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"Big Red Machine" gewinnt World Series
Das legendäre Team der Cincinnati Reds, das Anfang der 1970er die National League dominierte – genannt „The Big Red Machine" - konnte sich 1975 ihren ersten World-Series-Titel sichern.
Dabei hatten sie in spannenden sieben Spielen die Boston Red Sox niedergekämpft. Fünf Spiele der Serie wurden mit nur einem Run Differenz entschieden und Experten sehen in Spiel sechs sogar das beste Major-League-Spiel aller Zeiten. Baseballinsider.de blickt heute auf diese spannende Serie zurück.
Boston Red Sox
Die Red Sox konnten ihre Division mit 4.5 Spielen vor den Orioles gewinnen und bezwangen dann in der ALCS mit den Athletics das beste Team der American League mit 3-0. Damit ging deren Vorherrschaft zu Ende, denn die A´s gewannen von 1972 bis 1974 dreimal in Folge die World Series.
Stars der Red Sox waren der mittlerweile 35 Jahre alte Carl Yastrzemski. Dieser hatte seine Glanzzeit in den 60er Jahren, in denen er 1967 MVP wurde und dabei als bisher letzter Feldspieler die Triple Crown gewann. Im Outfield stand der erst 22 Jahre alte Jim Rice, der 1978 MVP der American League wurde. In seiner Debütsaison 1975 wurde er Zweiter bei der Rookie-of-the-Year-Wahl, hinter seinen Teamkollegen Fred Lynn. Der 23 Jahre alte Lynn brachte dabei das Kunststück fertig, auch noch den MVP der AL zu gewinnen. Hinter der Platte stand der 27 Jahre alte Catcher Carlton Fisk.
Cincinnati Reds
Die Reds, als "The Big Red Machine" bekannt, dominierten ihre Division, die sie mit 20 Spielen Vorsprung vor den Dodgers gewannen und dabei auf eine Bilanz von 108-58 kamen. Dies war zugleich die beste Bilanz eines Teams seit über 70 Jahren. In der NLCS machten sie dann mit den Pirates kurzen Prozess und fertigten diese mit 3-0 ab.
Herzstück des Teams waren der 31 Jahre alte Joe Morgan, der 1975 und 1976 MVP der National League wurde. Außerdem der 33 Jahre alte First Baseman Tony Perez sowie der 27 Jahre alte Catcher Johnny Bench. Bench wurde 1968 Rookie of the Year und gewann 1972 den MVP. Der 34 Jahre alte Pete Rose, der 1972 MVP wurde und bis heute All-Time-Spitzenreiter bei geschlagenen Hits ist, war ein weiterer Spieler des bärenstarken Lineups.
Gemanagt wurden die Reds vom kürzlich verstorbenen Sparky Anderson.
Spiel 1-5
"The Big Red Machine" kam im ersten Spiel überhaupt nicht auf Touren. Ganze fünf Hits ließ Bostons Starting Pitcher Luis Tiant bei seinem Complete-Game-Shutout gegen die gefürchtete Reds Offensive zu. Da das Lineup der Red Sox dazu einen guten Tag erwischte, konnte das Team die erste Partie im heimischen Fenway Park mit 6:0 für sich entscheiden.
Auch in der zweiten Partie hatte der Red Sox Starter, diesmal Bill Lee, einen guten Tag, so dass er sein Team mit einer 2:1 Führung in das neunte Inning führte. Dort jedoch stellten dann die Reds ihre Gefährlichkeit unter Beweis. Ein Single von Dave Concepcion brachte den Ausgleich, ehe dann Ken Griffey senior mit einem Double die Reds auf die Siegerstraße führte. Die Partie endete 3:2 für den Reds, die damit die Serie ausglichen.
Die dritte Partie fand dann im Riverfront Stadium von Cincinnati statt. Beide lieferten sich wieder einen spannenden Schlagabtausch. Bei dem Home-Run-Festival wurde der Ball insgesamt sechs Mal aus dem Spielfeld geschlagen, zuletzt im neunten Inning, als Dwight Evans seine Red Sox mit einem 2-Run-Home-Run zurück ins Spiel brachte. Leider vergeblich, denn bereits im zehnten Inning sorgte ein Single von Cesar Geronimo für den knappen 6:5 Sieg der Reds und deren erstmaliger Führung in der Serie.
Zu Spiel vier traten die Red Sox wieder mit Luis Tiant an. Dieser bleib erneut alle neun Innings im Spiel und absolvierte dabei rekordverdächtige 163 Pitches. Allerdings musste er diesmal insgesamt vier Runs hinnehmen. Sein Team erwischte jedoch ein starkes viertes Inning, in dem es gleich fünf Mal punkten konnte, unter anderen durch ein 2-Run-Triple von Dwight Evans. Nachdem es bis zum Ende beim 5:4 blieb, kassierte Tiant seinen zweiten Sieg und die Red Sox glichen die Serie aus.
Spiel fünf entschieden dann die Reds relativ deutlich mit 6:2 für sich. Tony Perez war dabei mit zwei Home Runs und insgesamt vier RBIs der Mann des Tages. Mit einer 3-2 Führung für die Reds verabschiedeten sich die Teams aus Cincinnati und in eine Regenpause. Denn nachdem sich New England im Dauerregen befand, fand das nächste Spiel erst fünf Tage später statt.
Spiel 6
Gemessen an Spannung und Dramatik war dieses Spiel der Höhepunkt der Serie. Und es gilt bis heute als eines der besten Spiele aller Zeiten. Dank der Regenpause konnten die Red Sox erneut auf den bis dahin sehr souveränen Luis Tiant zurückgreifen. Dieser hatte die Reds dann auch die ersten vier Innings gut im Griff und erlaubte bis dahin keinen Run. Für die Red Sox hingegen konnte Fred Lynn bereits im ersten Inning durch einen 3-Run-Home-Run die ersten Punkte auf die Anzeigetafel bringen. Im fünften Inning war dann auch die Dominanz von Tiaga beendet. Ken Griffey mit einem 2-Run-Triple und Johnny Bench mit einem Single sorgten für den 3:3 Ausgleich. Bis zur Mitte des achten Innings konnten die Reds durch ein Double von George Foster und einen Solo-Home-Run von César Gerónimo auf 6:3 davonziehen. Als Pinch-Hitter Bernie Carbo für die Red Sox ans Schlagmal trat, fehlten den Reds noch ganze vier Outs zum Gewinn des Spiels und damit der World Serie. Carbo schlug dann aber den Ball zu einen 3-Run-Home-Run und damit zum Ausgleich über den Zaun des Fenway Parks. Im neunten Inning hatten dann die Red Sox den Sieg vor Augen, als sie bei keinem Aus die Bases laden konnte. Aber die Reliefer der Reds konnten sich aus dieser brenzligen Situation befreien und das Spiel ging in die Verlängerung. Im elften Inning hatten erneut die Reds eine großartige Chance zur Führung. Ken Griffey war auf First Base und Joe Morgan schlug den Ball tief ins Spielfeld. Outfielder Dwight Evans lief was das Zeug hielt und konnte den Ball durch einen spektakulären Catch fangen und somit Punkte für die Reds verhindern. Reds-Manager Sparky Anderson meinte hinterher, das dies einer der besten Catches war, den er jemals gesehen hatte. Das Spiel befand sich mittlerweile im zwölften Inning, als sich Relief Pitcher Pat Darcy, der mittlerweile achte Werfer der Reds, und Carlton Fisk gegenüberstanden. Fisk schlug den Ball weit hinaus, so dass sich dieser Richtung Home Run aufmachte. Fisk ruderte mit seinen Armen als wolle er versuchen, so den Ball in das Fair-Territory zu bewegen. Und in der Tat, der Ball landete knapp innerhalb der Begrenzungsstangen zum Home Run, was den Red Sox den Sieg bescherte.
Spiel 7
Vom Sieg beflügelt schlugen die Red Sox im siebten und damit entscheidenden Spiel früh zu. Im dritten Inning hatten sie bereits eine komfortable 3:0 Führung auf dem Konto. Aber die Reds, die nun mit dem Rücken zur Wand standen, gaben nicht auf und kämpften sich bis zum siebten Inning auf 3:3 heran. Tony Perez hatte dazu einen 2-Run-Home-Run geschlagen. Im neunten Inning hatte sich Ken Griffey bis zur dritten Base vorgearbeitet, als Joe Morgan an die Platte trat. Dieser schlug ein Single ins Feld und brachte damit Griffey zur 4:3 Führung nach Hause. Closer Will McEnaney ließ anschließend nichts mehr anbrennen und machte damit den Sieg für die Reds perfekt.
Die Zeit danach
Die Reds feierten ihren ersten World Series Triumpf seit 1940 und den Dritten überhaupt. Im folgenden Jahr konnten sie ihren Titel durch ein 4-0 gegen die Yankees verteidigen. Von 1970 bis 1976 waren die Reds das dominierende Team der National League, benannt auch als Ära der "Big Red Machine". Vom damaligen Kader befinden sich heute Joe Morgan, Tony Perez, Johnny Bench, sowie Manager Sparky Anderson in der Hall of Fame. Pete Rose mit unglaublichen 4256 Hits All-Time-Spitzenreiter hätte dies sicher auch geschafft, wurde jedoch wegen eines Wettskandals lebenslang ausgeschlossen. Die Red Sox mussten hingegen bis 2004 warten, ehe sie den Fluch des Bambinos besiegen und sich den ersten Titel seit 1918 sichern konnten. Vom 1975er-Team schafften Carl Yastrzemski. Jim Rice und Carlton Fisk den Einzug in die Hall of Fame.
Klar kann bei Hamelsmehr passieren, wenn sich Harper blöd wegdreht oder der Pitch nicht ganz dort...
(19-05-2012 06:34)Rene
Kann man doch nicht vergleichen, oder?! Nen Helm wegwerfen und einen Ball mit über 150 km/h auf
Da geht's sowieso nur um heurige Saison, da der Terminplan mit dem alten Playoffmodus gemacht wur...
(18-05-2012 17:35)Rene
Nee Joey das ist falsch, Hamels hat bewusst auf den Rücken gezielt. Da muss es schon mit dem Teuf...
(18-05-2012 13:30)Basti
Hallo Ihr Beiden, mal wieder ein sehr gelungener Podcast. Zu den Yankees. Da stimme ich euch zu,<...
(18-05-2012 11:36)Erich