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Pujols und die Cardinals - Wie lange noch?

 
Autor: Marcus Blumberg Montag, 14. Februar 2011
 

thisSpring Training steht vor der Tür, denn in diesen Tagen melden sich die Pitcher und Catcher in den Camps in Florida und Arizona zum Dienst. Doch nicht nur dies ist zurzeit Thema in der MLB sondern vor allem die stockenden Vertragsverhandlungen zwischen den St. Louis Cardinals und Albert Pujols.

Willkommen zu This Week in Baseball. Nichts schlägt derzeit so hohe Wellen wie die Frage zu Albert Pujols‘ Zukunft. Hier gibt es einiges zu besprechen. Bleibt er und wenn ja, wann wird dies feststehen? Oder geht er und wenn, wohin?

Die Situation scheint klar: Albert Pujols ließ die Cardinals genau wissen, wie er sich die kommenden Wochen und Monate vorstellt. Verhandlungen über eine Verlängerung seines am Saisonende auslaufenden Vertrages wird es nur bis zu seiner Ankunft im Spring Training geben. Diese wird für Mittwoch, also übermorgen, erwartet. Jedoch ist nicht so ganz klar, wann genau die Deadline erreicht ist. Ob nun direkt bei Pujols‘ Ankunft im Camp, bei seinem ersten Workout usw. Doch dies scheint eher nebensächlich zu sein.

Klar ist dagegen, was der Spieler will. Nämlich einen Vertrag, der ihn entsprechend seines Stellenwertes entlohnt. Und auch wenn sich niemand deutlich dazu äußert, kursiert immer wieder der Verweis auf Alex-Rodriguez-Dimensionen. Dessen Vertrag über zehn Jahre garantiert ihm 275 Millionen US-Dollar (plus den Boni für das Erreichen der Home-Run-Meilensteine). Pujols ist wohl unzweifelhaft der beste Spieler im Baseball zum jetzigen Zeitpunkt, insofern ist es verständlich, dass er auch entsprechend bezahlt werden will.

Einige sprechen gar davon, dass er 30 Millionen Dollar pro Jahr anstrebt. Sicher, verlangen kann er viel, doch lohnt sich diese Investition für die Cardinals? Und vor allem, sind diese überhaupt gewillt, so viel zu zahlen? Wie zu hören ist, sind sie in jedem Fall skeptisch, ob ein Zehnjahresvertrag eine weise Entscheidung wäre, denn der First Baseman ist bereits 30 Jahre alt und wird Anfang April 31. Am Ende eines solchen Vertrags wäre er somit 41, also in einem Alter, in dem Höchstleistungen von Sportlern eher die Ausnahme sind – speziell jetzt, da intensiver auf illegale Substanzen getestet wird.

Insofern ist dies die wichtigste Frage: Macht es wirklich Sinn, sich über einen so langen Zeitraum an einen Spieler für so viel Geld zu binden? General Manager John Mozeliak sprach sich in jedem Fall schon einmal gegen ein durchschnittliches Jahresgehalt von 30 Millionen Dollar aus. Er verwies allerdings auch darauf, dass dies letztlich nicht seine sondern die Entscheidung der Eigentümer des Teams sein werde. Wobei betont werden muss, dass sich die DeWitt-Familie bisher eher zurückhielt, was sportliche Entscheidungen anging.

Pujols ist natürlich ein spezieller Fall, schließlich ist er seit einem Jahrzehnt das Gesicht der Franchise und hat jedes Recht, einen solchen Vertrag zu verlangen. Dagegen spricht aber nicht nur sein Alter. Auch die allgemeine Marktlage scheint einen neuen Rekordvertrag auszuschließen. Der Verweis auf den Rodriguez-Vertrag ist nicht nur ein abschreckendes Beispiel, er macht auch eines deutlich: Nur die Yankees machen solche Verträge – na ja, die Rangers auch einmal, doch Tom Hicks ist bekanntlich nicht mehr im Amt. Vermutlich sind auch nur die Yanks und die Red Sox in der Lage, einen solchen Deal auszuhalten, ohne gleich in arge Nöte zu kommen, daneben noch ein starkes Team auf die Beine zu stellen.

Beide Supermächte werden jedoch aller Voraussicht nach nicht in einen Bieterwettbewerb um Pujols einsteigen. Sie haben bereits starke und langfristig gebundene Spieler an der ersten Base. Mark Teixeiras Vertrag in New York läuft noch bis 2016 und der, den Adrian Gonzalez in Boston unterzeichnen wird, dürfte wohl bis 2018 laufen. Dazu unterstelle ich einfach mal, dass Pujols nicht wieder an der dritten Base wird spielen wollen – seine Statur spricht da jedenfalls nicht für – und auch im Outfield sehe ich ihn nicht, geschweige denn als Designated Hitter. Boston und New York wären also keine Optionen.

Was bliebe also übrig für Albert Pujols neben den Cardinals, die eigentlich sein Zuhause sind? Natürlich die Chicago Cubs! Ginge es Pujols wirklich nur ums Geld, wäre es für ihn also auch kein Problem zum Erzrivalen in die „Windy City“ zu wechseln. Dort wird er zwar auch keinen Rekordvertrag erhalten, doch einen über mehr als 200 Millionen insgesamt sehe ich dort schon als Option. Sie haben seit kurzem neue Besitzer, die hoch hinaus wollen. Zudem sind sie in Position für einen neuen First Baseman nach dieser Saison, schließlich läuft der Deal von Carlos Pena nur bis Jahresende.

Weitere Alternativen wären die New York Mets sowie beide Teams in Los Angeles, wobei es auch dort jeweils hohe Hürden gäbe. Die Mets stecken gerade tief im Finanzskandal dank Fred Wilpons Geschäften mit Bernie Madoff und wer weiß, wie lange die Scheidung der McCourts noch geht und was das Resultat daraus sein mag. Die Dodgers sind somit auch fraglich, zumal auch diese vor solchen Verträgen eher zurückschrecken. Blieben die Angels, deren Besitzer Arte Moreno durchaus bereit ist, große Verträge zu stemmen, bisher jedoch eher für fragwürdige Spieler wie zuletzt Vernon Wells. Kendry Morales ist allerdings auch noch da und könnte demnächst langfristig gebunden werden – käme ein Pujols, wäre mit ihm aber auch ein netter Trade möglich.

Fragt man mich heute, würde ich nicht davon ausgehen, dass noch in dieser Woche und somit vor der Saison ein neuer Vertrag zwischen Pujols und den Cardinals zustande kommt. Was dann im Winter passiert, steht in den Sternen. Ich tue mich aber schon schwer damit, ihn mir in einer anderen Uniform als der der Cardinals vorzustellen. Diese werden aber an ihre finanziellen Grenzen gehen müssen, um ihren Superstar zu halten.

Kommentare
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Erich
(Publisher) 14-02-2011 09:07
Was halt auch zu beachten ist.

letzte Saison gab es ganze drei Spieler (Helton, Ibanez, Suzuki), die über 36 Jahre sind, 100 Spiele
absolviert haben und beim OPS über dem Ligadurchschnitt lagen.

Deswegen sehe ich weniger die 30Mio, sondern eher die 10Jahre als Problem.



 
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JFBraves
(Registered) 14-02-2011 23:02
KLeine Berichtigung!

Pujols ist am 16.1.1980 geboren, also ist er schon 31!

Und Anfang April 2001 gab er sein Debüt in der MLB.

Das nur nebenbei.

Ich kann Pujols verstehen! Warum sollte er sich unter Wert verkaufen wollen. Da sich wohl alle
ziemlich einig sind, das er der momentan beste Spieler der MLB ist, ist es für Ihn auch legitim,
solche Forderungen zu stellen! Denk ich an Werth und seinen Vertrag bei den Nationals, erscheinen
mir die Gehaltsforderungen von Pujols nicht zu hoch zu sein. Wenn sich die Cards nicht mit Ihm
einigen, dann geht er halt dahin, wo er am besten bezahlt wird. Ich glaube, das macht man heutzutage
so. Gutes Geld für gute Leistung, oder !?
 
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Marcus Blumberg

 
blumberg2 Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball.
Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.