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Das neue CBA im Überblick
Wo anderorts mächtig gefeilscht und gezankt wurde oder sogar noch wird, hat man in der MLB am Dienstag in aller Ruhe ein neues Collective Bargaining Agreement verkündet. Major League Baseball und die MLB Players Association einigten sich bereits in der vergangenen Woche auf den neuen Grundlagenvertrag. Dieser wird fünf Jahre laufen und sicherstellen, dass es in dieser Zeit keine Streiks oder Lockouts geben wird.
Zu den Highlights des neuen Abkommens gehören Bluttests auf Wachstumshormone (HGH), eine Beschränkung der Ausgaben für Draftpicks und internationale Free Agents sowie eine Reformierung der Kompensationen für abgegebene Free Agents. Alle Einzelheiten hier.
Kompensationen für abgegebene Free Agents
Bislang wurden die vermeintlich besten Free Agents auf Grundlage des ELIAS-Rankings in die Kategorien A und B eingeteilt. Bot das abgebende Team dem Spieler Arbitration an, so stand ihm eine Kompensation in Form von Draftpicks zu. Dies fällt ab der kommenden Offseason grundsätzlich weg.
Stattdessen gibt es nur noch für Spieler Kompensation, wenn diese die gesamte Saison bei einer Mannschaft verbracht haben. Und die Organisation muss dem Spieler innerhalb der exklusiven Verhandlungsperiode von fünf Tagen nach der World Series mind. einen Einjahresvertrag mit einem garantierten Gehalt in Höhe des Durchschnittsgehalts der 125 bestbezahlten Spieler der abgelaufenen Saison oder höher anbieten. Der Spieler wiederum hat dann sieben Tage Zeit, das Angebot zu akzeptieren oder eben abzulehnen.
Unterschreibt solch ein Spieler nun bei einem anderen Team, so muss das neue Team seinen Erstrundenpick im folgenden Draft abgeben. Ist dieser Pick unter den ersten zehn, fällt stattdessen der nächsthöhere Pick weg.
In dieser Saison gelten jedoch noch Ausnahmeregelungen für eine Reihe von Spielern, die als Type-A eingestuft wurden. Darunter fallen etwa Albert Pujols, Prince Fielder, C.J. Wilson, Jose Reyes oder Jimmey Rollins. Diese werden noch nach dem ursprünglichen System behandelt und daher kosten sie einen Erstrundenpick, so man ihnen Arbitration anbietet und dies abgelehnt wird.
Weitere Type-As wie Matt Capps, Francisco Corderon, Octavio Dotel, Heath Bell oder Ryan Madson werden dagegen als Type-Bs angesehen und erfordern keine Kompensation. Ihre abgebenden Teams erhielten jedoch einen zusätzlichen Pick am Ende der ersten Draftrunde.
Was Arbitration insgesamt angeht, so scheint es hier noch keine abschließende Regelung zu geben. Wahrscheinlich wird es aber weiterhin zwei Kompensationspicks geben, wenn ein Spieler das Angebot ausschlägt und wechselt.
Zudem wurde die Zahl der sog. Super-Two-Spieler angehoben. Nun werden 22 % der besten Spieler mit mind. zwei aber weniger als drei Jahren MLB-Erfahrung so eingestuft. Diese sind dann schon früher zur Arbitration zugelassen.
Draft
Ausgaben für Draftpicks werden in Zukunft strikt reguliert. Gab es bislang nur Empfehlungen, sind es nun klare Restriktionen. Jedes Team bekommt ein Ausgabenlimit, das sich nach der Draftposition richtet. Die Regulierung gilt für die ersten zehn Runden. Alles danach ist frei, solange das Handgeld nicht 100.000 Dollar überschreitet. Die Limitierungen belaufen sich auf einen Rahmen von 4,5 bis 11,5 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Stephen Strasburg erhielt für seine Unterschrift bei den Nationals noch allein 7,5 Millionen an Handgeld. Zudem wird es auch keine garantierten MLB-Verträge mehr für Draftpicks geben. Und die Deadline zur Verpflichtung von Draftpicks wurde auf den Zeitraum vom 12. bis 18. Juli (je nach Termin fürs All-Star Game) vorverlegt. Die alte Frist war Mitte August.
Verstöße gegen die Limits werden wie folgt geahndet. Geht ein Team 5 % drüber, fällt eine Luxussteuer in Höhe von 75 % an. Überschreitungen von 5 bis 10 % werden ebenfalls mit 75 % besteuert. Zusätzlich verliert das Team einen Erstrundenpick. 10 bis 15 % bedeuten eine Besteuerung von 100 % und den Verlust des Erst- und Zweitrundenpicks. Sollte ein Team gar 15 % über Slot zahlen, ist nicht nur eine 100%ige Steuer fällig, sondern auch der Verlust der Erstrundenpicks in den zwei folgenden Drafts.
Die Picks, die auf diese Weise verloren gehen, werden im Übrigen nicht wegfallen. Stattdessen werden sie in einer Lotterie unter den Teams verlost, die sich nichts zu Schulden kommen ließen. Die Chancen auf diese Picks basieren dann auf der Tabelle und den Einnahmen des Vorjahres. Die Erlöse aus den Strafzahlungen werden via Einnahmenteilung (Revenue Sharing) ausgeschüttet.
Competitive Balance Lotterie
Zusätzlich zu den normalen Draftpicks, wird es alljährlich eine weitere Lotterie geben, in der sechs Extrapicks am Ende der ersten Draftrunde verteilt werden. An der Lotterie werden die zehn Teams mit den geringsten Einnahmen und die zehn Teams mit den schlechtesten Bilanzen des Vorjahres teilnehmen. Auch hier sind die Chancen wieder nach Sieg-Niederlage-Bilanz geordnet.
Die Teams, die keinen Pick abgekommen und alle Teams, die gemäß ihrer Einnahmen qualifiziert sind, werden in einer zweiten Lotterie nach der zweiten Runde erneut die Chance auf einen von sechs Zusatzpicks erhalten.
All diese gewonnen Picks können getradet werden, was mit den herkömmlich Picks nicht möglich ist.
Internationale Ausgaben
Auch diese Ausgaben werden von nun an reguliert. Es geht im Speziellen um Handgelder, die an internationale Amateure gezahlt werden dürfen. In der Zeit von 2012 bis 2013 wird das Limit bei 2,9 Millionen US-Dollar liegen. Ab 2013 bis 2014 wird sich die Zahl an der Tabelle der vorangegangen Saison orientieren. Der Betrag wird dann im Bereich von 1,8 bis 5 Millionen Dollar liegen. Die schlechtesten Teams dürfen dann mehr ausgeben als die besten Teams.
Verstöße in Höhe von bis zu 5 % werden mit Steuern in Höhe von 75 % geahndet. Geht man 5 bis 10 % drüber, stehen ebenfalls Steuern in Höhe von 75 % an. Zusätzlich darf das Team dann nur noch einem Spieler einen Bonus höher als 500.000 Dollar im folgenden Jahr zahlen. Zahlt ein Team 10 bis 15 % zu viel, steigt der Steuersatz auf 100 % und man verliert das Recht, überhaupt einem Spieler 500.000 Dollar Handgeld zu zahlen. Bei einem Verstoß von mehr als 15 % fallen ebenfalls 100 % an Steuern an. Zusätzlich darf man einem Spieler nicht einmal mehr 250.000 Dollar für seine Unterschrift bieten.
Ab der Periode von 2014 bis 2015 würden diese Strafen ansteigen, sollte es bis dahin keinen weltweiten Draft geben. Wichtig ist zudem, dass Teams per Trades ihre Limits erhöhen können. Jedoch nur um maximal 50 %.
Für kubanische Spieler gibt es Sonderregelungen. Demnach werden Kubaner, die jünger als 23 Jahre sind und weniger als drei Jahre professionelle Erfahrung haben, als Amateure angesehen. Damit fallen sie unter die Limitierungen. Ein Spieler wie der 26jährige Yoenis Cespedes wird dagegen nicht von diesen Beschränkungen betroffen sein.
Außerdem haben diese Limitierungen keinen Einfluss auf das Posting-System für japanische Profis.
Doping-Tests
Anders als in der NFL sind die Spieler der MLB bereit, sich auf HGH testen zu lassen. Hierfür sind Bluttests erforderlich. Diese werden jedoch nicht während der kommenden Saison stattfinden. Stattdessen beginnen offizielle Tests erst im nächsten Winter.
Allerdings wird man bereits im Spring Training Probetests vornehmen, um festzustellen, welchen Effekt solche Bluttests auf die Spieler im Wettbewerb haben. Die Testergebnisse sollen vernichtet werden.
Weitere Finanzen
Die Einnahmenteilung (Revenue Sharing) wird ab 2016 nur noch unter den 15 Teams ärmsten Teams vorgenommen. Zudem wurde der Steuersatz für die Luxussteuer festgelegt. Wer 2012 die Schwelle von 178 Millionen Dollar überschreitet, wird mit 42 % besteuert, 2013 liegt der Satz bei 50 %.
Wettbewerbsbelange
Ganz oben auf der Liste steht der Umzug der Houston Astros in die American League West. Damit einhergehend wurde das Team von Drayton McLane an Jim Crane verkauft. Durch den Umzug wird es ab 2013 in beiden Ligen je drei Divisionen á fünf Teams geben. Dies soll einen ausgeglichenen Spielplan ermöglichen.
Zudem wurde beschlossen, die Playoffs zu erweitern. Bis zum 1. März werde eine Entscheidung fallen, ob dies erst 2013 oder doch schon 2012 der Fall sein wird. Vieles spricht jedoch für 2012.
In jedem Fall bekommen beide Ligen eine zweite Wilcard. Die zwei Wildcards treten dann in einem Playoffspiel gegeneinander an. Der Sieger trifft schließlich auf das Team mit der besten Bilanz der Regular Season in der League Division Series. Die neue Regelung sieht vor, dass auch Teams aus derselben Division in der LDS aufeinandertreffen können.
Das Minimalgehalt für MLB-Spieler wird deutlich ansteigen und 2012 480.000 Dollar betragen. 2013 steigt die Summe gar auf 500.000 Dollar. Außerdem bekommen Spieler mit Minor-League-Verträgen, die nicht fünf Tage vor Opening Day entlassen wurden, einen Bonus von 100.000 Dollar und können am 1. Juni aus ihrem Vertrag aussteigen.
Neu ist auch, dass bei bestimmten Doubleheadern die Kadergröße ausnahmsweise auf 26 Spieler erhöht werden kann.
Zusätzlich soll der Videobeweis erweitert werden. Neben Home Runs können nun auch Fair- und Foul-Situationen sowie sog. „Trap-Plays“ überprüft werden. Allerdings müssen in dieser Angelegenheit die Schiedsrichter noch ihre Zustimmung geben.
Früher durfte man absichtliche Hit By Pitches durchführen und es gab gar keine Strafen...das war<...
(19-05-2012 11:46)Basti
Klar kann bei Hamelsmehr passieren, wenn sich Harper blöd wegdreht oder der Pitch nicht ganz dort...
(19-05-2012 06:34)Rene
Kann man doch nicht vergleichen, oder?! Nen Helm wegwerfen und einen Ball mit über 150 km/h auf
Da geht's sowieso nur um heurige Saison, da der Terminplan mit dem alten Playoffmodus gemacht wur...
(18-05-2012 17:35)Rene
Nee Joey das ist falsch, Hamels hat bewusst auf den Rücken gezielt. Da muss es schon mit dem Teuf...
(18-05-2012 13:30)Basti