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This Week in Baseball - Es nimmt einfach kein Ende
Spring Training steht vor der Tür und am kommenden Freitag treten die Pitcher und Catcher der einzelnen Teams in ihren jeweiligen Trainingscamps in Florida und Arizona an. Doch Stand heute kann man getrost fragen, „wen interessiert's?"
Willkommen zu This Week in Baseball. Die heutige Ausgabe sollte eigentlich die neue Saison mit ein paar Worten zum Spring Training und ein bisschen was zu Ben Sheets und seiner kurzfristig anberaumten Ellenbogenoperation einläuten. Doch stattdessen geht es heute mal wieder um das leidige Thema Doping. Anlass dafür - ihr werdet es alle mitbekommen haben - ist der Bericht der Sports Illustrated, der behauptet, Alex Rodriguez wurde 2003 positiv auf ein anaboles Steroid und Testosteron getestet. Soviel zu den Fakten.
Der Test 2003
2003 wurde von der Spielergewerkschaft MLBPA eine Art Studie durchgeführt, die feststellen sollte, ob die Nutzung von leistungssteigernden Mitteln in großem Maße in der MLB vorherrscht. Dabei wurde vorher festgelegt, dass man ein umfangreiches Testprogramm starten würde, sollte die Zahl derer, die positiv getestet wurden, fünf Prozent aller Spieler überschreiten. Wie wir heute wissen, war dies der Fall.
Insgesamt testeten 104 Spieler positiv auf solche Mittel. Allerdings war diese Studie anonym und sollte nur zeigen, ob stärkere Kontrollen notwendig seien. Die Proben hätten eigentlich zerstört werden sollen, doch das wurde verschlampt und so wurden sie schließlich bei einer Razzia im Zuge der BALCO-Ermittlungen beschlagnahmt. Samt der Liste mit den Namen der Spieler und das, obwohl die Bundesbeamten dafür gar keine Genehmigung hatten! Sie hatten eigentlich nur das Recht, die Proben von zehn Personen zu konfiszieren, doch sie nahmen alles mit.
Der SI-Report
Am vergangenen Samstag dann veröffentlichte Sports Illustrated auf seiner Homepage eine Vorabmeldung mit der Schlagzeile, dass Alex Rodriguez im Jahr 2003 positiv getestet wurde und somit einer von 104 Spielern auf besagter Liste war. Auf diese Geschichte sei man zufällig gestoßen, als man ein Feature über Rodriguez vorbereitete, so die Autorin der Story, Selena Roberts. Sie und ihr Kollege, David Epstein, beziehen sich auf vier unabhängige Quellen und gehen auch weiter ins Detail.
Demnach stellte man bei Rodriguez Spuren vom Steroid Primobolan und von Testosteron fest. Beides fördert leichten, aber nicht substantiellen Muskelaufbau. Wie Roberts später am Samstag im MLB Network erklärte, sei Primobolan damals eine Art Modemittel unter den Baseballspielern gewesen, da es erstens nur eine geringe Wirkung hat, weil es zwar relativ schnell Muskeln aufbaute, aber eben nicht in großem Maße. Es hatte also nicht den Effekt, den man bei Spielern wie Jose Canseco sah, die fast von heute auf morgen vom Hänfling zum „Hulk" wurden. Zudem war „Primo" leicht aus dem System zu bekommen und nur schwer nachweisbar. Außerdem stand es nicht auf der Dopingliste zu der Zeit, genauso wenig Testosteron...
Von Alex Rodriguez selbst bekam Roberts keine Reaktion außer dem Hinweis, man solle mit der Union (MLBPA) sprechen. Insofern gibt es zurzeit auch noch keine weiteren Einzelheiten zu der Geschichte aus Sicht des Spielers. Was Roberts aber sagen konnte, war, dass es zumindest nach diesem Test keine positiven Ergebnisse mehr gab vom damaligen Spieler der Texas Rangers.
Gene Orza
Ein weiteres, pikantes Detail des Reports beinhaltet die Rolle von Gene Orza, dem Chief Operating Officer der MLBPA. Dieser soll in der Folgezeit einige Spieler vor möglichen anstehenden Tests gewarnt haben. Denn seit 2004 werden Dopingtests unangekündigt durchgeführt. Welche Spieler er da vorgewarnt und damit Vereinbarungen mit der MLB verletzt hatte, ist allerdings nicht bekannt. Klar ist aber, dass er damit den Sinn der Tests ad absurdum geführt hat, denn es hilft niemandem im Kampf gegen Doping, wenn Spieler, die vorgewarnt wurden, für den möglichen Testzeitraum einfach ihre Dopingmittel absetzen oder anderweitig Vorkehrungen zur Verschleierung treffen.
Auch von ihm war keine Stellungnahme zu bekommen, da er „keine Lust [hatte], darüber zu reden." Man muss ihm allerdings zu Gute halten, dass er sich mit einer Äußerung zur Liste strafbar gemacht hätte. Denn diese Liste ist gerichtlich versiegelt und als geheim eingestuft. Sollte sich also jemand zum Inhalt dieser äußern, drohen ihm strafrechtliche Konsequenzen.
Konsequenzen für Baseball
Sollte sich dieser Report bewahrheiten, dann muss man im Prinzip wirklich davon ausgehen, dass alle gedopt haben, sogar der bisherige (sportlich gesehen) Saubermann Alex Rodriguez. In Joe Torres Buch gibt es ein eigenes Kapitel zum Thema Doping im Allgemeinen und selbst Torre sagt dort letztlich, dass im Prinzip jeder irgendwas genommen hat. Die Frage ist nun also, wie man weiter fortfährt. Wird man sich weiter auf einzelne stürzen und diese anprangern, wie Barry Bonds, Roger Clemens und nun Alex Rodriguez? Oder ist man wenigstens so ehrlich und sieht das große Ganze, nämlich, dass eigentlich niemand wirklich sauber war? Wer kann mit Sicherheit sagen, dass ganz früher Babe Ruth nichts genommen hat oder Mickey Mantle, der Monster-Home-Runs in Reihe schlug? Wer kann seine Hand ins Feuer legen, dass Ted Williams „clean" war oder Hank Aaron, der trotz eher „normaler" Statur 755 Home Runs schlug? Wer kann noch von irgendjemandem sagen, dass er nichts genommen hat?
In der heutigen Welt ist es normal, dass man sich immer auf die großen Namen stürzt, also in diesem Fall Alex Rodriguez. Doch die Frage muss erlaubt sein, was ist mit den anderen 103 auf der Liste? Wieso nennt man nur Alex Rodriguez und begnügt sich bei den anderen mit dem bloßen Hinweis, dass da eben noch 103 andere sind? Und wer sagt uns, dass die anderen Spieler der damaligen Zeit nicht einfach schlauer waren und sich sagten, „selbst wenn die nun eine anonyme Studie machen, setze ich meinen Stoff für die Zeit ab, um ganz sicher zu gehen, nicht erwischt zu werden?"
Im Grunde können wir niemandem trauen und weil wir das nicht können, wäre es vielleicht besser, Senator George Mitchells Vorschlag zu folgen und jedem Amnestie zu gewähren, der vor der Einführung der Strafen gedopt hat. Wir können diese Leute sowieso nicht belangen und insofern können wir uns auch die Hetzjagden sparen! Vielmehr sollte man nun nach vorne schauen, die Tests weiter verbessern und konsequenter durchzuführen. Und eine Ausgliederung der Tests hin zu einer unabhängigen Firma wäre auch nicht verkehrt, denn so würde man jeglichen Verschleierungsverdacht ausschließen.
Was nun, A-Rod?
Wie geht es nun weiter? Zunächst einmal finde ich es absolut verständlich, dass Alex Rodriguez jetzt erstmal gar nichts sagt, denn wer könnte sich in solch einer Situation schon klar äußern? Doch eines steht auch fest, sollte dieser Bericht stimmen und er tatsächlich 2003 gedopt haben, dann sollte er das auch die Öffentlichkeit wissen lassen! Andy Pettitte stand vor der gleichen Situation im letzten Winter und dem schadete es sicher nicht, letztlich doch ehrlich gewesen zu sein und die Wahrheit gesagt zu haben. Das mindeste, was Alex Rodriguez gerade seinen Fans schuldig ist, ist eine Erklärung und eine Entschuldigung!
Und warum auch nicht? Ich meine, Konsequenzen in Form von Sperren oder strafrechtlicher Verfolgung drohen ihm ohnehin nicht. 2003 gab es noch keine Strafen für Doping, die Mittel standen nicht einmal auf der Dopingliste und die Proben, die man konfiszierte, sind vor Gericht nicht zu gebrauchen, denn sie wurden illegal beschafft. Die einzige Möglichkeit, dass er sich auf diesem Gebiet in Schwierigkeiten bringen könnte, wäre, wenn er dem Weg von Bonds und Clemens folgte. Also entweder bei einer etwaigen Befragung durch den Kongress - der sich doch bitte um Sinnvolleres kümmern möge - zu lügen oder irgendeinen Prozess gegen sonstwen zu führen.
Bleibt also nur die öffentliche Meinung. Und das wird wohl seine größte Herausforderung im neuen Jahr. Überall, wo er hinkommt, wird man ihm mit Schmährufen und eindeutigen Plakaten begegnen, besonders natürlich in Boston! Damit wird er fertig werden müssen. Der beste Weg, einen Schritt in die richtige Richtung zu machen, ist aber definitiv, sich ehrlich zu entschuldigen für einen offensichtlichen Fehler! Und auch wenn die Reaktion ihm gegenüber uneingeschränkt stärker sein wird als es bei Pettitte je möglich gewesen wäre, wird man auch das irgendwann überwunden haben - spätestens dann, wenn auch die anderen Namen auf der Liste bekannt gemacht werden...
doch völlig normal, dass die besten Spieler besonders im Focus stehen. Im Radsport waren Ulrich,
Virenque, Hamilton und Landis auch nur einige von vielen/allen, aber die anderen haben eben auch mit
Doping nie etwas erreicht.
Dennoch finde ich, dass man sich nicht alleine auf A-Rod stürzen darf, sondern auch die 103 weiteren
Namen abwarten muss. Belangen und bestrafen kann man sie zwar nicht mehr, aber eben an dieser Stelle
sehe ich das ganze ein wenig anders. Ein A-Rod verdient u.a. deswegen soviel, weil er der zukünftige
Home Run-König ist, aber eben nur auf illegalem Wege. Deswegen ist die Hetzjagd ein...
Vor allem, weil man dann eventuell auch diesen Generalverdacht wieder ein bisschen wegbekäme...
Nur weil Arod jetzt gedopt hat, heißt es für mich eher nicht, dass alle anderen das dann auch getan
haben.
Ich meine: Guckt Euch den Jungen an, schaut wie sich sein Körper in all den Jahren verändert hat und
nicht zuletzt: Schaut auf die absoluten Zahlen. Jemand der mehrfach die 50er-marke geknackt hat ist
für mich einfach auch eher verdächtigt, gedopt zu haben, als Spieler mit 10-20 HRs.
Also als ich die Nachricht auf ESPN gelesen habe, war ich sicherlich nicht überrascht, mein Gedanke
war eher: Überraschun...
sollten ist doch vollkommen unerheblich. Rechtlich sicherlich nicht, denn die Beweise wurden auf
unzulässige Weise erworben, aber sportlich zählt doch nur das Ergebnis - oder glaubst du A-Rod hat
nur gedopt, weil der Test anonym bleien sollte?
Sollten tatsächlich andere Spieler vor Tests gewarnt worden sein, ist das sicherlich eine
Riesensauerei, aber im Fall A-Rod eigentlich bedeutungslos...er wäre auch nicht sauberer, wenn noch
mehr Spieler erwischt worden wären.
Und ein Letztes: Wenn das Mittel den Muskelaufbau nur leicht föedert, ist A-Rod nicht nur ein
Betrüger, sondern auch noch dumm. Warum geh...
ergo waren diese Mittel nicht illegal!
Und bevor ich irgendein Urteil fälle, warte ich jetzt ganz geduldig auf eine Äußerung von A-Rod.
Vorher hilft alles Spekulieren nichts.
Ob das ganze jetzt 2003 legal oder illegal war, spielt für mich übrigens nicht so die große Rolle.
Für alle anderen US-Medien anscheinend auch nicht. Fakt ist, dass A-Rod nachgeholfen hat. Und zwar
mit Mitteln, von denen er anscheinend GLAUBTE, dass sie stark leistungsfördernd sind. Warum würde
sonst jemand so ein hohes Gesundheitsrisiko eingehen?
heute auch noch tun, die nicht auf einer verbotenen Liste stehen. Es könnte durchaus sein, dass das
eine oder andere davon später aber doch mal auf diese Liste kommt. Dann wäre es eben ab dann
verboten, aber du kannst ja Leuten nicht vorwerfen, etwas legales genommen zu haben, so lange es
eben legal war!
Aber wie gesagt, ich würde gerne erstmal die Aussagen vom Betroffenen selbst hören, bevor ich mein
persönliches Urteil fälle!
Spieler nicht mit irgendwelchen Mittel oder Dingen nachhelfen dürfen. Seit Anfang der 1990er Jahre
ist in den USA der nicht-medizinische Einsatz und Besitz von anabolen Steroiden gesetzlich verboten.
Dies steht im Übrigen auch in dem SI.com-Report.
Von daher spielt es überhaupt keine Rolle, ob dies nun auf der Dopingliste stand oder nicht. Zumal
es vor 2004 in der MLB überhaupt keine Liste gab. Jeder der sich mit illegal beschafften Mitteln
eine Vorteil verschafft, ist ein Betrüger.
Wenn die Doper wie Barry Bonds, Roger Clemens, Mark McGwire oder nun auch A-Rod (und man sollte
diese Tatsa...
war und ist es in den USA diese Mittel ohne ärztliche Atteste einzunehmen. Die Liga hat gar nicht
das Recht ihre Regeln über das Gesetz zu stellen.
Außerdem waren Steroide zu dieser Zeit im Baseball verboten - es wurde "nur" nicht getestet,
bestraft oder veröffentlicht. Klingt absurd, ist aber so. Anders verhält es sich nur bei HGH, was
z.B. Pettitte oder Ankiel betrifft: Das war weder verboten, noch dem Gesetz nach illegal...auch wenn
man heute weiß, dass es einen ähnlichen Vorteil verschafft. Daher ist es vielleicht moralisch
bedenklich, nicht aber Betrug, da es jeder legal machen durfte. Bei Ste...
wird.
Marcus Blumberg
Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball. Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.



klar, wenn die grad mal in Schwung kommen...
(22-05-2012 15:26)Joey Hollow
Irgendwann sollten die Reds auch sehen, daß sie zumindest einmal ausprobieren, ob Chapman das Zeu...
(22-05-2012 11:27)Rene
Ohje wie lächerlich Sean Marshall den Closerjob wegzunehmen...ein Blown Save und ein BABIP von.500
(22-05-2012 10:36)Basti
Vielleicht sollte man eine Amnestie einführen: Wenn man so schnell fährt, wie man werfen kann, is...
(22-05-2012 09:05)Willitouch
Lawrie ging halt gegen den Schiedsrichter - und der ist nunmal absolut tabu. Das ist nicht nur im...
(22-05-2012 09:03)Willitouch