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Nummer 100

 
Autor: Marcus Blumberg Montag, 03. Mai 2010
 

thisDie New York Yankees beendeten den April mit einer 14-8-Bilanz und das, obwohl sie fast schon traditionell langsam starten. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass bis auf wenige Ausnahmen kaum jemand seine Form erreicht hat auf Seiten der Offensive. Beim Pitching überzeugten die Starter, die Reliever dagegen haben noch Nachholbedarf.

Willkommen zur 100. Ausgabe von This Week in Baseball. Es sei allerdings gleich gesagt, dass dies nur aus statistischen Gründen erwähnenswert ist, denn diese Kolumne ist seit jeher der Aktualität gewidmet und so soll es auch zum großen Jubiläum der Fall sein.

Und ich gebe auch zu, dass es zurzeit schwer fällt, geeignete Themen zu finden, denn erstens haben wir gerade mal den April hinter uns gelassen und können somit noch nicht viel über etwaige Trends sagen. Und zweitens war die letzte Woche nicht gerade dazu angetan, sich voll auf Baseball zu konzentrieren – ich bin Bayern-Fan, ihr versteht…

Dennoch gelang es mir nach intensivem Brainstorming, ein Thema zu finden. Insofern gehen wir nun in medias res.

Yankees Pitching

Überraschung, Überraschung! Die Yankees haben eine mehr als positive Bilanz zum Ende des Aprils! Dies ist insofern bemerkenswert, weil ich mich nicht mal mehr daran erinnern kann, wann dieses Team mal nicht im ersten Saisonmonat enttäuschte. Diese Entwicklung ist mal was Neues und durchaus erwähnenswert, wenn man bedenkt, dass sie meist erst nach April aufdrehten.

Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Und ich lasse jetzt mal die gewohnten Startschwierigkeiten von Mark Teixeira und einigen anderen außen vor. Viel interessanter ist das Bild, das die Pitcher gerade abgeben. Denn hier gibt es extreme Unterschiede.

sabathia
CC Sabathia: Gewinnt er 20 Spiele? (CC-BY) Foto von chris.ptacek

CC Sabathia, A.J. Burnett und Andy Pettitte präsentierten sich bisher wirklich hervorragend, was gerade bei Sabathia so früh nicht zu erwarten war. 20 Siege sollten also nun mehr als möglich sein. Pettitte erlebt seinen x-ten Frühling in seiner vielleicht letzten Saison und Burnett hat bisher weitestgehend auf seine immer möglichen „Meltdowns“ verzichtet.

Hinzu kommt der junge Phil Hughes, der sich ordentlich präsentiert und gerade was Fantasy-Statistiken angeht, sehr effektiv auftritt. Er hat aber mit Ineffizienz, was die Anzahl seiner Pitches angeht, zu kämpfen. Jedoch ist dies bei einem noch recht unerfahrenen Starter keine große Sache.

Der einzige Starter, der klar abfällt, ist Javier Vazquez. Die Umstellung von National League zu American League scheint ihm gar nicht zu bekommen und seine Art zu pitchen, scheint hier wenig erfolgversprechend zu sein. Er vertraut zu sehr auf seine Breaking-Pitches, während er scheinbar regelrecht ängstlich mit seinem Fastball umgeht. Man merkt ihm klar an, dass ihm zurzeit komplett die Kontrolle abhanden gekommen ist. Kein Selbstvertrauen und mangelnde Kontrolle über den Fastball sind eben genau die Faktoren, die dich in der AL East zerstören können.

Abschreiben sollte man ihn jetzt aber noch nicht, schließlich waren seine letzten Jahre immer mind. solide. Nur sollte er sich nicht zu viel Zeit nehmen beim Finden seiner Form, denn zu viel Geduld hat man in New York ohnehin nicht, vor allem nicht mit ineffektiven Starting Pitchern. Sein nächster Turn wäre am Freitag in Boston. Ich gehe aktuell aber davon aus, dass er in der Rotation übersprungen wird, zumal die Yankees am Donnerstag Spielfrei haben. Hughes wird stattdessen Freitag starten. Sabathia am Samstag und Burnett Sonntagabend.

Anders sieht es im Bullpen aus. Voll vertrauen kann man wie immer Mariano Rivera, der noch keinen Run abgab. Halbwegs verlässlich ist Joba Chamberlain, der aber auch schon ein Spiel auf dem Gewissen hat. Bei ihm ist weiterhin das Hauptproblem, dass er nur dann wirklich guten Stuff hat, wenn er aggressiv ist, was er scheinbar nicht immer ist.

Leute wie David Robertson, Damaso Marte oder auch Boone Logan fehlt die Form, wobei letzterer zumindest in Ansätzen überzeugte. Chan Ho Park ist zudem verletzt und insofern fragt man sich schon, wie das Team den Bullpen wieder stabiler gestalten will.

mariano_rivera
Der Beste: Mariano Rivera (CC-BY-SA) Foto von Keith Allison

Seit gestern ist Mark Melancon wieder in der Bronx, einer der zukünftigen Hoffnungsträger. Von ihm erwartet man in diesem Jahr den Durchbruch und traut ihm durchaus zu, die späten Innings zu pitchen. Im vergangenen Jahr tat er sich noch schwer mit dem Druck in der MLB, nun ist er ein Jahr älter und kann nun zeigen, ob die Vorschusslorbeeren auf ihn gerechtfertigt sind.

Was ebenfalls nicht hilft, ist einmal mehr Joe Girardis Handhabung des Bullpens. Man hat teilweise schon wieder den Eindruck, dass er mitunter zu viel oder zu wenig auf bestimmte Leute vertraut.

Nehmen wir die Niederlage am Samstag gegen die Chicago White Sox. Starter Vazquez versagte, dann kam Sergio MItre für drei Innings und machte einen guten Job. Danach kamen noch Logan, Robertson, Marte und Aceves. Also alle Reliever außer Chamberlain und Rivera.

Man verlor das Spiel, setzte fast alle Pitcher ein, die man hatte, ließ aber seine beiden besten Bullpen-Arme draußen – mit einer Führung im siebten Inning. Wo ist hier der Sinn? Gerade Chamberlain sollte doch in der Lage sein, auch zwei Innings zu werfen, wenn es die Situation verlangt, oder? Und dass man keinen Favoriten für das siebte  Inning hat, ist auch nicht von Vorteil. Andere Teams sind hier klarer aufgestellt.

Man muss aber zum Schluss betonen, dass es wirklich noch sehr früh ist in der Saison und sich im Team in den letzten Jahren meist erst im Laufe der Spielzeit ein klares Bild im Bullpen herauskristallisiert hat. Und wenn man auch mit so viel Ungewissheit noch zu einer so positiven Bilanz kommt, darf man optimistisch in die kommenden Monate blicken…

Kommentare
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DDP
(Registered) 03-05-2010 07:18
Robertson sollte eigentlich in diesem Jahr der Mann fürs siebte Inning sein. Das ist bislang noch
nicht aufgegangen und deshalb geht es da noch drunter und drüber.
Dazu hat Marte seine Postseasonform nicht behalten und macht es immer wieder gefährlich.
 
jimmy1138
(Registered) 03-05-2010 08:41
Au contraire ich finde das Bild, das das Hitting abgibt viel interessanter als das Pitching. Kurz
dazu: die Yankees haben vier Top-Starter (und eine Niete), was schlichtwegs der Hauptgrund für den
guten Start ist.
Hitting: da ist interessant, daß die Produktion momentan von den Defensivpositionen SS (Jeter), 2B
(Cano), CF (Gardner) kommt. mit einem Tex und A-Rod auf Touren wären die Yankees so momentan fast
unschlagbar.
 
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Basti
(Publisher) 03-05-2010 09:48
Ich finde,dass Girardi gerade bei Joba gefragt ist ihn bei "Laune" zu halten und ihm ruhig
auch mal zwei Innings geben sollte...der Junge braucht Selbstvertrauen.

@Rotation:Bei Pettitte kam schon der erste kleine Einbruch(OK auf dem Niveau von davor kann kaum ein SP
monatelang werfen).Ansonsten sehe ich hinter CC doch einige Fragezeichen...bleibt Burnett fit (zwei
komplette Saisons und eine Postseason auf höchstem Niveau verletzungsfrei durchgehalten!),wie
entwickelt sich Vazquez usw...Hughes sieht momentan eher wie die Nr.2 aus.Hat mir in den paar
Spielen(Innings),die ich gesehen habe gut gefallen.

@Girardi:
Wie er am Samstag wieder so krass over-managen musste...I DONT GET I...
 
re:
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Johannes
(Publisher) 03-05-2010 20:58
Zitat:
Willkommen zur 100. Ausgabe von This Week in Baseball
...Glückwunsch!
 
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Tulo
(Registered) 03-05-2010 21:48
Zitat:
Nummer 100

Wie schnell die Zeit vergeht! Gratuliere! Dachte zuerst, du meinst den Schlagdurchschnitt von Tex...
 
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