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Halbzeit-Awards

 
Autor: Marcus Blumberg Montag, 18. Juli 2011
 

thisDas All-Star Game ist hinter uns, die zweite Saisonhälfte hat begonnen. Zeit also, ein paar Gedanken zur Halbzeit kundzutun. Im Vordergrund stehen dabei die bisher herausragenden Spieler sowie die ein oder andere Überraschung.

Willkommen zu This Week in Baseball. In der heutigen Ausgabe lasse ich meinen Gedanken freien Lauf und spreche diverse ausgewählte Themen an.

All-Star Game

All-Star Games sollen Fans ja in erster Linie unterhalten. Nun, ich war so begeistert, dass ich zwischenzeitlich mal kurz eingenickt bin. Würde man mich nach meinen Highlights dieser Veranstaltung fragen, fielen mir neben Prince Fielders beeindruckendem Home Run eigentlich nur die zwei folgenden Dinge ein: Die Ankunft von Heath Bell auf dem Mound und Brian Wilsons Interview mit Eric Karros nach dem Spiel.

Bell sprintete aus dem Bullpen Richtung Infield und bremste dann per Slide kurz vor dem Mound ab. „The Beard“ Wilson wiederum glänzte in seiner ihm eigenen Art besonders mit seiner Bemerkung zu Karros‘ Frisur. Und so lustig beides auch war, es hatte wenig bis gar nichts mit dem Sport zu tun…

Halbzeit-Awards

Sehr beliebt sind zur Jahresmitte immer die inoffiziellen Auszeichnungen für die Spieler, die relativ wenig aussagen, weil eben noch ein weiterer Teil der Saison zu bestreiten ist – der nämlich, in dem die Playoffrennen entschieden werden.

Dennoch kann man ja sagen, wer bisher die besten Leistungen gebracht hat. Beginnen wir mit der National League: Hier geht der MVP meines Erachtens an Prince Fielder, der die NL in RBI und OPS anführt. Er ist der bisher konstanteste Spieler eines Teams, das um die Playoffs mitspielt. Nennenswert sind zudem Matt Kemp, weil er endlich sein enormes Potential ausschöpft und Jose Reyes, der eine grandiose Saison spielt.

Den Cy Young zu vergeben, ist dagegen schwierig. Man kann es sich einfach machen und Roy Halladay nennen. Er pitchte überragend wie immer und führt alle NL-Pitcher in Innings an. Fast genauso stark sind seine Teamkollegen Cole Hamels und Cliff Lee. Vergessen darf man aber auch nicht Clayton Kershaw (meiste Strikeouts) von den Dodgers und Jair Jurrjens von den Braves, der die Liga mit zwölf Siegen und einem 1.87 ERA anführt. Letzterer hat aber auch knapp 30 Innings weniger als der Doc. Deshalb bleibe ich auch zunächst bei Halladay als Cy-Young-Gewinner.

In der American League geht der MVP-Titel der ersten Hälfte an Adrian Gonzalez. Er hat den besten Schlagdurchschnitt, die mit Abstand meisten RBI, führt die AL in Doubles an und ist sogar auf dem Weg, 200 Hits zu schlagen. Sicherlich ist Jose Bautista von den Blue Jays der beste Offensivspieler derzeit, aber Gonzalez ist wohl der Hauptgrund, warum die Red Sox dort stehen, wo sie eben stehen. Daher ist er für mich wertvoller als Bautista.

Und der Cy Young geht an Justin Verlander. Er hat die meisten Starts, Innings, Strikeouts und den niedrigsten WHIP. Nennen muss man auch Jered Weaver aufgrund seines ERA unter 2.00 und CC Sabathia, der scheinbar immer besser wird.

Francisco Rodriguez

Sein Trade zu den Brewers war schon irgendwie überraschend. Dass ihn die Mets aufgrund seiner Vertragsoption abgeben mussten, war klar. Doch mit den Brewers hätte ich nicht gerechnet. Sie verstärken natürlich ihren Bullpen, der so ein bisschen hinter der starken Rotation hinterher hinkte. Zudem schafften es die Brewers, die ominöse Klausel aus dem Vertrag zu entfernen, so dass sie „K-Rod“ auch als Closer einsetzen können – ursprünglich hätte sich sein Vertrag um ein weiteres Jahr für 17 Mio. US-Dollar verlängert, wenn er 55 Spiele beendet hätte, aktuell liegt er bei 31. Vorerst wird aber weiterhin John Axford das neunte Inning pitchen.

Rodriguez ist vermutlich nur der erste Dominostein, der noch fallen wird bis zur Trade-Deadline am 31. Juli. Die Mets werden sich wohl auch noch von Carlos Beltran trennen, sicherlich aber nur, wenn ein Team bereit ist, einen ordentlichen Preis zu zahlen. Finanziell wäre dies für Interessenten aber wohl kein Problem, denn New York soll bereit sein, bis zu sechs Millionen Dollar mitzuschicken, was ungefähr der Rest seines Gehaltes für diese Spielzeit ist.

Der Grund für diese Dreingabe ist klar: In Beltrans Vertrag steht, dass ihm das Team nach Ablauf des Kontrakts in diesem Winter keine Arbitration anbieten darf. Soll heißen, wenn er geht, bekommt das abgebende Team keine Kompensation in Form von Draftpicks! Das wiederum macht es aber auch schwierig, in einem Trade Top-Prospects zu verlangen, da die Klausel eben auch für jedes andere Team gilt. Müsste ich aber tippen, würde ich mit den Giants als neuem Team für den Outfielder rechnen. Sie brauchen Offense, Beltran kann diese liefern.

Überraschungsteam

Stand Sonntagnachmittag sind die Pittsburgh Pirates vier Spiele über .500 und nur ein Spiel zurück in der NL Central. Hätte das irgendjemand für möglich gehalten? Ich jedenfalls nicht! Wie geht das? Nun, in erster Linie wohl mit gutem Pitching. Ihr Team-ERA ist der fünftbeste in der National League. Dafür sorgt in erster Linie Jeff Karstens, dessen 2.34 ERA der zweitbeste der NL ist. Closer Joel Hanrahan hat zudem die drittmeisten Saves und ließ noch keine Save-Chance liegen.

Offensiv zählt man zwar weiterhin zum unteren Drittel, aber offensichtlich erzielen sie dann Runs, wenn es zählt. Ob sie die Pace der Cardinals, Brewers und Reds bis zum Ende gehen können, darf bezweifelt werden. Diese positive Phase sollte aber für neue Hoffnung in der Stadt sorgen und die Verantwortlichen darin bekräftigen, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und nicht wieder bei der ersten Gelegenheit, das halbe Team auszutauschen!

Kommentare
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Basti
(Administrator) 18-07-2011 17:02
Zu den AL Pitchern darf man James Shields nicht vergessen, der von den Zahlen her ziemlich genau
gleichauf mit Sabathia ist, aber durch wenigen RUn Support halt "nur" 8-8 aktuell zu Buche
stehen hat...nebenbei führt die Shields die MLB immerhin in Complete Games (7) an und hatte bisher
drei Shutouts zu verzeichnen.
 
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Kolumnen

Marcus Blumberg

 
blumberg2 Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball.
Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.