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Show me the Money!

 
Autor: Marcus Blumberg Montag, 20. Juni 2011
 

thisWas haben die Phillies und Red Sox gemeinsam? Beide führen gerade ihre Ligen an und scheinen nur wenig ernsthafte Konkurrenz zu haben. Doch in den Nicht-East-Divisionen scheint es noch lange spannend zu sein. Währenddessen arbeitet Prince Fielder an einem Megavertrag.

Willkommen zu This Week in Baseball. Heute kümmere ich mich um zwei Themen, die den ein oder anderen interessieren mögen. Zum einen schaue ich kurz auf die aktuellen Kräfteverhältnisse in der MLB und dann rede ich kurz über Prince Fielder und dessen beachtlicher Saison.

Lage der Liga

Beginnen wir mit der National League, denn in dieser ist es gemeinhin ziemlich spannend, wenn man die National League East außer Acht lässt, die von den Phillies ohne Mühe dominiert wird. Doch dies sollte angesichts der Pitching Rotation um Roy Halladay und Cliff Lee niemanden überraschen.

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RBI-Leader: Adrian Gonzalez (CC-BY-SA) Foto von Keith Allison

Die abgeschlagenen Braves sind gemessen an der Bilanz genauso gut wie die Topteams der anderen Divisionen und somit voll im Rennen um die Wildcard. Im Westen kämpfen die Giants und Diamondbacks um die Krone, während die Rockies den beiden dicht auf den Fersen sind. Die Central Division führen derzeit die Brewers an, welche aber auch nur knapp vor den Cardinals und Reds liegen. Die Überraschung bisher sind sicherlich die Pittsburgh Pirates, die erstmals seit etlichen Jahren im Juni noch eine ausgeglichene Bilanz haben (Stand: Sonntag-Nachmittag).

Im Rennen um die Wildcard sollte man aber auch die Mets und vielleicht die Nationals nicht abschreiben, denn sogar diese Teams sind noch recht gut beisammen. Man darf also konstatieren, dass in der NL durchaus Spannung geboten wird und sich mit Ausnahme der Phillies keiner so recht absetzen konnte.

Die American League sieht da an der Spitze ein klein wenig anders aus, denn hier lässt sich erneut sagen, dass sowohl die Red Sox als auch die Yankees einsam ihre Kreise drehen. Sicherlich sind die Abstände noch nicht so groß, wie sie vielleicht sein könnten, aber es besteht wohl kein Zweifel, dass beide die Playoffs erreichen. Kurz und knapp darf man wohl davon sprechen, dass Boston derzeit das beste Team der Liga hat, während die Rivalen aus New York zumindest mit allen Teams außer den Red Sox keine größeren Probleme zu haben scheinen. Nimmt man nämlich die Spiele zwischen den beiden Teams aus der Wertung, hätten die Yankees die beste Bilanz der MLB.

Bemerkenswert ist dieser frühe Trend gerade deshalb, weil beide Mannschaften mit größeren Unwägbarkeiten zu kämpfen hatten und teils immer noch haben. Die Red Sox legten einen schlimmen Saisonstart hin und fingen sich erst Mitte Mai so richtig. Darüber hinaus mussten sie einige Verletzungen verkraften, darunter nun auch die von Carl Crawford, der sich den hinteren Oberschenkel zerrte und erst mal ausfällt. Daisuke Matsuzakas Saison ist beendet und seit gestern steht auch Clay Buchholz auf der Verletztenliste.

Die Yankees wiederum spielen dieser Tage mit einer stark improvisierten Pitching-Abteilung. Die Rotation verzichtet derzeit auf Phil Hughes und Bartolo Colon, während der Bullpen komplett ohne Joba Chamberlain, Rafael Soriano, Pedro Feliciano und Damaso Marte auskommen muss. Von denen hat wohl höchstens Soriano eine realistische Chance, 2011 nochmals einzugreifen. Dennoch scheinen diese beiden Teams relativ locker damit zurechtzukommen.

Der Rest der AL ist dagegen noch gut beisammen, was die Divisionsrennen angeht. Im Westen sollte man noch keines der vier Teams abschreiben, während in der Central den Indians so langsam die Puste ausgeht. Die Tigers holen auf. Zudem sind die White Sox noch in Schlagdistanz und wenn uns die letzten Jahre eines gelehrt haben, dann dass die Twins nie abzuschreiben sind. Sie bekamen kürzlich Joe Mauer zurück, der nun fit zu sein scheint und auch Justin Morneau und Jim Thome werden nicht ewig ausfallen. Zusätzlich machen die Royals mit ihren Youngstern Mike Moustakas und Eris Hosmer einen ziemlich guten Eindruck. Für sie wird der Divisionstitel aber noch etwas zu früh kommen.

Alles in allem darf man konstatieren, dass die Playoff-Rennen in der MLB schon mal langweiliger waren zum jetzigen Zeitpunkt im Jahr, oder?

„Show me the Money!“

Wer kennt es nicht, dieses legendäre Zitat aus dem Film „Jerry Maguire“? So könnte man im Übrigen auch eine Biographie über Scott Boras, den Über-Agenten des Baseballs, nennen. Boras‘ Lieblingsklient in diesem Jahr ist unzweifelhaft First Baseman Prince Fielder von den Milwaukee Brewers. Seine Statistiken sind MVP-würdig mit derzeit 19 Home Runs, 60 RBI und einer OPS von über 1.000. Pünktlich zum Ende seines Vertrages mit den Brewers arbeitet er gerade an einer richtig starken Saison.

Zudem ist er gesund und zeigt seit einiger Zeit, dass er bemüht ist, überflüssige Pfunde gegen Muskelmasse einzutauschen. Müßig zu erwähnen, dass er nun im Winter Free Agent wird und somit zu jedem Team gehen kann, das ihn haben möchte. Der Markt wird groß sein und entsprechend seine Angebote. Es gibt nicht wenige, die Offerten nördlich der 200 Millionen US-Dollar für möglich halten. Er wäre damit der zweite Spieler, der diese garantierte Summe zugesichert bekäme – Alex Rodriguez unterschrieb zwei solcher Verträge mit Boras als Agenten.

Hinzu kommt, dass Fielder gerade mal 27 Jahre alt ist, insofern also das ideale Alter besitzt, um noch mind. sechs bis acht Jahre auf Top-Niveau zu spielen. Einen Zehnjahresvertrag sollte man also nicht ausschließen, zumal Boras involviert ist. Es wird spannend sein zu sehen, wer zuerst sein Ja-Wort geben wird, Fielder oder Albert Pujols. Beide spielen auf der gleichen Position, Pujols hat zwar die noch bessere bisherige Karriere vorzuweisen, ist jedoch vier Jahre älter. Es könnte darauf hinauslaufen, dass derjenige, der den einen nicht bekommt, gerne den anderen nehmen würde. Dies dürfte die Storyline des Winters werden.

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Kolumnen

Marcus Blumberg

 
blumberg2 Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball.
Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.