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Die "beschissenen" Mets

 
Autor: Marcus Blumberg Montag, 23. Mai 2011
 

thisFred Wilpon scheint derzeit alles dafür zu tun, seine eigene und die Reputation seiner New York Mets nachhaltig zu beschädigen. Albert Pujols wiederum kratzt gerade an seinem Marktwert, jedoch eher im negativen Sinne.

Willkommen zu This Week in Baseball. In dieser Woche befasse ich mich mit zwei National-League-Themen. Zuerst geht es nach New York zu den Mets, deren Besitzer eine eigenwillige Art der Team-Motivation an den Tag legte. Und dann gibt es ein Update zu Superstar Albert Pujols von den Cardinals.

Wilpon

Fred Wilpon, der Besitzer der New York Mets, äußerte sich just heute zur Lage seiner Mannschaft. Unter anderem „disste“ er Jose Reyes und Carlos Beltran und sprach David Wright dessen Star-Status ab. Insgesamt bezeichnete er die Mets als „beschissenes Team“.

Gutmütig könnte man nun meinen, er wolle die Spieler damit kitzeln, sie motivieren und wählte dafür eben die harte Tour. Doch wenn man sich Wilpons allgemeines Auftreten in den letzten Wochen und Monaten anschaut, könnte man auch denken, er meint das wirklich ernst. Davon gehe ich für meinen Teil auch aus!

Was heißt das nun? Man könnte zum Beispiel an Wilpons Wahrnehmung zweifeln. Beltran kehrte von einer langwierigen Knieverletzung zurück und spielt besser als man erwarten durfte. Er hat die meisten Extra-Basehits und RBI des Teams und ist auch im Feld noch ganz passabel. Zugute halten sollte man ihm auch den widerstandslosen Wechsel ins Right Field.

Reyes wiederum war auch lange verletzt, spielt aber mittlerweile wieder auf seinem Normalniveau mit vielen Hits und Stolen Bases. David Wright hingegen läuft jedoch seiner Form noch hinterher, bedingt durch seine Stressfraktur im Rückenbereich.

Auf den ersten Blick lässt sich aber schon fragen, was genau Wilpons Problem ist. Sicherlich stehen die Mets nur auf Platz vier der NL East und sind schon sechs Spiele hinter den Phillies. Doch eigentlich war doch ohnehin allen klar, dass dieses Jahr eher ein Übergangsjahr werde. Viele junge Spieler werden herangeführt und zeigen durchaus ansprechende Leistungen. Man denke etwa an Justin Turner, Fernando Martinez oder Ike Davis, der ja auch noch jung ist.

Unter diesen Voraussetzungen darf man nicht von einem „beschissenen Team“ sprechen, erst recht nicht, wenn einem der Laden gehört! Und da sind wir auch schon beim nächsten Punkt: Wilpon hat sich durch windige Geschäfte mit Bernie Madoff selbst in finanzielle Schieflage manövriert, wodurch auch die Mets betroffen sind. Sie mussten bereits einen Kredit bei der Liga aufnehmen, um die Gehälter zahlen zu können. Im schlimmsten Fall wird man das Team sogar verkaufen müssen. Vor diesem Hintergrund erscheint es nicht gerade schlau, sein Team in solch ein schlechtes Licht zu rücken. Dies könnte sich wertmindernd auswirken.

Gleiches gilt auch für die Spieler Reyes und Beltran. Beide haben einen ordentlichen Wert auf dem Trademarkt. Doch wenn sich das abgebende Team schon so abfällig über diese Spieler äußert, warum sollte dann ein Konkurrent einen besonders hohen Preis in Form von Talenten nach Queens schicken? Durchdacht scheint mir Fred Wilpons derzeitiges Auftreten keineswegs zu sein. Er ist zwar noch nicht ganz auf dem Niveau von Frank McCourt (Dodgers) angekommen, doch weit ist es nicht mehr bis dort unten.

Pujols

Albert Pujols war vor der Saison das große Thema in der Liga. Nachdem er sich nicht mit den Cardinals auf eine vorzeitige Verlängerung seines Vertrages einigte, war allen klar, dass er nach dieser Spielzeit der größte Fisch auf dem Free-Agent-Markt sein würde. Dies ist er zwar immer noch, doch seine bisherigen Leistungen können sich nicht positiv auf seinen Marktwert auswirken.

Bis heute schlägt er nur .269, was schlanke 60 Punkte unter seinem Karriereschnitt liegt. Bei der OBP (.341) sind es gar 80 Punkte (.423) unter der Karrieremarke. Und die Slugging-Percentage von .409 liegt 200 Punkte unter seinem Standard von .618. Derzeit steuert der 31Jährige also locker auf die mit Abstand schlechteste Saison seiner Karriere zu.

Sicherlich darf selbst Pujols mal ein schlechtes Jahr haben, aber sein Timing könnte nicht ungünstiger sein. Immerhin widerlegt er den Trend, dass Spieler im letzten Vertragsjahr immer besonders aufdrehen. Doch ihn könnte dies einigen realistischen Schätzungen zufolge ca. 50 Millionen Dollar kosten.

Es wurde ja schon spekuliert, dass er nördlich der 200 Millionen im nächsten Vertrag anpeile. Mittlerweile scheinen einige zu glauben, er müsse sich mit einem Deal auf Höhe von Adrian Gonzalez‘ neuem Vertrag zufriedengeben. Dieser unterschrieb kürzlich für sieben Jahre und 154 Millionen Dollar. Immer noch immens viel Geld, doch wird dies auch einem Pujols gerecht?

Vor der Saison hielten einige sogar die 300-Millionen-Grenze für möglich oder doch zumindest einen Vertrag, der Pujols im Schnitt 30 Mio. pro Saison verspräche. Mit einer Saison wie dieser würden jedoch selbst gegenüber diesem Spieler einige Alarmsirenen ertönen. Es scheint sogar möglich, dass er nur einen kurzfristigen Vertrag unterschreibt, um schlimmstenfalls im nächsten Jahr seine Reputation wiederherzustellen, um dann den Monstervertrag zu bekommen. Letzteres ist natürlich graue Spekulation – bis jetzt.

Die nächsten Monate werden zeigen, mit welchen Erwartungen der First Baseman in die nächste Winterpause gehen kann. In Stein gemeißelt ist aber noch nichts, weder nach oben noch nach unten.

Kommentare
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Basti
(Administrator) 23-05-2011 22:05
Reyes zu den Yankees keine Option :) ?
 
Rene
(Publisher) 27-05-2011 08:24
"Insgesamt bezeichnete er die Mets als „beschissenes Team“."

Tja, damit hat er ja auch recht - aber als Owner ist er daran als allererster schuld. Immerhin hat
er jahrelang einen Omar Minaya - mMn mit Abstand der schlechteste GM in der MLB - herumfuhrwerken
lassen...
 
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Marcus Blumberg

 
blumberg2 Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball.
Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.