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This Week in Baseball - Für und Wider einer Sechs-Mann-Rotation

 
Autor: Marcus Blumberg Sonntag, 21. Juni 2009
 

Pitcher John Smoltz' Rückkehr in den Spielbetrieb steht unmittelbar bevor und so kam es zu Planspielen, nach denen die Boston Red Sox eine Sechs-Mann-Rotation installieren wollten. Durch die sportliche Krise von Daisuke Matsuzaka ist dies nun hinfällig, doch allein schon die Idee ist interessant.

Willkommen zu This Week in Baseball. In dieser Woche mache ich mir Gedanken über eine Erweiterung der aktuell praktizierten Fünf-Mann-Rotation auf sechs Starting Pitcher und zeige Argumente dafür sowie dagegen auf. Aus aktuellem Anlass halte ich mich größtenteils an die Red Sox als Beispiel.

Pro: Mehr Erholung für Beckett und Co...

So gut Josh Beckett und seine Mitstreiter auch sind, einige Starter der Red Sox haben immer wieder in ihrer Karriere mit Verletzungen zu kämpfen gehabt. Neben Beckett gilt dies besonders für die beiden Neuzugänge Brad Penny und eben John Smoltz, welche beide gerade erst Schulteroperationen hinter sich haben. Mit sechs Pitchern könnte man jedem dieser Spieler zusätzliche Zeit zur Erholung einräumen und damit evtl. das Verletzungsrisiko minimieren.

Contra: Weniger Starts für Beckett und Co.

So gut die Verringerung der Verletzungsgefahr auch ist, damit würde man auf ca. fünf bis sechs Starts pro Jahr von seinen besten Pitchern - allen voran Beckett und Jon Lester - verzichten. Und genau dies wäre sportlich sicher eine Schwächung und finanziell betrachtet Ressourcenverschwendung. Man beschäftigt ja nicht ohne Grund Pitcher von höchster Qualität und beschränkt deren Einsatzzeit dann freiwillig um mehrere Starts.

Pro: Alle aktuellen Sox-Starter blieben im Team

Zugegeben, dieser Punkt ist hinfällig, denn Matsuzaka wird vorerst nicht mehr der Rotation angehören, aber hätte er nicht dieses Tief, wären es zusammen mit John Smoltz tatsächlich sechs Starter, die den Red Sox zur Verfügung stünden - die Talente Clay Buchholz und Michael Bowden sowie Dustin Masterson jetzt mal außen vor. Und somit stünde man vor dem Problem, dass man einen davon loswerden müsste. Da läge also ein Trade nahe. Nun ist dieser natürlich erst mal vom Tisch und selbst Brad Penny bleibt zunächst.

Contra: Ein Platz weniger im Kader

Mit sechs Startern müsste man automatisch auf einen Bankspieler oder einen Relief Pitcher verzichten. Und angesichts des starken Bullpens bzw. der durchaus tief besetzten Bank Bostons wäre das sicher kein Vorteil. Selbst wenn man in dieser Konstellation nur auf einen „Mop-Up-Pitcher" verzichten würde, welcher nur in klar entschiedenen Spielen Innings absolviert, wäre dies immer noch eine Rolle, die wertvoll ist, um die Arme der anderen Pitcher in diesen Fällen zu schützen. Genauso würde ein Bankspieler weniger bedeuten, dass die Infielder bzw. Outfielder weniger Erholung bekämen. Das wiederum ist gerade für die Red Sox von Nachteil, denn sie rotieren des Öfteren auf diversen Positionen und halten somit ihre Spieler fit.

Pro: Dice-K müsste nicht in den Bullpen

Ich sage es gleich vorweg, dieser Punkt ist äußerst dünn, denn angesichts seiner aktuellen Form, wäre Matsuzaka als Starter ohnehin nicht zu gebrauchen. Doch abgesehen davon, ist er ohnehin kein idealer Reliever-Typ, denn wenn er ein großes Problem hat, dann ist es seine Angewohnheit, extrem viele Pitches zu benötigen und eigentlich nie ohne einen 3-2-Count auszukommen. Im Bullpen ist so etwas noch schwieriger zu kompensieren als in der Rotation.

Contra: Der finanzielle Aspekt

Dies bezieht sich nicht unbedingt auf die Red Sox, sicherlich aber auf andere Teams, welche vielleicht mit der Idee spielen. Würde man sechs Vollzeit-Starter beschäftigen, wäre dies deutlich teurer als es aktuell ist. Starting Pitcher sind sehr wertvoll und damit natürlich auch sehr kostspielig. Wenn man einen weiteren Spieler in dieser Rolle installiert, würde sich dies negativ auf das Teambudget auswirken. Das wäre zwar kein Problem für die Teams aus den größeren Märkten, aber die kleineren Organisationen hätten da sicher ihre Bedenken.

Pro: Ein Youngster käme früher zu Starts

Wenn man nun nicht gerade mehrere erfahrene Leute im Team hat, wäre dies eine gute Chance, jüngeren Pitchern früher als bisher die Chance auf regelmäßige Einsatzzeit in der MLB einzuräumen. Gerade die Red Sox haben ja gleich mehrere hochtalentierte Spieler, die schon länger mit den Hufen scharren und liebend gern eher heute als morgen ins MLB-Team rückten. Buchholz hat ja jetzt sogar schon über einen möglichen Trade gesprochen, weil er nicht mehr allzu lange gewillt ist zu warten...

Contra: Noch weniger Chancen auf 20 Siege

Für mich als Statistik-Freak wäre dies schon ein herber Schlag. Es ist ohnehin schon extrem schwer, 20 Siege zu erreichen, wie ich vor einigen Wochen im Zuge von Randy Johnsons 300. Sieg schon einmal ansprach. Der Gold-Standard für Pitcher ist weiterhin die Marke von 20 Siegen und sollte man tatsächlich auf eine Sechs-Mann-Rotation umstellen, hätte ein Starter vielleicht nur noch knapp 28 Starts pro Saison. Ergo noch weniger Möglichkeiten, 20 Siege zu erreichen. Es ist natürlich nur eine Statistik, aber eben eine prestigeträchtige und damit sicher nicht zu ignorieren.

Fazit

Die Frage, die sich nun am Ende dieser Diskussion stellt ist die, welche Aspekte man in den Vordergrund stellen möge. Ich bin sicherlich nicht derjenige, der nun ultimativ sagt, was die einzig richtige Alternative in diesem Thema ist, aber ich bevorzuge eigentlich schon weiterhin die aktuell angewandte Fünf-Mann-Rotation. Ich sehe ganz einfach keinen Sinn darin, den Top-Pitchern eine nicht zu unterschätzende Anzahl von Spielen wegzunehmen. Ich hätte gerne auch weiterhin, dass das Pitching Ace alle fünf Tage den Ball bekommt und nicht nur alle sechs.

Ich hoffe, die heutige Ausgabe dient als Diskussionsstarter und freue mich schon auf die verschiedenen Meinungen von euch. In dem Sinne, wohl an!

Kommentare
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FrankTheTank
(Registered) 22-06-2009 14:27
Auch wenn es ein paar ganz gute Argumente für die 6 Mann Totation gibt, finde ich das diese
eigentlich nur eine Alternative für eine Team mit einer sehr verletzungsanfälligen Rotation ist.

Die besten Pitcher müssen maximal viele Starts bekommen und das heißt das Sie (wenn Sie topfit sind)
jeden fünften Tag den Ball bekommen.

Für Boston ist die Alternative mit Beckett Smoltz und Penny, aber ich sehe kein anderes Team für das
eine 6 Mann Rotation Sinn machen würde
 
Erich
(Publisher) 22-06-2009 21:10
Die sechs Mann Rotation ist doch genaugenommen ein Luxus-Problem für max. eine handvoll Teams.
Viele sind auf vier oder fünf schon sehr dünn besetzt, da kommt die Frage nach einen sechsten
Starter erst gar nicht auf.

Und ein guter Youngster kommt in der Regel, evtl. nur als Nr.5 zum Zug. Siehe Kershaw, Detwiler,
Holland, Hanson (die sind mir gerade eingefallen). Masterson oder Hughes haben derzeit Pech bei
hochkarätig besetzten Teams.
 
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Marcus Blumberg

 
blumberg2 Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball.
Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.