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This Week in Baseball - The Great Rivera

 
Autor: Marcus Blumberg Montag, 29. Juni 2009
 

Mariano Rivera hatte gleich doppelt Grund zur Freude im gestrigen Spiel bei den Mets. Zum einen sorgte er mit seinem Walk bei geladenen Bases im neunten Inning gegen Francisco Rodriguez für seinen ersten RBI und zum anderen sicherte er sich seinen 500. Save.

Willkommen zu This Week in Baseball. Angesichts dieser Glanzleistung von Rivera gestern, musste ich meine angedachten Themen ein wenig abändern. Aber Aktualität geht bekanntlich vor! Dennoch werde ich in der heutigen Ausgabe über drei Themen der letzten Woche reden, die ich für besonders interessant halte.

Mariano Rivera

Es war ein Spiel, dass der Closer wohl nie vergessen wird. Er betrat das Spielfeld im CitiField - zum ersten Mal in seiner Karriere übrigens - im achten Inning mit zwei Outs und zwei Läufern auf Base. Es folgte ein Strikeout und das Inning war vorüber. Im Anschluss daran lud sich sein Closer-Kollege Francisco Rodriguez die Bases, so dass „Mo" doch tatsächlich an die Platte musste. Zu schön auch die Schauspieleinlage von Backup-Catcher Francisco Cervelli, der durchaus überzeugend im On-Deck-Circle stand und sich auf einen Pinch-Hit-Auftritt vorbereitete. Jedoch wusste wohl jeder im Stadion und jeder vorm TV, dass Joe Girardi nie im Leben Rivera in der Situation mit einer Ein-Run-Führung aus dem Spiel nehmen würde. Hätte er es dennoch getan, hätte ich ihn an Stelle von Brian Cashman auch sofort entlassen...

Rivera trat also an die Platte, zum dritten Mal in seiner Karriere. Und er schaffte es doch tatsächlich, gegen „K-Rod" einen Walk herauszuholen und zeigte dabei deutlich mehr Disziplin als etwa Robinson Cano, der in solchen Situationen nur darauf zu warten scheint, mind. in ein Double Play zu schlagen. „Mo" dagegen blieb cool, brachte einen Extra-Run ins Ziel und hatte dann im Neunten bis auf ein Bloop-Single von Daniel Murphy keinerlei Probleme, das Spiel zu beenden. Save Nr. 500 für den wohl besten Closer, den es bisher im Baseball gab. Und ich denke mal, dass wir zu dieser Erkenntnis auch noch in vielen Jahren kommen werden.

Interessant auch, dass er einige Wegbegleiter von seinem ersten Save an Hand hatte. Damals bei Save Nummer eins im Jahr 1996 war sein jetziger Manager Joe Girardi der Catcher, Andy Pettitte der Starting Pitcher und Derek Jeter der Shortstop!

Manny Ramirez

Eine weniger erfreuliche und vielmehr verwunderliche Geschichte begegnete uns mit Manny Ramirez. Dieser wurde bekanntlich aufgrund der Nutzung von weiblichen Fruchtbarkeitshormonen für 50 Spiele gesperrt. Soweit, so klar. Doch nun durfte er ca. zehn Tage vor Ende seiner Sperre den Spielbetrieb in den Minor Leagues aufnehmen, um sich wieder in Match-Form zu bringen. Ich war schon ziemlich verwundert über diese Meldung, denn eine Sperre ist ja im Grunde dazu da, den Spieler für sein Fehlverhalten zu bestrafen. Warum in Gottes Namen lässt man ihn dann schon vor Ende der Sperre wieder spielen?

50 Spiele heißt für mich eigentlich 50 Spiele und nicht ca. 40 und dann kann man schon mal wieder im Farmsystem Spielpraxis kriegen, um pünktlich zum Ablauf der Suspendierung wieder in Form zu sein! Gerecht wäre es gewesen, wenn man erst nach 50 Spielen wieder Matchpraxis hätte erwerben dürfen. Doch offenbar will man seitens der MLB gar nicht konsequent gegen Doping in jeglicher Form vorgehen und fährt da weiterhin eine eher laxe Linie. Dass man damit an Glaubwürdigkeit einbüßt, scheint dabei wohl kaum eine Rolle zu spielen. Schade eigentlich, denn ich wähnte diese ganze Problematik bisher eigentlich auf einem guten Weg...

Joe Girardi

Ich habe Girardi in letzter Zeit häufiger kritisiert für diverse Dinge. Sei es sein hin und wieder zu großes Vertrauen in wackelige Pitcher oder auch fragwürdige Entscheidungen während der Spiele. Doch seine Aktion im Spiel bei den Atlanta Braves am letzten Mittwoch nach der falschen Schiedsrichterentscheidung beim Pick-Off von Brett Gardner an der ersten Base war klasse. Sein Team war zuvor absolut unfähig, irgendetwas in der Offensive zu bewirken und dann wurde auch noch ein Baserunner ausgegeben, der klar safe war.

Girardi fing also eine längere Diskussion an und nicht nur ich hatte den Eindruck, er würde jetzt alles tun, um des Feldes verwiesen zu werden. Dies gelang und es mündete in einer Initialzündung. Direkt im Anschluss schlug Cervelli seinen ersten Home Run zum Ausgleich und von da an feuerten die Yankees aus allen Rohren und gewannen ihre letzten fünf Spiele. Kamen sie in den sechs Spielen davor nur auf ganze 13 Runs in sechs Partien (ca. 2 pro Spiel), waren es in den dann gewonnen fünf Spielen sage und schreibe 37 (7,4 pro Spiel!). Und da plötzlich auch das Pitching funktioniert und selbst Chien-Ming Wang nicht mehr sieglos daher kommt, läuft es nun (wieder) bei den Yankees.

Es ist doch immer wieder bemerkenswert, wie solche Herausstellungen der Manager zu positiven Reaktionen führen können. Man verliert zwar im Grunde nichts, denn der Manager ist ja von der Umkleide aus immer noch erreichbar, doch irgendwie lässt es ein Team dann näher zusammenrücken. Ähnliches sieht man auch immer, wenn in anderen Sportarten eine Unterzahl hergestellt wird. Sowas setzt meistens neue Kräfte frei. Womit wieder mal bewiesen wäre, wie wichtig Psychologie im Sport ist.

Kommentare
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Basti
(Administrator) 30-06-2009 12:46
@MO: Hut ab! Mit "bester Closer" aller Zeiten wäre ich vorsichtig. Aktuell bis heute
würde ich ihn sicherlich in die Top-3 mit rein packen, allerdings wer jetzt wirklich der beste von
allen und wieso, weshalb, warum ist und war, kann ich echt nicht sagen. Wegen seiner
Postseason-Stats kann man da schnell in Richtung MO sich lehnen. Ich tue das nicht und halte mit
Hoffman und Lee Smith dagegen, die mit MO meine All Time Top-3 abrunden würden.

@Manny: Seh ich genauso: Total lächerliche Bestimmungen, dass er 10 Tage in den Minor Leagues
sich für die letzten 10 Spiele Sperre fit machen kann, um sofort wieder spielen zu können. Bin
gespannt wie man ihn in San Diego empfangen wird.
...
 
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Willitouch
(Registered) 30-06-2009 15:37
"Hey Ump!"
"what's up?"
"I've got no prob with your call, but would you mind tossing me?"
"Well - You´re outta here!"
"Hey, thanks!"
"You're welcome. See you!"
 
Erich
(Publisher) 30-06-2009 20:46
Dennis Eckersley nicht zu vergessen, der einzige Closer der bisher den Cy Young Award gewonnen hat.
Und zu Rivera/Hoffman, wo bekommt man wohl öfters Savegelgenheiten bzw. Saves, bei den Padres oder
den Yankees?

Aber Rivera ist schon Klasse, so viele Sainen mit einen ERA von unter 2.00
 
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Marcus
(Administrator) 30-06-2009 23:34
Eric Gagne hat den Cy Young gewonnen, obwohl ihn eigentlich Jason Schmidt mehr verdient hätte.

Und 2005 hätte ihn Rivera mehr verdient als Bartolo Colon, der den höchsten ERA für einen CY Young
Gewinner aller Zeiten hatte...
 
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Basti
(Administrator) 01-07-2009 11:59
Yes! Colon war so ziemlich der bis heute lächerlichste CY Young Award Winner aller Zeiten. Ohne die
genauen Stats vor Augen zu haben, hätte es Mo sicherlich mehr verdient gehabt als Big Fat Bartolo.
Der Bonus der Post Season mit World Series Sieg kam bei den Awards mal wieder zum tragen...
 
Phil
(SAdministrator) 01-07-2009 13:18
Das ist nicht richtig. Bei den Awards haben die Playoffs keinerlei Einfluss, da die Wahlzettel schon
vor Beginn der Division Series abgegeben werden. Abgesehen davon hat Bartolo Colon noch nie die
World Series gewonnen.
 
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Basti
(Administrator) 01-07-2009 14:43
OH, hab ich da doch einiges durcheinander geworfen :) Trotzdem bin ich der Meinung, dass bei den
Awards oft in Richtung Contender entschieden wird...krassester Vorfall IMO war Sosa > McGwire in der
Rekord-Saison 1998, wo Big Mac kaum 1st Place Picks erhalten hat und ihre Saison-Zahlen nicht
sonderlich weit auseinander lagen.

2005 im Cy Yound Award Voting haben MO und Johan sich gegenseitig zu viele Stimmen abgenommen und
BIG Fat erhielt zu viele 1st Place Picks.
 
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Marcus Blumberg

 
blumberg2 Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball.
Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.