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Joe Mauer bleibt ein Twin und das ist auch gut so!

 
Autor: Marcus Blumberg Montag, 29. März 2010
 

thisJoe Mauer bleibt noch lange in Minnesota und macht damit nicht nur deren Fans glücklich. Gleichzeitig sendet dies ein positives Signal an andere Teams aus kleineren Märkten, dass man teure Stars doch irgendwie halten kann. Anderorts schaut man dagegen in die Röhre, weil Mauer genau der Spieler gewesen wäre, den man für die Zukunft gern gehabt hätte.

Willkommen zu This Week in Baseball. Die „Feel-Good-Story“ kam in der vergangenen Woche aus dem beschaulichen Minnesota. Joe Mauer, der Catcher und das Gesicht der Minnesota Twins, unterschrieb einen neuen Vertrag, der ihn bis zum Ende des Jahres 2018 in die Franchise bindet. Und das ganz ohne Free Agency. Doch was sind die Folgen dieses Deals? In den folgenden Zeilen werde ich dazu ein paar Überlegungen anstellen.

Der Deal

joemauer
Bleibt zu Hause: Joe Mauer (CC-BY-SA) Foto von Keith Allison

Mauer bekommt in den acht Jahren ab 2011 184 Millionen US-Dollar, also genau 23 Millionen pro Jahr. Er hat eine No-Trade-Clause, die es ihm ermöglicht, jeden möglichen Trade zu blocken, was aber eher einer Formalie gleicht, da die Twins ohnehin kein Interesse daran hätten, ihn gehen zu lassen. Es ist der viertgrößte Vertrag, den je ein MLB-Spieler unterschrieben hat nach den zweien von Alex Rodriguez (10 Jahre/252 Millionen 2000 und 10 Jahre/275 Millionen 2008) und dem von Derek Jeter (10 Jahre/ 189 Millionen 2001).

Der Betrag von 184 Millionen Dollar dürfte zudem Scott Boras so gar nicht passen, denn damit verdrängt Mauer den Deal von Mark Teixeira (den Boras ausgehandelt hat) auf den fünften Platz in dieser Liste (8 Jahre/180 Millionen 2009), was letztlich eine Randnotiz ist, doch für Boras wohl dennoch störend erscheint.

Sicherlich kann man nun diskutieren, ob Mauer auf dem freien Markt, den er nach dieser Saison erreicht hätte, nicht noch sehr viel mehr Geld erhalten hätte. Aber man sollte vor allem bedenken, dass Mauer nie woanders hin wollte. Er ist in St. Paul, MN geboren und aufgewachsen und wurde direkt aus der High School von den Twins im Draft gezogen. Er ist der Lokalmatador und das natürliche Gesicht der Franchise. Er fühlt sich wohl dort und die Fans haben somit eine ideale Identifikationsfigur wie kaum ein anderes Team.

Des Weiteren eröffnen die Twins in diesem Jahr das neue Target Field und nichts wäre schlimmer gewesen als den Superstar des Teams gehen zu lassen. Das hätte sogar zu rückläufigen Zuschauerzahlen führen können. Doch all das ist nun kein Thema mehr! Die Leute werden in den neuen Ballpark strömen und begeistert in die neue Saison gehen – und dies wird auch in Zukunft so sein.

Der Markt ohne Mauer

Was für die Twins eine erfreuliche Meldung ist, mag für einige andere Teams zu einem Problem werden. Es gibt einige Teams, die gerne ihren Geldbeutel aufgemacht hätten, um sich dieses Juwel zu sichern. Joe Mauer wäre auf dem Markt wohl der mit Abstand begehrteste Spieler gewesen, zumal er neben seiner herausragenden Offensivqualitäten auch noch ein hervorragender Catcher ist. Und diese Kombination ist sehr selten.

Zudem gibt es einige Teams, deren Catching-Situation nicht unbedingt rosig aussieht und die liebend gern den Geldlaster vorgefahren hätten. In erster Linie denke ich hier an die Boston Red Sox. Nicht zuletzt Boston-Insider Peter Gammons hat des Öfteren angemerkt, dass hier großes Interesse bestünde. Und das ist auch logisch, denn schauen wir uns den Status Quo an:

Der Starter ist Victor Martinez und so gut er offensiv auch sein mag, seine Defensive ist nicht gerade brillant. Hinzu kommt Jason Varitek, der offensiv kaum noch zu gebrauchen ist und nur noch wegen seiner Führungsqualitäten und seinem guten Game-Calling durchgeschleppt wird. Seine Zeit ist aber demnächst abgelaufen. Und eigentlich gilt dies auch für Martinez‘ Zeit als Catcher. Er spielt heute schon des Öfteren an der ersten Base bzw. als Designated Hitter. Außerdem wird er nicht jünger und seine Defensivqualitäten nicht besser.

Wirkliche Alternativen stehen den Red Sox nicht zur Verfügung, das Minor-League-System gibt wenig Vielversprechendes her. Die Red Sox hätten Mauer also gut gebrauchen können.

Natürlich sollte man meinen, dass die Yankees auch involviert gewesen wären, aber bei denen ist der Verzweiflungsfaktor nicht so hoch wie in Boston, denn sie haben ein prall gefülltes Catcher-Arsenal im Farmsystem angeführt von Jesus Montero und Austin Romine. Beide sind in naher Zukunft echte Alternativen und bis dahin hält Jorge Posada noch die Stellung. Das hätte die Yankees zwar nicht davon abgehalten, dennoch einen Run auf Mauer zu starten, aber wohl vor allem, um ihn nicht nach Boston zu lassen – oder um den Preis in die Höhe zu treiben.

Gleichzeitig wird nun Victor Martinez auch zum begehrtesten Catcher auf dem Markt im kommenden Winter. Er hat aber auch schon mehrmals erklärt, dass er nicht so gern das Team wechselt und am liebsten in Cleveland geblieben wäre. Daher würde er es nun bevorzugen, weiterhin für die Red Sox zu spielen – dazu wird es wohl auch kommen, denn wie angedeutet, haben die Red Sox keine andere Wahl!

Sollte es also Teams geben, die im Winter Catcher benötigen, werden sie sich wohl mit schlechteren Optionen begnügen müssen, denn Topleute kommen eher nicht auf den Tisch…

Gut für Baseball

Der Verbleib von Joe Mauer ist aus vielerlei Hinsicht gut für Baseball. Es stärkt nachhaltig die Identifikation der Fans mit den Twins, die in einem bekanntermaßen eher kleineren Markt spielen. Und dies wiederum könnte ein positives Signal sein für andere Teams aus ähnlich überschaubaren Märkten, dass man durchaus auch dort in der Lage sein kann, Eigengewächse langfristig zu binden und um diese Gesichter der Teams eben solche aufzubauen. Die Twins tun genau das.

Im Sinne der Chancengleichheit wäre es daher wünschenswert, dass etwa die künftigen „Miami Marlins“ ihre Topmänner Hanley Ramirez und Josh Johnson langfristig hielten oder dass bei den Pittsburgh Pirates endlich mal Spieler länger als zwei Jahre im Kader blieben. Ich denke da etwa an einen Andrew McCutchen, der dieses Jahr groß aufspielen könnte.

Und letztlich ist Mauers Verbleib auch ein Zeichen, dass eben nicht alle guten Spieler zwangsläufig an der Ostküste bei den Yankees, Red Sox oder Mets landen müssen. Dies sollte auch den St. Louis Cardinals und ihren Anhängern Mut machen, wenn es darum geht, ihren Megastar Albert Pujols langfristig zu binden.

Sicherlich wird das teuer – wie es auch teuer wird für Minnesota, denn man wird 2011 wohl erstmals die 100-Millionen-Dollar-Gehaltsschallmauer durchbrechen – aber in Zeiten des Revenue-Sharings wäre es im Sinne des Sports, das so erhaltene Geld in den Sport zu stecken und nicht in die eigene Tasche. Wobei gerade die von mir aufgezählten Teams alle über neue Stadien verfügen oder demnächst verfügen werden. Da sollte also Geld in die Kassen fließen…

Kommentare
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Erich
(Publisher) 29-03-2010 15:57
Ein Berichterstatter hat sogar hochgerechnet, daß Mauer auf dem Free Agent Markt weit über 200 Mio.
hätte verdienen können. Denn im Gegensatz zu 1B wo es viele sehr gute Spieler gibt, sind die
erstkalssigen Catcher eher rar.

Aber Mauer werden sowohl 180 wie auch 200 bis in alle Ewigkeit reichen. so hat er aber die Cahnce zu
einer Legende in Minneapolis zu werden.
Ähnlich z.B. Musial in St. Louis.

Absolut richtige Entcheidung, für ihn, Minnesota und die MLB. :)
 
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BMSammy
(Registered) 30-03-2010 11:58
Ich finde es natürlich auch gut, dass Joe Mauer den Twins erhalten bleibt :cheer:

Dennoch bleibt die Frage, ob sich andere Clubs was ähnliches leisten wollen? Denn ca. 25% der
Payroll über mehrere Jahre an einenSpieler zu binden, birgt doch ein großes Risiko und schränkt die weitere Mannschaftsgestaltung enorm
ein.

Das gleiche Thema wird auch in Milwaukee diskutiert. Hier hoffen die Fans natürlich auch auf einen
langfristigen Mega-Vertrag für Prince Fielder.
 
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