Chicago Cubs
Chicago Cubs
1876 - 1908
Die Chicago Cubs wurden 1876 als Chicago White Stockings gegründet und waren damals eines von acht Mitgliedern der National League. Ihr erstes Spiel bestritten die White Stockings am 25. April 1876. Es war ein 4:0 Sieg über Louisville. Am Ende des Jahres standen sie mit einer Bilanz von 52-14 an der Spitze des Senior Cirquit.
1890 benannte man sich in Colts um. Acht Jahre später hießen sie Orphans. Erst ab er Saison 1903 liefen sie als Cubs auf. 1902 war die Chicago Daily News, die ihnen den endgültigen Namen verpassten. Sie verwendete zum ersten mal "Cubs". Der Name steht für die Jungen eines Bären. Er rührt daher, dass die Cubs damals mehrere junge, talentierte Spieler wie Joe Tinker, Johnny Evers und Frank Chance im Kader hatten.
Mit einem Major League Rekord von 116 gewonnenen Spielen sicherten sie sich 1906 den Titel in der National League. Sie zogen zum ersten Ml in die World Series ein, ausgerechnet gegen ihren ungeliebten Lokalrivalen aus dem Süden der Stadt, die Chicago White Sox. Keine Mannschaft war in der Lage ein Heimspiel zu gewinnen, ehe den White Sox im sechsten Spiel ein 8:3 gelang und damit der World Series Sieg.
Es folgten die erfolgreichsten Jahre der Cubs. Sie gewannen jeweils die World Series. 1907 erreichten sie mit 110 Siegen World Series gegen die Detroit Tigers. Nachdem die erste Partie wegen der einbrechenden Dunkelheit bei einem Spielstand von 3:3 abgebrochen werden musste, gewannen sie die nächsten vier Spiele und sicherten sich den ersten Titel.
1908 folgte Nummer zwei. Zuvor setzten sie sich in einem spannenden Pennant Race gegen die New York Giants und Pittsburgh Pirates durch. Dabei musste ein Wiederholungsspiel für die Entscheidung sorgen. In einem der letzten Saisonspiele zwischen den Giants und den Cubs schlug Fred Merkle einen Home Run im neunten Inning, durch den New York eigentlich gewonnen hätte. Doch die Zuschauer stürmten das Spielfeld und Chicago schaffte es Merkle an der zweiten Base auszumachen. Die Ligaleitung ordnete eine Wiederholung an. Die Cubs gewannen und sicherten sich den National League Titel mit einem Spiel Vorsprung vor den Giants und Pirates. In der World Series waren erneut die Tigers der Gegner, die sie in fünf Spielen schlagen konnten.
1910 - 1935
1910 (104-50) und 1918 (84-45) konnten sie ebenfalls die National League für sich entscheiden. Doch in den folgenden World Series unterlagen sie den Philadelphia Athletics (in vier Spielen) und den Boston Red Sox.
Am 14. April 1925 wurde zum ersten Mal ein Spiel der Cubs live im Radio übertragen. 1927 wurde die Gesamtkapazität im Wrigley Field auf 40.000 Plätze erhöhte.
Nach über zehn Jahren konnten die Cubs 1929 den Titel in der National League wieder in die Windy City holen. Mehr als 1,5 Millionen Zuschauer strömten zu den Heimspielen. Das Team um die zukünftigen Hall of Famer Rogers Hornsby, Gabby Hartnett, Hack Wilson und Kiki Cuyler schloss die reguläre Saison mit einer Bilanz von 98-54 ab. Hornsby erhielt den MVP-Titel mit einem Schlagdurchschnitt von .380, 39 Home Runs, 156 erzielten Runs und 149 RBI. In der World Series unterlagen sie den Philadelphia Athletics in fünf Spielen. Knackpunkt war dabei Spiel vier, als sie einen 8:0 Vorsprung im siebten Inning verspielten.
1930 sorgte Outfielder Hack Wilson mit einem Schlagdurchschnitt von .356, 56 Home Runs, 146 Runs und 191 RBI für eine der stärksten Individualleistungen im Baseball. Die Cubs landeten mit 90 Siegen nur auf Rang zwei.
Die Cubs waren 1932 das letzte aller Major League Teams, das feste Rückennummern einführte. Sie gewannen die National League, unterlagen in der World Series den New York Yankees aber in vier Spielen. In Spiel drei der Serie soll Babe Ruth seinen Home Run vorher angezeigt haben.
Auch 1935 konnten die Cubs die National League für sich entscheiden. Mit einer Serie von 21 Siegen in Folge, gelang es noch, die St. Louis Cardinals zu überholen. Mit einer Bilanz von 100-54 zogen sie in die World Series, wo sie den Detroit Tigers in sechs Spielen unterlagen.
1937 - 1958
Das Wrigley Field wurde im Jahre 1937 durch unüberdachte und billigere Plätze hinter dem Center Field erweitert. Außerdem wurde die bis heute bestehende Anzeigetafel installiert und die berühmte Efeu Hecke an der Outfield Wand gepflanzt.
Ein Jahr später sicherten sie sich den National League Titel, dank eines Home Runs von Gabby Hartnett gegen die Pittsburgh Pirates. In der World Series verloren sie die ersten vier Spiele gegen die New York Yankees.
1945 erreichten die Cubs zum vorerst letzten Mal die World Series. Die Serie ging über die kompletten sieben Spieler, aber die Detroit Tigers setzten sich dennoch durch.
1948 begann der TV-Sender WGN mit der Übertragung der Spiele des Teams. Sie gehörten zu den ersten MLB-Clubs, die regelmäßig im Fernsehen erschienen, womit der Bekanntheitsgrad ausgebaut werden konnte.
Die Erfolge für das Team blieben hingegen aus. Einzig individuell konnte man überzeugen. "Mr. Cub" Ernie Banks wurde 1958 (47 Home Runs, 129 RBI) und 1959 (45 Home Runs, 143 RBI) zum MVP in der National League gewählt. Der Shortstop (später First Baseman) durchbrach 1970 die 500 Home Run Marke und beendete seine Karriere 1971 nach 19 Jahren mit 512. Er wurde elf Mal ins Allstar Team berufen.
1972 - 1989
1972 schafften Burt Hooton und Milt Pappas die letzten beiden No-Hitter der Cubs Geschichte.
1984 hofften die Fans auf eine Rückkehr der Erfolge. Die Cubs konnten die NL East Division mit 96 Siegen für sich entscheiden. Großen Anteil daran hatten MVP Ryne Sandberg (.314, 114 Runs, 84 RBI) und Cy Young Award Gewinner Rick Sutcliffe (20-6, ERA 3.64), der erst während der Saison aus Cleveland verpflichtet wurde. In der Championship Series traf man auf die San Diego Padres, denen man in fünf Spielen unterlag.
Die Verpflichtung von Andre Dawson 1987 als Free Agent von den Montreal Expos zahlte sich in der kommenden Saison sofort aus. Er schlug 49 Home Runs und erhielt den MVP Award.
Am 8. August 1988 fand im Wrigley Field das erste Spiel unter Flutlicht statt.
1989 fuhren die Cubs ihren nächsten NL East Titel (93-69) ein. Doch wie schon 1984 war auch diesmal in der NLCS Schluss. Man konnte nur eins der fünf Spiele gegen die San Francisco Giants gewinnen.
1992 - 2009
Sammy Sosa, der 1992 vom Stadtrivalen White Sox gekommen war, lieferte sich während der 1998er Saison ein Duell mit Mark McGwire um die Home Run Bestmarke von Roger Maris (61, aufgestellt 1961). Mit 66 Home Runs schlug Sosa vier weniger als McGwire, wurde aber dennoch zum MVP ernannt. Seine 134 erzielten Runs und die 158 RBI sorgten zudem dafür, das die Cubs dank der Wild Card (über den Umweg Entscheidungsspiel gegen die Giants) in die Playoffs einziehen sollten. Insgesamt sollte Sosa in seiner Karriere die 60-Home-Run-Marke dreimal durchbrechen. Wie aber auch den anderen Sluggern seiner Zeit, umgibt auch ihn ein Schleier von Dopingverdächtigungen. In der NLDS des selben Jahres haben sie gegen die Braves keine Chance und verlieren in drei Spielen. Starting Pitcher Kerry Wood gewann den Rookie of the Year Award.
Dank einer Serie von 19 Siegen in 27 Spielen zum Ende der Saison, können sich die Cubs 2003 den Divisionstitel sichern. Die NLDS gegen die Atlanta Braves entschieden sie in fünf Spielen für sich. Die erste gewonnene Playoff-Serie seit 95 Jahren führt sie in die League Championship Series gegen die Florida Marlins. Die Cubs führen in der Serie bereits mit 3-2 und haben auch im sechsten Spiel einen 3:0 Vorsprung bei zwei Outs im achten Inning. Doch es reicht nicht zum Sieg. Ein Fan, Steve Bartman, berührt einen Flyball in Richtung Left Field und behindert Outfielder Moises Alou so, das es nicht zum dritten Out kommt. Das Team aus Miami erzielt acht Runs, gewinnt auch Spiel sieben und zieht schließlich in die World Series ein.
Es folgten drei durchschnittliche Jahre. Die Mannschaft rutschte ins Mittelmaß und ein Umbruch musste her. Zur Saison 2007 krempelte man das Team komplett um und konnte sich dank eines Schlussspurtes noch den Titel in der NL Central sichern. In den Playoffs war in der NLDS Endstation, wo man den Arizona Diamondbacks in drei Spielen nicht das Wasser reichen konnte.
Ein Jahr später ereilte den Cubs das gleiche Schicksal. Obwohl sie als bestes NL-Team der regulären Saison in die Playoffs gingen, unterlagen sie den Dodgers sang- und klanglos in drei Spielen. Die Cubs warten damit nun seit 100 Jahren auf einen erneuten World Series Gewinn. Höhepunkt der Saison 2008 war deswegen sicherlich der No-Hitter von Carlos Zambrano, der erste eines Cubs-Pitchers seit 1972 (Milt Pappas). 2009 wurde dann die Nummer des ehemaligen Pitcher Gregg Maddux eingezogen.
Namen, Ballparks, Erfolge, Awards ...
Team-Namen:
Chicago White Stockings 1876- 1893
Chicago Colts 1894-1897
Chicago Orphans 1898-1901
Chicago Cubs seit 1902
Ballparks:
State Street Grounds 1876-1877
Lakefront Park 1878-1884
West Side Park 1885-1891
Southside Park 1891-1893
West Side Grounds 1893-1915
Wrigley Field seit 1916 (1916-1917 Weeghman Park, 1918-1925 Cubs Park)
Manager:
Al Spalding 1876-1877
Bob Ferguson 1878
Cap Anson 1879
Steve Flint 1879
Cap Anson 1880-1897
Tom Burns 1898-1899
Tom Loftus 1900-1901
Frank Selee 1902-1905
Frank Chance 1905-1912
Johnny Evers 1913
Hank O'Day 1914
Roger Bresnahan 1915
Joe Tinker 1916
Fred Mitchell 1917-1920
Johnny Evers 1921
Bill Killefer 1921-1925
Rabbit Maranaville 1925
George Gibson 1925
Joe McCarthy 1926-1930
Rogers Hornsby 1930-1932
Charlie Grimm 1932-1938
Gabby Hartnett 1938-1940
Jimmy Wilson 1941-1944
Roy Johnson 1944
Charlie Grimm 1944-1949
Frankie Frisch 1949-1951
Phil Cavarretta 1951-1953
Stan Hack 1954-1956
Bob Scheffing 1957-1959
Charlie Grimm 1960
Lou Bodreau 1960
College of Coaches 1961-1962
Bob Kennedy 1963-1965
Lou Klein 1965
Leo Durocher 1966-1972
Whitey Lockman 1972-1974
Jim Marshall 1974-1976
Herman Franks 1977-1979
Joey Amalfitano 1979
Preston Gomez 1980
Joey Amalfitano 1980-1981
Lee Elia 1982-1983
Charlie Fox 1983
Jim Frey 1984-1986
John Vukovich 1986
Gene Michael 1986-1987
Frank Lucchesi 1987
Don Zimmer 1988-1991
Joe Atobelli 1991
Jim Essian 1991
Jim Lefebvre 1992-1993
Tom Treblehorn 1994
Jim Riggleman 1995-1999
Don Baylor 2000-2002
Bruce Kimm 2002
Dusty Baker 2003-2006
Lou Piniella seit 2007
Erfolge:
World Series Gewinner: 1907, 1908
National League Champion: 1876, 1880, 1881, 1882, 1885, 1886, 1906, 1907, 1908, 1910, 1918, 1929, 1932, 1935, 1938, 1945
Division Champion: 1984, 1989, 2003, 2007, 2008
Hall of Famer:
Ernie Banks SS, Frank Chance 1B, Kiki Cuyler LF, Gabby Hartnett C, Billy Herman 2B, Fergie Jenkins P, Ryne Sandberg 2B, Billy Williams LF, Hack Wilson CF, Johnny Evers 2B, Frank Selee Mgr., Joe Tinker SS, Mordecai Brown P
Retired Numbers:
10 Ron Santo 3B
14 Earnie Banks SS & 1B
23 Ryne Sandberg 2B
26 Billy Williams OF
31 Gregg Maddux RHP
42 Jackie Robinson
Awards:
MVP:
1911 Wildfire Schultze OF
1929 Rogers Hornsby 2B
1935 Gabby Hartnett C
1945 Phil Cavaretta 1B
1952 Hank Sauer OF
1958 Ernie Banks SS
1959 Ernie Banks SS
1984 Ryne Sandberg 2B
1987 Andre Dawson OF
1998 Sammy Sosa OF
Cy Young:
1971 Ferguson Jenkins RHP
1979 Bruce Sutter RHRP
1984 Rick Sutcliffe RHP
1992 Greg Maddux RHP
Rookie of the Year:
1961 Billy Williams OF
1962 Ken Hubbs 2B
1989 Jerome Walton OF
1998 Kerry Wood RHP
2008 Geovany Soto C
Manager of the Year:
1984 Jim Frey
1989 Don Zimmer
2008 Lou Piniella

