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Judy Johnson - The Gentlemanplayer

 
Autor: Erich Kuffer Dienstag, 25. Mai 2010
 

legenden"Judy Johnson was the smartest third baseman I ever came across......Heck, he was better than anybody I saw. And I saw Brooks Robinson, Mike Schmidt and even Pie Traynor"  (Ted Page über Judy Johnson).

Mit Judy Johnson wollen wir heute bei den Legendes des Baseballs einen der besten Third Basemen aller Zeiten vorstellen. Johnson verstand es wie kaum ein anderer, ein Spiel zu lesen und durch geschicktes Stellungsspiel sowie perfekter Wurftechnik die dritte Base zu sichern. Aber auch offensiv war er, speziell in Clutch-Situationen, ein Meister seines Fachs.

Der Boxer

William Julius "Judy" Johnson wurde am 26. Oktober 1899 in Snow Hill, Maryland geboren. Durch seinen Vater, einen Seemann, kam der junge William schnell zum Sport. Denn William senior der die Nachbarskinder im Boxen trainierte, legte viel Wert auf körperliche Fitness. So nahm er auch seinen Sohn unter seine Fittiche und brachte ihm die Grundzüge des Boxens bei, wobei Judy zu seinem eigenen Leidwesen als Sparringpartner für seine Schwester fungieren musste. Der junge William, der bei einer Körpergröße von 180 Zentimeter nur 68 Kilogramm wog, hatte dazu eine Statur, die weniger fürs Boxen geeignet war. Als er eines Tages als Batboy beim Baseball-Team seines Vaters mitmachen durfte, erkannte Judy schnell, dass es auch eine Sportart gibt, für die er sich begeistern konnte.

Der Lehrling

Nachdem Johnson im ersten Weltkrieg an den Docks arbeitete, begann er seine Baseballkarriere 1918 bei den Chester Giants. Seine erste Saison war jedoch noch bescheidener Natur, so betrug sein Schlagdurchschnitt nur .227. Bei dem Team traf er jedoch auf John Henry "Pop" Lloyd, der schnell das Talent des jungen Johnson erkannte. Pop zeigte ihn, wie man sich auf Third Base verhalten musste und wie er seine einzelnen Fähigkeiten verbessern konnte. Dank der Unterstützung von John Henry entwickelte sich Johnson innerhalb kurzer Zeit zum besten Third Baseman der 20er Jahre. Zuvor bekam er jedoch die Gelegenheit, bei den Atlantic City Bacharach Giants zu spielen, die ihm fünf Dollar je Partie bezahlten. 1919 wechselte er dann zu den Madison Stars of Philadelphia, die eine Art Minor-League-Team der Negro-League Mannschaft Philadelphia  Hilldales waren.

Der Profi

1921 war es dann soweit, denn Johnson erreichte die höchste Spielklasse für schwarze Spieler - die Negro League. Bei den Hilldales erhielt er 1921 150 Dollar im Monat (Babe Ruth erhielt 1921 von den Yankees 2500 Dollar/Monat) und spielte seine gewohnte Position als Third Baseman. Dort erhielt er auch seinen Nicknamen "Judy", in Anlehnung an den Spieler der Chicago American Giants, Judy Gans, mit dem er eine starke Ähnlichkeit hatte.

Dank dem Coaching von Pop hatte sich Johnson schnell zu einen Leistungsträger der Hillsdales entwickelt, so erzielte er 1923 einen Schlagdurchschnitt von .391. Die Saison 1924 schloss Judy mit einen AVG von .324 ab und erreichte dazu mit den Philadelphia Hilldales zum ersten Mal die World Series der Negro League. Johnson gewann in der Serie die Kategorien Average (.364), Slugging (.614) Runs Batted In (8) und Hits (16) und schlug dazu einen Inside-the-Park Home Run. Dennoch musste sich sein Team den Kansas City Monarch nach neun Spielen geschlagen geben. In der Revanche, die im darauffolgenden Jahr stattfand, behielten die Hilldales jedoch die Oberhand und gewannen den ersten World-Series-Titel, auch wenn Johnson nicht an die Leistungen des Vorjahres anknüpfen konnte.

Johnson war Mitte der 20er Jahre einer der besten Third Basemen in Amerika. Er wurde deswegen gerne mit Pie Traynor verglichen, der zur gleichen Zeit bei den Pittsburgh Pirates spielte. Judy verfügte nicht über die Schnelligkeit und Athletik anderer Spieler, aber er konnte ein Spiel lesen und dadurch seine Aktionen planen und sich richtig im Feld bewegen. Dazu zeichnete ihn seine geschmeidigen Bewegungsabläufe aus. Durch das akkurate beobachten der Pitcher gelang es ihm auch oft, vor allem die dritte Base zu stehlen. Dazu war Johnson der geborene Clutch-Hitter. Wie kaum ein anderer schaffte er es, in besonders aussichtsreichen Spielsituationen den Ball ins Spiel zu bringen. Zeitgenossen beschrieben Johnson auch als eleganten, fast schon graziösen Spieler.

Der Entdecker

Johnson konnte seinen Schlagdurchschnitt in seinen bisherigen Spielzeiten über .300 halten. Aber 1927 und 1928 hatte er Verletzungsprobleme und blieb deswegen deutlich darunter. Nach den .224 von 1928 meldete sich Johnson 1929 mit einen AVG von .401 aber eindrucksvoll zurück. Die Presse war so beeindruckt, dass ihn Rollo Wilson vom Pittsburgh Courier zum MVP der Negro League kürte. Aber trotz der herausragenden Leistungen war Judys Baseballkarriere in akuter Gefahr. Denn die große Depression von 1930 machte auch vor der Negro League nicht halt, so dass er im selben Jahr als Spielercoach zu den Homestead Grays anschloss. Dort musste er bei einen Spiel seinen Catcher ersetzten. Der 18-jährige Josh Gibson wurde eingewechselt und Johnson war von dessen Leistungen so beeindruckt, dass er ihn von da an spielen ließ. Gibson sollte sich später zum besten Catcher und gefürchtetsten Slugger der Negro League entwickeln.

1931 wechselte Johnson wieder nach Hilldale zurück, zum Club der mittlerweile Darby Daisies hieß, ehe er sich dann1932 den Pittsburgh Crawford anschloss. Dort bildete Judy mit den späteren Hall of Famern Satchel Paige, Josh Gibson, Cool Papa Bell und Oscar Charleston das beste Team, das jemals in der Negro League antrat und die damals gerne mit den Yankees um Babe Ruth und Lou Gehrig verglichen wurden.

Die Pittsburgh Crawfords erreichten 1935 dann auch die World Series wo sie den New York Cubans gegenüberstanden. Hier bewies Judy Johnson dann einmal mehr seine Clutch-Qualitäten. Im fünften Spiel, die Crawfords lagen in der Serie 2-3 zurück, stand es im neunten Inning 6:6 bei geladenen Bases. Johnson schlug einen Hit zum Sieg und am nächsten Tag gewannen die Crawfords die Serie.

Es war Johnsons letzter letzter Triumph in der Negro League, in der er 1938 seine letzte Spielzeit absolvierte. Während seiner Karriere erzielte er einen Schlagdurchschnitt von .334.

Der Smarte

Seine Zeitgenossen beeindruckte Johnson nicht nur wegen seiner eleganten aber sehr effektiven Spielweise, sondern auch wegen seines smarten Auftraten. Johnson war in seinen Teams der Leader, der die anderen mitriss und vor allem jüngere Spieler integrierte. Außerhalb der Südstaaten geboren, musste er die große Armut, in der dort viele schwarze Bürger lebten nicht miterleben. Aber bei Reisen zu Auswärtsspielen blieb auch er von der Rassendiskriminierung nicht verschont, als ihm und seinen Teamkameraden der Zutritt zu Hotels und Restaurants verwehrt blieb.

Der Trainer

Als Spieler konnte er nicht von der Aufhebung des Rassenbanns profitieren, der schwarze Spieler aus der Major League ausschloss. Aber er war 1954 der erste Trainer in der Major League, als er bei den Phillies den Posten des Co-Managers innehatte. Bis 1976 war er bei den Philadelphia Phillies und Athletics sowie den Milwaukee Braves als Trainer und Scout tätig.

Judy Johnson wurde 1975 in die Hall of Fame gewählt. Er starb 1989 in Delaware, Maryland.

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