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Posadas Egotrip
Jorge Posada von den New York Yankees läuft seit Saisonbeginn seiner Form hinterher und sorgte jetzt vor einem Spiel gegen den Erzrivalen aus Boston für Aufregung, weil er sich weigerte, an Position neun schlagend am Spiel teilzunehmen.
Willkommen zu This Week in Baseball. Hinter uns liegt mal wieder eine Woche, in der es schwer fiel, ein angemessenes Thema zu finden. Bis Samstagabend. Genau genommen entwickelte sich bereits etwas im Laufe des Samstagnachmittags, richtig spannend wurde es aber erst gegen 00:00 Uhr unserer Zeit. Denn zu dieser Zeit waren die Lineups für das Spiel der Yankees gegen die Red Sox bekannt und dann machte die Meldung die Runde, dass Jorge Posada plötzlich gestrichen wurde.
Doch von vorn: Es ist aus New Yorker Sicht leider das eingetreten, was einige vor der Saison befürchtet hatten. Jorge Posada, der standesgemäße Catcher der Yankees seit Ende der 90er Jahre, wurde von seinen Aufgaben als Catcher entbunden und sollte künftig nur noch als Designated Hitter und Aushilfs-First-Baseman fungieren. Die Befürchtung war, dass er mit diesem Übergang mentale Problem haben könnte, denn anstatt in jedem Inning hinter der Platte aktiv zu sein, würde er nun über weite Teile des Spiels im Dugout verbringen und nichts tun.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Er schlug bisher lediglich .165 und gegen Linkshänder hat er noch gar keinen Hit in 24 At-Bats bewerkstelligt. Erschreckend für einen, der im letzten Jahrzehnt die meisten RBI aller Catcher aufzuweisen hatte. Doch man zeigte sich bisher sehr geduldig mit diesem verdienten Spieler –was auch mit den mehr als 13 Millionen Dollar zu tun haben könnte, die ihm bis Jahresende zustehen. Aber nichtsdestotrotz ließ man ihn spielen. Und auch an diesem Samstag war dies der Plan!
Dennoch sorgte Manager Joe Girardi für Aufsehen bei der Veröffentlichung seiner Batting Order. Nick Swisher, der ebenfalls noch auf seine Form wartet, schlug plötzlich an achter Stelle, Posada gar an Position neun. Und ca. drei Stunden vor dem Spiel schien er damit auch einverstanden zu sein. Zumindest äußerte er gegenüber Medienvertretern, dass er einsehe, warum er eben dort aufgelistet wurde. Er sagte sogar, dass dies im Grunde seine eigene Schuld war. Womit er absolut richtig lag, denn für seine schlechten Leistungen kann nur er selbst verantwortlich sein!
Eine Stunde vor Spielbeginn kam dann jedoch die Nachricht, dass der 39Jährige gestrichen wurde. Wenig später wurde dann auch klar, warum: Er selbst bat darum, nicht eingesetzt zu werden. Er tat dies gegenüber Manager Girardi. General Manager Brian Cashman verkündete dies wenig später selbst vor laufenden Kameras und betonte, dass dies nichts mit irgendeiner Verletzung zu tun hatte. Weitere Kommentare verkniff er sich.
Während dann die Medien wild spekulierten und pauschal schon mal disziplinarische Maßnahmen diskutierten – wie die Yankees intern wohl auch – ereignete sich dann das nächste Kapitel dieses Theaters. Laura Posada, die Frau von Jorge, erklärte via Twitter und Facebook, dass ihr Ehegatte aufgrund von Rückenbeschwerden passen musste. Dies war natürlich ein direkter Widerspruch der Aussagen von Cashman, der dem Vvernehmen nach sogar ein einstündiges Gespräch mit Posada und dessen Agenten (via Telefon) hatte, um ihn zum Spielen zu überreden.
Jorge Posada hielt sich dann nach der Partie an diese Geschichte, doch anscheinend vergaß er tatsächlich, diese Rückenproblematik seinen Vorgesetzten gegenüber zu erwähnen, um es mal vorsichtig auszudrücken. Er schob es auf den Fakt, dass er vor der Partie lange an der ersten Base trainierte. Augenzeugen bestätigten dies, selbige konnten allerdings keinerlei Beschwerden bei Posada beobachten.
Aus meiner Sicht sah Posada einfach sein Ego gekränkt. Er als verdienter und etablierter Star muss besser behandelt werden. An Nummer neun zu schlagen sei eine Beleidigung für ihn – Gerüchten zufolge soll er sich dementsprechend geäußert haben. Er fühlte sich vom Team nicht genug respektiert. Außerdem ärgerte er sich über Cashman, weil dieser sich während des Spiels zu der Situation geäußert hatte. Cashman hatte jedoch genau dies Posada und dessen Agenten angekündigt.
Zudem sollte man erwähnen, dass der Spieler die Rückenbeschwerden – wenn es diese denn überhaupt gab – vor dem Spiel hätte melden müssen und nicht danach. Stattdessen nutzte er sie nur als Ausrede für seinen Startverzicht. Glaubwürdig ist das alles nicht. Letzten Endes war das ganz schlechter Stil von Posada. Jetzt bleibt natürlich jedem selbst überlassen zu entscheiden, welche Version er glauben mag: Die mit den Rückenbeschwerden oder die ohne.
Letztlich hat Posada sein Team im Stich gelassen und ganz nebenbei Vertragsbruch begangen. Sein handeln war unverantwortlich, völlig gleich, ob er Rückenbeschwerden nur verschwiegen oder solche nur als Ausrede genutzt hat. Baseball ist zwar ein Teamsport, der gerade offensiv von Individualisten lebt wie kein anderer Sport, doch das Mannschaftsklima insgesamt ist auch hier verdammt wichtig. Und wenn sich ein erfahrener Mann wie Posada so egoistisch verhält, wirft das kein gutes Licht auf die gesamte Mannschaft, die sich ohnehin gerade in einer ausgiebigen Schwächephase befindet.
Diese Situation muss man weiter beobachten, wobei es als ausgeschlossen erscheint, dass die Yankees versuchen werden, den Vertrag aufzulösen. Ein Einbehalten des Gehalts von Posada für den Samstag scheint aber möglich. Hier geht es immerhin um ca. 80.000 Dollar. Ansonsten wird wohl ohnehin mal wieder ein ausführliches Team-Meeting fällig. Nicht nur wegen Posada, doch sein Verhalten dürfte ein heißes Thema auch innerhalb der Truppe sein.
habe die Berichterstattung im TV und in den New Yorker Zeitungen verfolgt.Du schreibst, dass Posada
die Yanks im Stich gelassen hätte!Hast du dir mal die Aussagen von Girardi angehört? Oder von
Jeter,Rivera oder anderen Spielern?Keiner von seinen Mitspielern fühlte sich im Stich gelassen.Im
Gegenteil,sie zeigten auch Verständis für seine Situation.Eins darf man nicht vergessen-Posadas Zeit
als Topspieler ist abgelaufen. Ich glaube, dass Jorge das zur Zeit nur schwer verarbeiten kann. Nur
weil die Jungs Millionen verdienen, bleiben sie doch Menschen mit Emotionen und Gefühlen.Ich als
Yankee-Fan habe Verständ...
große Irritationen in der Chef-Etage gesorgt - diese waren nämlich auch nicht so astrein.
Was Posada gemacht hat, geht einfach nicht und dabei bleibe ich!
Marcus Blumberg
Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball. Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.


klar, wenn die grad mal in Schwung kommen...
(22-05-2012 15:26)Joey Hollow
Irgendwann sollten die Reds auch sehen, daß sie zumindest einmal ausprobieren, ob Chapman das Zeu...
(22-05-2012 11:27)Rene
Ohje wie lächerlich Sean Marshall den Closerjob wegzunehmen...ein Blown Save und ein BABIP von.500
(22-05-2012 10:36)Basti
Vielleicht sollte man eine Amnestie einführen: Wenn man so schnell fährt, wie man werfen kann, is...
(22-05-2012 09:05)Willitouch
Lawrie ging halt gegen den Schiedsrichter - und der ist nunmal absolut tabu. Das ist nicht nur im...
(22-05-2012 09:03)Willitouch