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This Week in Baseball - Gähnende Langeweile

 
Autor: Marcus Blumberg Montag, 02. Februar 2009
 

Die MLB steht still. Kaum ein substantielles Gerücht macht die Runde, die wirklich brauchbaren und noch vorhandenen Free Agents sind weiterhin auf dem Markt und nicht annähernd kurz vor der Unterschrift. Es wird Zeit, dass es wieder los geht.

Willkommen zu This Week in Baseball. Diese Ausgabe wird ein wenig kürzer als sonst, denn zum einen passiert gerade nichts, über das man schreiben könnte und zum anderen ist meine Vorbereitung durch den Super Bowl beeinträchtigt. Sorry dafür...

Stellen wir uns also die Frage, was in letzter Zeit passiert ist. Das Ergebnis ist doch ernüchternd, denn Weltbewegendes war nicht dabei.

Varitek bleibt

Also an sich war es keine Überraschung, dass Jason Varitek den Red Sox erhalten bleibt, denn wo wollte er denn hin? Seine Schlagqualitäten sind auf ein Minimum geschrumpft und die Tatsache, dass man für ihn einen Draftpick hätte abgeben müssen, machte ihn noch unattraktiver für andere Teams. Sicherlich ist er ein guter Catcher, aber mit ihm im Lineup hat der Gegner schon mal ein sicheres Out und diese Hürde ist für die meisten Teams schwer zu kompensieren. Die Red Sox können das und verweisen sowieso auf seine Führungsqualitäten - aber eben zu ihrem Preis.

Weiterhin große Auswahl auf dem Markt

Die Wahrscheinlichkeit, dass zu Saisonbeginn viele gute Spieler noch kein Team gefunden haben werden, wird von Tag zu Tag höher. Es ist schon fast unglaublich, dass so viel Qualität einfach so verfügbar ist und keiner zugreifen will. Der Grund ist klar: Die Finanzkrise zieht ihre Kreise und keiner will zu früh zu viel auf den Tisch legen und lieber warten, dass der Preis von allein vermindert wird. Darunter leiden dann eben insbesondere die Spieler, die in den Jahren davor mit Kusshand genommen worden wären und das zu Preisen, die heute fast wahnsinnig wirken.

Der einzige, auf den das nicht zutrifft, ist Manny Ramirez. Für den wären sicherlich einige Teams bereit, tief in die Tasche zu greifen, wenn da nicht seine Persönlichkeit im Weg stünde. Denn dadurch ist sein Markt quasi nicht vorhanden. Nur die ganz verzweifelten in Los Angeles und evtl. San Francisco werden dieses Risiko eingehen, alle anderen Teams mit Bedürfnissen, winken dankend ab. Warum man allerdings Adam Dunn nirgends will - zumindest nach außen hin - ist schon ein wenig fraglich. Er kommt andauernd auf Base und schlägt mind. 40 Home Runs in der Saison. Und den kann keiner gebrauchen? Seine Defense ist sowohl im Outfield als auch an der ersten Base fraglich, doch das ist bei Manny nicht anders.

Ebenfalls unfassbar ist es, dass Bobby Abreu noch immer am suchen ist. Schaut euch seine Zahlen an. Egal, was er gemacht hat, er schlug meistens .300 mit 100 RBI und 100 Runs. Was will man eigentlich mehr? Auch seine Defense hat Schwächen, aber dafür kompensiert seine Leistung an der Platte. Orlando Hudson dagegen ist sogar Gold Glover und trotzdem scheint keiner scharf auf seine Dienste zu sein.

Bei den Pitchern kann ich verstehen, dass sich niemand auf Ben Sheets stürzt, denn seine gesundheitlichen Probleme (Schulter, Ellenbogen...) würden mich auch nervös machen. Aber sobald er bereit ist für einen Einjahresvertrag, wird sich schon jemand finden, denke ich mal. Oliver Perez hatte seine beste Chance auf großes Geld bei den Mets, doch diese wählten dann die Billig-Lösung Tim Redding, für den ich persönlich keinen Cent verschwendet hätte! Perez hat sehr guten Stuff, aber auch mitunter große Probleme, sich für einen Gegner zu begeistern. Ich habe ihn schon richtig starke Spiele gegen die Yankees pitchen sehen, dann aber grottig gegen weniger namhafte Mannschaften. Sport findet eben auch im Kopf statt...

Was Leute wie Frank Thomas, Ken Griffey Jr., Ivan Rodriguez oder auch Eric Gagne und Tom Glavine angeht, verstehe ich da schon eher, dass niemand mit Begeisterung eben diesen nachläuft. Alle haben entweder Verletzungsprobleme oder sind weit über ihren Zenit hinaus - oder beides. Stand heute würde ich erwarten, dass mind. einer aus dieser Liste zurücktritt, weil a) kein Team Interesse zeigt oder b) zu wenig Geld geboten wird.

Letzterer Punkt ist sowieso interessant. Man hört seit einigen Wochen, dass viele Spieler aus verletztem Stolz kokettieren, entweder den Saisonstart auszusitzen oder sogar ihre Karriere zu beenden, bevor sie Verträge unterschrieben, die unter ihrer Würde liegen. Und wir reden hier immer noch von Beträgen zwischen drei und sechs Millionen Dollar, nachdem, was ich so gelesen habe. Diese Ansicht klingt besonders angenehm vor dem aktuellen ökonomischen Hintergrund...

So, dass war es für heute, ich hoffe mal, dass Baseball in den nächsten Wochen wieder Fahrt aufnimmt, denn so langsam gehen unsereins die Themen aus.

Kommentare
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Erich
(Publisher) 03-02-2009 19:21
Und weil es gerade so langweilig ist, schreibe ich mal etwas über Adam Dunn und die Braves.



Wie schon bekannt sind die Braves noch auf der Suche nach einen starken und erfahrenen Outfielder.
Bisher richtete man den Blick vor allem auf die Yankees Swisher und Nady, wobei man Swisher
favorisiert.

Der Grund den eher schächeren Swisher zu verpflichten liegt in der Tatsache, daß dieser noch einen
3-Jahresvertrag hat, während Nady nach der Saison Free Agent wird und für die Braves evtl
unerschwinglich.



Dunn könnte nun auch langfristig verpflichtet werden.

In der Lineup ist für mich Dunn das fehlende Glied für eine starke Offensive.

Escobar kommt oft auf Base. Chipper ist eh der t...
 
Dunn/Braves
Thomas
(Registered) 03-02-2009 21:45
Ich habe mir mal die Gehaltsliste der Braves genauer angeschaut.

Die Braves haben circa 46,5 Millionen Gehalt abgegeben: Smoltz (14 Mio), Texeria (12,5 Mio), Hampton
(verdiente '08 15 Mio, kassierte aber für '09 sechs Mio Buyout), Glavine (8 Mio), Kotsay (3 Mio).

Hinzu gekommen sind Lowe (15 Mio), Vazquez (11,5 Mio), Kawakami (ca. 7 Mio) und durch
Gehaltserhöhungen verdienen einige Spieler erheblich mehr:Soriano (3,7 Mio), McCann (2,7), Francoeur
(2,5 Mio), Johnson (2 Mio), Kotchman (1,4 Mio), Gonzalez (1,1 Mio).

Macht annähernd genau 46,5 Millionen, allerdings könnten die Gehaltserhöhungen sogar noch etwas
höher ausfallen.

Außerdem hatten die Braves mit über 102 Millionen 2008 die zweithöchste...
 
Phil
(SAdministrator) 03-02-2009 22:28
Die Rockies müssen für Mike Hamptons Buyout von sechs Millionen Dollar aufkommen.
 
Thomas
(Registered) 03-02-2009 23:58
Ok, hatte sowieso überlegt, ob der Buyout nicht in das Budget für 2008 gezählt wird, gut zu wissen.


Aber viel ändert sich dadurch auch nicht. Habe mir nochmal den gesamten Kader angeschaut und nicht
nur die Zu- und Abgänge addiert: Die Braves haben aktuell zwischen 90 und 93 Millionen verplant,
Gerüchten zufolge plant man mit einer Payroll von 95 Millionen. Für Dunn müsste man also deutlich
über die Schmerzgrenze gehen...

Außerdem: Erstaunlich wieviel Geld ein oberes Mittelmarkt-Team allein in das Pitching steckt: Lowe,
Vazquez, Kawakami und Hudson (verletzt, ich weiß) verdienen zusammen 46,5 Mio, die beiden Reliever
Gonzalez und Soriano zusammen 9,5...56 von bisher ca. 90 Millionen stecken in v...
 
Thomas
(Registered) 04-02-2009 00:01
edit:

...in SECHS Pitchern...
 
Erich
(Publisher) 04-02-2009 19:45
Ja schade. Dunn wird wohl zu teuer sein.

Nun wenn Swisher kommt, bleibt zu hoffen daß er ähnlich durchstartet wie Kotsay vor 2 Jahren.

Dazu gibt noch die Prospect Anderson und Schäfer die man aber nicht beide gleichzeitig starten
lassen will.

Oder man befördert K. Johnson ins Outfield und stellt Prado an die 2-te Base. Wie auch immer
Optionen sind vorhanden.



Und zu den Pitchern. Die Braves sind ja eine Francise die traditionell Wert auf starkes Pitching
legt. Aber der Hauptgrund für die hohen Gehälter liegt vor allem in der verkorksten 07 Saison mit
vielen Verletzten und eben Prospects die die Erwartungen nicht erfüllen konnten (Reyes, Morton).

Das Risiko einer ausgedünnten Rota...
 
Thomas
(Registered) 04-02-2009 22:02
Stimmt nicht ganz: 2009 verdienen die beiden 30,5, ab 2010 39,5 Millionen Dollar. Insgesamt kommts
also ungefähr auf das gleiche raus...was Starting Pitching betrifft ;)!
 
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Marcus Blumberg

 
blumberg2 Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball.
Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.