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Lincecum lässt Geld liegen, Rays streiten um Peanuts

 
Autor: Marcus Blumberg Montag, 15. Februar 2010
 

thisDie Rays bitten B.J. Upton wegen Peanuts zur Arbitration, Tim Lincecum tut den Giants einen großen Gefallen und Scott Boras sieht schon wieder wie ein Sieger aus nach einer verlustreichen (Winter-)Schlacht. Und was macht eigentlich Chien-Ming Wang?

Willkommen zu This Week in Baseball. In dieser Woche nehmen die Pitcher und Catcher in ihren Spring-Trainings-Komplexen die Arbeit auf und es standen ein paar Arbitration-Verhandlungen an, andere wurden dagegen in letzter Sekunde gestoppt. Zudem schaue ich kurz auf ein, zwei Gerüchte zu Noch-Free-Agents. Und es gibt Neues zu Scott Boras.

B.J. Upton

rays_smallArbitration finde ich an sich ganz interessant und sinnvoll. Wenn man sich trotz intensiver Verhandlungen nicht auf eine Vertragssumme einigen kann, ist es manchmal ganz sinnvoll, einen unabhängigen Richter entscheiden zu lassen. Doch was die Rays und B.J. Upton heuer gemacht haben, ist schlichtweg lächerlich! Die Rays boten drei Millionen Dollar an, Uptons Agent forderte 300.000 Dollar mehr! Man konnte sich also nicht über 300.000 Dollar mehr oder weniger einigen.

Zunächst mal finde ich das an sich schon ziemlich erbärmlich, denn macht diese Summe wirklich einen großen Unterschied bei der Gehaltsentwicklung dieses Teams? Und wie will man als Team begründen, dass der Spieler 300.000 Dollar weniger im kommenden Jahr verdienen sollte als er fordert? Gut, es ist ihnen gelungen, den Richter zu überzeugen, aber welche Nachricht sendet dies an Upton? Das Team sagt ihm damit doch im Grunde, dass es nicht bereit ist, ihm bei einem relativen Peanut-Betrag entgegenzukommen. Diese Vorgehensweise könnte sich in Zukunft nochmal rächen, wenn Upton Free Agent wird. Spätestens dann müssten die Rays die Quittung für diese Entscheidung fürchten.

Tim Lincecum

giants_smallTim Lincecum war drauf und dran, richtig Kasse zu machen in seiner Verhandlung. Er forderte 13 Millionen Dollar, einigte sich dann aber auf erstaunliche 23 Millionen Dollar über zwei Jahre und ließ damit richtig viel Geld auf dem Tisch! Denn hätte er die Arbitration durchgezogen, hätte er sicherlich deutlich mehr einnehmen können in den kommenden zwei Jahren. Er verdient zwar mehr als jeder andere Pitcher nach nur drei Major-League-Jahren, aber dennoch wären immer noch deutlich mehr drin gewesen. Er bekommt zwar sowieso genug, allerdings sind die Gewinner dieses Deals sicherlich die Giants, die so den Preis nach den zwei Jahren drücken könnten.

Wichtig wird jetzt aber sein, dass das Team das gesparte Geld in weitere Verstärkungen investiert, denn nur so wird man den Pitcher davon überzeugen, auch langfristig in der Bay Area zu bleiben. Auf Dauer werden ihm Cy Young Awards alleine nicht reichen, um es ein wenig überspitzt zu formulieren.

Johnny Damon & Chien-Ming Wang

Zwei der prominentesten Free Agents, die noch auf dem Markt sind, sind die beiden Ex-Yankees Johnny Damon und Chien-Ming Wang. Allerdings sind ihre Situationen recht unterschiedlich. Beginnen wir mit dem Outfielder. Damon und sein Berater Scott Boras machten es zu Beginn des Winters klar, dass sie keine Gehaltskürzungen im Vergleich zu den 13 Millionen Dollar aus dem letzten Jahr hinnehmen würden. Yankees-General-Manager Brian Cashman nahm sie beim Wort und holte stattdessen Nick Johnson und natürlich Curtis Granderson. Damons präferiertes Ziel war damit verbaut. Und nachdem es lange nach gar nichts aussah, deutet nun alles auf die Tigers hin, die wohl sieben Millionen Dollar für ein Jahr oder das doppelte für zwei Jahre bieten. Dies ist zwar nicht das, was Damon wollte, bessere Offerten dürften aber ausbleiben. Dennoch müsste man Boras wieder mal loben, denn die Tigers bieten ja im Grunde gegen sich selbst und hätten wohl auch mit weniger Dollars gute Karten, Damon zu bekommen…

Bei Wang sieht es so aus, dass keiner so recht weiß, in welchem Zustand er zurückkommt. Keiner weiß, wie seine Schulter nach der Operation funktioniert und ob seine Hüfte, die letztes Jahr anfangs auch zu Problemen führte, sich anfühlt. Über ihm hängt also ein großes Fragezeichen. Angeblich sind aber mehrere Teams an ihm interessiert und Gerüchten zufolge könnte er sich für die Washington Nationals entscheiden und zwar mit einem Vertrag, der viele Leistungsboni enthält. Also im Grunde ein Kontrakt, den er von den Yankees auch hätte bekommen können. Der größte Unterschied wäre wohl, dass der Nationals-Vertrag (oder einer bei einem anderen Team) ein Major-League-Deal wäre, während die Yankees nur einen für die Minor Leagues garantieren würden. Dies und wohl auch die damaligen Arbitration-Verhandlungen, in denen die Yankees sich mit ihren vier Millionen gegen Wangs 4,6 Millionen durchsetzten und die beim Pitcher für Unmut sorgten, sprechen gegen eine Rückkehr in die Bronx. Hier hätten wir dann wieder den Bogen gespannt zu der Situation von Upton.

Scott Boras

Also nach Plan lief sein Winter jetzt nicht. Er holte zwar den langfristigen und gut dotierten Vertrag für Matt Holliday heraus, jedoch für signifikant weniger Dollars als er veranschlagt hatte. Und er verschaffte Ivan Rodriguez einen Vertrag, der nahezu unglaublich erscheint für einen Backup-Catcher in der heutigen Zeit (6 Mio. für zwei Jahre in Washington). Doch Johnny Damons Markt hat er völlig falsch eingeschätzt und sich total verspekuliert in den Gesprächen mit den Yankees. Neu hinzu kam die Nachricht, dass Utility-Spieler Felipe Lopez seine Trennung vom Über-Agenten bekannt gab. Jetzt könnte man meinen, dies sei ein weiteres Zeichen für den Negativtrend, den Boras zurzeit aufweist. Doch wenig später vermeldete Angels-First-Baseman Kendry Morales, dass er den Agenten gewechselt hat und nun von Boras‘ Agentur vertreten wird. Und schon ist letzterer wieder obenauf!

Morales gilt als einer der Shootingstars der Liga, überzeugte in der vergangenen Saison in seinem ersten Jahr als Starter sowohl defensiv als auch offensiv. Und sein Vertrag läuft im kommenden Winter aus, so dass er Arbitration beantragen könnte. Man kann also schon die Dollar-Noten in Boras‘ Augen sehen, wenn man genau hinschaut. Er wird nie untergehen, so viel steht fest…

Kommentare
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Tulo
(Registered) 15-02-2010 11:55
Die Geschichte mit den Rays und Upton ist wirklich kurios. Wären die Angebote wohl weiter
auseinander gewesen, hätte man sich wohl wie bei Lincecum in der Mitte getroffen. Falls die Rays
zuerst das Angebot unterbreitet haben, wäre es natürlich dumm, wenn dann Upton diese 300'000 mehr
verlangt...
 
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Basti
(Publisher) 15-02-2010 20:56
Komisch über die 10 % bei Upton regst Du Dich so auf und die rund 11 % bei Lincecum sind dann auf
einmal so viel mehr Geld ?!

Sehr komisch gerechnet Marcus ;)
 
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Cecil_Rhodes
(91.67.247.xxx) 15-02-2010 21:04
;) Ist was dran
 
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Marcus
(Administrator) 16-02-2010 01:18
Wenn er dieses Jahr 13 Mio. bekommen hätte, wären es nächstes Jahr möglicherweise 20 gewesen, was in
der Summe 33 über zwei Jahre ergibt. Das sind ca. 43 % mehr als er jetzt in den nächsten zwei Jahren
verdient!
 
Erich
(Publisher) 16-02-2010 06:23
Aber man hätte sich wohl auch irgendwo in der Mitte getroffen. Bei ca. 11 Mio schätze ich. Und wenn
er dann einmal ein schlechtes Jahr einlegt, oder verletzt ist, gäbe es nächsten Jahr auch keine 20.



So weit unter Wert hat er sich deswegen nicht verkauft. ;)

 
re:
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Basti
(Publisher) 16-02-2010 11:36
Marcus schrieb:
Wenn er dieses Jahr 13 Mio. bekommen hätte, wären es nächstes Jahr möglicherweise 20 gewesen, was in
der Summe 33 über zwei Jahre ergibt. Das sind ca. 43 % mehr als er jetzt in den nächsten zwei Jahren
verdient!


Ja gut, das mag sein (oder auch nicht...), dann hätte er ja 2010 den Arbitration Prozess für sich
entschieden und wäre im Sommer zu den Yankees gewechselt, die ihm dann 100 pro dieses von Dir
prognostizierte Gehalt gezahlt hätten, oder wer hätte ihn sich geholt ;) ?

Er wird fürstlich bezahlt, dafür dass er noch nicht lange in der MLB ist...lass ihn mal 30 bis Mitte
35 sein, dann bekommt er schon noch genug :)
 
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Marcus
(Administrator) 16-02-2010 11:46
Er wäre überhaupt nicht gewechselt. Der steht noch eine Weile unter Teamkontrolle, warum sollten die
Giants ihn abgeben?
 
re:
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Marcus
(Administrator) 16-02-2010 11:48
Erich schrieb:
Aber man hätte sich wohl auch irgendwo in der Mitte getroffen. Bei ca. 11 Mio schätze ich. Und wenn
er dann einmal ein schlechtes Jahr einlegt, oder verletzt ist, gäbe es nächsten Jahr auch keine 20.


Wäre es zur Verhandlung gekommen, hätte es keinen Kompromiss mehr gegeben! Er hätte ziemlich sicher
die 13 Mio. gesehen.
 
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Basti
(Publisher) 16-02-2010 11:50
@Marcus: Wenn sie ihn nicht bezahlen können, aber noch Kontrolle über ihn haben, wirds ein wenig
unangenehm...die legen garantiert keine 20 Millionen pro Jahr für Lincecum auf den Tisch, beim
besten Willen bezahlen bekommt er von den Giants jedenfalls nicht dieses Gehalt.
 
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Marcus
(Administrator) 16-02-2010 14:27
Och bitte, die Giants haben genügend Geld. Und nebenbei hat man Bonds damals auch 20 pro Jahr
bezahlt. Sollte Lincecum diese Form die nächsten zwei Jahre halten, wird er in diesem Rahmen
verdienen.
 
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Basti
(Publisher) 16-02-2010 14:57
Sollte Lincecum die Form halten hat er gerade mal vier gute Jáhre auf dem Buckel: Barry Bonds hat
damals schon auf eine super Karriere zurückblicken können...bitte keine Äpfel, Birnen und Strümpfe
in die selbe Schublade packen. So locker haben es die Giants auch nicht stecken...aber selbst
Schuld, wenn man sich Barry Zito langfristig an sich bindet...die wollen auch mal irgendwann eher
sparen als noch mehr ausgeben.
 
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