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Ein Lagebericht vor den Playoffs

 
Autor: Marcus Blumberg Montag, 04. Oktober 2010
 

thisDie reguläre Saison ist vorbei, jetzt beginnt der richtige Spaß. Am Mittwoch starten die Baseball Playoffs der MLB und die Jagd auf die Trophäe der World Series ist eröffnet. Doch wie sind die Teams drauf und wer hat die besten Chancen?

Willkommen zu This Week in Baseball. Die Regular Season ist vorbei und am Mittwoch beginnen die Playoffs. Und da stellt sich mir die Frage, mit welchen Chancen die einzelnen Teams in den Oktober gehen. Ich merke allerdings gleich an, dass beim Schreiben dieser Ausgabe die Sonntagsspiele noch ausstanden, so dass ich nicht genau weiß, wie die Paarungen aussehen, geschweige denn, wer es in der National League geschafft und ob es evtl. noch das ein oder andere Ausscheidungsspiel gibt.

American League

Die Teilnehmer der AL stehen aber in jedem Fall fest, daher kann man diese zumindest schon mal für sich betrachten. Auffällig ist in diesem Jahr, dass man keinen klaren Favoriten ausmachen kann, denn jedes Team hat so seine Problemchen, wenn es am Mittwoch los geht.

New York Yankees

Im letzten Jahr waren die Yankees das allüberragende Team der Liga und für jeden der haushohe Favorit auf den Gewinn der World Series. Wie dies passieren würde, war nur Formsache, da ein Rad ins andere Griff und alles passte. 2010 dagegen sind sie weit von diesem Status entfernt.

Sie haben zwar weiterhin ihr Pitching Ace CC Sabathia, der in dieser Saison erstmals 20 Siege einfuhr, doch was danach kommt, ist ein riesengroßes Fragezeichen. Die Yankees gewannen im letzten Jahr die World Series vor allem dank ihrer herausragenden Drei-Mann-Rotation mit CC, A.J. Burnett und Andy Pettitte. In diesem Jahr wähnte man sich noch stärker, da zum Trio noch der erfahrene Javier Vazquez und der aufstrebende Phil Hughes dazu stießen.

Was davon geblieben ist? CC! Auf ihn ist Verlass, doch schon der Starter des zweiten Spiels zu Hause gegen Texas oder in Minnesota hängt in der Schwebe. Andy Pettitte ist nach seiner Leistenverletzung augenscheinlich noch nicht wieder in Form, Burnett ist wie immer eine Wundertüte, auch wenn er Samstagabend gegen Boston zumindest nicht komplett auseinanderbrach. Und Phil Hughes hat 18 Spiele in seiner ersten Saison als Starter gewonnen – seine Form schwankte aber in der zweiten Saisonhälfte. Vazquez wiederum wird Probleme haben, Joe Girardi davon zu überzeugen, überhaupt in den Playoffkader berufen zu werden.

Hinzu kommt, dass der Bullpen wackelt. Selbst Mariano Rivera hatte zuletzt Formschwankungen und wirkt nicht sicher. Die Offensive auch nicht, aber die hat zumindest in den letzten Wochen wieder angefangen, Runs zu erzielen.

Tampa Bay Rays

Ob sie nun als Wildcard oder East-Division-Sieger ins Rennen gehen, sei mal dahin gestellt. Sie haben eine Mannschaft, die in erster Linie Power und Speed vereint. Und mit David Price verfügen sie ebenfalls über ein starkes Pitching Ace. Doch ihr Star, Evan Longoria, ist angeschlagen, was die Sache wieder kompliziert macht.

Ähnlich wie bei den Yankees, sind die Starter hinter Price alles andere als verlässlich. Matt Garza etwa kann glänzen, aber auch früh aus dem Spiel sein und das größte an „Big Game“ James Shields ist sein Spitzname. Vielversprechend ist aber Closer Rafael Soriano, jedoch muss man zu ihm erst mal kommen.

Auch ist die Formkurve von Carlos Pena schon das ganze Jahr im Keller – zu sehen an seinem Schlagdurchschnitt. Home Runs schlägt er dennoch, wenn er den Ball trifft. Insgesamt wirkt die Mannschaft aber zu instabil. Mit ihrem Speed werden sie aber für Chaos sorgen, wenn sie auf Base kommen.

Minnesota Twins

Wer einen harten Kampf in der Central-Division erwartet hatte, wurde schwer enttäuscht. Die Twins spazierten zum Titel. Frei von Problemen sind sie aber keineswegs, denn die „M&Ms“ stehen ihnen nur teilweise zur Verfügung. Justin Morneau wird mit einer Gehirnerschütterung die ALDS definitiv verpassen, was danach passiert, ist fraglich. Und Joe Mauer ist ebenfalls angeschlagen, so dass keiner sagen kann, wie gut er helfen kann.

Sollte ihn seine Knieverletzung zum Designated Hitter degradieren, wäre dies ein großes Problem für Minnesota, denn dann wäre der etatmäßige DH, Jim Thome, außen vor. Und Catcher Drew Butera ist eben nur ein Backup.

Beim Pitching sieht es so aus, dass Francisco Liriano rechtzeitig fit wird, nachdem sein letzter Start desaströs endete, nachdem er von einer Krankheit zurückkam. Was hinter ihm passiert, wird interessant. Carl Pavano ist die Nummer zwei, jedoch kann ich mich weiterhin nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass er verlässlich sein soll. Bei Kevin Slowey und Nick Blackburn muss man sehen, wie die Tagesform ist.

Texas Rangers

Die Rangers sind erstmals seit 1999 in den Playoffs, doch genau zu diesem Zeitpunkt fällt das Team auseinander. Nicht leistungstechnisch, aber gesundheitlich. Josh Hamilton verpasste viele Wochen und keiner weiß, ob er rechtzeitig seine Form findet. Dazu ist sein Vertreter David Murphy an der Leiste verletzt. Zudem fragen sich nicht nur Fantasy-Manager von welchem Zug Elvis Andrus‘ Form überrollt wurde.

Top-Pitcher Cliff Lee litt unter Rückenproblemen und war in Texas generell nicht mehr so dominant wie noch in Seattle. Das mag aber auch teilweise am Hitter-freundlichen Rangers Ballpark liegen, der ihm generell nicht so zusagt. Spiel eins der ALDS findet aber ohnehin auswärts statt…

Die weiteren Starter sind allesamt solide, aber nicht unüberwindbar, was gepaart mit den Problemen in der Offensive zu Schwierigkeiten führen könnte.

Fazit

Anders als im letzten Jahr, werde ich hier keine Prognosen abgeben, weil ich wirklich keine Ahnung hab, wer sich in der AL durchsetzt.

National League

Diese Liga können wir schnell abhandeln. Die Cincinnati Reds könnten die Überraschung werden, da sie gutes Pitching und eine starke Offensive haben. Joey Votto und Jay Bruce können dieses Team tragen und wenn Edinson Volquez die Kurve kriegt, ist die Rotation auch tief genug besetzt.

Der Trend bei den San Francisco Giants, Atlanta Braves und San Diego Padres dagegen zeigt eindeutig in die falsche Richtung. Der einzige Weg,  wie diese Teams die Kurve bekommen könnten, wäre das ein oder andere Playoff-Spiel zu bestreiten und zu gewinnen. Das würde vielleicht noch Kräfte freimachen.

Der haushohe Favorit sind aber die Philadelphia Phillies. Das liegt in erster Linie an drei Namen: Roy Halladay, Cole Hamels, Roy Oswalt. Ich sehe kein Team in der NL, dass diese Phalanx in einer Serie über fünf oder eben sieben Spiele durchbrechen kann, zumal die Offense mittlerweile auch wieder klickt. An diesem Team geht nichts vorbei!

Was dann in der World Series passiert, sehen wir dann.

Kommentare
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Rene
(Publisher) 04-10-2010 15:50
Die NL steht im Zeichen von "endlich wieder in den Playoffs", trotzdem sind die Phillies
klarer Favorit, auch wenn ich den Giants gute Chancen einräume.
Nach dem Gesetz der Serie müßte aber Atlanta in die World Series kommen, die haben mit Eric Hinske
schließlich den World Series Garanten in ihren Reihen.
Übrigens: die drei heißesten Teams sind momentan - Chicago, Toronto und St.Louis (8-2 in den letzten
10 Spielen), alle nicht in der Postseason...
 
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Marcus Blumberg

 
blumberg2 Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball.
Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.