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This Week in Baseball - Unterschreibt Stephen Strasburg?
Heute Nacht ist die Deadline für Vertragsabschlüsse mit den diesjährigen Draftpicks. Und wie in jedem Jahr, weiß man auch heute noch nicht, wie es denn ausgehen wird. Längst ist es nicht mehr sicher, ob die hochgelobten Nummer-eins-Picks der Teams unterschreiben oder andere Wege beschreiten.
Willkommen zu This Week in Baseball. Heute schaue ich auf die Deadline zur Draftpick-Verpflichtung. Außerdem betrachte ich noch den Transfer von Alex Rios zu den White Sox und blicke auf das Wild-Card-Rennen in der American League.
Strasburg
Machen wir uns nichts vor, alle (Baseball-)Welt blickt heute nach Washington bzw. Kalifornien, um zu erfahren, ob sich die Nationals und Scott-Boras-Klient Stephen Strasburg letztlich auf einen Vertrag einigen können. Sicherlich sind die Nationals nicht das einzige Team, das in diesem Hinblick noch Hausaufgaben zu machen hat, aber da es sich um den ersten Pick insgesamt im Draft 2009 handelt, betrachte ich diesen als Musterbeispiel für die Komplexität derlei Verhandlungen heutzutage.
Beide Seiten haben klare Vorstellungen bzw. Verpflichtungen. Auf Seiten der „Nats" will man natürlich den Top-Pick und den von vielen Experten als nächstes Pitching-Phänomen angesehenen Stephen Strasburg für möglichst wenig Geld und möglichst viele Jahre verpflichten. Doch andererseits ist es Scott Boras' erklärtes Ziel, so viel Geld wie möglich zu ergattern, natürlich für so wenige garantierte Jahre wie nötig. Gerüchten zufolge peilt er einen Dreijahresvertrag an, was den Vorteil hätte, dass der junge Pitcher bis zu dreimal einen Arbitration-Prozess durchlaufen könnte bevor er erstmals Free Agent werden kann und so möglicherweise noch mehr Geld als mit einem garantierten Deal über ca. sechs Jahre bekäme. Beides ist irgendwo verständlich. Die Frage ist also, wer hier am längeren Hebel sitzt.
Würden die Nationals nicht zu einem Deal kommen, hätten sie erneut arge Probleme, eine halbwegs solide Rotation im nächsten Jahr aufzustellen, denn ein weiteres aufstrebendes Talent, Jordan Zimmerman, wird nach Ellenbogen-OP wohl für die komplette nächste Saison ausfallen. Dies macht die Notwendigkeit eines Vertrags für Strasburg noch größer. Andererseits haben sie gute Chancen auf den nächstjährigen Top-Pick, denn aktuell haben sie wieder die schlechteste Bilanz der gesamten MLB, wobei ihnen die Royals, Pirates, Orioles und auch Padres dicht auf den Fersen sind. Und sollten sie ihren diesjährigen Nummer-eins-Pick nicht unter Vertrag nehmen können, bekämen sie als Kompensation einen sehr hohen Pick im nächsten Draft zusätzlich zu dem, den sie ja bereits sehr wahrscheinlich durch diese Saison erhalten werden. Dann könnte man theoretisch Strasburg auch im nächsten Jahr noch einmal wählen...
Und sollte Strasburg aus den Verhandlungen aussteigen, so hätte er immer noch ein Jahr auf dem College an der San Diego State vor sich. Dann könnte er in seiner Senior-Saison noch weiter an sich arbeiten. Allerdings würde sich dann auch sein erster großer Zahltag um ein Jahr verschieben und sollte er sich in dieser Zeit verletzen, müsste er schlimmstenfalls ganz aufs große Geld verzichten.
Beide Seiten hätten also Alternativstrategien, aber beide Seiten wären wohl kurzfristig besser bedient, sollte es zu einem Deal kommen. Dabei darf man aber den Faktor Boras nicht unterschätzen, denn dieser bekommt normalerweise was er will. Ich rechne allerdings trotzdem mit einer Einigung bis Mitternacht, denn es ist eben der sicherste Weg...
Rios
Die Toronto Blue Jays haben mit einem Transfer mal eben 60 Mio. $ über die nächsten vier Jahre freigemacht. Durch den Waiver-Claim der White Sox, bekamen sie die Möglichkeit, ihren zweithöchsten Vertrag für einen Positionsspieler einfach so loszuwerden. Alex Rios ist zweifelsohne ein talentierter Spieler, jedoch hat er sich bis heute nicht zu dem Power-Hitter entwickelt, den man in Kanada erwartet hat. Und betrachtet man den aktuellen Markt, so ist Rios deutlich überbezahlt. Von daher ist es eine immense Erleichterung für Toronto, ihn loszuwerden.
Nun gab es zwar auch Stimmen, die wenigstens ein wenig Kompensation in Form von Talenten erwartet hätten. Doch seien wir ehrlich, wenn man die Chance bekommt, so viel Geld für einen überbezahlten Spieler von der Gehaltsliste zu streichen, dann stellt man keine Fragen und lässt ihn einfach ziehen! Immerhin hätten die White Sox bei einem möglichen Trade ja auch Kompensationszahlungen verlangen können, welche die Blue Jays finanziell schon wieder etwas schlechter gestellt hätten...
Diese 60 Mio. $ sind also weg, bleiben noch die astronomisch erscheinenden 107 Mio. $, die man Vernon Wells bis 2014 schuldet. Auch eher ist immens überbezahlt, aber für seinen Vertrag wird man keinen Abnehmer finden. Und dieser Fakt könnte sich noch als großes Problem für einen Neuaufbau in Ontario herausstellen. Denn bisher bekam er erst knapp zehn Mio. $ pro Jahr (inkl. Bonuszahlungen), doch ab 2010 werden es um die 20 Mio. $ jährlich und sowas streckt jede Gehaltsliste merklich. Man darf gespannt sein, wie sich General Manager J.P. Ricciardi da heraus manövriert, wenn man ihn den lässt...
AL Wild Card
Vor der Saison waren sich viele einig, dass die Red Sox die AL East gewinnen, während wohl die Yankees oder Rays sich um die Wild Card streiten. Aktuell sieht das Bild ein wenig anders aus. Die Yankees führen die eigene Division mit 7 ½ Spielen relativ klar an und haben in ihrer Geschichte noch nie eine Führung von mehr als sechs Spielen in der Division abgegeben. Ich sage also, sie gewinnen die AL East.
Doch was passiert dahinter? Die Red Sox sind ganz offensichtlich im Wild-Card-Rennen vorne mit dabei. Doch zum Erstaunen aller, liegen dort zurzeit die Texas Rangers vorne, wenn auch nur ein halbes Spiel vor Boston, dafür aber schon deren 3 ½ vor Tampa. Den Rest vernachlässigen wir, denn alles ab Seattle scheint schon jetzt zu weit weg.
Die meiste Erfahrung in Playoff-Rennen haben sicherlich die Red Sox, in diesem Jahrzehnt am häufigsten über die Wild Card die Qualifikation für Baseball im Oktober schafften. Die Rangers sind erstmals in solch einen Kampf involviert und Tampa ist der amtierende Sieger der American League, wobei sie im letzten Jahr erstmals überhaupt die Playoffs erreichten und auch erstmals in ihrer Geschichte davon träumen durften.
Dies macht die Red Sox sicherlich zum Favoriten. Aber ihre Pitching Rotation lässt Zweifel offen, denn neben Josh Beckett und Jon Lester finden sich viele Fragezeichen. Brad Penny hat einen ERA über fünf, Tim Wakefield ist gerade nicht gut zu Fuß und für Junichi Tazawa oder Clay Buchholz würde ich nicht die Hand ins Feuer legen. Zudem ist die Offensive ab Position sieben fragwürdig. Insofern wird der Playoff-Einzug für Boston nicht zum Selbstläufer.
Bei den Texas Rangers war Offensive eigentlich nie ein Problem, so auch dieses Jahr nicht. Das Pitching war dagegen meist ein Klotz am Bein. Nicht aber in diesem Jahr. Die Rangers haben den drittbesten Team-ERA der American League, dazu aber nur die siebtmeisten Runs der AL erzielt. Dennoch führen sie in der Wild Card. Wenn man bedenkt, dass ihr bester Spieler Josh Hamilton gerade erst warm wird, muss man sie ernst nehmen!
Bei den Rays ist die Offensive Nr. drei bei den erzielten Runs und Nr. sieben beim ERA. Sie erscheinen in diesem Jahr etwas inkonstant, aber dafür haben sie eine super Bilanz zu Hause gegen Boston, könnten also in diesem Duell noch Boden gut machen. Überhaupt könnte in den direkten Duellen der beiden die Entscheidung fallen. Die Rays und Red Sox treffen noch sechsmal aufeinander, dreimal im Tropicana Field, dreimal in Fenway.
Müsste ich tippen, würde ich immer noch die Red Sox vorne sehen, wäre aber auch nicht allzu überrascht, die Rangers am Ende im Oktober zu begrüßen. Die Rays erscheinen mir dagegen in diesem Jahr zu wechselhaft.
Aber was will Stasburg dann?
Nächstes Jahr wieder mit den Nationals verhandeln.
Oder evtl. mit den Pirates, die aber eher weniger Spendierfreudig sind obwohl die Payroll nun
niedrig genug ist und er bestens in deren Jugendkonzept passen würde.
Naja, warten wirs ab...
Marcus Blumberg
Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball. Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.
klar, wenn die grad mal in Schwung kommen...
(22-05-2012 15:26)Joey Hollow
Irgendwann sollten die Reds auch sehen, daß sie zumindest einmal ausprobieren, ob Chapman das Zeu...
(22-05-2012 11:27)Rene
Ohje wie lächerlich Sean Marshall den Closerjob wegzunehmen...ein Blown Save und ein BABIP von.500
(22-05-2012 10:36)Basti
Vielleicht sollte man eine Amnestie einführen: Wenn man so schnell fährt, wie man werfen kann, is...
(22-05-2012 09:05)Willitouch
Lawrie ging halt gegen den Schiedsrichter - und der ist nunmal absolut tabu. Das ist nicht nur im...
(22-05-2012 09:03)Willitouch