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MLB The Magic
Die alljährlich erscheinenden Video-Sportspiele sind mittlerweile ein festes Ritual im Kalender der jeweiligen Sportarten. Umso verwunderlicher ist es, dass niemand bisher so richtig die magischen Kräfte dieser Spiele erkannt hat.
omputerspiele sind in. Noch immer. Zumindest als Reizthema in den Medien. Was wurde in den vergangenen Jahren nicht debattiert, geforscht, gefordert, geschwätzt, verboten, indiziert, sinnvoll argumentiert und manchmal auch nur populistischer Abfall produziert? Die Thematik hat sich allein auf der wissenschaftlichen Landkarte derart ausgebreitet, dass zahlreiche Forscher an deutschen Hochschulen mit der Spiele-Szene ihre Brötchen verdienen.
Nicht selten bemängeln manche Forscher, dass zahrleiche Kollegen die Spielebranche mit abgedroschenen Vorurteilen im Forscherlabor sezieren. Heraus kämen einseitige Ergebnisse wie "Computerspiele machen aggressiv" (Uni Bochum), "Computerspiele machen dumm" (Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen) oder "Computerspiele zerstören den Familienfrieden" (Knuth, Langzeitstudie von 2001-2006).
Virtueller Spielplatz
Richtig sei vielmehr, behaupten diese Dozenten, Computerspiele förderten kognitive Prozesse, wie eine virtuelle Spielwiese, auf der die Spieler Lösungswege für das echte Leben ausprobieren. Dass man auf dieser Spielwiese auch allerhand destruktive Problemlösungsprozesse in die Wege leiten kann, verschweigen die Forscher, aber allein um diese Frage herum könnte man wohl schon eine Dissertation aufbauen.
Eine Erkenntnis aus einer spannenden Langzeitstudie über eine virtuelle Sportsimulation wurde in den hiesigen Medien leider noch überhaupt nicht gewürdigt. Wie sich jetzt herausgestellt hat, strahlen amerikanische Sportsimulationen magische Kräfte aus (Knuth et al., 2001-2010).
Erste, bereits halbwegs bekannte These aus der oben angeführten Arbeit: Der Berufssportler, der auf dem Titel des Spiels "Madden NFL" prangt, erleidet in der darauffolgenden Spielzeit fürchterliches Pech auf dem Spielfeld. Beweise? Die sind so zahlreich, dass hier nur die Höhepunkte Erwähnung finden.
Madden macht krank
2002: Coverboy Daunte Culpepper veretzt sich nach einem miserablen Saisonstart am Knie, fällt für den Rest der Saison aus. 2003: Marshall Faulk zwickt unentwegt der Knöchel, er verpasst mit den St. Louis Rams die Playoffs. 2004: Einen Tag, nachdem das Spiel in den Regalen steht, bricht sich Quaterback Michael Vick das Wadenbein. 2006: Die Leiste von Donovan McNabb ("Ich glaube an keinen Fluch") zerbirst im ersten Saisonspiel, seine Eagles werden letzter ihrer Division. 2007: Runningback Shaun Alexander bricht sich den linken Fuß. 2010: Die Spielentwickler gehen auf Nummer sicher und schmücken den Titel mit zwei Spielern. Einer von ihnen (Troy Polamalu) verstaucht sich im Eröffnungsspiel das linke Knie, erlebt einen Großteil der Saison als Zuschauer.
Zweite, weitestgehend unbekannte These: Der Spieler, der die Baseballsimulation "MLB The Show" als Titelheld bewirbt, startet in der kommenden Spielzeit gnadenlos durch. Beweise?
Erfolgreich vorbeigeschwungen
2006: David Ortiz haut 54 Homeruns, so viele wie kein anderer Spieler in der American League, und sprengt damit den Vereinsrekord seiner Red Sox. Nettes Nebenprodukt: 137 RBIs. 2007: David Wright wird als jüngster Spieler der New York Mets in den 30-30-Klub aufgenommen (30 Homeruns, 30 Steals in einer Spielzeit). Nach der Saison darf er je einen Golden-Glove- und Silver-Slugger-Pokal in seinen Trophäenschrank stellen. 2008: Ryan Howard schwingt oft an den Würfen der Pitcher vorbei, sammelt aber trotzdem irgendwie beeindruckende 146 RBIs und gewinnt letztlich mit den Phillies die World-Series-Trophäe. 2009: Dustin Pedroia knüpft nicht ganz an seine preisgekrönte Spielzeit im Jahr zuvor an und verdient sich nur bedingt den Titel des Durchstarters, sammelt aber immerhin noch 115 Runs, 72 RBIs und einen .296-Schlagdurchschnitt.
Und 2010? Für diese Ausgabe ziert Joe Mauer die Vorderseite der Spieleverpackung. Das ist schön für Mauer, der 2010 richtig durchstarten wird, irgendwie aber auch unheimlich, da Mauer im Vorjahr schon unheimlich stark unterwegs war. Wie soll er jetzt bitteschön einen .365-Schlagdurchschnitt, 28 Homeruns, 97 RBIs, einen Gold Glove Award und die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler seiner Liga toppen?
Fall für den Doktorand
Vielleicht reicht ja schon der Rentenvertrag mit einem Gehalt schwindelerregenden Ausmaßes, den ihm die Twins demnächst wohl spendieren werden. Allein von Mauers künftigen Gehalt ließe sich eine unfassbare Menge an Lehrstühlen für die Erforschung von Computerspielen einrichten. Die genaue Anzahl an Stellen wird derzeit von einem Mathematikstudent im Rahmen einer Dissertation ermittelt.
Johannes Knuth
Johannes Knuth ist 23 Jahre alt und von Beginn an für Baseballinsider.de tätig. Der Red Sox Fan berichtet über Spiele, aktuelle Ereignisse und beleuchtet die Baseballszene in seiner wöchentlichen Kolumne Sidearm Slider. Johannes wanderte 2007 vom niedersächsischen Göttingen ins schwäbische Tübingen aus und nahm dort das Studium der Sportpublizistik auf. Nebenbei ist freier Mitarbeiter zweier Lokalzeitungen und bei der Deutschen-Presse-Agentur.
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Dann mal gute Nacht Mets, sollten die es wirklich so doll treiben. Aber selbst die werden kein Ge...
(09-02-2012 18:28)Nico
Solche "Bad contract swaps" a la Milton Bradley gegen Carlos Silva gibt's normalerweise n...
(09-02-2012 16:24)Rene
Es branden immer mal wieder Spekulationen auf, wonach die METS Jason Bay für Burnett traden könnt...
(09-02-2012 15:54)USSFSteeler
Ich glaub so einfach geht das gar nicht
(09-02-2012 09:09)Basti
wegen mir kann er nach japan
(09-02-2012 08:59)wordass