehen. Sie bezwangen die Houston Astros und die Philadelphia Phillies in den ersten beiden Playoffrunden und setzten sich in der World Series gegen die New York Yankees (4-2) durch.

1983 und 1985 sicherten sie sich jeweils den Divisionstitel, scheiterten aber schon in der NLCS an den Philadelphia Phillies und den St. Louis Cardinals. 1988 zogen sie zum vorerst letzten Mal in die World Series ein. Sie hatten die NL West mit 94 Siegen für sich entscheiden können. In der NLCS trafen sie auf die favorisierten New York Mets, die sie dank einem Shutout von Orel Herisher im siebten Spiel bezwingen konnten. In der Endspielserie warteten die Oakland Athletics. Outfielder Kirk Gibson, der angeschlagen in die Serie ging, sorgte mit einem Walk-Off-Home-Run gegen Dennis Eckersley in Spiel eins für den Knackpunkt auf dem Weg zum sechsten Titel. Es war Gibsons einziges At-Bat gegen die A's. Herisher (23-8, ERA 2.26) erhielt den Cy Young Award, nachdem er während der regulären Saison den Rekord von Dodgers Legende Don Drysdale brach und 59 punktlose Innings fabrizierte. Er beendete seine Karriere 2000 mit 204 Siegen.

1995 - 2009

Es war der vorerst letzte große Titel für die Dodgers. Sie gewannen die Division 1995, 2004, 2008 sowie 2009 und erreichten die Playoffs über die Wild Card 1996 und 2006. In der Postseason versagten ihnen aber die Nerven. Sie konnten nur 2009 eine Serie gewinnen und schieden ansonsten jeweils in der ersten Runde aus. Negativer Höhepunkt der Saison 2009 war aber weniger das Ausscheiden in den Playoffs, sondern der Dopingmissbrauch ihres Superstars Manny Ramirez, der deswegen für 50 Spiele gesperrt wurde.
Die Dodgers gehören weiter zu den Favoriten in der National League. Jedes Jahr produziert das Minor League System neue Talente, die in der Zukunft das Team zu neuen Erfolgen führen werden.

Namen, Ballpark, Erfolge, Awards ...

Team-Namen:
Brooklyn Bridegrooms 1890-1898
Brooklyn Superbas 1899-1910
Brooklyn Trolley Dodgers 1911-1912
Brooklyn Dodgers 1913
Brooklyn Robins 1914-1931
Brooklyn Dodgers1932-1957
Los Angeles Dodgers seit 1958

Ballparks:
Washington Park 1890
Eastern Park 1891-1897
Washington Park II 1898-1912
Ebbets Field 1913-1957
Los Angeles Memorial Coliseum 1958-1961
Dodger Stadium seit 1962

Manager:
Bill McGunnigle 1890
Monte Ward 1891-1892
Dave Foutz 1893-1896
Billy Barnie 1897-1898
Mike Griffin 1898
Charlie Ebbets 1898
Ned Hanlon 1899-1905
Patsy Donovan 1906-1908
Harry Lumley 1909
Bill Dahlen 1910-1913
Wilbert Robinson 1914-1931
Max Carey 1932-1933
Casey Stengel 1934-1936
Burleigh Grimes 1937-1938
Leo Durocher 1939-1946
Clyde Sukeforth 1947
Burt Shotton 1947
Leo Durocher 1948
Ray Blades 1948
Burt Shotten 1948-1950
Chuck Dressen 1951-1953
Walter Alston 1954-1976
Tommy Lasorda 1976-1996
Bill Russell 1996-1998
Glenn Hoffman 1998
Davey Johnson 1999-2000
Jim Tracy 2001-2005
Grady Little 2006-2007
Joe Torre seit 2008

Erfolge:
World Series Gewinner: 1955, 1959, 1963, 1965, 1981, 1988
National League Champion: 1890, 1899, 1900, 1916, 1920, 1941, 1947, 1949, 1952, 1953, 1955 1956, 1959, 1963, 1965, 1966, 1974, 1977, 1978, 1981, 1988
Division Champion: 1974, 1977, 1978, 1981 (zweite Saisonhälfte), 1983, 1985, 1988, 1995, 2004, 2008, 2009

Hall of Famer:
Roy Campanella C, Leo Durocher Mgr., Burleigh Grimes P, Pee Wee Reese SS, Jackie Robinson 2B, Duke Snider CF, Dazzy Vance P, Zack Wheat CF, Willie Keeler RF, Walter Alston Mgr., Don Drysdale P, Sandy Koufax P, Tom Lasorda Mgr., Don Sutton P, Wilbert Robinson Mgr.

Retired Numbers:
1 Pee Wee Reese SS
2 Tommy Lasorda MGR
4 Duke Snider OF
19 Jim Gilliam 2B
20 Don Sutton RHP
24 Walter Alston MGR
32 Sandy Koufax LHP
39 Roy Campanella C
42 Jackie Robinson 2B
53 Don Drysdale RHP

Awards:
MVP:

1913 Jake Daubert 1B
1924 Dazzy Vance RHP
1941 Dolf Camilli 1B
1949 Jackie Robinson 2B
1951 Roy Campanella C
1953 Roy Campanella C
1955 Roy Campanella C
1956 Don Newcombe RHP
1962 Maury Wills SS
1963 Sandy Koufax LHP
1974 Steve Garvey 1B
1988 Kirk Gibson OF

Cy Young:
1956 Don Newcombe RHP
1962 Don Drysdale RHP
1963 Sandy Koufax LHP
1965 Sandy Koufax LHP
1966 Sandy Koufax LHP
1974 Mike Marshall RHP
1981 Fernando Valenzuela LHP
1988 Orel Hershiser RHP
2003 Eric Gagne RHP

Rookie of the Year:
1947 Jackie Robinson 2B
1949 Don Newcombe RHP
1952 Joe Black RHP
1953 Jim Gilliam 2B
1960 Frank Howard OF
1965 Jim Lefebvre 2B
1969 Ted Sizemore 2B
1979 Rick Sutcliffe RHP
1980 Steve Howe LHRP
1981 Fernado Valenzuela LHP
1982 Steve Sax 2B
1992 Eric Karros 1B
1993 Mike Piazza C
1994 Raul Mondes OF
1995 Hideo Nomo RHP
1996 Todd Hollandsworth OF

Manager of the Year:
1983 Tommy Lasorda
1988 Tommy Lasorda

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