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This Week in Baseball - Die schlechtesten Transfers 2008
Seit letztem Freitag ist der Markt für die Free Agents geöffnet. Jedes Team darf mit jedem freien Spieler verhandeln und es vergeht kein Tag, an dem es keine neuen Gerüchte über mögliche Verpflichtung und Trades gibt. Doch solche Transfers können auch böse nach hinten losgehen.
Willkommen zu This Week in Baseball. Zum Start der Free Agency schaue ich heute mal zurück auf den letzten Winter und nenne die aus meiner Sicht schlechtesten Transfers der vergangenen Offseason. Dabei zähle ich nicht nur Free Agents, sondern auch Trades, denn auch hier hätte man einiges besser sein gelassen.
Aaron Rowand
Der frühere Center Fielder der Philadelphia Phillies entschied sich für ein lukratives Angebot der San Francisco Giants und die nahmen ihn gerne, denn so ziemlich alle andere Stricke rissen. Und Barry Bonds wollte man auf keinen Fall weiterbeschäftigen. Im Nachhinein vielleicht doch keine so gute Idee, denn keiner konnte dessen Verlust nur annähernd kompensieren. Es gab nicht einmal einen Spieler, der 20 Home Runs schlug.
Rowand sollte eigentlich der neue Mittelpunkt des Lineups bilden, doch im Pitcher-freundlichen AT&T Park machte sich deutlich, wie sehr er vom Citizens Bank Park profitierte. In der Saison schlug er nur .271 mit ganzen 13 Home Runs. Des Weiteren standen für ihn nur 57 Runs und 70 RBI zu Buche, was keineswegs seinen Vertrag (60 Mio. $ über fünf Jahre) rechtfertigt.
Tom Glavine
Finanziell gesehen gab es schlimmere Geschäfte als den Einjahresvertrag zwischen den Atlanta Braves und dem zukünftigen Hall of Famer und vormaligen Brave Tom Glavine. Doch man hatte sich bestimmt mehr erhofft vom „verlorenen Sohn", der zwischenzeitlich mit den Mets sein 300. Spiel gewann. Zurück in Georgia brachte er es nur auf 13 Starts und einen 5.54 ERA über 63 1/3 Innings, bis ihn eine Verletzung außer Gefecht setzte. Hier siegte die Sentimentalität über geschäftliche Seriosität - wer weiß, ob sie im kommenden Jahr erneut so vorgehen werden, wenn es darum geht, über den Verbleib von John Smoltz zu befinden...
Carlos Gomez
Carlos Gomez war das Herzstück des Santana-Trades auf Seiten der Mets. Von ihm erhoffte man sich, einen starken Leadoff-Hitter zu geben, doch sein Schlagdurchschnitt von .258 und seine OBP unter .300 sprechen nicht dafür. Zudem sah man von seiner angekündigten Power noch nicht so viel.
Aber bevor es jetzt Proteste gibt, gestehe ich ihm schon noch zu, viel Luft nach oben haben zu können, denn er ist ja noch jung und man wird ihm Zeit geben, sich zu entwickeln! Dennoch werde ich das Gefühl nicht los, als hätten die Twins für Santana zu wenig zurückbekommen...
Dontrelle Willis
Vorweg muss ich eines erklären: Der Trade an sich war gut aus Sicht der Tigers, denn sie bekamen ja in erster Linie Miguel Cabrera in diesem Trade mit den Florida Marlins. Der „D-Train" war also nur eine Dreingabe. Mein Problem ist da vielmehr, dass man Willis, ohne ihn auch nur einmal in der American League gesehen zu haben, eine Vertragsverlängerung über drei Jahre im Werte von 29 Mio. $ zugestand. Und die Risiken waren ja bekannt. Seine Delivery ist fragwürdig und seine Leistungen gingen in den Jahren zuvor stetig bergab in einem extrem großen (Football-)Stadion in der National League. Etwas Geduld bei dieser Personalie wäre also durchaus verständlich gewesen.
Und die Quittung kam dann ja auch in Form von katastrophalen Vorstellungen des Linkshänders. In sieben Starts (acht Spiele insgesamt) pitchte er 24 Innings und gab dabei 25 Runs ab (9.38 ERA!!!) inkl. 35 Walks. Danach wurde er in die Minor Leagues verbannt, um dort von Grund auf neu anzufangen. Knapp zehn Mio. pro Jahr und dann muss der zum Neuaufbau ganz nach unten - hört sich nach einem guten Deal an (wenn auch nicht fürs Team).
Erik Bedard
Ich kann mich noch gut an diese Geschichte erinnern. Es gab sehr viel Interesse und demzufolge viele Bieter. Am Ende setzten sich die Seattle Mariners durch mit einem Paket, das als Prunkstück Outfielder Adam Jones beinhaltete. Dieser wird sicher seinen Weg machen in Baltimore, doch die Mariners würden ihren Teil des Trades sicher lieber heute als morgen wieder loswerden.
Bedard entpuppte sich als Mimose. Er weigerte sich, mehr als 100 Pitches pro Spiel zu werfen und nebenbei interessiert ihn Baseball auch nicht so richtig - als Kanadier schaut er eben lieber Eishockey. Letzteres ist jetzt nicht so schlimm, aber die Sache mit den 100 Pitches ist schon bedenklich, wo es anderorts kaum einen Pitcher gibt, der freiwillig den Mound räumt, schon gar nicht wegen einer bestimmten Anzahl von geworfenen Pitches.
Zu diesen charakterlichen Eigenschaften kam dann noch die Schulterverletzung dazu, die ihn auf 15 Starts und 81 Innings limitierte. Sein 3.67 ERA mit 72 Strikeouts war dagegen ganz ok. Man kann also sagen, dass er, wenn er denn spielte, zumindest mal seinen Job machte, jedenfalls bis er die magische 100er Marke erreicht hatte...
Andruw Jones
Der einst aussichtsreiche Hall-of-Fame-Anwärter hatte im letzten Jahr seines Vertrages mit den Braves eine ziemlich schlechte Saison, in der er nur noch .222 schlug und damit ein denkbar schlechtes Timing an den Tag legte. Normalerweise laufen Spieler im letzten Vertragsjahr zur Höchstform auf, um einen neuen Vertrag zu ergattern, doch bei ihm war das nicht so.
Und dennoch fand er ein Team, welches ihm trotzdem einen stattlichen Vertrag überreichte - natürlich hauptsächlich dank Super-Agent Scott Boras, versteht sich. Die Los Angeles Dodgers hatten zwar schon Juan Pierre, doch sie gingen Risiko und einigten sich mit Jones auf einen Zweijahresvertrag über 36 Mio. $. Rückblickend betrachtet sind die zwei Jahre das einzig Positive an diesem Geschäft! So ist man ihn garantiert spätestens nach der kommenden Saison los, denn per Trade wird es wohl niemanden geben, der sich sein Gehalt aufladen wollte.
Sportlich gesehen dachte wohl jeder, dass es nicht viel schlechter hätte werden können, denn ein so guter Power Hitter wie Andruw Jones müsste sich von einer so schlechten Saison eigentlich erholen können. Doch weit gefehlt, stattdessen unterbot er nun sogar die berüchtigte Mendoza-Line und schlug nur noch .158 mit ganzen drei Home Runs. Nach 75 Spielen war dann aufgrund einer Verletzung Schluss für ihn und die Dodgers bestaunten, wie gut doch ihr Eigengewächs Matt Kemp das Center Field bemannte. Super Entscheidung also von den Dodgers, die höchstens noch auf ein Wunder hoffen können, was Jones angeht.
Carlos Silva
Die größte Enttäuschung der vergangenen Transferzeit zum Schluss. Niemand hat wohl mehr versagt als Carlos Silva für die Seattle Mariners. Der Rechtshänder, der zuvor für die Minnesota Twins immer solide Leistungen erbrachte, war meilenweit davon entfernt in seinem ersten Jahr im Bundesstaat Washington. Er unterschrieb einen Vertrag über vier Jahre im Wert von 48 Mio. $. Doch in seinen 28 Starts sammelte er einen unglaublichen 6.46 ERA über 153 1/3 Innings an. Folgerichtig gewann er auch nur vier dieser Spiele bei 15 Niederlagen.
Und wenn man ehrlich ist, gibt es dafür auch keine Erklärung. Er spielt nun seit fünf Jahren in der American League und ich behaupte einfach mal, die Hitter in der AL Central sind insgesamt gefährlicher als die in der AL West, wenn man mal die Texas Rangers herauslässt, doch er hat ja nicht nur gegen die gespielt. Die Größe des Ballparks wird auch kein Faktor sein, der Metrodome ist an sich etwa gleichgroß wie Safeco Field und insofern kann es auch daran nicht liegen.
Man wird weiter darauf hoffen, dass er sich fängt und doch noch die Leistung bringt, für die man ihn geholt hat. Zumindest muss er aber nachweisen, dass noch irgendetwas in ihm steckt, dass seine weitere Anwesenheit in der MLB rechtfertigt. Denn dann gäbe es ja auch die Möglichkeit, ihn woandershin zu traden, denn vielleicht liegt ihm auch einfach das Umfeld nicht. Wobei sich das nicht so extrem in der Leistung niederschlagen sollte, denn es handelt sich schließlich um einen professionellen Sportler, über den ich hier schreibe. Vielleicht werden wir aber auch nie erfahren, was mit ihm los war oder immer noch ist. Wer weiß das schon?!
In jedem Fall sollten die Teams in diesem Jahr versuchen, aus den gemachten Fehlern zu lernen und diese nach Möglichkeit nicht zu wiederholen - obgleich ich fest davon ausgehe, dass das trotzdem der Fall sein wird...
Die Detroit Tigers tradeten Edgar Renteria von den Braves für Jair Jurrjens
Der Rookie Jurriens spielte eine überzeugende Saison für die Braves und hätte mit dieser Leistung
der Tigers Rotation gut getan. Renteria dagegen konnte nicht an seine starken Leistungen der
Vergangenheit anknüpfen.
Dazu kommt, dass die Braves nun einen hoffnungsvollen Nachwuchsspieler haben, die Tigers dagegen mit
Renteria nicht verlängern werden.
Top-Flop ist allerdings A. Jones. Den Dodgers kostet jeder seiner Homeruns satte 5,3 Mio $. oder
jeder Hit satte 500.000.
Marcus Blumberg
Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball. Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.

klar, wenn die grad mal in Schwung kommen...
(22-05-2012 15:26)Joey Hollow
Irgendwann sollten die Reds auch sehen, daß sie zumindest einmal ausprobieren, ob Chapman das Zeu...
(22-05-2012 11:27)Rene
Ohje wie lächerlich Sean Marshall den Closerjob wegzunehmen...ein Blown Save und ein BABIP von.500
(22-05-2012 10:36)Basti
Vielleicht sollte man eine Amnestie einführen: Wenn man so schnell fährt, wie man werfen kann, is...
(22-05-2012 09:05)Willitouch
Lawrie ging halt gegen den Schiedsrichter - und der ist nunmal absolut tabu. Das ist nicht nur im...
(22-05-2012 09:03)Willitouch