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This Week in Baseball - Holliday-Trade und die Risiken

 
Autor: Marcus Blumberg Montag, 10. November 2008
 

Es deutet vieles darauf hin, dass Matt Holliday sein letztes Spiel für die Colorado Rockies gemacht hat. Man ist bereit, ihn zu traden und die Begründung dafür ist ganz einfach: Man kann ihn über 2009 hinaus nicht bezahlen!

Willkommen zu This Week in Baseball. Gerüchten zufolge versuchten die Rockies jetzt schon mehrfach, sich mit Matt Holliday (d. h. mit Agent Scott Boras) über eine Vertragsverlängerung zu unterhalten, doch man kam offensichtlich nicht mal in die Nähe eine Deals. Also versucht man nun, ihn noch meistbietend zu verhökern. Wie man hört, gibt es einige Teams, die interessiert sind - darunter die St. Louis Cardinals, die angeblich aktuell die beiden Outfielder Ryan Ludwick, Skip Schumaker und Pitcher Mitchell Boggs bieten. Ludwick alleine wäre schon ein sehr guter Nachfolger für Holliday bei den Rockies. Doch ist er diesen relativ hohen Preis - man geht davon aus, dass noch etwas mehr nötig sein wird, um die Rockies zufrieden zu stellen - wert? Man muss hier mehrere Faktoren berücksichtigen, die allesamt abschreckend wirken könnten...

Home-Field-Advantage

Holliday schlägt statistisch gesehen überall überzeugend. Sowohl auswärts als auch zu Hause in Denver hat er einen Schlagdurchschnitt von .300 und besser. Doch seine Slugging-Percentage ist zu Hause rund 100 Punkte höher als in der Fremde. Zudem hat er zu Hause 15 Extra-Base-Hits mehr und ebenfalls eine etwas bessere On-Base-Percentage. Die Frage ist also, wie seine Zahlen insgesamt aussehen werden, wenn er nicht mehr max. 81 Spiele im Coors Field und der dünnen Höhenluft absolvieren wird.

Hoher Preis

Sein Agent heißt Scott Boras, was alles ungemein verkompliziert. Denn zu dem hohen Preis, den ein Team in Form von Prospects zahlen muss, kommt das Problem, dass Hollidays Vertrag nach der kommenden Saison ausläuft und er Free Agent wird. Sein neues Team wird also im Grunde einen nicht unerheblichen Teil seines Farmsystems investieren müssen, um Holliday möglicherweise nur für eine Saison zu haben. Wenn das also nicht gerade ein Team sein wird, dass wie die Brewers 2008 mit einer Art „Jetzt oder nie"-Moral agiert, dann wäre der Preis in keinster Weise gerechtfertigt. Und selbst wenn doch, wird Holliday wohl kaum einen auf Manny oder Sabathia machen und sein Team quasi alleine in die Playoffs bringen - so gut ist er nicht mal im Coors Field!

Scott Boras

Jetzt könnte man einräumen, dass es bei solchen Geschäften ja normalerweise üblich ist, dem neuen Team ein Verhandlungsfenster mit dem Spieler einzuräumen, um über eine Vertragsverlängerung zu verhandeln. Doch bei Scott Boras ist dies im Grunde ausgeschlossen! Ein Jahr vorm Erreichen der Free Agency wird er sicher niemandem erlauben, einen langen Vertrag zu unterschreiben. Boras‘ größte Stärke ist es, einen Markt für einen Spieler zu kreieren und dies geht natürlich nur mit Konkurrenz. Hinzu kommt, dass man Matt Holliday ja sicherlich zu den besseren Spielern der Liga zählen muss und ohne jetzt zu weit nach vorn zu schauen, wird es im nächsten Winter jetzt nicht so viele Corner Outfielder auf dem Markt geben, die wesentlich besser sind als er. Und bei einer Verknappung des Angebots steigt der Preis ungemein!

Letztlich wird sich natürlich ein Team finden, dass den Preis für ein Jahr zahlt und am Ende werden die Rockies der Gewinner in diesem Geschäft sein, denn sie werden die Prospects, die sie abstauben, länger behalten als das andere Team Holliday. Es sei denn, er geht zu einem Team aus einem großen Markt, das genügend Ressourcen hat, ihm nach 2009 einen lukrativen Vertrag zu bescheren - als Höchstbietender auf dem Markt versteht sich. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, halte ich für gering, denn solche Teams tun besser daran, noch ein Jahr auf Holliday zu warten, denn dann müssen sie keine Eigengewächse für ihn abgeben...

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Kolumnen

Marcus Blumberg

 
blumberg2 Marcus Blumberg ist 25 Jahre alt und mit der Leitung der Redaktion bei Baseballinsider.de beauftragt. Des Weiteren bloggt er, aktualisiert das TV-Programm und führt die wöchentliche Kolumne This Week in Baseball.
Neben dem Germanistik- und Philosophie-Studium in Göttingen arbeitet der Yankees-Fan als stellvertrender Chefredakteur für AmericanFootballinsider.de und ist dort für den Inhalt verantwortlich.