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30 Tage - 30 Previews: Florida Marlins
In „30 Tage – 30 Previews“ geht es heute um den Discounter der Major League Baseball: die Florida Marlins. Mit dem deutlich niedrigsten Etat der Liga schaffen es die Marlins immer wieder, durch den regelmäßigen Zustrom junger Talente eine schlagkräftige Mannschaft aufs Feld zu schicken. Auch in diesem Jahr haben sie sich wieder von einigen alten Eisen – für die Marlins sind das Spieler in den frühen 30ern – getrennt und dafür junge Spieler verpflichtet. Ob das bewährte System, mit einem jungem Kader und wenig Geld den maximalen Erfolg herauszuholen, in diesem Jahr aufgeht, muss allerdings in einer rundum verbesserten National League East bezweifelt werden.
Rückblick auf 2008
Der junge Kader und eine wacklige Starting Rotation waren die
Hauptargumente, die vor der vergangenen Saison gegen die Florida
Marlins sprachen. Doch wieder einmal übertraf die Mannschaft aus
Süd-Florida alle Erwartungen und ärgerte die großen Clubs der National
League East – und das trotz eines Mini-Etats von nur etwas über 20
Millionen US-Dollar. Nachdem Mitte August, als die Marlins nur zwei
Spiele hinter den Mets lagen, die Sensation Postseason noch in
greifbarer Nähe war, verlor die Mannschaft zum Saisonende etwas an
Schwung. Aber dennoch: für ein Team, dem vor der Saison niemand etwas
zutraute, konnte sich die Bilanz von 84 Siegen und 77 Niederlagen – die
drittbeste in der jungen Geschichte der Franchise – durchaus sehen
lassen.
Der Spieler, der dieses Abschneiden überhaupt erst möglich gemacht hat,
war Hanley Ramirez. Der Marlins-Shortstop setzte mit seinen 33 Home
Runs und 35 Stolen Bases die Hauptakzente in der Offensive. Aber auch
Second Baseman Dan Uggla hatte mit 32 Home Runs wieder ein starkes
Jahr. Zudem konnte Jorge Cantu seine Karriere in Miami wiederbeleben.
Generell kann man sagen, dass die Marlins 2008 vom long ball lebten. In
dieser Kategorie landeten sie auf Rang zwei der National League.
Während die Offensive also rund lief, sorgten Pitching und Defense für
eine Menge Sorgenfalten auf Manager Fredi Gonzalez' Stirn. Über die
gesamte Saison gesehen war Ricky Nolasco der einzige Starting Pitcher,
der vollends überzeugen konnte. Die Ausfälle von Josh Johnson und
Anibal Sanchez, die zusammen gerade einmal auf knapp 140 Innings kamen,
belasteten die Starting Rotation schwer. Aber auch die 117 Errros der
Marlins-Defensive, der dritthöchste Wert der MLB, verhinderten eine
noch bessere Bilanz.
Transfers
Zugänge:
IF Emilio Bonifacio (WSH, Trade)
RP Scott Proctor (LAD, Free Agent)
RP Leo Nunez (KC, Trade)
RP Dan Meyer (OAK, Waivers)
RP Jose Ceda (CHC, Trade)
Abgänge:
1B Mike Jacobs (KC, Trade)
LF Josh Willingham (WSH, Trade)
OF Luis Gonzalez (Free Agent)
C Matt Treanor (DET, Vertrag aufgelöst)
SP Scott Olsen (WSH, Trade)
SP Mark Hendrickson (BAL, Free Agent)
RP Kevin Gregg (CHC, Trade)
RP Arthur Rhodes (CIN, Free Agent)
Beim Blick auf die Transfers zeigt sich, dass die bekannten Namen
eindeutig bei den Abgängen zu finden sind. Dies passt in das Schema der
sich ewig verjüngenden Marlins, die wegen knapper Kassen teure
Verpflichtungen meiden. Stattdessen versuchen sie, etablierte Spieler
noch rechtzeitig zu traden, bevor diese den Free-Agent-Status
erreichen. Dass die Marlins diese Strategie mit erstaunlicher
Konsequenz betreiben, zeigt sich dieses Jahr. Denn mit Jacobs,
Willingham und Treanor wurden gleich drei Stammspieler aus dem
Offensiv-Lineup abgegeben. Hinzu kommen mit Kevin Gregg der
letztjährige Closer und mit Scott Olson einer ihrer besten Starting
Pitcher der vergangenen Jahre. Von den Neuverpflichtungen darf man sich
keine Wunderdinge erwarten. Bonifacio ist als Bankspieler eingeplant,
und von den zahlreichen Relief-Pitchern haben nur Proctor und Nunez
einen Platz im Kader sicher.
Starting Lineup
CF Cameron Maybin
C John Baker
SS Hanley Ramirez
3B Jorge Cantu
2B Dan Uggla
RF Cody Ross
LF Jeremy Hermida
1B Gaby Sanchez
Starting Pitcher
Fredi Gonzalez hat in der Offseason eingesehen, dass die überragenden
Leistungen von Hanley Ramirez in der Rolle als Leadoff-Hitter ein Stück
weit verschenkt werden. Folgerichtig lässt der Manager seinen besten
Schlagmann in der kommenden Saison an drei schlagen. Mit Top-Talent
Cameron Maybin als neuem Nummer-1-Hitter folgt der Verein quasi
zwangsläufig der Devise, junge Spieler schon früh in die Verantwortung
zu nehmen. Neben dem 21-jährigen Maybin sieht es so aus, als würde auch
das Lokaltalent Gaby Sanchez seine Chance als Starter an der ersten
Base bekommen. Allerdings ist hier noch nicht das letzte Wort
gesprochen: mit Dallas McPherson steht ein schlagstarker Spieler mit
größerer Minor-League-Erfahrung ebenfalls bereit. Eine weitere
Veränderung im Vergleich zum Vorjahr gibt es auf der Catcher-Position,
die in der neuen Saison John Baker ausfüllen wird. Durch gute
Leistungen nach seiner Berufung in das MLB-Team im Juli vergangenen
Jahres hat sich Baker diese Rolle erspielt. Ohne Mike Jacobs und Josh
Willingham geht dem Lineup der Marlins sicherlich ein gewisses Maß an
Erfahrung und Power verloren. Auf seine Defensive wird sich Fredi
Gonzalez aber wahrscheinlich ein wenig besser verlassen können.
Bank
IF Wes Helms
IF Emilio Bonifacio
IF/OF Robert Andino
OF Brett Carroll
C Mike Rabelo
Derzeit versuchen die Marlins, Bonifacio und Andino einige Spielzeit im
Outfield zu geben. Sollten sich diese Versuche als erfolgreich
erweisen, könnte Brett Carroll noch aus dem Kader gestrichen und
z.B. von McPherson ersetzt werden. Auch Mike Rabelos Platz ist noch
nicht hundertprozentig sicher, da die Marlins offenbar immer noch auf
der Suche nach einem Backup-Catcher mit größerer Erfahrung sind. Das
Team muss die Saison ohne Alfredo Amezaga beginnen, der sich bei der
World Baseball Classic – er war für Mexiko dabei – eine Knieverletzung
zuzog. Wenn er Mitte bis Ende April wieder zur Mannschaft dazustößt,
muss einer der aufgelisteten Reservisten vermutlich weichen.
Starting Rotation
Ricky Nolasco
Josh Johnson
Chris Volstad
Anibal Sanchez
Andrew Miller
Im Gegensatz zum Vorjahr gehen die Marlins mit einer nahezu
verletzungsfreien Starting Rotation in die Saison. Nimmt man alle fünf
Pitcher zusammen, dann ist das Leistungsvermögen enorm. Inwiefern die
junge Rotation dieses Vermögen umsetzen kann, wird der entscheidende
Faktor für den Erfolg des Starting Pitching sein. Ricky Nolasco, der
nach seinem Wechsel vom Bullpen in die Rotation glänzte, muss beweisen,
dass sein starkes Jahr 2008 (15-8, 3.52 ERA) keine Ausnahme war. Bei
Josh Johnson spielt nach überstandener Tommy-John-Surgery immer ein
gewisses Verletzungsrisiko mit. Seine Leistungen nach seiner Rückkehr
im Sommer lassen aber eine optmistische Prognose für die neue Saison
zu. Mit Chris Volstad feierte 2008 ein weiterer junger Pitcher sein
Debüt im Dress der Marlins, von dem man sich in diesem Jahr einiges
erwarten kann. Die großen Unsicherheitsfaktoren in der Marlins-Rotation
sind Anibal Sanchez und Andrew Miller, die zwar beide über enormes
Talent verfügen, dieses im vergangenen Jahr aber einfach nicht umsetzen
konnten. Wenn die Starting Rotation in der National League East
mithalten will, muss zumindest einer der beiden eine eindeutige
Leistungsverbesserung zeigen.
Bullpen
CL Matt Lindstrom
SU Scott Proctor
SU Leo Nunez
Logan Kensing
Renyel Pinto
Taylor Tankersley/Dan Meyer
Jose Ceda/Ryan Tucker
Von allen Mannschaftsteilen ist der Bullpen der Marlins vermutlich am
schwersten einzuschätzen. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht das
Relief-Pitching wie eine der Schwächen des Clubs aus. Zumal mit Matt
Lindstrom, der sich bei der World Baseball Classic an der Schulter
verletzte, womöglich der Closer des Teams zu Saisonbeginn ausfällt. Als
Ersatz für Lindstrom könnten zunächst Scott Proctor oder Leo Nunez
fungieren. Während Proctor eigentlich nicht das Zeug zum Closer hat,
könnte sich Nunez zu einem Hoffnungsträger des Bullpen entwickeln. Der
aus Kansas City gekommene Rechtshänder konnte sich bei den Royals im
Vorjahr etablieren und wird sicher auch bei den Marlins zur Stammkraft
werden. Wie der Rest des Bullpen am Opening Day aussehen wird, ist
derzeit noch nicht richtig zu durchblicken. Logan Kensing, Renyel Pinto
und Taylor Tenkersley können sich gute Chancen auf einen Platz
ausrechnen. Noch ist aber nichts sicher, sodass im Spring Training im
Moment der Kampf um die letzten drei bis vier Plätze tobt.
Talente
Wenn es den Marlins an einem nicht mangelt, dann ist es ein exzellent aufgestelltes Farm System. Hinter Maybin und Sanchez, die sich in der neuen Saison wohl in Richtung MLB verabschieden, wartet eine lange Reihe hoffnungsvoller Nachwuchsspieler. Von all denen muss man das größte Talent vermutlich Outfielder Mike Stanton zuschreiben, dessen 39 Home Runs Rang zwei in den Minor Leagues im vergangenen Jahr bedeuteten – und das mit 18 Jahren! Aber auch First Baseman Logan Morrison, Third Baseman Matt Dominguez und Catcher Kyle Skipworth sind Top-Talente, die in den meisten Listen der 100 besten Prospects auftauchen. Ein Spieler, der momentan vielleicht etwas näher vor seinem Durchbruch in den Major Leagues steht, ist Ryan Tucker. Bei seinen kurzen Einsätzen für die Marlins konnte er sein Potenzial noch nicht ganz umsetzen. Auf dem AA-Level hat er allerdings schon bewiesen, dass er das nötige Rüstzeug für einen guten Major-League-Pitcher besitzen könnte.
Ausblick auf 2009
Ein Blick auf die Transfers der Marlins genügt, um ihre Chancen für die neue Saison zu bemessen. Die Mannschaft hat wenig an Substanz gewonnen, jedoch gleich fünf etablierte Kräfte abgegeben. Wenn man das mit den Rivalen in der National League East vergleicht, die im Winter kräftig aufgerüstet haben, muss man bezweifeln, ob die Marlins ihre Vorjahresleistung wiederholen können. Zweifellos zählen sie zu den talentiertesten Mannschaften der gesamten Liga. Mit Hanley Ramirez haben sie einen der besten Baseballspieler überhaupt in ihren Reihen. Doch bei vielen Spielern ist es doch recht ungewiss, ob sie in die Nähe ihres vollen Leistungsvermögens gelangen können. Nur wenn das geschieht, sind die Marlins wieder vorne dabei. Durch die Vielzahl an jungen Spielern ist es aber eher unwahrscheinlich, dass alle Spieler an ihre Leistungsgrenze gehen. Für die Marlins, die sich wieder einmal im Neuaufbau befinden, könnte es ein Übergangsjahr werden. Mit einem Team, das erneut alle Gegner überrascht, sollte man nicht rechnen.
in den Major League Kader aufrutschen, könnte man meinen das das Farmsystem bis aufs letzte
ausgedünnt sein müsste! Das Gegenteil ist hier aber der Fall, man hat immer noch eins der besten
Farmteams der gesamten Liga und gerade im Hitting Bereich sucht es seinesgleichen! Wenn nächsten
Montag endlich die Stadionfrage geklärt wird und das neue Stadium kommt, dann werden rosige Zeiten
in Miami anbrechen, da man endlich auch mal ein paar größere Brötchen backen kann!
Die Mets zittern ja schon förmlich nach ihren 2 September-Gaus, wenn sie den Namen Marlins hören und
auch die Phillies sollten nicht...
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Dann mal gute Nacht Mets, sollten die es wirklich so doll treiben. Aber selbst die werden kein Ge...
(09-02-2012 18:28)Nico
Solche "Bad contract swaps" a la Milton Bradley gegen Carlos Silva gibt's normalerweise n...
(09-02-2012 16:24)Rene
Es branden immer mal wieder Spekulationen auf, wonach die METS Jason Bay für Burnett traden könnt...
(09-02-2012 15:54)USSFSteeler
Ich glaub so einfach geht das gar nicht
(09-02-2012 09:09)Basti
wegen mir kann er nach japan
(09-02-2012 08:59)wordass