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Endstation für den D-Train?
Die Arizona Diamondbacks haben Starting Pitcher Dontrelle Willis von den Detroit Tigers Anfang Juni verpflichtet, entschieden dann nach anhaltend schlechten Leistungen, ihn in den Bullpen zu schicken und gestern wurde er schließlich „designated for assignment“.
Willkommen zu This Week in Baseball. Heute nehme ich die die Entlassung von Dontrelle Willis von den Arizona Diamondbacks zum Anlass, mir mal die MLB-Karriere des Linkshänders anzusehen und frage mich, was im Laufe der Zeit bei ihm schief gelaufen ist.
Erinnert sich noch jemand an 2005? Damals gab es eine heiße Diskussion in der National League, wer den Cy Young Award mehr verdient hätte. Chris Carpenter oder Dontrelle Willis? Willis gewann damals für die Marlins 22 Spiele (10 Niederlagen) und hatte einen 2.63 ERA. Carpenter hatte eine 21-5-Bilanz mit einem 2.83 ERA, sein WHIP war jedoch leicht besser als der von Willis (1.06 zu 1.13) und der Cardinals-Pitcher sammelte deutlich mehr Strikeouts (213 gegenüber 170). Letztlich bekam Carpenter den Award.
Das entscheidende an dieser Betrachtung ist allerdings, dass beide damals nicht nur ihre jeweils beste Saison überhaupt hingelegt hatten, sie waren außerdem nahezu auf Augenhöhe, was ihre Leistungen anging. Überhaupt zählten sie zu den besten Pitchern der Liga. Doch nur wenig später trennten sich ihre Wege, was das Niveau angeht. Carpenter, der zwischenzeitlich durch eine schwere Ellenbogenverletzung zwei Saisons fast komplett verpasste (2007/2008), gehört seit seiner Rückkehr wieder zu den besten Pitchern der Liga.
Für Willis dagegen ging die Karriere nach 2006 steil bergab. Schaffte er 2006 noch einen 3.87 ERA, ging dieser 2007 auf 5.17 herauf. Zudem verminderte sich die Geschwindigkeit seines Fastballs. Die Detroit Tigers sahen dies aber offenbar nicht als Trend an und akquirierten ihn zusammen mit Miguel Cabrera in einem Trade mit den Marlins. Doch darüber hinaus gaben sie ihm auch noch einen Dreijahresvertrag für ca. 30 Millionen Dollar.
Seine Bilanz in den Folgejahren: 14 Starts zwischen 2008 und 2009 und ERA zwischen 7 und 9. Im ersten Vertragsjahr stoppte ihn eine Verletzung, im zweiten war die offizielle Begründung ein psychologisches Problem, wobei keiner so recht sagen kann, ob er wirklich ein Angstsyndrom hatte oder ob man ihn einfach aus dem MLB-Kader entfernen wollte, weil er eben nichts Produktives zustande bekam. Sei es drum, diese Jahre waren verlorene Jahre für den einstigen Shootingstar.
2010 sollte dann alles besser werden und wir sahen auch ein paar Lichtblicke vom nunmehr 28Jährigen. Den April schloss er mit einem guten 3.75 ERA ab und man konnte schon das Gefühl bekommen, dass er nun die Kurve bekommen hat, zumal drei seiner vier Starts Quality Starts waren. Doch das war offensichtlich nur ein Sturm im Wasserglas, denn danach gelang ihm nicht mehr viel. Er wurde zwar nicht vernichtet, wie in den letzten beiden Spielzeiten, doch brillant war er auch nicht.
Es folgte der Trade zu den Arizona Diamondbacks und mittlerweile nahmen die D-Backs, die auf ganzer Linie enttäuschten auch schon vor diesem Transfer, den Linkshänder aus der Rotation und planten mit ihm im Bullpen. Gestern folgte schließlich die Meldung, er wurde „designated for assignment“, was in diesem Fall nichts anderes Bedeutung, als dass man ihn entweder entlassen wird oder er in die Minors geht, wobei er hierbei zustimmen müsste.
Doch was ist eigentlich genau schief gelaufen in der Entwicklung dieses einst verheißungsvollen Talents? Kam er mit dem frühen Erfolg in seiner Karriere nicht klar? Das könnte zumindest ein Grund gewesen sein, denn in seinen ersten paar Jahren in der Liga lief immer alles glatt. Schon als Rookie pitchte er passabel und gewann auf Anhieb 2003 die World Series. 2005 dann diese grandiose Saison mit den 22 Siegen und auch das Folgejahr war ok. Danach kam der Bruch und nichts wollte mehr gelingen.
Erklären kann dies wohl keiner und da helfen auch nicht die offensichtlichen Indikatoren wie die Verminderung seiner Pitch-Geschwindigkeit. Seine eigenartige Pitch-Bewegung mag schon eher ein Ansatz sein. Dieser extrem hohe Kick vor dem Wurf und die Verdrehung des Körpers beim Wurf sind kompliziert und können leicht falsch gemacht werden. Jedoch bezweifle ich, dass man dies nicht innerhalb weniger Starts beheben hätte können, wenn es wirklich daran gelegen hätte.
Ein klares Problem war sicher sein Wechsel aus der National League in die American League. Diesen Schritt seitens der Tigers habe ich nie nachvollziehen können. Sie holten einen Pitcher, der in der NL schon große Probleme hatte und erwarteten dann, dass er sich in der AL wieder fängt. Die Chancen, dass so etwas gelingt, standen auch vor ein paar Jahren schon schlecht! Und damals war die Diskrepanz zwischen beiden Ligen noch gar nicht so eklatant wie heutzutage.
Kurzum, ich kann mir auch nach so vielen Jahren noch nicht erklären, was bei Dontrelle Willis schiefgelaufen ist, aber ich habe auch keine Hoffnung mehr, dass er jemals zu alter Form zurückfindet.
erklären. Er selbst hat den Begriff "anxiety disorder" auch nie gebraucht, da er wohl selber
nicht wusste, was bei ihm falsch läuft:
"You know, the biggest thing is not getting away from who you are," he said. "I fell
into it. I got away from who I was. I think I got too caught up worrying about other things, outside
things as far as how the hitters are, instead of worrying about myself." (26.2.2010) Das heißt
mal ungefähr gar nichts. Kurz vor Beginn der Saison hat er auch geäußert, dass er keine
„Angststörung“ hatte, sondern schlicht „nicht mehr gut pitchen konnte“ (leider hab ich den...
Hatte auch gehofft, dass er in der NL in Arizona wieder in Gang kommt. Das komische bei ihm ist,
dass er quasi immer schlecht war, aber manchmal auch lights out. Ich kann mich an einen
7-inning-one-hitter im letzten Jahr (oder schon vor zwei?) erinnern. Das spricht sehr für eine
Psychose. Fraglich natürlich, ob in Florida ein guter Psychologe am Start war oder die vielen
Zitronen ihm gut bekommen haben.
Bei den mechanics gebe ich dir absolut recht. Das hätten die pitching coaches schon korrigiert, wenn
es daran gelegen hätte. Und wenn er für 9 Millionen im Jahr in einem Korsett oder Zwangsjacke aufs
Spielfeld gekommen wäre… ;-)
Prognose: Dit wars mit der Karriere!<...
gesehen und wunderte mich eigentlich schon damals zu Marlins-Zeiten wie man so erfolgreich werfen
kann...unvergessen seine Back-To-Back Shutouts zum Saisonstart...
Immerhin war er es, der Jackson beim No-No in den Inning-Pausen immer wieder angesprochen und
motiviert hat (Experte für Spiele mit > 6 Walks LOL) , also hat seine Zeit in Arizona wenigstens in
Teilbereichen etwas genützt...
sehr unkontrolliert und es funktioniert.
Marcus Blumberg
Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball. Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.
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Dann mal gute Nacht Mets, sollten die es wirklich so doll treiben. Aber selbst die werden kein Ge...
(09-02-2012 18:28)Nico
Solche "Bad contract swaps" a la Milton Bradley gegen Carlos Silva gibt's normalerweise n...
(09-02-2012 16:24)Rene
Es branden immer mal wieder Spekulationen auf, wonach die METS Jason Bay für Burnett traden könnt...
(09-02-2012 15:54)USSFSteeler
Ich glaub so einfach geht das gar nicht
(09-02-2012 09:09)Basti
wegen mir kann er nach japan
(09-02-2012 08:59)wordass