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Johnson, Holliday und Chapman...

 
Autor: Marcus Blumberg Montag, 11. Januar 2010
 

thisEiner der besten Pitcher der letzten 20 Jahre hat seine Karriere beendet, der beste Free Agent 2009 einen Vertrag unterschrieben und eines der größten Fragezeichen auf dem Markt ein Team ausgewählt. Ach ja – und wir haben einen neuen Namen!

Willkommen zu This Week in Baseball auf Baseballinsider.de! Wie schön, dass ihr euren Weg auf unsere neue Seite gefunden habt! An dieser Kolumne ändert sich natürlich nichts und wie es üblich ist, gehe ich auch diese Woche auf die wichtigsten Ereignisse der letzten Woche ein. Und was ragte da mehr heraus als der Rücktritt von Randy Johnson? Ansonsten hat Matt Holliday tatsächlich bei den Cardinals unterschrieben und Aroldis Champman ist bei den Cincinnati Reds gelandet.

Big Unit

Randy Johnson wird in die Geschichte eingehen als einer der besten, wenn nicht der beste linkshändige Pitcher, den die Welt je gesehen hat. Seine Zahlen sind herausragend, sein Ansehen auf dem Spielfeld sprach für sich. Er hat so ziemlich alles erreicht, was man erreichen kann und sollte in fünf Jahren in die Hall of Fame aufgenommen werden.

Er gewann fünf Cy Young Awards, davon vier in Serie in Arizona und als einer von nur ganz wenigen Pitchern mind. einen in beiden Ligen (die anderen sind Gaylord Perry, Pedro Martinez und Roger Clemens). Dazu gewann er mehr als 300 Spiele – er wird wohl der letzte sein, der dies jemals schafft – und sammelte fast 4.900 Strikeouts. Die Strikeouts wären wohl der einzige Grund für ihn gewesen, noch weiterzuspielen, denn er hätte noch zwei Marken erreichen können, die nahe gewesen wären. Zum einen offensichtlich die 5.000er Marke bei den Strikeouts, die bisher nur Nolan Ryan durchbrach (er hat 5.714) und zum anderen den Rekord für die Zehn-Strikeout-Spiele. Johnson schaffte zehn und mehr „Ks“ in einem Spiel 213-mal. Ryan steht bei 215 solcher Spiele. Aber dies wären auch die einzigen ernsthaften Ziele gewesen, die Randy Johnson noch gehabt haben könnte.

Doch auch so bleibt er herausragend, wobei ich natürlich besonders gern auf sein Perfect Game im Jahr 2004 zurückblicke, welches ich sogar auf DVD habe. Seine größte Leistung war aber sicherlich die in der World Series 2001, in der er zusammen mit Curt Schilling die Yankees besiegte. Aus Sicht eines Yankee-Fans natürlich eher ernüchternd, aber sportlich betrachtet war dies schon einmalig!

Man darf sich also schon auf den Tag in fünf Jahren freuen, an dem „Big Unit“ in Cooperstown, NY stehen und seine Aufnahme-Rede halten wird. Ich bin gespannt, was er zu sagen hat, den Termin könnte man aber schon mal im Kalender rot umranden.

Holliday

Ich hatte zwar einen Vertrag unter 100 Mio. $ für Holliday erwartet, aber die Cardinals haben sich eben doch ein wenig selbst überboten. Doch letztlich ist der Deal ok, denn 17 Mio. pro Jahr sind weniger als die von Scott Boras veranschlagten 18 Mio. im Schnitt – ein Durchschnittsgehalt, das ihm die Colorado Rockies vor ein paar Jahren im Übrigens gemäß einiger Reportagen geboten hatten! Interessant finde ich im Übrigen die Klausel, nach der zwei Mio. $ jährlich ohne Zinsen nach hinten geschoben und von 2020 bis 2029 jährlich in Raten von mind. 1,4 Mio. $ ausgezahlt werden.

Was heißt dieser langfristige Pakt nun für St. Louis? Sie haben Sicherheit, dass zumindest mal einer ihrer Starspeler auf lange Sicht dem Team angehören wird. Und sie zeigen dem Superstar des Teams, dass man bereit ist, für den Erfolg Geld in die Hand zu nehmen. Doch wird Albert Pujols dies reichen? Klar ist in jedem Fall, dass dessen nächster Vertrag um einiges höher ausfallen wird und muss als der von Holliday. Einige Experten veranschlagen ca. 30 Mio. $ jährlich als realistisch für Pujols‘ Vertrag ab 2012. Die Frage ist nur, wer soll das zahlen? Die Cardinals werden dies nicht tun! Bei ihnen wird man wohl maximal in den Bereich von 20-25 Mio. $ jährlich gehen, denn sie haben ein Budget, dass nicht unendlich erweitert werden kann. Und nebenbei müssen sie auch noch andere Spieler bezahlen. Ihre Gehaltliste wird 2010 erstmals die 100-Mio.-Grenze erreichen und sollte Pujols 25 Mio. bekommen, wären dies schon fast 50 Mio. – also die Hälfte der 100 – für zwei Spieler. Ryan Ludwick und Adam Wainwright bleiben nicht ewig günstig und insofern könnte es eng werden, über einen längeren Zeitraum eine Spitzenmannschaft aufs Feld zu schicken.

Doch wer sonst würde 30 Mio. $ für Pujols zahlen? Das größte Problem für dessen Agenten dürfte werden, dass ausgerechnet die Yankees keinen Platz für ihn haben. Die erste Base ist von Mark Teixeira bis zum Ende des Jahrzehnts besetzt. Die Red Sox hätten das nötige Kleingeld, doch sie tendieren eindeutig in Richtung Adrian Gonzalez, den sie zwar dieses Jahr noch nicht bekommen, doch spätestens in zwei Jahren sieht es gut aus, wenn nicht schon in der nächsten Offseason. Also ein Jahr vor „A-Gons“ Vertragsende. Damit wären sie auch fraglich. Blieben die Mets. Und bevor Pujols zu den Mets ginge, wäre wohl ein Verbleib in St. Louis keine so schlechte Idee, wenn er ein paar Millionen weniger in Kauf nehmen würde…

Hollidays Bleiben ist also für die nahe Zukunft ein Plus, für die fernere aber nur eine Chance. Was die Cardinals aus dieser machen, wird die nächste Zeit zeigen.

Chapman

Der kubanische Flüchtling Aroldis Chapman hat nun also sein Team gefunden! Doch hätte irgendjemand mit den Cincinnati Reds gerechnet? Das ist schon deshalb so unglaublich, weil sie wohl niemand auf dem Zettel hatte. Und das will was heißen, denn es wurden mind. 15 Teams diskutiert in den vergangen Monaten, die Reds tauchten dabei aber eigentlich nicht auf. Und überhaupt sind sie doch eigentlich ein Team mit einem überschaubaren Budget, wieso überbieten also gerade sie alle anderen? Und ich kann nicht mal sagen, ob dies ein schlauer Schachzug war, da ich Chapman schwerlich einschätzen kann. Aber mutig sind die Reds allemal. Sollte er wirklich ein Jahrhunderttalent sein, hätten sie der Konkurrenz ein Schnippchen geschlagen, wenn nicht, 30 Mio. verbrannt…

Kommentare
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Erich
(Publisher) 11-01-2010 20:08
Wäre schon komisch, wenn der derzeit beste Baseballspieler der Welt (neben A-Rod) bei den beiden
besten und lukrativsten Teams aufgrund Platzmangel nicht unterkommen würde und sich deswegen unter
Wert verkaufen müsste.
Pujols ist doch eigentlich ein "Muss", seine Konstanz auf hohen Niveau ist doch einzigartig.
 
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