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Ein bemerkenswerter Tag in Atlanta

 
Autor: Erich Kuffer Samstag, 13. August 2011
 

braves_smallEs war ein bemerkenswerter Tag in Atlanta. Das 119. Saisonspiel der Braves, welches mit einem 10:4 Sieg über die Cubs endete hatte einige Highlights und Überraschungen parat.

Und damit meinen wir nicht nur die überstürzte Reaktion vom exzentrischen Cubs-Pitcher Carlos Zambrano, der nach seinen schwachen Spiel seinen Spind räumte und seinen Rücktritt erklärte.

Während der frustrierte Zambrano den Verantwortlichen in Chicago wieder ein paar graue Haare mehr bescheren wird, wollen wir uns hier den positiven Dingen des Tages widmen.

Bobby Cox

So wurde vor dem Spiel der langjährige Manager Bobby Cox geehrt. Cox, der die Braves von 1978-1981 und 1990-2010 managte, holte dabei insgesamt 14 Divisionstitel und 1995 die World Series. Keine Frage, Cox ist der bisher erfolgreichste Manager in der Geschichte der Braves. Folgedessen wurde er in die Hall of Fame der Braves aufgenommen und seine Nummer sechs wurde eingezogen. Nachdem die Ehrungen für Bobby Cox zuende waren, waren die Spieler dran und auch die sorgten für einige bemerkenswerte Rekorde.

Dan Uggla

Wer hätte das gedacht. Ausgerechnet Dan Uggla, der zu Saisonbeginn noch arge Probleme hatte, seinen Schwung zu finden, hat mit einer Hitting-Streak von 32 nicht nur einen neuen Saisonrekord aufgestellt, sondern auch noch den Rekord von Rico Carty aus dem Jahre 1970 gebrochen, der bisher die längste für ein Team aus Atlanta schaffte.

Uggla, der vor der Saison einen Vierjahresvertrag über 65 Millionen Dollar unterschrieb, schien wie gelähmt von diesem, so lag sein Schlagdurchschnitt Anfang Juli gerade einmal bei läppischen .174. Seitdem schlug er aber .370, so dass er mittlerweile bei .229 liegt. Damit wird der Second Baseman die Saison wohl dennoch unter seinem Karrieredurchschnitt abschließen, aber die Braves haben Uggla ja aus ganz anderen Gründen geholt. Und das ist seine Power. Gegen die Cubs schlug er Home Run Nummer 25 und 26, womit vieles darauf hindeutet, dass er die fünfte Saison in Folge mit mehr als 30 Home Runs abschließen wird. Damit ist er der einzige Nicht-First-Baseman der Liga dem dies gelingen kann.

Michael Bourn

Der erste richtige Leadoff-Hitter seit mehreren Jahren, frohlockten die Verantwortlichen, als sie Michael Bourne zur Tradingdeadline Ende Juli von Houston nach Atlanta holten. Das wirft aber auch die Frage auf, warum sich die Braves nicht viel früher um einen Spieler der Kategorie Bourne bemüht haben. Der flinke Outflieder erzielte letzte Saison mit 52 Stolen Bases gerade mal zwei weniger als das komplette Braves-Team. Von daher kann man zurecht von einer idealen Verstärkung sprechen, zumal das Outfield nicht gerade das Prunkstück der Braves war.

Rookies

Nachdem Freddie Freeman verhalten in die Saison startete, steigerte er sich von Monat zu Monat. Im Juli schlug er schließlich respektable .362 mit sechs Home Runs und 18 RBIs. Stets ein wenig im Schatten von Jason Heyward und Craig Kimbrel stehend, zeigt Freeman eine der besten Leistungen aller diesjährigen Rookies und verschaffte damit einer eher schwachen Braves-Offensive die notwendigen Impulse. Sein härtester Widersacher bei der Wahl zum Rookie of the Year dürfte der schon erwähnte Teamkollege Craig Kimbel sein. Der Closer, dessen Stärke das werfen von Strikeouts ist (89 Ks in 57 Innings), erzielte dazu bereits 37 Saves. Damit ist er auf dem besten Weg, den Rookie-Rekord von Neftali Feliz, der 2010 40 Saves in einer Saison erzielte, zu überbieten. Dritter im Bunde der starken Braves-Rookies ist Brandon Beachy. Der 24-Jährige konnte sich vor der Saison ein wenig Überaschend den fünften Platz in der Rotation sichern und stach damit Mike Minor aus. Mit bisher 5-2 und einem ERA wurde er den Erwartungen bisher auch voll gerecht.

Neben den Dreien, die bereits wichtige Stützen des Teams sind, verfügen die Braves mit Mike Minor. Randall Delgado, Julio Teheran und Arodys Vizcaino über vier weitere vielversprechende Pitcher. Dass die Braves auch weiterhin auf ihre jungen Spieler bauen, zeigt die Tatsache, dass man nicht bereit war zur Tradingdeadline einen der jungen Spieler für schnellen Erfolg zu traden.

Fazit

Die Braves liegen zwar bereits 7.5 Spiele hinter den Phillies zurück, die an der Divisionsspitze einsam ihre Kreise ziehen. Aber mit einer Bilanz von 70-49 sind sie das zweitbeste Team der National League. Ihre starken Rookies und mit Brian McCann der beste Catcher der MLB waren bisher für das gute Abschneiden verantwortlich. Wenn nun Uggla, Bourne und Jones mit konstant guten Leistungen die Offensive verstärken, sollte ein Playoffplatz sicher sein.

Ausblick

Die derzeit vier besten Teams der MLB spielen allesamt im Osten. Von daher liegt die Vermutung nahe, der der neue World-Series-Gewinner aus einer East-Division kommt. Die Braves werden dennoch nur als Außenseiter ins Rennen gehen, zu tief ist der Phillies-Kader besetzt und die Monster-Lineups aus Boston und New York scheinen noch eine Nummer zu groß für die jungen Braves-Pitcher. Aber langfristig ist man gut gewappnet, warten doch weitere Talente auf ihren Durchbruch in der MLB.

Chipper Jones

Ach ja, an diesen bemerkenswerten Tag schlug Chipper Jones seinen 1000. Extra-Base-Hit. Der 3-Run-Home-Run flog dabei über der Nummer sechs seines langjährigen Managers Bobby Cox in die Zuschauerränge.

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