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This Week in Baseball - Winter Meetings

 
Autor: Marcus Blumberg Montag, 01. Dezember 2008
 

Der Baseball-Winter verläuft bisher eher schleppend, um nicht zu sagen, langweilig. Man hört zwar hier und da, dass das ein oder andere Team schon ein Angebot für den einen oder anderen Spieler abgegeben haben soll, aber im Prinzip wurden bis auf ein paar No-Names noch keine ernsthaften Deals eingefädelt. Doch es gibt Hoffnung - die Winter Meetings in Las Vegas stehen an!

Willkommen zu This Week in Baseball. Heute habe ich kein spezielles Thema, sondern gebe einfach mal meine Gedanken zum Winter zum Besten.

Das große Thema der kommenden Woche und nach Thanksgiving sind natürlich die Winter Meetings, die heute in einer Woche in Las Vegas beginnen werden. Auf dem Weg dorthin, wird sicherlich wieder ganz viel geschrieben und immer neue Gerüchte werden aufkeimen. Zudem kommen bei diesem Treffen nicht nur die Free Agents zum Zug, sondern auch einige Trades dürften eingeleitet werden. Andererseits besteht aber auch die Gefahr, dass gar nichts Großes passiert. Man weiß es nicht.

Im letzten Jahr war die größte Story sicher der Santana-Trade, der dann doch nicht stattfand. Die Einigung zwischen den Minnesota Twins und den New York Mets folgte erst einige Wochen später. Dafür ging aber der Trade für Miguel Cabrera über die Bühne. Das war auch eine große Sache, zumal er zu den begehrtesten jungen Spielern zählte. Was könnte also dieses Jahr passieren?

An der Trade-Front ist sicher Jake Peavy der größte Name. Die San Diego Padres werden ihn mit ziemlicher Sicherheit abgeben, doch wohin ist immer noch fraglich. Seit Ende der letzten Woche wissen wir aber, dass General Manager Kevin Towers für einen möglichen Deal mit den Chicago Cubs, Gespräche mit einem dritten Team aufgenommen hat. Dieses sind wohl die Baltimore Orioles, die auf diesem Wege an Cubs-Center-Fielder Felix Pie herankommen könnten. Doch bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe war noch nichts wirklich spruchreif. Ich bin aber gespannt, ob in dieser Woche noch was passieren wird oder ob man bis zu den Meetings wartet, um ernsthaft in Verhandlungen einzusteigen.

Des Weiteren werden die großen Free Agents wie CC Sabathia, Mark Teixeira oder auch A.J. Burnett und Derek Lowe bis dahin noch keinen Vertrag unterschrieben haben und somit kommt wohl viel Arbeit auf die jeweiligen Agenten zu. Viele Experten sind sich aber einig, dass Vertragsabschlüsse frühestens zu diesen Meetings zu erwarten sind. Meine Hoffnung ist nur, dass sie es wirklich demnächst mal hinbekommen, denn an sich ist mir dieser Vorgang bei allen Beteiligten eigentlich zu langwierig.

Bei Sabathia etwa verstehe ich nicht so ganz, warum er so lange wartet. Aus meiner Sicht zeigen die Yankees mit ihrem Startgebot großes Interesse, während die angeblich interessierten Angels bisher nicht mal ein Gebot abgegeben haben. Schon merkwürdig, denn aus Sicht des Spielers sollte das eigentlich als eine Art Hinhaltetaktik erscheinen. Eigentlich wollen sie ja Teixeira und erst, wenn sie den nicht kriegen, kümmern sie sich um Sabathia - will er wirklich Plan B sein? Offenbar schon, warum sonst würde er die Yankees so lange zappeln lassen?!

Interessant ist ebenfalls, was Teixeira machen wird. Geht es nach Scott Boras, dann wären sieben Jahre und 140 Mio. $, wie sie die Angels bieten, zu wenig. Doch wo geht er dann hin? Interesse scheint es auf Seiten der Washington Nationals und Baltimore Orioles zu geben, beide nah an seiner Heimat. Doch will er wirklich für die nächsten sieben bis zehn (Boras verlangt zehn) Jahre damit verbringen, vorwiegend herum zu dümpeln in den Niederungen einer der East-Divisionen? Es geht diesem First Baseman sicherlich vorwiegend ums Geld, doch ob er dafür jegliche Aussicht auf einen Ring über Bord wirft, wage ich zumindest einmal zu bezweifeln.

Bleiben also die Red Sox, die das Geld hätten - aber keinen Platz. Sie müssten Mike Lowell traden, damit Kevin Youkilis auf die dritte Base wechseln könnte. Doch Lowell kommt gerade von einer Hüftoperation und keiner weiß, in welcher Verfassung er in die Saison gehen wird. Zudem ist er teuer und seine Zahlen sind durch das „Green Monster" ein wenig geschönt. In vielen anderen Stadien darf man ihn daher durchaus als überbezahlt ansehen. Bleibt also nur, den Großteil seines Gehaltes zu schlucken. Oder man macht ihn zum Coco Crisp fürs Infield. Behält ihn also als teuren Backup - allerdings kann er nur auf einer Position spielen, was die Sache schwieriger macht.

Und wenn wir schon bei Klienten von Scott Boras sind, können wir gleich auch noch Lowe und Jason Varitek erwähnen. Boras wird bei den Meetings hauptsächlich damit beschäftigt sein, den Leuten einzutrichtern, warum ein Team für den jeweiligen Spieler so wahnsinnig viel mehr bezahlen sollte als dieser im Endeffekt wert ist. Bei Lowe könnte er damit sogar Erfolg haben, denn dieser pitcht immer noch sehr solide. Doch Varitek ist ein Problem. Seine Offensivleistung ging seit dem All-Star-Break 2007 steil gen Süden und Boras‘ einziges Argument bleibt damit der Verweis auf Variteks Führungsqualitäten - für meinen Geschmack aber zu schwammig und vor allem gleicht das nicht seine Unfähigkeit an der Platte aus!

Bei Burnett werden die Verhandlungen dagegen noch länger andauern, denn zunächst einmal müssen seine Berater einsehen, dass niemand für ihn fünf Jahre springen lassen wird. Und wenn diese Erleuchtung einkehrt, dann gibt es sicher einige Teams, die ihm Verträge über vier Jahre anbieten werden. Doch Toronto wird da wohl nicht dabei sein, denn von seinen mind. 16 Mio. $ pro Jahr wird er auch dann nicht abkehren.

Es gibt also viele Themen, denen man dieser Tage nachgehen kann, doch ehrlich gesagt hoffe ich inständig, dass jetzt endlich mal Nägel mit Köpfen gemacht werden, denn diese alles erdrückende Stille nervt gewaltig und steht in keinem Verhältnis zu den letzten Jahren, in denen zu dieser Zeit schon deutlich mehr Dynamik auf dem Markt zu erkennen war. Also Leute, kommt in die Gänge, präsentiert uns harte Fakten!

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Marcus Blumberg

 
blumberg2 Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball.
Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.