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Minaya muss weg!

 
Autor: Marcus Blumberg Montag, 13. September 2010
 

thisCarlos Beltran hat mittlerweile auch mit dem linken Knie Probleme, Johan Santana muss an der Schulter operiert werden und somit ist nicht nur 2010 für die Mets verkorkst sondern auch 2011 steht bereits unter einem nicht gerade guten Stern. Und hauptverantwortlich dafür ist sicherlich GM Omar Minaya.

Willkommen zu This Week in Baseball. Die erschütternde, wenn auch wenig überraschende Diagnose einer Schulterverletzung bei Johan Santana ist wohl die Meldung der Woche. Dies ist für mich Anlass genug, mir einige der Entscheidungen der New York Mets in der näheren Vergangenheit noch einmal genauer anzusehen.

Wir blicken zurück auf den Winter 2007/08, also die Zeit, in der sich scheinbar alles um einen möglichen Transfer von Pitcher Johan Santana drehte. Damals stand er noch in Diensten der Minnesota Twins, die offenkundig bereit waren, das Pitching Ace in dieser Zeit abzugeben. Er hatte damals nur noch ein Jahr Vertrag und war mit einer No-Trade-Klausel ausgestattet, mit der er drohte, jeden Wechsel nach Saisonstart abzulehnen. Also wurden die Twins in der Winterpause aktiv, da sie wussten, dass sie ihn ohnehin nicht langfristig binden konnten.

Viele Teams waren interessiert, darunter die Red Sox und Yankees. Von allen wurden große Opfer gefordert in Form von hochtalentierten Minor-League-Spielern. Doch kein Team biss letztlich an. Der Grund war, dass man Santana im Zweifel auch im Folgejahr als Free Agent hätte verpflichten können, ohne viele große Talente abzugeben. Doch das war nicht der einzige Punkt, der gegen den Trade sprach. Da waren – wenn auch nicht offiziell genannt – Bedenken, was dessen gesundheitliche Aussichten in den Folgejahren anging.

Scouts hatten bemerkt, dass die Geschwindigkeit seines Fastballs merklich zurückging und dass er wohl Probleme hatte, den Slider effektiv zu werfen. Kurzum, die Befürchtung bestand, dass Santana in absehbarer Zeit körperliche Probleme entwickeln würde. Die Mets warfen diese Bedenken über Bord und machten den Trade – wohl gemerkt, ohne dafür wirklich etwas abzugeben, denn keiner der abgegebenen Spieler hat sich großartig entwickelt, was damals schon klar war. Und dennoch statteten sie den Linkshänder mit einem damals rekordbrechenden Sechsjahresvertrag für 137,5 Millionen US-Dollar aus.

2008 lief dann recht gut, 2009 hingegen hatte er schon während des Spring Trainings Schmerzen im Ellenbogen seines Wurfarms und pausierte daraufhin. Diese legten sich und so fuhr man mit ihm in der Rotation fort. Im Laufe des Jahres wurden die Schmerzen größer und letztlich stellte sich heraus, dass er Knochenabsplitterungen im Ellenbogen hatte. Eine Arthroskopie folgte und er verpasste den Rest der Saison.

2010 kam er wieder frohen Mutes zurück und seit letzter Woche wissen wir, dass er einen Kapselriss in der Schulter erlitten hat und operiert werden muss. Er soll aber im nächsten Spring Training wieder einsatzbereit sein. Diese Aussage haben wir auch schon letztes Jahr gehört…

Unmittelbar nach dem Trade damals, lachte man noch über die Twins, da sie ihr Pitching Ace für nichts haben ziehen lassen. Die Mets waren der klare Gewinner des Geschäfts. Heute jedoch sieht das anders aus. Heute stehen zwar die Twins auch nicht besser da als damals, doch auch die Mets kann man nicht mehr als Gewinner ansehen. Die Gewinner dieses Trades sind ganz klar die Teams, die sich Santana nicht „andrehen“ lassen haben! Ich will den Venezolaner zwar nicht schlecht machen, denn wenn er denn pitcht, ist er immer noch stark, aber er ist einfach zu oft (schwerer) verletzt.

Und dies ist nur ein Beispiel für die rabenschwarze Bilanz von Omar Minaya als General Manager der New York Mets. Die einst so gut aussehende Verpflichtung von Carlos Beltran kommt langsam zurück und beißt die Franchise. Beltran hat zuletzt 2008 eine ganze Saison überstanden. Seit 2009 klagt er sich mit Knieproblemen herum und es sieht so aus, dass er dieses Jahr zu früh wieder angefangen hat. Denn da sein rechtes Knie noch nicht wieder vollständig hergestellt war, hat er nun Probleme mit dem linken, da er mit diesem offensichtlich überkompensiert hat. Und er ist noch ein Jahr unter Vertrag für 18,5 Millionen Dollar!

Aber aus Beltran hat man wenigstens drei gute Jahre (2005 war er schlecht) herausholen können, was man über Jason Bay nicht sagen kann. Es gab gesundheitliche und sportliche Gründe, die geradezu schrien, „lass die Finger von Jason Bay!“ Doch Minaya überhörte diese Bedenken gekonnt und stattete ihn mit einem Vierjahresvertrag aus. Spötter müssten sagen, er wollte damit sicherstellen, dass auch dieser Deal gewiss in einem Desaster endet.

Das große Risiko waren seine Knie, doch die scheinen noch in Ordnung zu sein. Dennoch schaffte er es, sich zu verletzen, als er im Juli in eine Wand im Outfield rannte – Gehirnerschütterung. Das sollte man ihm natürlich nicht vorwerfen, denn sowas passiert eben. Doch seine Zahlen bis zu diesem Zeitpunkt sind allemal enttäuschend. Er brachte es auf ganze sechs Home Runs und 46 RBI. Für einen Pull-Hitter nicht gerade berauschend. Und auch nicht überraschend, denn im CitiField gibt es nun mal kein Green Monster, dass seine Flyballs geradezu auffrisst. Und das war vorauszusehen – vielleicht nicht von Minaya, doch vom versammelten Rest der Liga offenbar schon.

Die Personalien Luis Castillo, Francisco Rodriguez oder Oliver Perez will ich jetzt gar nicht auch noch sezieren. Da reicht die bloße Nennung, um Kopfschütteln auszulösen. Zudem könnte ich noch unzählige andere Beispiele von groben Fehlentscheidungen in Minayas Amtszeit aufzählen, doch der Punkt ist einfach, Minaya muss weg! Ich bin kein Mets-Fan, doch ich denke, diese Franchise hat eigentlich mehr Potential als sie seit Jahren ausschöpft. Mit einer sportlichen Leitung, die etwas von ihrem Job versteht, wäre so viel mehr möglich in Queens. Und auch wenn ich nicht denke, dass Jerry Manuel große Schuld an der sportlichen Talfahrt trifft, so wäre es sinnvoll, in diesem Winter groß aufzuräumen und sowohl den GM als auch den Manager auszutauschen. Die neuen Leute hätten in jedem Fall den Vorteil, dass es nicht viel schlechter laufen könnte, die Schwelle zur Steigerung ist also sehr niedrig.

Kommentare
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Rene
(Publisher) 13-09-2010 09:53
Problem der Mets: sie agieren wie die Yankees nur mit weniger Geld und weniger Hirn.
Die Strategie "ich stopf meine Löcher mit teuren Free Agents" funktioniert eben nur bei den
Yankees, kein anderes Team hat so tiefe Taschen. Bei so gut wie jedem MLB Team wär jemand wie
Vazquez eine mittlere Katastrophe für die Franchise. Das bedingt halt auch, daß die Yankees wirklich
jedes Jahr mitspielen können, eine Erwartungshaltung, die offenbar die Mets auch erfüllen wollen.
Jetzt hat Minaya aber schon mal den Karren so tief in den Dreck gefahren, da wird's eine Zeit lang
brauchen, um den rauszufahren. Was ein neuer GM auch mMn so deutlich kommunizieren sollte.
 
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DDP
(Registered) 13-09-2010 12:27
Man, die Twins haben aber auch echt nen schlechten Trade gemacht...aus den Spielern die sie bekommen
haben ist mal gar nix geworden. :(
Minaya ist ein Katastrophe und das war er schon in Montreal. Die Mets müssen das ganze Roster
umkrempeln und damit diese Saison beginnen zumal jetzt nach und nach die "Sünden" von Minaya
weg sein dürften, da ihre Verträge zu Ende sind. Ein Team um Thole, Wright, Pagan und Davis muss das
Ziel sein. Bei Reyes muss man wirklich genau schauen ob der auch fit bleiben kann, ansonsten läßt
man ihn nächstes Jahr auch gehen. Dann sind Beltran, Castillo, K-Rod usw. weg und dann kann man mit
nem gescheiten GM einen gutes Team zusammenstellen.
 
re:
Rene
(Publisher) 13-09-2010 14:40
DDP schrieb:
Man, die Twins haben aber auch echt nen schlechten Trade gemacht...aus den Spielern die sie bekommen
haben ist mal gar nix geworden. :(

Na zum Glück haben die Twins da damals Buchholz nicht abgestaubt.
 
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Marcus Blumberg

 
blumberg2 Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball.
Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.