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AL-MVP-Rennen keine klare Sache
Eine relativ sonderbare Saison geht in ihre letzte Woche und so ist es Zeit, sich über Awards Gedanken zu machen. Sehr schwierig erscheint dabei die Wahl des Most Valuable Players der American League, die eigentlich keinen richtigen Favoriten hat.
Willkommen zu This Week in Baseball. In der letzten Woche beschäftigte ich mich mit der Frage, wer denn den Cy Young in der American League bekommen sollte. In den Kommentaren wurde daraufhin die MVP-Diskussion angeregt, was mich wiederum dazu inspirierte, mir auch darüber Gedanken zu machen. Darum soll es also heute gehen!
Insgesamt kommt mir diese Saison ziemlich komisch vor. Es gibt zunächst mal keinen Spieler, den ich als klaren Favoriten ansehen würde. Und dann muss man eben auf die schauen, die herausragend gespielt haben, wobei auch dies schwierig ist, weil wir hier fragen müssen, ob sein Wert fürs Team so hoch ist, dass es nicht ohne ihn ginge. Und was ist, wenn er in einem Team spielt, in dem es ohnehin nicht interessiert, ob einer Leistung zeigt?! Hier mal eine kleine Auswahl…
Miguel Cabrera
Offensichtlich zu nennen ist Miguel Cabrera von den Detroit Tigers. Er ist die Nummer drei beim Schlagdurchschnitt der AL, die drei bei den Home Runs und die eins bei den RBI und Runs. Offensichtlich muss er also zu den wertvollsten Spielern gezählt werden. Sein Team hat aber eine Woche vor Saisonende 13 Spiele Rückstand auf den Divisionssieger aus Minnesota…
Josh Hamilton
Vor ca. einem Monat wäre die Sache wohl klar gewesen: Josh Hamilton von den Texas Rangers wäre der klare MVP-Favorit gewesen. Er führte die AL immer noch mit einem Schlagdurchschnitt von .361 an und seine 31 Home Runs und 97 RBI können sich sehen lassen – zudem erzielte er 94 Runs. Doch er spielte zuletzt vor einem Monat, was seine Award-Chancen auf ein Minimum schrumpfen lässt.
Sicher kann man argumentieren, dass auch Joe Mauer im letzten Jahr einen ganzen Monat verpasst hatte, doch das war zu Saisonbeginn, bei Hamilton ist es der Endspurt. Seitdem er weg ist, haben die Rangers eine 14-14-Bilanz (Stand: gestern). Das wiederum spricht für den Outfielder, denn mit ihm hat man den großen Vorsprung auf die AL-West-Konkurrenz angehäuft, ohne ihn wurde er nur noch verwaltet.
Jose Bautista
Von den Zahlen her sieht Jose Bautista sehr gut aus. Er führt die American League mit 52 Home Runs an, hat die zweitmeisten RBI mit 118, die drittmeisten Runs (105) und die zweitmeisten Walks (98). Sein Schlagdurchschnitt von .265 ist natürlich weniger vorzeigbar, aber der Rest sollte gut genug sein. Doch auch sein Team liegt abgeschlagen hinter der Spitze in der AL East, was aber wiederum nicht ganz so schlecht wirkt wie bei den Tigers, denn deren Division ist bei weitem nicht so stark besetzt.
Was mir bei Bautista (29) am meisten Sorgen bereitet, sind seine Home Runs. Seine Karrierebestleistung bis zu diesem Jahr war 16 aus dem Jahr 2006. Im letzten Jahr waren es gar nur 13 (in 113 Spielen). Wie kommt er jetzt urplötzlich auf über 50? Geht so etwas auf natürlichem Wege kurz vor Vollendung des 30. Lebensjahres und ohne nachzuhelfen? Vorstellen kann ich es mir nicht! Ich will ihm nichts unterstellen, aber solch ein Leistungssprung ist höchst ungewöhnlich und ich weiß nicht, ob man davor die Augen verschließen kann.
Robinson Cano
Robinson Cano war eine der wenigen Konstanten in einer Yankee-Mannschaft, die bis heute nicht wirklich in die Spur gefunden hat. Insofern ist es verwunderlich, dass man die Playoffs so gut wie sicher erreichen wird. Cano hat Karrierebestleistungen in nahezu allen relevanten Kategorien aufgestellt und sich konsequent weiterentwickelt. Sein Schlagdurchschnitt ging zwar von Monat zu Monat weiter gen Süden, aber seine restliche Produktion blieb konstant stark. Auffällig ist auch, dass sich seine Defensive so sehr verbessert hat, dass sein erster Gold-Glove-Award ansteht. Man kann sagen, er hat sich zum besten Second Baseman der Liga gemausert. Zum MVP wird es aber dennoch nicht reichen.
Pitcher
Weil dieses Jahr das Jahr der Pitcher zu sein scheint, müssen wir auch kurz über diese Position diskutieren. Ich will jetzt gar nicht zu intensiv darauf eingehen, weil ich das schon in der letzten Ausgabe getan habe, aber blicken wir nur mal auf zwei: Felix Hernandez und CC Sabathia.
„King Felix“ pitchte herausragend und war mit Abstand das Beste, was die Seattle Mariners 2010 zu bieten hatten. Doch sie werden wohl 100 Spiele verlieren trotz Hernandez. Würde man ihn herausnehmen, hätten sie noch einige Spiele mehr verloren, doch wo wäre der Unterschied? Richtig, es gäbe keinen! Daher mag er zwar der mit Abstand wertvollste Spieler des Teams sein, doch einen Unterschied macht er nicht.
Bei CC dagegen darf man schon davon reden, dass er den Unterschied machte. In einem Jahr, das nicht wirklich rund lief, war er der Fels in der Brandung für die Yankees. Nimmt man ihn und seine 20 Siege heraus, wären die Playoffs durchaus fraglich! Man muss bedenken, dass er der einzig konstante Pitcher war in der New Yorker Rotation. Andy Pettitte war länger verletzt, Phil Hughes in seiner ersten Saison wechselhaft und die Veteranen A.J. Burnett und Javier Vazquez einfach nur schlecht. Ohne Sabathia hätten die Yankees arge Probleme, da zu stehen, wo sie jetzt stehen. Insofern wäre er ein echter MVP-Kandidat.
Fazit
Also wenn die Wähler der BBWAA beide Augen zudrücken, wie sie es Ende der 90er und Anfang dieses Jahrtausends getan haben, dann geht der Award an Jose Bautista oder Miguel Cabrera. Bei Cabrera deshalb, weil man die Teamleistung außer Acht ließe und bei Bautista eben deshalb und weil sie die Zweifel bezüglich seiner Leistung über Bord werfen würden. Am erfreulichsten wäre aber Hamilton, denn der hat so viel durchgemacht und ist ein Vorbild für die Jugend, weil er auf den rechten Weg zurückgefunden hat – und sportlich war er maßgeblich am Rangers-Erfolg beteiligt!
Marcus Blumberg
Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball. Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.

klar, wenn die grad mal in Schwung kommen...
(22-05-2012 15:26)Joey Hollow
Irgendwann sollten die Reds auch sehen, daß sie zumindest einmal ausprobieren, ob Chapman das Zeu...
(22-05-2012 11:27)Rene
Ohje wie lächerlich Sean Marshall den Closerjob wegzunehmen...ein Blown Save und ein BABIP von.500
(22-05-2012 10:36)Basti
Vielleicht sollte man eine Amnestie einführen: Wenn man so schnell fährt, wie man werfen kann, is...
(22-05-2012 09:05)Willitouch
Lawrie ging halt gegen den Schiedsrichter - und der ist nunmal absolut tabu. Das ist nicht nur im...
(22-05-2012 09:03)Willitouch