My Insider
Wer ist online?
Neue Kommentare
AL-MVP-Wahl: Cabrera eindeutig vor Trout?
Schaut man sich die kürzlich veröffentlichte Wahl zum MVP in der American League an, sollte weniger die Platzierung an sich (Cabrera vor Trout) als der Abstand der beiden (362 zu 281 Punkte) etwas überraschen. Dafür, dass Trout doch sehr gehypt wurde und es medienwirksam oftmals als ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den MVP-Titel deklariert wurde, schien die Wahl am Ende doch sehr eindeutig. Ich stimme dem Ergebnis und der Verteilung der Erst- und Zweitstimmen absolut zu – nur die eine Drittstimme an Trout (Zweitstimme dafür an Adrian Beltre von den Rangers) von Sheldon Ocker gibt etwas Rätsel auf. Der Verdacht, dass Ocker fürs Fort Worth Star Telegram in Texas schreibt, bestätigt sich nicht – er ist für das Akron Beacon Journal in Ohio tätig.
Alle anderen Journalisten hatten entweder Triple Crown-Sieger Miguel Cabrera oder AL-Rookie of the Year Mike Trout auf 1 oder 2 gesetzt, wobei Cabrera 22 von 28 Erststimmen bekam. An dieser Stelle ein kurzer Vergleich, warum das auch in dieser Deutlichkeit seine Berechtigung hat.
Zunächst sollten die absoluten Zahlen nicht allzu viel Beachtung für einen Vergleich bekommen. Cabrera dominiert dort zwar, doch Trout hatte auch einen Nachteil, für den er nicht wirklich konnte: Der Outfielder wurde erst Ende April von den Angels aus den Minors geholt und verpasste damit rund einen Monat der Regular Season. Daher sollte man absolute Zahlen wie Home Runs (44 für Cabrera, 30 für Trout) nicht vorbehaltslos miteinander vergleichen – Trout hatte ca. 60 At Bats weniger als Cabrera. Noch mehr trifft dies natürlich für die RBI-Anzahl zu, denn Trout (83 RBI, 111 AB mit RISP) hatte als Leadoff-Hitter der Angels deutlich weniger Möglichkeiten, Runners in Scoring Position bei seinem At Bat zu haben als Cabrera (139 RBI, 174 AB mit RISP) als Three Hole-Hitter.
Allerdings kann man an den relativen Zahlen mit Runners in Scoring Position durchaus Schlüsse ziehen: Während Trout (.324/.393/.559 mit RISP) in RBI-Situationen seine Saisonwerte (.326/.399/.564) bestätigen konnte, war Cabrera in der Lage, in solchen RBI-Gelegenheiten sogar im Vergleich zu seinen bereits elitären Gesamtdurchschnitten (.330/.393/.606) noch eine Schippe drauf zu packen (.356/.424/.580 mit RISP).
Nicht nur hier sieht man, dass Cabrera den Tick wichtiger für den letztlichen Erfolg seines Teams war als Trout. Cabrera, der als erster Venozolaner einen MVP-Titel in der MLB holte, war auch der konstantere Spieler – vor allem zum Ende der Saison, wenn die Playoffraces letztlich entschieden werden. Cabrera schlug nach dem 1.August .344/.411/.670 für die Tigers und war damit Garant für den AL Central-Titel der Tigers, die Anfang August noch zweieinhalb Spiele hinter den White Sox lagen. Trout war hingegen vor allem grandios in seinen ersten drei Monaten der Saison, nach dem 1.August schlug er für seine Verhältnisse mittelmäßige .287/.383/.500.
Keine Frage, schaut man sich die Defensive und Schnelligkeit der beiden Spieler an, so dominiert hier Trout. Aber Cabrera ist nun auch kein Totalausfall an Third Base, er hat einen guten Arm nur mangelt es ihm an Range. Trout hat im Centerfield einige Runs gegen die Angels vermieden und konnte mit 49 Stolen Bases die meisten in der American League sammeln. Doch in wieweit fällt das nicht eher in die Kategorie Best AL-Player als AL-MVP?
Trout gehörte sowohl in der Offensive wie Defensive MLB-weit zu den Besten, und war wohl der mit Abstand beste “komplette” Spieler in der American League. Doch letztlich geht es bei der MVP-Wahl um den wertvollsten Spieler der Liga für sein jeweiliges Team. Unabhängig davon, dass die Tigers die Playoffs erreichten und die Angels nicht – wie wäre es verlaufen, wenn beide Spieler nicht in ihren Teams gespielt hätten? Nun, die Angels hätten wohl weiterhin die Playoffs verpasst und wären weiterhin Dritter in der AL West, doch die Tigers würden wohl ohne Cabrera hinter den White Sox nur als Zweiter in der AL Central da stehen – und damit außerhalb der Playoffs.
Cabrera war über die gesamte Saison ein Garant für elitäre Leistungen und Run-Produktion wobei sein Team auch genau dies benötigte, um die Playoffs zu erreichen. Man kann sogar soweit gehen, dass dies genau die Definition von “wertvoll” ist. Trout spielte eine hervorragende Saison (der Rookie-Status sollte bei Betrachtung einer MVP-Saison keine Rolle spielen), doch letztlich hätte sein Team ohne ihn identisch abgeschlossen (3.Platz AL West, Nicht-Erreichen der Playoffs). Er war zwar der beste Baseball-Spieler der American League, aber Cabrera war mit Abstand der wertvollere Spieler. Daher ist die Verteilung der Erststimmen beim MVP-Voting sehr gerechtfertigt und nachvollziehbar.
Remo Gebert
Remo Gebert ist 23 Jahre alt und kommt aus der Nähe von Berlin. Beruflich ist der gelernte Außenhandelskaufmann auf verschiedenen Finanzmärkten tätig. Bei Baseballinsider.de führt Gebert einen Blog.
News
Aktuelle Kolumnen
Neue Blogs
-
Sportradio 360: Big Show #101 mit Johannes und mir
-
Neuer Podcast am 18. Mai
-
Donald? Nein, Didi!
-
Neuer Podcast kommt am 4. bzw. 5. Mai
-
MLB.TV 2013 auf der PS3
-
Johannes und ich bei Sportradio 360 im Baseball-Talk
-
Inside Baseball Podcastliga: Feedback an Mich
-
Neuer Podcast am Wochenende
-
Erster Podcast 2013
-
Bryce Harper bei Jimmy Kimmel Live
Ja, aber du willst Talente nicht für diesen "Dienst" einsetzen. Deine Toptalente, willst ...
(19-05-2013 22:15)Michel
Ok. Frag mich da aber trotzdem warum z.B. ein Blanton nicht durch 2-3/Talente ersetzt wird.Also 4...
(19-05-2013 18:42)Cargo
Blanton ist ein sogenannter Innings-Eater. Er ist wahrlich kein Top-Pitcher, doch pitcht er alle<...
(19-05-2013 12:44)Marcus
Hätte mal ne Frage an die Experten.. Beschäftige mich zwar schon einige Jahre mit der MLB aber ha...
(19-05-2013 09:37)Cargo
Lutz spielt noch und trifft auch noch, Heisey anscheinend noch nicht zurück. Insgesamt: Was mic...
(19-05-2013 09:28)Cargo