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Major League Baseball im August

 
Autor: Erich Kuffer Donnerstag, 02. September 2010
 

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Im August standen zwei Spieler im Vordergrund.  A+A=1000 lautet dabei die einfache Formel. Denn Alex Rodriguez und Albert Pujols schlugen mittlerweile gemeinsam 1000 Home Runs in der Major League. Und aufgrund ihres noch geringen Alters haben die beiden noch alle Chancen, Barry Bonds All-Time-Rekord zu knacken.

In den Divisionen haben sich hingegen die Reihen gelichtet. Mit den Yankees, Rays, Rangers, Reds und Padres haben fünf Teams bereits komfortable Führungen auf den Weg in die Playoffs. Die Twins, White Sox, Braves, Phillies und Giants rangeln sich hingegen um die restlichen drei Plätze.

AL East

Die Rays (81-51) haben den Rückstand auf die führenden Yankees (82-50) auf ein Spiel reduzieren können und sorgen somit für den knappsten Tabellenstand in der Major League. Beide Teams können dennoch entspannt auf den letzten Monat der regulären Saison blicken, denn der Abstand in der Wild-Card-Wertung ist auch für den Divisionszweiten komfortabel. Die beiden Teams werden sich noch insgesamt sieben Mal duellieren und dabei wohl die Entscheidung um den Divisionssieg herbeiführen. Die Yankees müssen dazu noch sechs Mal gegen die Red Sox antreten, während die Rays das nominell etwas leichtere Restprogramm haben.

Es darf bezweifelt werden, dass die Red Sox (74-58) im Kampf um die Playoffplätze noch eingreifen können, aber immerhin stellten sie mit Clay Buchholz im August den besten Pitcher der AL. Dem Jungstar gelangen vier Siege bei einem ERA von 1.03. Die Blue Jays (69-63) um Jose Bautista glänzten dafür weiterhin als Home-Run-Produktionsteam. Erfreulich entwickeln sich die Orioles (49-83), die mit ihren neuen Manager Buck Showalter die zweitbeste Monatsbilanz (17-11) der AL hinlegten und deswegen nur noch das zweitschlechteste Team der MLB sind.

 

Für einen positiven Höhepunkt, nicht nur in der AL East, sorgte im August Alex Rodriguez, der den 600. Home Run in seiner Karriere schlug. Damit ist er erst der siebte Spieler in der Geschichte der Major League, dem dies gelang. Und A-Rod ist noch jung genug um den Rekord von Barry Bonds (762 HR) anzugreifen. Ja und einen No-Hitter hätte es beinahe auch gegeben, aber nur beinahe. Brandon Morrow von den Blue Jays musste leider beim allerletzten Aus einen Hit von Evan Longoria hinnehmen, womit ihm dieses Karrierehighlight verwehrt blieb.

 

AL Central

Die Twins (76-56) haben sich durch einen starken August den Spitzenplatz von den White Sox (73-60) zurückerobert und sich mit 3.5 Spielen sogar eine relativ komfortable Führung geschaffen. Dabei waren sie mit einer Bilanz von 18-10 das beste Team der AL. Die Tigers (65-67) hingegen haben sich endgültig aus dem Rennen um die Playoffplätze verabschiedet, indem die Royals (56-76) und Indians (53-80) ja schon länger keine Rolle mehr spielten.

Die beiden Führenden werden noch eine Drei-Spiele-Serie gegeneinander bestreiten, ansonsten sollten die Twins mit insgesamt zwölf Spielen gegen die Indians und Royals das etwas leichtere Restprogramm haben.

Die beiden führenden Teams haben sich im August dazu nochmals verstärkt. Die Twins holten für ihren verletzungsbedingt dezimierten Bullpen Brian Fuentes von den Angels und die White Sox keinen geringeren als Manny Ramirez von den Angels. Gerade der abgebrühte Ramirez konnte den White Sox als DH eine wertvolle Hilfe beim Angriff auf Platz eins sein.

Für Diskussion sorgte im August außerdem die Auswechslung von Kevin Slowey (Twins) in einer Partie gegen die A´s. Dieser war im siebten Inning auf Kurs zu einen No-Hitter, musste dann allerdings den Mound räumen um anhand seiner bereits getätigten Würfe Verletzungen vorzubeugen. Was folgte, war die leidliche Diskussion Teamerfolg versus persönlicher Karriereglanzleistung -wie immer mit offenen Ende.

AL West

Der August brachte nichts neues in der AL West. Alle vier Teams hatten in etwa die gleiche Bilanz, so dass es beim komfortablen Vorsprung der Rangers (74-58) blieb. Nun aber vor den Athletics (65-66), die sich an den Angels (64-69) vorbeischoben.

Ein Umstand, dem das Team aus Oakland vor allem seinen jungen Pitchern zu verdanken hat, denn mit einem Team-ERA von 3.54 haben sie mittlerweile den besten in der AL und im August waren sie mit einem ERA von 2.74 sogar das beste Team der MLB. Auf Platz drei, dann der amtierende Divisionschampion, die Angels, vor den maßlos enttäuschenden Mariners (52-80).

Bedenklich, aus Sicht der Rangers, ist aber das offensichtliche schwächeln ihres neuen Pitching-Aces Cliff Lee, der im August nur auf einen ERA von 6.35 kam. Vor allem wenn man bedenkt, dass der Rest der Rotation nicht gerade Playofferfahren ist.

NL East

Die Braves (77-55) bleiben das beste Heim-Team der MLB und konnten so den ersten Platz vor den Phillies (74-58) behaupten, auch wenn der Titelverteidiger Boden gut machen konnte. Die Braves mussten jedoch den Saisonausfall von Chipper Jones hinnehmen und haben sich deswegen nochmals mit Derrek Lee von den Cubs verstärkt. Während die Braves seit jeher mit starken Pitching glänzen, ist man sowas von den Phillies nicht gewohnt, lagen deren Stärken in der Vergangenheit doch in der Offensive. Im August aber hatten sie den besten ERA der NL, wobei ihr Neuzugang Roy Oswalt mit einem ERA von 1.53 (3-0) maßgeblich dazu beitrug. Beide Teams haben das fast identische Restprogramm und werden dazu in den sechs Partien gegeneinander (unter anderen ein Doppelspiel am letzten Spieltag) den Divisionssieger ausspielen.

Dahinter folgt das Team mit der niedrigsten Payroll, die Marlins (66-65). Ein Ergebnis, was eigentlich schon einen Erfolg darstellt. Nachdem sich die Mets (65-67), die durchaus passabel in die Saison gestartet sind, aus dem Playoffrennen verabschiedet haben, machten sie das, was sie schon letztes Jahr gut konnten, nämlich Skandale außerhalb des Spielfeldes produzieren. Diesmal war es ihr Closer Francisco Rodriguez, der seinen Schwiegervater verprügelte und sich dabei so dämlich anstellte und er sich selber verletzte. Schlusslicht der Division bilden, wie gewohnt, die Nationals (57-76).

Aufreger des Monats war aber zweifellos die Verletzung des Nats-Hoffnungsträgers Stephen Strasburg. Ihm steht nun eine Tommy-John-Operation und damit eine ca. einjährige Pause bevor. Ein kleiner Trost ist da sicherlich die Vertragseinigung mit dem 2010er Top-Overall-Pick Bryce Harper

NL Central

Die Reds (77-55) konnten sich im August erstmalig von den Cardinals absetzen und sich sogar eine 7.0 Spiele Führung sichern. Im August waren sie mit einer Bilanz von 19-8 das beste Team der MLB, während die Cardinals mit 11-15 doch deutlich schwächelten. Spannend bleibt es allemal, genauso wie beim Kopf-an-Kopf-Rennen um den MVP zwischen Joey Votto und Albert Pujols. Neben den Schlagabtausch mit Schlägern und Bällen, lieferten sich die beiden Teams Anfang des Monats auch einen mit den Fäusten. Dabei tat sich besonders Jonny Cueto hervor, der wie ein wildgewordener Stier auf jeden trat, der eine Cardinals-Uniform trug und in seine Nähe kam.

Die vier restlichen Teams spielen beim Kampf um die Playoffplätze schon länger keine Rolle mehr. Platz drei haben die Brewers (62-70) vor den Astros (61-71), Cubs (56-77) und dem mittlerweile schlechtesten Team der Liga, den Pirates (44-88). Die Pirates werden übrigens zum 18. Mal in Folge die Saison mit einer negativen Bilanz abschließen, womit sie ihren „Negativrekord" ausbauen. Die Fans in Pittsburgh werden sich deswegen auch weiterhin mit den Leistungen der Steelers (NFL) und Penguins (NHL) trösten müssen.

 

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Lou Piniella - Foto von mjl816 (CC-BY-SA)

Ein bedeutendes Ereignis war im August auch der Rücktritt des langjährigen Managers Lou Piniella von den Cubs. Er wollte dies zwar erst am Saisonende tun, wegen seiner kranken Mutter hat er diesen Schritt nun vorgezogen. Die desolate Leistung seines Teams hat ihm dabei die Entscheidung sicher erleichtert. Dazu gab es auch in der NL Central einen „Runden", denn Albert Pujols schlug seinen 400. Home Run. Damit ist er zwar mittlerweile schon der 47. Spieler, der diesen Meilenstein erreicht, aber dabei der drittjüngste (nach Alex Rodriguez und Ken Griffey jr.). Dazu gab es ein prominentes Debüt, denn der vielgelobte Aroldis Chapman (Reds), absolvierte sein erstes Relief-Inning und blieb dabei fehlerfrei.

 

NL West

Das Überraschungsteam aus San Diego (76-55) geht auch in den September als Tabellenführer. Dabei konnten sie ihren Vorsprung dank eines weiteren starken Monats sogar ausbauen. Ihnen auf den Fersen und zumindest im Wild-Card-Rennen gut dabei sind weiterhin die Giants (73-60). Chancen haben auch noch die drittplazierten Rockies (69-62), während die Dodgers (68-65) offensichtlich aufgegeben haben. Ansonsten hätten sie Ted Lilly und Manny Ramirez nicht auf die Waiverliste gesetzt, letzterer ist ja mittlerweile in Chicago.

Positives gibt es diesmal sogar aus Arizona (54-79) zu vermelden. Denn die chronisch schwache Rotation konnte man offensichtlich durch ein Juwel verstärken, der für Edwin Jackson von den White Sox gekommene Daniel Hudson glänzte auch im August mit einen ERA von 1.85 und vier Siegen.

Ausblick

Zum Ausblick erst ein Rückblick. Vor einem Jahr gingen die Twins mit einen Rückstand von 3.5 Spielen in den September um doch noch die Playoffs zu erreichen. Vielleicht gelingt auch in diesen Jahr einen Team ein Schlussspurt in den Oktober hinein.

Spannend bleibt es vor allem in der National League, dort ist für den Titelträger aus Philadelphia vom Divisionssieg bis zum verpassen der Playoffs noch alles möglich. Dagegen haben mit den Reds und Padres zwei Aussenseiter hervorragende Chancen auf die Postseason.

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