www.amazon.de
buch.de - einfach schnell
 

Wer ist online?

 
Kein Insider online
Gäste: 96
 
 

Neue Kommentare

 
 
 

Neuester Insider

 
 
 

This Week in Baseball - Boston reizt auf die Blinden

 
Autor: Marcus Blumberg Montag, 12. Januar 2009
 

Die Boston Red Sox haben mittlerweile auch ihre Shopping-Tour für diesen Winter gestartet und einige namhafte Spieler verpflichtet. Doch keiner von ihnen absolvierte zuletzt eine komplette Saison und alle wurden von ihren letzten Teams in erster Linie aufgrund von schwierigen Verletzungen bzw. gesundheitlichen Problemen gehen gelassen. Gehen die Red Sox hier also zu viel Risiko?

Willkommen zu This Week in Baseball. Heute beschäftige ich mich mit den Neuverpflichtungen der Red Sox und stelle die Frage, ob diese Spieler wirklich Sinn machen oder ob man hier vielleicht zu riskante Transfers getätigt hat. Ich gehe jetzt einfach mal jeden einzelnen durch und sage, was ich denke...

Josh Bard

Josh Bard ist kein Unbekannter in Boston, denn 2006 begann er die Saison ebenfalls in Massachusetts als Backup von Jason Varitek. Doch nach nur einem Monat schickte man ihn im Trade nach San Diego und holte sich Doug Mirabelli zurück. Der Grund dafür war ganz einfach: Bard war nicht in der Lage, den Knuckleball von Tim Wakefield zu fangen. Und das war jahrelang für Bostons Backup-Catcher die einzige wirkliche Aufgabe. Was will man also jetzt mit ihm? Jeden Tag starten soll er offensichtlich nicht, denn man ist immer noch auf der Suche nach einem Starter, wobei ein Verbleib von Varitek immer unwahrscheinlicher wird. Insofern bliebe für Bard aber wieder nur der Wakefield-Job - sollte dieser überhaupt noch starten - und das ging das letzte Mal ja auch nicht.

Zusätzlich absolvierte er 2008 nur 57 Spiele aufgrund von diverser Verletzungen und schlug dabei nur .202. Insofern ist diese Verpflichtung schon ein wenig fragwürdig auf den ersten (und vielleicht auch zweiten) Blick.

Brad Penny

Zuletzt pitchte Brad Penny 2007 effektiv in der National League West. Im letzten Jahr funktionierte dann nichts mehr für den Rechtshänder. Er sammelte einen ERA über sechs an in seinen 19 Partien und fiel dann mit Schulterproblemen den Rest der Saison aus. Zudem gilt für ihn, was für alle National-League-Pitcher gilt: Die Anpassung an die American League ist schwierig und gilt besonders für die East-Division. Er hat sicherlich guten Stuff, doch den hatte Josh Beckett in seinem ersten Jahr in Boston auch. Dennoch spielte er sehr schwach und gab 2005 neben einem ERA über fünf auch noch die meisten Home Runs aller Pitcher ab. Penny ist als kurzfristige Lösung geplant, doch diese wird er wohl nicht sein können.

Rocco Baldelli

Rocco Baldelli ist ein richtig guter Outfielder mit einem ordentlichen Schwung und angemessener Power. Das Problem ist allerdings, dass er an einem Defekt leidet, der ihn immer wieder zu großer Erschöpfung zwingt. Auch gibt es dafür Fachausdrücke, doch wem wäre damit geholfen, diese zu nennen?! Wie auch immer, die aktuelle Diagnose besagt, dass seine Krankheit nicht so schlimm ist wie gedacht und auch medizinisch behandelbar ist. Wie viele Spiele er nun absolvieren können wird, steht aber in den Sternen. Letztes Jahr waren es nur 28, davor 35. Allerdings ist hier das Risiko überschaubar, zumal er nur als Oufielder Nummer vier eingeplant ist und man kürzlich mit Mark Kotsay noch einen weiteren Backup für diesen Bereich verpflichtet hat.

John Smoltz

Ein großartiger Pitcher, der es sicherlich eines Tages in die Hall of Fame schaffen wird. Er ist der einzige Spieler, dem 200 Siege und 150 Saves gelangen, zudem werden für ihn mehr als 3.000 Strikeouts gezählt und die meisten Siege in der Postseason (15) hat er auch noch. Doch all das liegt in der Vergangenheit! John Smoltz wird mittlerweile Anfang der Saison 42 und seine Schulter ist verletzt. Er hatte eine Operation, die die Fortsetzung seiner Karriere in Frage stellte und keiner kann heute sagen, ob er wirklich pitchen wird in diesem Jahr und wenn ja, wie oft, wie lange und wie effektiv! Zusätzlich gelten auch für Smoltz die Umstellungsschwierigkeiten zwischen NL und AL und er spielte in seiner gesamten Karriere nur für die Atlanta Braves (1988 - 2008). Sollte er fit werden, wäre er eine Bereicherung, doch die Organisation, die ihn am besten kennt, hat ihn aufgrund der Schulterverletzung gehen lassen - für mich mehr als nur ein schlechtes Vorzeichen.

Takashi Saito

Der All-Star-Closer der Dodgers fungiert nun vermutlich als Setup Man für Jonathan Papelbon. Aber auch bei ihm gibt es Grund zur Besorgnis. Die Dodgers hätten ihn ohne seine Ellenbogenprobleme nie gehen gelassen, wo ihr Bullpen doch mit ihm so viel besser wäre. Doch sie ließen ihn ziehen, obwohl er unter Teamkontrolle stand. Auch hier wäre dieser Umstand für viele Teams ein klares Warnsignal. Insofern muss man auch bei ihm abwarten, wohin die Reise geht - aufs Feld oder auf die DL...

Fazit

Abschließend konstatiere ich also, dass die Red Sox zwar finanziell kein großes Risiko eingehen, denn alle haben relativ überschaubare Verträge, die erst richtig lukrativ werden, wenn die Spieler auch wirklich spielen. Aber sportlich gesehen, reizt man hier auf die Blinden, wie man im Skat sagen würde. Es könnte also durchaus sein, dass man eine böse Überraschung erlebt, wenn man den Skat aufnimmt bzw. in die Saison geht und auf diese Spieler setzt. Es können aber auch die fehlenden zwei Buben drin liegen, die man zu seinem Spiel noch gebraucht hat - wir werden sehen!

Kommentare
RSS
Michael
(Registered) 12-01-2009 09:35
Theo Epstein führt konsequent seine Taktik fort, die im vergangenen Jahr schon zu der Verpflichtung
Colons führte. In dem Bewusstsein, bereits eine konkurrenzfähige Mannschaft zu haben, holt man sich
potentiell starke Spieler. Ich verstehe nicht, wo du das sportliche Risiko siehst. Boston hatte eben
keine Löcher zu flicken wie die Yankees. So kann man sich z.B. einen von einer Verletzung kommenden
Penny für einen Bruchteil dessen leisten, was New York für Burnett zahlte - obwohl die beiden
Spieler annähernd vergleichbare Karriereleistungen erbracht haben. Ich sehe nur auf der
Catcher-Position ein Problem, aber da gibt der Markt in diesem Jahr eben nicht viel her.
 
avatar
Marcus
(Administrator) 12-01-2009 11:51
Das Problem sehe ich, weil man hinter Smoltz und Penny nur Wundertüten wie Wakefield und Buchholz
hat!
 
avatar
Benni
(Registered) 12-01-2009 13:10
Meine persönliche Meinung hierzu: Das gesamte Pitching der Sox ist 2009 eine Wundertüte?! Was ist
mit Beckett?! Wird er wieder die Leistung von 2007 zeigen?! Wie siehts mit den hier erwähnten
Wakefield und Buchholz Leistungsmäßig aus?! Wird Smoltz wieder gesund?! Bleiben Penny und Saito
gesund?! Wird Dice-K wieder so pitchen wie 2008?! Fragen über Fragen!

Und die Offensive ist sicherlich auch nicht stärker geworden!

Wird ein interessantes Jahr 2009 in dieser Division!
 
avatar
Johannes
(Publisher) 12-01-2009 21:15
Ich glaube, Theo Epstein hat tatsächlich eine schwäche für routinierte Pitcher, die schonmal
verletzt waren und dann vielleicht noch mal groß aufspielen. Viel zu verlieren hat er dabei
eigentlich nicht. Wenn sie nochmal einschlagen, haben sie unglaublich wenig für viel Qualität
investiert, wenn nicht dann halt nicht.
 
Thomas
(Registered) 13-01-2009 00:42
Was diese Vorgehensweise meiner Meinung nach vor allem zeigt, ist, dass die Red Sox nach den Yankees
eben der zweitreichste (zusammen mit Mets, Cubs, Dodgers, u.a.) Club sind und eigentlich am
wenigsten Grund haben sollten über die Einkaufspolitik der Yankees zu jammern.

Denn bei den wenigsten Teams würde man wohl nicht davon sprechen, dass es nichts zu verlieren gibt.
Selbst wenn Smoltz, Penny, Baldelli und Saito kein einziges Spiel machen sollten (zugegebenermaßen
ein Extremfall), sind schonmal 12,5 Millionen verloren. Dieser Betrag steigt dann nochmal recht
schnell an, wenn sie Spielen, selbst wenn sie nicht besonders effektiv sein sollten.

Verlassen sollte man sich auf solche Spieler sicherlich n...
 
avatar
Bijan
(Registered) 20-01-2009 16:49
Leider ist der Blick auf die Verletzungen etwas oberflächlich.

Zwar wird bei de einzelnen Spieler herausgearbeitet, wie die letzte Saison für sie war. Und dass die
Spieler von ihren ex-Clubs nicht unbedingt mit nem Lasso am Wechsel gehindert wurden.



Aber genau hier kommt Epsteins Taktik zum Tragen.

Im gegensatz zu ihren ehemaligen Stationen fnden gerade die Pitcher Saito, Smoltz und Penny in
Boston eine Situation vor, in der sie nicht mehr auf Gedeih und Verderb Leistung bringen müssen,
sondern vielmehr punktuell zu entscheidenden Situationen. Boston kann es sich leisten einen Saito
als Setup-man zu nehmen und wenn er ein bisschen mehr Ruhe braucht ihm diese zu gewähren. Ein Smoltz
ist fü...
 
Erich
(Publisher) 20-01-2009 19:35
Im Fall von Smoltz sehe ich es ähnlich.

Er wird es noch bereuen seinen letzten Pitch nicht im Turner Field Stadium geworfen zu haben um dann
unter Standing ovations das Mount zu verlassen.

Seine Nummer wäre wohl noch direkt nach dem Spiel retired geworden.

Naja, vielleicht wollte er nochmal in die World Series. Oder die Amis ticken einfach anderst.
 
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben!

Kolumnen

Marcus Blumberg

 
blumberg2 Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball.
Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.