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Von Riggleman, Jeter und McKeon...

 
Autor: Marcus Blumberg Montag, 04. Juli 2011
 

thisDer Trend der letzten Wochen waren Managerwechsel. Doch anders als sonst, wurden nicht die Manager vor die Tür gesetzt sondern gingen von sich aus – aus verschiedenen Gründen. Zudem steht Derek Jeter heute Abend in Cleveland vor seinem Comeback nach mehrwöchiger verletzungsbedingter Pause.

Willkommen zu This Week in Baseball. In der heutigen Ausgabe werden wir ein paar Ereignisse der letzten Wochen aufarbeiten.

Rigglemans Abgang

Ich hatte bisher noch keine Zeit, mich hierzu zu äußern, daher nutze ich nun die Gelegenheit. Ich hatte vor der Saison schon die Arbeit von Jim Riggleman und seinem Team gelobt und war eigentlich überzeugt, dass diese Einheit noch einen langen, vielleicht sogar erfolgreichen Weg beschreiten könne. Auch nach Riggleman haben sie immer noch eine vorzeigbare Bilanz und spielen eine gute Saison. Warum also dieser plötzliche Rücktritt?

Riggleman selbst gab an, enttäuscht darüber zu sein, dass die Lerner-Familie seine Vertragsoption für 2012 in der Offseason nicht gezogen hatte. An sich ist dies natürlich ein verständlicher Grund, aber der Zeitpunkt dieses Entschlusses erscheint höchst fragwürdig. Warum muss er im Juni hinwerfen, wenn er sich über eine Entwicklung ärgert, die im vergangenen Winter geschah? Dies macht aus meiner Sicht wenig Sinn. Wenn das wirklich der Grund für die Trennung war, wäre es sinnvoller gewesen, direkt im Winter von Bord zu gehen.

Andererseits darf man auch fragen, ob eine vorzeitige Verlängerung des Arbeitsverhältnisses nach einer 69-93-Saison überhaupt gerechtfertigt gewesen wäre. Wer einen neuen Vertrag oder eine Verlängerung möchte, sollte sich so etwas auch verdienen. Sicher war die Entwicklung insgesamt positiv, was wäre aber gewesen, wenn die Nationals in diesem Jahr wieder abgestürzt wären? Hätten die „Nats“ Riggleman dann trotz Vertrages für 2012 vorzeitig entlassen? Für Randy Lerner sind die festgeschriebenen 700.000 US-Dollar, die der Manager für nächstes Jahr bekommen hätte, zwar nur „Peanuts“, aber wer verschenkt schon gerne Geld?

Riggleman hätte sicherlich auch 2012 in Washington auf der Bank gesessen, wäre er nicht vorzeitig gegangen. Das Team ist auf einem guten Weg, so dass kein Grund für einen Manager-Wechsel bestanden hätte. Mit seinem Abgang durch die Hintertür negiert er jedoch seine gute Arbeit in der US-Hauptstadt. Wenn man in Amerika eines nicht will, dann ist es einen sog. „Quitter“, also jemanden, der frühzeitig aufgibt und einer Aufgabe davonläuft!

Jeter

Voraussichtlich schon am heutigen Independence Day wird Derek Jeter zu den Yankees nach einer Oberschenkelverletzung zurückkehren. In den letzten zwei bis drei Wochen wurde er von Eduardo Nunez vertreten, einem Spieler, den die Yankees intern als möglichen Nachfolger für ihren langjährigen Star-Shortstop sehen. Diese unfreiwillige Pause für Jeter war gleichzeitig eine Art Vorschau auf das, was in ein paar Jahren kommen könnte.

Derek_Jeter
Am Scheideweg: Jeter (CC-BY-SA) Foto von Keith Allison
Nunez präsentierte sich mit Licht und Schatten. Was er ziemlich gut kann, ist mit dem Schläger umzugehen. Aus diesem Grund bekam er auch vor der Saison den letzten Platz im Kader der Yankees und nicht etwa Ramiro Pena, dessen Defense wohl besser ist. Mit regelmäßiger Spielzeit bestätigte Nunez diesen Eindruck.

In 115 At-Bats gelangen Nunez elf Extra-Basehits mit einer OPS von .754. Jeter wiederum brachte es bisher auf zwölf Extra-Basehits – in 262 At-Bats. Seine OPS beträgt gerade einmal .649. Eine deutliche Sprache, wobei 115 At-Bats natürlich eine zu geringe Anzahl ist, um ernsthafte Urteile zu fällen. Ein Trend ist es jedoch allemal.

Defensiv betrachtet passierten Jeter vier Errors in 207 Chancen, Nunez wiederum kommt auf deren neun in 91 Chancen – zuzüglich einem als Third Baseman. Viele Kritiker sitzen Jeter für dessen Defensivspiel schon seit längerem im Nacken, doch Nunez‘ Fehler in so kurzer Zeit sind alarmierend.

Insgesamt gewannen die Yankees aber 14 der 18 Spiele ohne Jeter in den letzten drei Wochen. Wenn er heute zurückkehrt, dürfte er wieder an der Spitze des Lineups schlagen, ob dies aber die richtige Entscheidung ist, zumal diesen Job Brett Gardner zuletzt sehr gut machte, wird die Zukunft zeigen. Meine Prognose lautet aber, dass Jeter, sollte er nicht schnell zu seiner Form finden, nicht mehr lange so weit oben schlagen wird.

McKeon

Jim Riggleman war nicht der einzige Manager, der das Handtuch warf. Auch Edwin Rodriguez von den Florida Marlins ist nicht länger im Amt. Seine Begründung hat aber nichts mit seinem Vertrag zu tun. Vielmehr fühlte er sich von seiner Mannschaft im Stich gelassen. Die Marlins spielen bisher eine erschreckend schwache Saison und keiner scheint wirklich am Limit zu agieren. Es scheint an Fokus und Motivation zu fehlen.

Viel überraschender als der Rücktritt von Rodriguez dürfte jedoch die Berufung von Jack McKeon als Interims-Manager sein. Der Mann ist 80 Jahre alt und saß zuletzt vor sechs Jahren auf der Bank der Marlins, mit denen er 2003 die World Series gewann. Ich will keineswegs McKeons Sachverstand als Manager oder seine offenbar noch vorhandene Energie anzweifeln. Doch es ist schwer vorstellbar, dass die Marlins um Besitzer Jeffrey Loria keinen anderen Kandidaten für den Job auftreiben konnten als einen 80Jährigen. Gibt es auf der Welt keine jüngeren Manager mehr, die den Job ebenfalls adäquat vollbringen könnten?!

PS: In der nächsten Ausgabe am kommenden Montag befasse ich mich dann mit dem All-Star-Game und dem Home Run Derby.

Kommentare
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Basti
(Administrator) 04-07-2011 11:38
Riggleman's Aktion war einfach nur dämlich...selbst wenn die Nats ohne ihn nach der Saison geplant
haben, so hätte er die Saison für seinen weiteren beruflichen Werdegang in der MLB sehr gut nutzen
können. Nun steht er mit nichts in der Tasche da und sorry, wer will so jemanden bitte schön
einstellen ?
 
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Marcus Blumberg

 
blumberg2 Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball.
Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.