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Wird Jeter zum Problem?

 
Autor: Marcus Blumberg Sonntag, 08. Mai 2011
 

thisDerek Jeter ist noch 40 Hits von der neuralgischen Zahl 3000 entfernt. Dennoch zeigt seine Formkurve nach unten, was für sein Team zu Problemen führt. Die Yankees stehen zwar derzeit ziemlich gut da, doch die mangelnde Effektivität ihres Kapitäns ist ein Störfeuer, das leicht zum Flächenbrand ausarten könnte.

Willkommen zu This Week in Baseball. Die Saison ist nun etwas mehr als einen Monat alt und es gibt schon wieder einiges zu bereden. Unter anderem zeigen uns die New York Yankees, dass man trotz eines guten Saisonstarts immer noch einige Baustellen haben kann. Und diese sind weitreichend.

An dieser Stelle möchte ich kurz erwähnen, dass die Kolumne am Sonntagnachmittag geschrieben wurde. Das letzte Mal, dass ich einen Spieler direkt negativ bewertet hatte (Damon), dauerte es zumindest einen Tag, bis er mich eines besseren belehrte. Dieses Mal schaffte der Spieler dies sogar schon vor Veröffentlichung. Dennoch belasse ich die folgenden Zeilen so, wie sie intendiert waren.

Die Rede ist natürlich in erster Linie von Derek Jeter, der scheinbar rapide altert. Sein Schwung, den er eigentlich über den Winter verändert hatte, ist nun wieder so wie immer – jedoch bei weitem nicht mehr so effektiv. Er schlägt derzeit .256 mit einer OBP von .315, was für einen Leadoff- oder Nummer-zwei-Hitter deutlich zu niedrig ist. Außerdem stehen für ihn nach 117 At-Bats nur drei Extra-Basehits – alles Doubles – zu Buche. Dies ergibt eine Slugging-Percentage von .282 –nur knapp mehr als die Hälfte seiner Karrierezahl.

Defensiv befindet er sich dagegen in etwa auf dem Niveau des letzten Jahres, also im Mittelmaß. Es gibt schlechtere Shortstops, aber eben auch deutlich bessere. Doch das war den Yankees ohnehin klar und für sie steht offensive Produktion im Vordergrund. Hier stellt sich nun aber die Frage, ob es wirklich das Beste fürs Team ist, wenn der Captain weiterhin oben im Lineup schlägt. Ein Spieler, der etatmäßig an eins oder zwei schlägt, muss auf Base kommen. Jeter tut dies nicht regelmäßig.

Die logische Konsequenz wäre also eine Änderung der Schlagreihenfolge mit Jeter weiter unten und anderen Spielern weiter oben. Curtis Granderson z.B. hat viel Erfahrung als Leadoff-Mann und ist zudem in guter Form – jedoch wäre so weit oben seine Power verschenkt. Brett Gardner wiederum war zu Saisonbeginn eine Option, schwächelte dann aber gewaltig und tut dies eigentlich noch immer. Zudem wäre Nick Swisher an zweiter Stelle eine gute Alternative, denn im letzten Jahr absolvierte er dort schon seine meisten Spieler und war sehr effektiv.

Was man aber nicht vergessen darf ist, dass Derek Jeter, obwohl er als Teamplayer gilt, eben auch seinen Stolz hat. Dies wurde bereits bei den Vertragsverhandlungen in der vergangenen Winterpause deutlich. Die Yankees machten ihm ein objektiv betrachtet absolut faires Angebot, was aber deutlich unter seinem bisherigen Salär lag. Und die gewünschte Vertragslänge gab es ebenfalls nicht. Es folgte ein Streit mit General Manager Brian Cashman, der sogar dazu führte, dass beide sich dazu in der Öffentlichkeit äußerten. Selbst Jeter, der sich sonst immer scheut, solche Dinge nach außen zu tragen.

Es ist also anzunehmen, dass eine quasi-Degradierung ins untere Drittel der Batting-Order beim 36Jährigen nicht gut ankäme. Das wiederum würde er wohl nicht offen zugeben, aber ohne Murren würde selbst er es nicht hinnehmen. Es gibt ohnehin die allgemeine Annahme, dass Jeter nur deshalb noch oben schlägt, weil keiner in der Organisation bisher den Mut aufbrachte, Jeter mit diesem Thema zu konfrontieren. Doch letzten Endes könnte diese Personalie über den weiteren Verlauf der Saison entscheiden. Die Offensive ist eigentlich die sichere Bank des Teams, das Pitching das Fragezeichen. Derzeit wirkt letzteres zwar stabil, aber wer weiß, wie lange das so bleibt.

Anders sieht es da schon bei Jorge Posada, dem Vollzeit-Designated-Hitter dieser Saison aus. Er hatte einen absolut enttäuschenden Saisonstart und sucht weiter nach seiner Form. Aber Posada hat selbst schon zugegeben, dass er es verstehen würde, sollte Joe Girardi auf ihn zukommen und einem anderen das Vertrauen schenken. Bislang hält der Manager zwar noch am ehemaligen Stamm-Catcher fest, doch das könnte auch damit zusammenhängen, dass dieser zumindest Power gezeigt hat. Sein Schlagdurchschnitt liegt zwar unter .200, doch immerhin schlug er schon sechs Home Runs und kommt auf 14 RBI. Ob er den Umstieg zum Vollzeit-DH schafft, wird sich zeigen, aber zumindest deutete er an, dass noch nicht alles verloren ist mit ihm.

Kommentare
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Fenway
(Registered) 09-05-2011 08:19
Zack...zwei Home Runs! :D
 
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Basti
(Administrator) 09-05-2011 09:51
Und er hat immerhin den drittbesten Batting Average diese Saison bei den Bronx Bombers ;)
 
Rene
(Publisher) 09-05-2011 14:36
Kann man einfach lösen die Probleme: nunez auf Short, Jeter als DH. Pussada wegtraden...
 
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Basti
(Administrator) 09-05-2011 14:50
Oder halt gleich entlassen...aber vorher mal Billy Beane fragen, vll. nimmt er ihn ja ;)
 
Erich
(Publisher) 09-05-2011 16:53
Und warum nicht mal Jesus Montero eine Chance geben?
 
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Marcus
(Administrator) 10-05-2011 11:07
Nunez? Nunez hat schon 5 Errors in nur 13 Chances fabriziert. Damit hat er schon locker zwei Spiele
versenkt. Das kann also nicht die Lösung für den Moment sein.
 
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Cecil_Rhodes
(141.53.182.xxx) 10-05-2011 11:42
Jepp, Nunez hat gegen Detroit auch schon ein Spiel geschmissen. Ich denke, man muss sich einfach
damit abfinden, dass Jeter ein 270. hitter wird. Ob er sich dann weiter unten abfindet, bleibt
abzuwarten, aber viel anderes wird ihm wohl nicht bleiben.
 
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Basti
(Administrator) 10-05-2011 12:42
Jeter ist doch eigentlich offensiv gesehen eher TOP als FLOP in der AL dieses Jahr - aktuell sind
nur drei Shortstops besser als er (OPS)...in seinem Alter wird er keine .300 mehr schlagen und das
ist keine Schande: Seit 1900 haben das gerade mal zwei Shortstops in Jeter's Alter in einer Saison
geschafft.
 
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Cecil_Rhodes
(141.53.182.xxx) 10-05-2011 14:51
Ich glaube, Jeter darf man nicht relativ zu anderen SS betrachten. Ordentlich ist seine
Schlagleistung natürlich immer noch. Aber er ist halt einfach nicht mehr der "ich schlag mich
mit .325 in die engere MVP-Wahl-Jeter". Und für 15 Millionen wollte man wohl schon so einen
haben. Schwer zu bewerten bleibt es trotzdem, vielleicht steht er im Sepember wieder mit .300 oder
was in dem Rahmen dar, aber wenn er seine Karriere so wie letzte Saison fortsetzt, wird man Marcus
Titelfrage für die nächsten Jahre schon mit einem dezenten "kann gut sein" beantworten
müssen.
 
Erich
(Publisher) 14-05-2011 12:00
Dass Derek Jeter eben nicht zum Problem wird, dafür hat GM Cashman gesorgt, der den Shortstop nur
einen Dreijahresvertrag gab. Dabei musste Jeter bei den Verhandlungen weiter von seinen Forderungen
abrücken als die Yankees. Man sollte nicht vergessen, dass Jeter ein überdurchschnittlich guter
Shortstop war und nun eben nur noch ein durchschnittlich Guter. Andere Teams sind hier auch nicht
besser aufgestellt. Er wird die drei Jahre noch passabel über die Bühne bringen und selbst wenn
weiter nachlässt, wird es kein Desaster.
Abgesehen davon, dieses „Problem“ haben die meisten Teams, die mindestens einen überbezahlten
Spieler in ihren Reihen haben.
 
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Marcus Blumberg

 
blumberg2 Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball.
Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.