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In der Baseball-Verbindung
Wie viel Jahre Eures Lebens würdet Ihr für Euren größten Traum opfern? Eins? Fünf? Zehn? Manche Menschen warten seit 15 Jahren auf die Erfüllung ihres liebsten Wunsches - den Auftritt in der Major League Baseball.
ie Jüngeren unter uns werden sich wohl schon nicht mehr daran erinnern. Aber es gab tatsächlich eine Zeit, in der das soziale Online-Netzwerk Facebook einer mysteriösen Studentenverbindung glich, deren Nutzer sich hinter einer blau-weißen Mauer verschanzt hatten. Die Aufnahme regelte allein die E-Mail-Adresse. Nur wer ein Postfach sein Eigen nannte, dass über eine vorzugsweise amerikanische Universitäts-Kennung verfügte, durfte die heiligen, virtuellen Hallen betreten.
Später, sehr viel später – im Internetzeitalter sind das zwei, vielleicht drei Jahre – riss die Facebook-Loge ihre Türen weit auf. Plötzlich erhielt der gemeine Student, der noch eben der hübischen Kommilitonin aus der Vorlesung auf die Pinnwand geschrieben und sich über die Partyfotos der letzten Nach scheckig gelacht hatte, eine Freundschaftsanfrage von seiner 46 Jahre alten Tante aus Castrop-Rauxel. Die war natürlich schon längst mit dem 14-Jährigen Couisin befreundet und empfahl nun, Nachbar Meyer aus der Tulpenstraße doch vielleicht in den Kreis seiner Kumpels aufzunehmen. Es waren vor allem Eltern und Verwandte, furchtbar alte Menschen halt, die dem jungen Internetnutzer die Sozialsphäre verpesteten.
Nicht immer lohnt es sich also für unsere älteren Mitmenschen, nach Jahren der Ignoranz plötzlich ihr Faible für jugendlichen Schnickschnack zu entdecken. Wobei auch hier nach der „Ausnahmen-bestätigten-die-Regel“-Methode verfahren werden sollte.
Offen für (fast) alle...
John Lindsey ist so ein Ausnamefall. Lindsey ist 33 Jahre alt, eigentlich kein episches Alter. Doch er möchte einer Gemeinschaft beitreten, die vorzugsweise Männer einstellt, die gerade ihr Abitur hinter sich gebracht haben. Die Rede ist von der Major League Baseball, auch so eine Art schlagende Verbindung. Offen für alle, die gut mit einem Holzschläger und einem kleinen Lederhandschuh umgehen können. Kann ich, dachte sich Lindsey. Das war 1995, als ihn die Colorado Rockies auf dem alljährlichen Talentmarkt, dem Draft, in der 13. Runde erstanden.
Nur so einfach ist es dann doch wieder nicht. Die künftigen Major-League-Brüder müssen erst eine Reihe von Aufnahmeritualen über sich ergehen lassen. Sie sollen dann zum Beispiel für Provinzklubs mit so lustigen Namen wie die Albuquerque Isotopes auflaufen oder in unbequemen Schulbussen zur nächsten Auswärtspartie am anderen Ende der Republik gurken.
Von New Jersey nach Las Vegas
Lindsey machte das sechs Jahre mit den lustigen Mannschaften der Rockies mit, dann versuchte er sein Glück bei anderen Farmteams. 2002 bei den San Bernardino Stampede (.297 Schlagdurchschnitt, 22 Homeruns, 93 Runs Batted In), 2006 bei den New Jersey Jackals (.311, 10 Homeruns in 69 Spielen), 2008 bei den Las Vegas 51’s (.316, 26 Homeruns, 100 RBI), 2010 schließlich für den Triple-A-Klub Albuquerque (.353, 25 Homeruns, 27 Runs Batted In). Gute Statistiken sammelte er zuhauf. Nur keine Einladungen für einen Platz im Kader einer MLB-Mannschaft.
Nach 15 Jahren, fast 5000 At-Bats und einer Auszeichnung zum besten Schlagmann in den Minor Leagues hatte Lindesy die Schnauze voll. „Ich will dahin, wo die Leute deine Leistungen schätzen“, sagte er. Der First Baseman muss eine Frau und einen dreijährigen Sohn ernähren. Er hoffte auf ein Angebot nach Japan.
Dann kam am Dienstag ein Anruf aus Los Angeles. Dort, wo das Major-League-Verbindungshaus der Dogers steht, dem Schwesterverein der Albuquerque Isotopes. Lindsey möge sich doch bitte auf den Weg zu den Dodgers machen. Sein Traum, „einmal in der MLB zu spielen, und sei es nur für ein At-Bat“, hatte sich erfüllt.
Wobei sich Lindsey nicht zu früh freuen sollte. Bisher hat ihn Manager Joe Torre noch nicht eingesetzt.
Johannes Knuth
Johannes Knuth ist 23 Jahre alt und von Beginn an für Baseballinsider.de tätig. Der Red Sox Fan berichtet über Spiele, aktuelle Ereignisse und beleuchtet die Baseballszene in seiner wöchentlichen Kolumne Sidearm Slider. Johannes wanderte 2007 vom niedersächsischen Göttingen ins schwäbische Tübingen aus und nahm dort das Studium der Sportpublizistik auf. Nebenbei ist freier Mitarbeiter zweier Lokalzeitungen und bei der Deutschen-Presse-Agentur.
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Dann mal gute Nacht Mets, sollten die es wirklich so doll treiben. Aber selbst die werden kein Ge...
(09-02-2012 18:28)Nico
Solche "Bad contract swaps" a la Milton Bradley gegen Carlos Silva gibt's normalerweise n...
(09-02-2012 16:24)Rene
Es branden immer mal wieder Spekulationen auf, wonach die METS Jason Bay für Burnett traden könnt...
(09-02-2012 15:54)USSFSteeler
Ich glaub so einfach geht das gar nicht
(09-02-2012 09:09)Basti
wegen mir kann er nach japan
(09-02-2012 08:59)wordass