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LCS - Preview

 
Autor: Erich Kuffer Samstag, 08. Oktober 2011
 

alcs11nlcs11Mit den Partien zwischen den Texas Rangers gegen die Detroit Tigers und den Milwaukee Brewers gegen die St. Louis Cardinals suchen die American League und die National League ihren Meister und damit World-Series-Teilnehmer.

Die wohl größte Überraschung der ersten Playoffrunde gelang dabei sicher den Cardinals, die den haushohen Favoriten aus Philadelphia ausschalteten, aber auch mit den Brewers und Tigers hatte man vor der Saison nicht unbedingt gerechnet. Bitteres Erwachen gab es hingegen für die East Divisions, die zwar die zwei besten Teams der Vorrunde stellten, aber jetzt nur noch Zuschauer sind.

Texas Rangers – Detroit Tigers

Seit 1969 wird die ALCS ausgetragen, die Partie der Rangers gegen die Tigers gab es dabei aber noch nie. Premiere also für zwei Teams, von denen eines erwartungsgemäß und das andere doch leicht überraschend in die AL-Finalrunde einzog. Die Rangers wurden im ersten Spiel der ALDS gegen die Rays noch von deren Rookie Matt Moore überrumpelt. In den folgenden drei Partien ließen sie dann aber dank ihrer glänzend aufgelegten Offensive nichts mehr anbrennen und fertigten das Team aus Florida mit 3-1 ab. Die Tigers hatte da mit den Yankees schon einen größeren Brocken vor sich. Denn das Team aus New York war immerhin beste Vorrundenmannschaft der American League. Nach einer deutlichen Auftaktklatsche kämpfen sich die Tigers aber zurück und gewannen letztendlich das fünfte und entscheidende Spiel der Serie mit 3:2.

Im ersten Spiel der Serie wird für die Rangers C.J. Wilson an den Start gehen. Manager Ron Washington schenkte ihm trotz des ernüchternden Spiels gegen die Rays, bei dem er die einzige Niederlage der Rangers kassierte das Vertrauen. Für die Tigers wird hingegen mit Justin Verlander der in dieser Saison beste Pitcher der MLB an den Start gegen. Bei seinen einzigen Start gegen die Yankees war er zwar nicht brillant aber doch stark, denn in acht Innings ließ er gegen deren bärenstarke Offensive nur sechs Hits und vier Runs bei immerhin elf Strikeout zu. Insgesamt verfügen die Tigers mit Verlander sicher über den besten Starter, die Rotation der Rangers ist aber bis zum vierten Starter Matt Harrison sehr solide und ausgeglichen besetzt.

Die Offensive der Rangers war bisher noch nicht ganz so treffsicher, was der mit .211 niedrigste Schlagdurchschnitt aller Playoffteilnehmer beweist. Wenn sie den Ball aber ins Spiel bringen, dann richtig. Bestes Beispiel dafür ist Adrian Beltre, der mit seinen drei Home Runs im entscheidenden Spiel die Rays fast alleine erlegte. Ein gute Figur machte bisher auch Catcher Mike Napoli mit seinen AVG von .357 sowie den vier Home Runs. Die Offensive ist der stärkste Trumpf der Rangers, denn neben Beltre und Napoli verfügen sie mit Josh Hamilton, Ian Kinsler, Michael Young oder Nelson Cruz über über eine Vielzahl an gefährlichen Spielern. Die Tigers-Offensive hat sich mit ihren AVG von .228 bisher auch noch nicht mit Ruhm bekleckert. Gerade ihr Superstar Miguel Cabrera darf durchaus noch eine Schippe drauflegen. Am überzeugendsten bisher war Delmon Young mit drei Home Runs bei einem AVG von .316. Young, der erst im Sommer über die Waiverliste von den Twins zu den Tigers kam, scheint dort richtig aufzublühen und sich als wahrer „Playoffglücksgriff" zu erweisen. Beim Vergleich der Lineups ergibt sich ein ähnlichen Bild wie bei den Startern. Mit Miguel Carbera haben die Tigers einen MVP-Anwärter in ihren Reihen, das Rangers-Lineup ist dafür auch auf den hinteren Positionen der Battingorder sehr stark aufgestellt.

Der Rangers-Bullpen hatte bisher gut zu tun, denn keiner der Rangers-Starter kam über das sechste Inning hinaus. Dabei hielten sich aber alle Reliever schadlos, inclusive Closer Neftali Feliz, der drei Saves verbuchte. Licht und Schatten wechselten sich bisher beim Tigers-Bullpen ab, auch wenn dieser bisher kein Spiel aus den Händen gab. So konnte Closer Jose Valverde seine Serie auf 51 Saves bei 51 Gelegenheiten ausbauen.

Fazit: Die Tigers verfügen mit Justin Verlander und Miguel Cabrera über die besseren Einzelspieler, aber die Rangers offenbaren in keinen Mannschaftsteil Schwächen. Gerade das in die Tiefe sehr starke Lineup der Rangers kann den Ausschlag geben.

Milwaukee Brewers – St. Louis Cardinals

Die Begegnung der Brewers gegen die Cardinals feiert ebenfalls Playoffdebüt. Während die Cardinals die NCLS zuletzt 2006 erreichten und dann sogar die World Series gewannen, kamen die Brewers zuletzt 1982, damals noch in der American League, in die Vorschlussrunde. Die Brewers schienen in der ersten Playoffrunde gegen die Diamondbacks einen leichten Durchmarsch vor sich zu haben. Dann wehrte sich das Team aus Arizona mit allen Kräften und wurde so erst in der fünften Partie nach Extra-Innings knapp geschlagen. Dass die Brewers nicht nur von den Offensivleistungen ihres Superduos Braun/Fielder abhängig sind, bewies dabei Nyjer Morgan, der den entscheidenden Treffer landete. Die wohl größte Überraschung gelang aber den Cardinals, dass das bisher so dominante Team der Phillies aus den Rennen warf. Bezeichnend dabei war wohl die entscheidende fünfte Partie, bei der nicht die Werfer der Super-Rotation der Phillies, sondern Starter Chris Carpenter mit seinen Complete-Game-Shutout den entscheidenden Sieg holte.

Die Brewers werden im ersten Spiel mit Zack Greinke an den Start gehen. Greinke pitchte eine starke zweite Saisonhälfte, sein Playoffdebüt gegen die D-Backs, mit vier Runs in fünf Innings, war allerdings eher durchwachsen. Wer für die Cardinals auf den Mound stehen wird ist noch nicht bekannt, die Wahl wird wohl zwischen Kyle Lohse und Freddie Garcia entschieden. Welches Team nun die bessere Rotation hat ist schwer zu beurteilen. Die Cardinals haben den zur Zeit hervorragend aufgelegten Chris Carpenter in ihren Reihen aber auch Brewers-Ace Yovani Gallardo konnte bei seinen bisherigen zwei Starts überzeugen. Hinter den beiden verfügen sowohl die Brewers mit Zack Greinke , Shaun Marcum und Randy Wolf, wie auch die Cardinals mit Jaime Garcia, Kyle Lohse und Edwin Jackson über die entsprechende Qualität.

Beim Vergleich der Lineups müssen sich die beiden Brewers Sluggers Ryan Braun und Prince Fielder mit keinen geringeren als den dreimaligen MVP Albert Pujols messen, dem dazu mit Matt Holliday und Lance Berkman zwei weitere schlaggewaltige Spieler zur Seite stehen. Das die Brewers aber nicht zur von den beiden Stars abhängig sind, bewies Nyjer Morgan der im zehnten Inning des fünften Spiels das siegbringende RBI-Single schlug. Im Rampenlicht der bisherigen Playoffs standen bei den Cardinals David Freese, der im vierten Spiel mit seinen vier RBIs das drohende Aus der Cardinals verhinderte, sowie Skip Schumaker der im fünften Spiel das entscheidende RBI zum 1:0 beisteuerte. Ein Blick in die Saisonstatistik zeigt, dass sich die Offensivreihen der beiden Teams nichts schenken, denn beide führen mit einer SLG von .425 die NL an.

Der Brewers-Bullpen machte in den Playoffs bisher eine gute Figur, vor allem die Routiniers Takashi Saito und Francisco Rodriguez bewiesen dass sie noch nicht zum alten Eisen gehören. Dass aber auch die Cardinals über verlässliche Reliever verfügen, bewiesen sie in Spiel zwei der NLDS, als Carpenter nach drei Innings raus musste und insgesamt sechs Relief Pitcher den Sieg sicherten.

Fazit: Beim Vergleich der Mannschaftsteile, lässt sich kein Vorteil für ein Team feststellen. Die Tagesform wird wohl bei vielen Partien ausschlaggebend sein. Größter Vorteil für die Cardinals dürfte wohl sein, dass sie derzeit einen unheimlich guten Lauf haben und dazu mit Tony La Russa einen Manager der weiß wie man eine World Series gewinnt

Kommentare
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Rene
(Publisher) 08-10-2011 13:46
Jaime Garcia nicht Freddie Garcia. Ich hoffe stark auf die Cardinals, imposant wie die das noch
geschafft haben - nach dem Ausfall von Wainwright und einem Slump von Pujols zu Beginn. Und bitte
stopft dem Unsympathler Morgan das Maul...

Detroit gegen Texas wird interessant. Die Rangers notorisch heimschwach, aber die Tigers mit vielen
Flyball-Pitchern, die es in Arlington enorm schwer haben werden.
 
re:
Erich
(Publisher) 08-10-2011 14:24
jimmy1138 schrieb:
Jaime Garcia nicht Freddie Garcia. ...

Ups.
Stimmt, der andere ist ja schon im Urlaub ... ;)
 
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ruedigerhajo
(Registered) 08-10-2011 15:45
Die Cardinals waren die Gegner der Brewers in der 1982er World Series, es ist also kein
Playoffdebüt.
 
Erich
(Publisher) 08-10-2011 16:10
Das ist mir durchgerutscht. Dass sich die beiden in einer WS schon mal begegnet sind, daran hatte
ich nicht gedacht. :s

Mal sehen ob die NLCS genauso spannend wird, damals gewannen ja die Cards mit 4-3
 
re:
Xristjan
(Registered) 08-10-2011 17:35
jimmy1138 schrieb:
Ich hoffe stark auf die Cardinals, imposant wie die das noch geschafft haben - nach dem Ausfall von
Wainwright und einem Slump von Pujols zu Beginn.


Das ist der Stoff, aus dem Helden gemacht sind: Wainwright weg, Pujols ohne Vertragsverlängerung
schwächelnd, Carpenter mit schlechtem Start, im August 10 1/2 Spiele zurück... Und dann das große
Comeback. Würde mich riesig für die Cardinals freuen, wenn sie es schaffen!
 
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MLBfan
(Registered) 10-10-2011 10:06
Auf espnamerica steht noch nichts, daher frage ich hier mal nach: Gibt es Spiel 2 der AlCS um 22:00
Uhr live? Könnten sie ja eigentlich machen, würde perfekt passen, kurz vor Monday Night Football.
 
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