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Los Angeles Angels of Anaheim

 
Autor: Philipp Würfel Sonntag, 27. Januar 2008
 

Los Angeles Angels of Anaheim

1961 - 1971

Die Angels wurden 1961 gegründet. Zuvor waren mehrmals Versuche gescheitert in Los Angeles einen American League Club anzusiedeln. Erster Besitzer wurde Medienmogul Gene Autry, der eigentlich nur vorgehabt hatte, die TV-Rechte für das neue Team zu erwerben. Er nannte die neue Franchise Los Angeles Angels. Der Name Angels geht bis 1892 zurück, als ein California und später ein Pacific Coast League Team so genannt wurde. Es ist die Übersetzung von Los Angeles aus dem Spanischen ins Englische.


Die erste Saison 1961 fand im Wrigley Stadium im Süden von LA statt, der ehemaligen Heimstätte der PCL Angels. Sie schlossen das Jahr mit einer Bilanz von 70-91 ab. Das war die höchste Winning Percentage, die ein Expansionsteam jemals erreichte. Wegen eines Vertrags mit Dodgers Besitzer Walter O'Malley mussten sie 1962 in das Dodgers Stadium (oder auch Chavez Ravine) umziehen und sich den Ballpark mit dem Stadtrivalen teilen. Das Team war überraschender Weise von Saisonbeginn an der Spitze der American League zu finden, mussten sich am Ende aber mit dem dritten Platz (86-76) zufrieden geben. Bill Belinsky überzeugte mit dem ersten No-Hitter in Chavez Ravine beim 5:0 Sieg gegen die Orioles. 1964 gewann Dean Chance (20-9, ERA 1.65) den Cy Young Award.

Insgesamt life es für die Angels nicht besonders gut. Sie waren im Mittelmaß der Liga angelangt und konnten nur durch Achtungserfolge überzeugen. Zudem konnte man keine richtige Anhängerschaft aufbauen, wenn man sich weiter das Stadion mit den Dodgers teilen musste. Besitzer Autry suchte, frustriert nach Anfragen an die Stadt LA, nach Alternativen und wurde im Vorort Anaheim fündig. Sie begannen mit dem Bau des Anaheim Stadiums, in das sie 1966 umzogen. Zeitgleich benannte man das Team in California Angels um. Damit wollte man zum Ausdruck bringen, das sie der einzige Club aus dem Junior Cirquit war, der in dem Bundesstaat beheimatet war. Den Namen änderte man auch nicht, als die Athletics nach Oakland zogen. Die erste Saison im neuen Ballpark war ein voller Erfolg, führte man doch die American League mit 1,4 Millionen Zuschauern an.

1972 - 1986

1972 verpflichtete man Nolan Ryan, der ein Jahr später mit 383 Strikeouts einen neuen Rekord im Baseball aufstellte. Bis zu seinem Abgang nach der 1979er Saison gelangen ihm vier No-Hitter. Zudem gewann er 138 Spiele, obwohl die Offensivabteilung ihn nur geringfügig unterstützte.

Nachdem man 1978 Rang zwei (87-75) in der AL West erreichte, verpflichtete man im folgenden Winter Rod Carew und damit den Erfolg. Der konnte zwar nur bedingt überzeugen, dennoch gewannen sie 1979 die Division. Don Baylor gewann den MVP-Titel mit 36 Home Runs, 120 erzielten Runs und 139 RBI. In der League Championship Series schieden sie gegen die Baltimore Orioles (1-3) aus.

1979 folgten den Angels das NFL-Team Los Angeles Rams nach Anaheim und teilten sich von nun an das Stadion. Es wurde umgebaut und auf 65000 Zuschauer erweitert, um den sich geänderten Gegebenheiten gerecht zu werden.

1982 folgte der zweite Titel. Mit 93 Siegen setzten sie sich in der AL West Division durch. Angeführt vom 36jährigen Reggie Jackson (39 Home Runs, 101 RBI), der im Winter zuvor nach Anaheim gekommen war, schieden sie in der ersten Playoffrunde gegen die Milwaukee Brewers (2-3) aus. Dabei verspielten sie eine 2-0 Führung nach den ersten beiden Partien. Das hatte zuvor kein MLB-Team in einer best-of-five Serie erleiden müssen.

Vier Jahre später schnupperten sie erneut an der World Series. Sie hatten 1986 die Division mit 93 Siegen gewonnen und trafen in der ALCS auf die Boston Red Sox. Sie führten in der best-of-seven Serie mit 3-1 und mit 5:2 im neunten Inning des fünften Spiels im heimischen Anaheim Stadium. Nachdem die Red Sox durch einen 2-Run-Home-Run des ehemaligen Angels Don Baylor verkürzen konnte, wechselte man Closer Donnie Moore ein. Ihm fehlte nur noch ein Strike um das Spiel zu beenden, ehe er seinerseits einen 2-Run-Home-Run an Dave Henderson abgab. Seine Kollegen schafften zwar noch einmal den Ausgleich, verloren das Spiel aber im elften Inning. Die Spiele sechs und sieben gingen danach klar an das Team aus Neu England. Moore, der von den Fans zum Sündenbock gemacht wurde, verarbeitete dieses Erlebnis nie und nahm sich drei Jahre später das Leben.

1995 - 2007

In den Folgejahren konnten sie die Playoffs nicht erreichen. 1995 lagen sie auf Kurs Divisionstitel, verspielten jedoch einen 11-Spiele-Vorsprung aus dem August und mussten sich in einem Entscheidungsspiel den Seattle Mariners mit 1:9 geschlagen geben.

Besitzer Gene Autry verlor aufgrund gesundheitlicher Probleme immer mehr an Einfluss. Der Disney-Konzern, der in Anaheim einen Themenpark betrieb, übernahm die Mehrheit. Nachdem die Rams 1995 nach St. Louis abgewandert waren, brauchten sie sich das Stadion nicht mehr teilen. Man begann 1997 zusammen mit der Stadt sich darauf zu einigen, den Ballpark zu renovieren. Zudem verkaufte man die Namensrechte und nannte es in Edison International Field of Anaheim um. Aus dem Big A wurde das Big Ed. Zudem änderte man den Teamnamen in Anaheim Angels um. Damit erhoffte sich Disney, das mehr Touristen nach Orange County kommen würden.

Sportlich verblieb man im Mittelfeld, ehe man 2002 zum großen Wurf ansetzte. Über ein Jahrzehnt hatten die Angels Probleme die 80-Siege-Marke zu durchbrechen. Nach einem durchwachsenen 6-14 Start in die reguläre Saison, gewann man 99 Spiele und zog als Nummer eins der Wild Card Wertung in die Playoffs ein. Dort überraschten sie die New York Yankees (3-1) und die Minnesota Twins (4-1). Der Lohn war die erste Teilnahme an einer World Series. Dort trafen sie auf die San Francisco Giants, die sie in einer spektakulären Serie in sieben Spielen bezwingen konnten. Der Knackpunkt war die sechste Partie, in der die Angels im siebten Inning 0:5 zurücklagen, um am Ende mit 6:5 zu gewinnen. Der 20jährige Rookie Reliever Francisco Rodriguez gewann insgesamt fünf Spiele in den Playoffs 2002 und stellte damit einen neuen Rekord auf. Zuvor hatte er nicht einmal ein einziges Major League Spiel gewinnen können.

Im Mai 2003 verkaufte Disney die Angels an eine Investoren Gruppe um Arturo Moreno. Er möchte das Team wieder in Los Angeles Angels umbenennen. Dies stößt aber auf massiven Widerstand in der Region. Man einigt sich schließlich auf den Namen Los Angeles Angels of Anaheim. Zudem wird der Schriftzug Los Angeles nicht auf den Jerseys, bzw. anderen Merchandise-Artikeln verwendet. In der Öffentlichkeit spricht man dennoch nur noch von den LA Angels.

Die Angels blieben auch nach dem ersten World Series Titel, dank einer hervorragenden Nachwuchsarbeit, eines der stärksten Teams der American League. 2004, 2005 und 2007 gewannen sie erneut den Divisionstitel. In den Playoffs ist man hingegen weniger erfolgreich. Zweimal (2004, 2007) scheitert man jeweils in drei Spielen an den Boston Red Sox. 2005 konnten sie zwar die New York Yankees (3-2) in der ALDS bezwingen, scheiterten aber an den Chicago White Sox (1-4) eine Runde später. Ansonsten ist es vor allem Vladimir Guerrero der für die sportlichen Schlagzeilen sorgt. In seiner ersten Saison bei den Angels, 2004, gewann er den MVP mit 39 Home Runs, 124 Runs und 126 RBI. Bartolo Colon (21-8, ERA 3.48) entschied 2005 die Cy Young Award Wertung für sich. Garrett Anderson stellt 2007 mit 10 RBI in einem Spiel gegen die Yankees einen neuen Club-Rekord auf.

Namen, Ballparks, Erfolge, Awards ...

Team-Namen:
Los Angeles Angels 1961-1964
California Angels 1965-1996
Anaheim Angels 1997-2004
Los Angeles Angels of Anaheim seit 2005

Ballparks:
LA Wrigley Field 1961
Dodger Stadium 1962-1965
Angel Stadium seit 1966 (1966-97 Anaheim Stadium, 1998-2003 Edison International Field)

Manager:
Bill Rigney 1961-1969
Lefty Phillips 1969-1971
Del Rice 1972
Bobby Winkles 1973-1974
Dick Williams 1974-1976
Norm Sherry 1976-1977
Dave Garcia 1977-1978
Jim Fergosi 1978-1981
Gene Mauch 1981-1982
John McNamara 1983-1984
Gene Mauch 1985-1987
Cookie Rojas 1988
Moose Stubbing 1988
Doug Rader 1989-1991
Buck Rodgers 1991-1994
Bobby Knoop 1994
Marcell Lacheman 1994-1996
John McNamara 1996
Terry Collins 1997- 1999
Joe Maddon 1999
Mike Scioscia seit 2000

Erfolge:
World Series Gewinner: 2002
American League Champion: 2002
Division Champion: 1979, 1982, 1986, 2004, 2005, 2007, 2008

Hall of Famer:

Retired Numbers:
11 Jim Fregosi SS 1961-1971
26 Gene Autry Owner 1961-1998
29 Rod Carew 1B 1979-1985
30 Nolan Ryan RHP 1972-1979
42 Jackie Robinson
50 Jimmie Reese Coach 1973-1994

Awards:
MVP:

1979 Don Baylor OF
2004 Vladimir Guerrero OF

Cy Young:
1964 Dean Chance RHP
2005 Bartolo Colon RHP

Rookie of the Year:
1993 Tim Salmon OF

Manager of the Year:
2002 Mike Scioscia
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