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Harmon "Killer" Killebrew
"If Harmon Killebrew isn't the league's best player, I've never seen one. He's one of the greatest of all time." Reggie Jackson
Harmon Killebrew ist vergangenen Montag im Alter von 74 verstorben. Killebrew war einer der besten Twins-Spieler überhaupt und hält dort noch heute zahlreiche Rekorde. Mit seinen 573 Home Runs rangiert er dazu in den MLB-Ranglisten ganz weit oben. Grund genug, um das Leben und die Karriere dieses herausragenden Spielers und vorbildlichen Menschens vorzustellen.
Jugend
Harmon Killebrew wurde am 29. Juni 1936 im beschaulichen Städtchen Payette im Bundesstaat Idaho als jüngstes von insgesamt vier Kindern geboren. Dabei stammte er aus einer durchaus sportlichen Familie. So war sein Vater ein talentierter Footballspieler und sein Grossvater soll mehrere Meisterschaften im Wrestling gewonnen haben. Die Kraft für seine zahlreichen Home Runs soll er sich auch in Idaho bei der Arbeit als Farmarbeiter geholt haben, als er zehn Gallonen (ca. 38 Liter) große Milchkannen geschleppt hat. Harmon spielte bereits als Jugendlicher Baseball, versuchte sich aber auch als Quarterback im Footballteam der heimischen High School.
Ersten Jahre
Der damalige Senator von Idaho gab dem Eigentümer der Washington Senators in den frühen 1950er Jahren den Tipp, das in seinen Bundesstaat ein talentierten Baseballspieler spielt, der in einem halbprofessionellen Baseballteam mit einem außergewöhnlichen Schlagdurchschnitt glänzt. Die Scouts der Senators nahmen daraufhin Killebrew unter die Lupe und waren offensichtlich beeindruckt. Denn der erhielt kurz darauf 1954 seinen ersten Profivertrag über 50.000 Dollar bei den Washington Senators. Wenige Tage nach seiner Vertragsunterschrift debütierte Killebrew mit nur 18 Jahren in der Major League, womit er damals der jüngste Spieler war. Wurde er in den ersten Partien lediglich als Pinch-Runner eingesetzt, so durfte er am 23. August zum ersten Mal von Beginn an ran, wobei er mit zwei Singles und einem Double einen durchaus guten Einsatz als Startspieler hatte. Ziemlich genau ein Jahr nach seinem ersten MLB-Spiel schlug Killebrew dann seinen ersten Home Run, dem noch viele weitere folgen sollten. Dennoch waren seine ersten beiden Spielzeiten nicht gerade herausragend. Killebrew absolvierte insgesamt 47 Spiele in denen er nur vier Home Runs schlug. Seine hohe Strikeoutrate sowie Mängel in der Defensive verhinderten weitere Einsätze. Killebrew wurde auch in den folgenden Jahren nur sporadisch im MLB-Team eingesetzt und auch mehrmals in die Minor League geschickt. Dort entwickelte er sich dann aber zu einem der gefürchtesten Power-Hitter der damaligen Zeit. In Chattanooga schlug er als bisher einziger Spieler einen Ball über eine Begrenzungsmauer 471 feed (144m) weit aus dem Spielfeld.
Der Durchbruch
1959 folgte dann sein Durchbruch in der Major League. Der neue Eigentümer Calvin Griffith tradete den 32-jährigen Eddie Yost zu den Tigers und beförderte Harmon Killebrew zum Stammspieler auf Third Base. Mit immer noch nur 23 Jahren schlug Killebrew in 153 Spielen 42 Home Runs, womit er gemeinsam mit Rocky Colavito die meisten in der American League schlug. In dem Jahr wurde er auch zum ersten Mal zum All-Star-Game eingeladen.
Die Senators belegten dennoch wie auch schon die Jahre zuvor den letzten Platz der Liga. 1961 zogen sie dann aus der Hauptstadt in den Norden der USA und spielen dort bis heute als Minnesota Twins. Mit dem Umzug wurde aber gleichzeitig die stärkste Phase in der Karriere von Harmon Killebrew eingeläutet. Denn von 1961 bis 1964 schlug Killebrew 46, 48, 45 und 49 Home Runs, womit er dreimal die Rangliste anführte und auch die bestehenden Franchiserekorde überbot. 1962 wurde er bei der MVP-Wahl Dritter hinter der Yankees-Legende Micky Mantle und dessen Teamkameraden Bobby Richardson. Killebrew kämpfte mit einigen Verletzungen, die ihm Geschwindigkeit kosteten, so dass er 1962 ins Leftfield umzog.
World Series
1965 konnte Killebrew nur 113 Spiele absolvieren, folgedessen verfehlte er mit 25 Home Runs die 40er Marke deutlich. Dennoch gewann er in dem Jahr mit den Twins die Meisterschaft der American League und zog mit dem Team in die World Series ein, wo man auf die Dodgers traf. Obwohl die Twins die ersten beiden Partien für sich entscheiden konnten, verloren sie die Serie mit 4-3. Im entscheidenden siebten Spiel fanden die Twins kein Mittel um den überragenden Sandy Koufax, der einen Complete-Game-Shutout hinlegte, zu bezwingen. 1966 schnupperte Killebrew dann mit 39 Homers an der vierziger Marke. Dabei gelang ihm, sowie vier weiteren Twins-Spieler, das bis heute einmalige Kunststück, fünf Home Runs in nur einem einzigen Inning zu schlagen. 1967 fuhren die Twins mit einen Spiel Vorsprung nach Boston um die letzen beiden Saisonspiele zu absolvieren. Die Twins verloren aber beide Partien gegen die Red Sox und verpassten damit die World Series. Und auch bei der Wahl zum MVP musste sich Killebrew trotz 44 Home Runs hinter Red-Sox-Spieler Carl Yastrzemski mit Platz zwei begnügen. 1968 konnte Killebrew verletzungsbedingt nur 100 Spiele absolvieren, wobei sein Average auf ein Rekordtief von .210 fiel.
MVP
Im folgenden Jahr war er dann aber wieder voll da, so dass 1969 sogar die beste Saison in Killebrews Karriere wurde. Er schlug 49 Home Runs, 140 RBIs und holte dazu 145 Walks. Alle drei Werte sind bis heute Teamrekord bei den Twins. Folgedessen wurde Killebrew damit zum einzigen Mal in seiner Karriere MVP der American League. Er verfehlte in der Saison auch kein einziges Spiel und zog mit den Twins erneut in die Playoffs ein. Die Orioles mit ihrer herausragenden Rotation ließ den Twins aber keine Chance und gewann die Serie mit 3-0. Auch im folgenden Jahr zogen die Twins in die Playoffs ein und wurden wieder von den Orioles gesweept. Es war Killebrews letzte Playoffteilnahme und das letzte Jahr in dem er 40 Home Runs schlug. Bei der MVP-Wahl kam er hinter Boog Powell und Teamkollege Tony Olivia zum letzten Mal unter die Top-Drei. 1971 schlug Killebrew immer noch ansehnliche 28 Home Runs mit dem AL-Rekord von 119 RBIs. In dem Jahr nahm er auch zum letzten Mal an einem All-Star-Spiel teil. Saisonhighlight war aber der 10. August. Denn da beförderte er einen Curveball von Mike Cuellar zu seinen 500. Karriere-Home-Run aus dem heimischen Stadion.
Karriereende
Der mittlerweile 36 Jahre alte Killebrew schlug 1972 noch 26 Home Runs aber nur noch 74 RBIs. Verletzungen, natürlich auch das Alter, reduzierten dann von Jahr zu Jahr Killebrews Performance. 1974 hatte er bei den Twins die Wahl als Minor-League-Coach zu arbeiten oder entlassen zu werden. Killebrew wählte letzteres und ging nochmals für eine Saison zu den Kansas City Royals um dort 1975 seine Karriere zu beenden.
Killer
Harmon Killebrew belegt mit seinen insgesamt 573 Home Runs Platz elf der ewigen Bestenliste. Bei seinem Rücktritt war er der rechtshändige Hitter mit den meisten Home Runs, erst 30 Jahre später wurde er hier von Alex Rodriguez überflügelt. Killebrew war ein sehr einseitiger Spieler, denn seine Defensive war schwach, er war langsam und sein Karriere-Average lag bei nur .256. Obwohl er ein sehr freundlicher und sanftmutiger Zeitgenosse war, erhielt er den Spitznamen „Killer". Denn es war seine brachiale Schlagkraft, die ihn zu einem der besten Spieler der 1960er Jahre machte. Killebrews Nummer drei war die erste Nummer überhaupt, die von den Twins 1975 eingezogen wurde und 1984 wurde er in die Hall of Fame gewählt.
Nach der Karriere
Nach seiner Karriere arbeitete Killebrew als Fernsehmoderator für die Twins, Angels und Athletics, bei denen er auch als Coach aktiv war. Nichtsdestotrotz bekam er Ende der 1980er Jahre finanzielle Probleme, auch bedingt durch die Scheidung von seiner Frau. Dazu kamen dann auch vermehrt gesundheitliche Schwierigkeiten. So entging er bereits 1990 nach einem Lungenkollaps knapp dem Tod. Harmon Killebrew hat mit seiner ersten Frau Elaine fünf eigene Kinder und mit seiner zweiten Frau Nita insgesamt neun Kinder und 23 Enkelkinder. Er gründete die Harmon Killebrew Foundation und organisierte Wohltätigkeitsgolfturniere, so dass er über mehrere Millionen Dollar für die Krebsforschung sammeln konnte. Im Dezember 2010 gab er dann bekannt, dass er selber an Krebs leide. Am 17. Mai 2011 fiel er diesen dann zum Opfer und verstarb im Alter von 74 Jahren.
Klar kann bei Hamelsmehr passieren, wenn sich Harper blöd wegdreht oder der Pitch nicht ganz dort...
(19-05-2012 06:34)Rene
Kann man doch nicht vergleichen, oder?! Nen Helm wegwerfen und einen Ball mit über 150 km/h auf
Da geht's sowieso nur um heurige Saison, da der Terminplan mit dem alten Playoffmodus gemacht wur...
(18-05-2012 17:35)Rene
Nee Joey das ist falsch, Hamels hat bewusst auf den Rücken gezielt. Da muss es schon mit dem Teuf...
(18-05-2012 13:30)Basti
Hallo Ihr Beiden, mal wieder ein sehr gelungener Podcast. Zu den Yankees. Da stimme ich euch zu,<...
(18-05-2012 11:36)Erich