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Der nächste No-Hitter...

 
Autor: Marcus Blumberg Montag, 28. Juni 2010
 

thisEdwin Jackson ist der vierte Pitcher, der in dieser Saison einen No-Hitter gepitcht hat. Er Schaffte es beim Gastspiel seiner Diamondbacks im Spiel bei den Tampa Bay Rays.

Willkommen zu This Week in Baseball. Die herausragende Story in der letzten Woche war ohne Zweifel der No-Hitter von Edwin Jackson, der wegen so vieler Gründe besonders war.

Immer, wenn ein Pitcher einen No-Hitter pitcht, ist dies ein herausragendes Ereignis. Doch gerade bei diesem „No-No“ von Edwin Jackson gibt es diverse Aspekte, die man aufgreifen muss. Zunächst fällt mir da ein, dass Jackson im Minor-League-System der Rays „heranwuchs“ und für das Team auch sein MLB-Debüt gab.

Für die Rays pitchte er sogar in der World Series 2008. Später wurde er zu den Tigers transferiert und vor dieser Saison war er Part im Multi-Spieler-Deal, der Curtis Granderson nach New York, Austin Jackson nach Detroit und Ian Kennedy sowie Jackson nach Arizona brachte.

Seine Saison bisher war eher wechselhaft und ich bin auch ein klein wenig enttäuscht von seinen bisherigen Darbietungen in der Wüste, da ich aufgrund seines Stuffs mehr erwartet hätte. Doch sei es drum, dieser No-Hitter am vergangenen Freitag zeigte dann doch, wozu er fähig ist. Allerdings stören mich die acht (!!!) Walks dann doch ein wenig. A.J. Burnett hat 2001 einen No-Hitter mit neun Walks fabriziert, insofern ist Jackson nicht allein, doch gerade diese Walks ließen den Pitch-Count extrem anschwellen.

Am Ende sorgte er mit seinem 149. Pitch für das finale Out im Spiel. 149 Pitches! Eine Zahl, die man in diesem Zeitalter eigentlich nicht mehr erwartet und auch nicht sehen will. Und da werden gleich Erinnerungen wach an die Diskussionen um CC Sabathia und seinem Versuch, einen No-Hitter zu pitchen in diesem Jahr. Joe Girardi sagte danach, er hatte ihn das neunte Inning nicht pitchen lassen, nachdem er bereits 111 Pitches geworfen hatte.

Der große Unterschied zwischen beiden Fällen war allerdings, dass es damals erst Sabathias zweiter Saisonstart war, er also noch nicht die Verfassung hatte, über die Jackson jetzt Ende Juni verfügt. 149 finde ich weiterhin extrem, aber gerade bei den Diamondbacks und ihrer verkorksten Saison kann man dies noch verstehen. Ich bezweifle zwar, dass Jackson seinen nächsten Start mit normaler Pause dazwischen machen wird, aber jedenfalls gibt es ihren Fans mal wieder einen Grund zur Freude.

edwin_jackson
Jackson zu Tigers-Zeiten (CC-BY-SA) Foto von Keith Allison

Und da wir schon über Sabathias Fast-No-Hitter sprechen, gegen welches Team war das noch gleich?! Ach ja, die Rays. Gegen wen hat eigentlich Dallas Braden sein Perfect Game dieses Jahr geworfen? Das waren ja auch die Rays! Und erinnert sich jemand an Mark Buehrles Perfect Game im letzten Jahr? Der Gegner waren – natürlich – die Rays! Erkennt jemand ein Muster?!

Ich will jetzt nicht die Rays schlecht machen, aber Zufall ist es nicht, dass sie innerhalb von nicht mal einem Jahr drei Mal keinen Hit, davon zweimal nicht einen Baserunner zustande brachten. Ich habe bereits in der Vergangenheit gesagt, dass dieses Team extrem ungeduldig ist und sehr aggressiv zu Werke geht. Das ist praktisch gegen Kontaktpitcher. Doch wenn man auf alles hackt, was kommt, bekommt man Probleme, wenn ein Pitcher auf Strikeouts aus ist und eher um die Strikezone herum agiert.

Dann hilft man dem Pitcher nämlich gewaltig aus mit Aggressivität. Und diese Tendenz ist auch der Grund, warum letztlich wieder die Yankees und Red Sox die Playoffs erreichen, nicht die Rays. Denn Boston und New York sind an der Platte viel ruhiger und sehr viel selektiver mit den Pitches, die sie versuchen, zu schlagen.

Aber zählen wir mal nach. In diesem Jahr gab es bereits zwei Perfect Games (eigentlich drei, aber lassen wir das!) sowie zwei No-Hitter. Und es ist gerade Juni. Da ist noch einiges möglich in dieser Saison, zumal einige weitere Pitcher ganz nah dran waren. Nur wie kommt es eigentlich zu dieser Häufung an nahezu perfekten Pitcher-Leistungen?

Sicherlich ist auch der Zufall darin involviert, denn es gibt so Jahre, in denen klappt es einfach, andere wiederum hatten gar keine „No-Nos“, wie etwa 2005. Es gleicht sich also im Lauf der Zeit aus. Doch es gibt nicht wenige, die behaupten, dass das Nachlassen des Dopings eine wichtige Rolle spielt.

Die Kontrollen werden besser und vor allem die Strafen abschreckender, so dass man es sich zweimal überlegt, zu Steroiden zu greifen. Dies wiederum kann natürlich einen Einfluss haben auf verschlechterte Offensivleistungen. Aber macht man es sich da nicht ein wenig zu einfach?

Ich glaube schon, denn Steroide bewirken letztlich mehr Kraft, mehr Power. Man schlägt den Ball weiter. Doch einen wichtigen Punkt vergisst man hier. Es kommt nicht nur auf Power an, ein gutes Auge ist ebenfalls wichtig. Und Geduld, wie ich bereits andeutete. Schlägt man also auf einen Pitch, der einfach nicht zum Schlagen platziert wird, produziert man Outs. Und scheinbar geht die Qualität, Pitches zu erkennen, einigen Spielern ab.

Das hat auch mit mangelnder Vorbereitung zu tun, denn ich kann mir schon vorstellen, dass die heutige Generation lieber vor der Playstation hängt als sich auf den nächsten Pitcher vorzubereiten. Für diese Theorie spricht, dass die Rays ein durchweg sehr junges Team haben…

Aber den genauen Grund für die Häufigkeit der No-Hitter 2010 werden wir wohl nie exakt ergründen können, seien wir also einfach froh, dass wir so viele davon zu sehen bekommen!

Kommentare
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Basti
(Publisher) 29-06-2010 10:12
Er bekommt erstmal zwei extra Tage Pause :) Aber schon stark wie man nach 140 Pitches, immer noch
einen 96 MPH-Fastball über die Platte bringt...es ist wirklich kein Zufall, dass es die Rays
jedesmal waren, wobei man sagen muss, dass beide Perfect Games das letzte Spiel eines Roadtrips
waren, aber so etwas zählt dann als Ausrede nicht, wenn man schon in Gedanken im Flieger sitzt und
nicht seinen Job ausreichend erledigen kann!
 
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