My Insider
Wer ist online?
Neue Kommentare
Goose Gossage in die Hall of Fame aufgenommen
Wenn Richard Michael Gossage, vielen besser bekannt als „Goose“ Gossage, heute in Cooperstown, New York als einziger Spieler in die Baseball Hall of Fame aufgenommen wird, bedeutet das für ihn das Ende eines langen Wartens. Nach acht erfolglosen Anläufen hat es der heute 57-Jährige in diesem Jahr endlich in die Ruhmeshalle des Baseballs geschafft. Damit befindet er sich nun in einem besonders elitären Kreis. Denn er ist erst der fünfte Relief Pitcher, der in der Geschichte der Hall of Fame für Cooperstown-würdig befunden wurde.
Ein Baseball-Pionier
Insgesamt 22 Jahre war Gossage in den Major Leagues unterwegs und
spielte dabei für neun verschiedene Teams. Seine beste Zeit verbrachte
er in den späten 70er bzw. frühen 80er Jahren bei den New York Yankees
und San Diego Padres. Mit den Yankees konnte er 1978 den größten Erfolg
seiner Karriere mit dem Gewinn der World Series feiern. Insgesamt neun
Mal war er All-Star. Der Rechtshänder, der ursprünglich aus Colorado
kommt und auch heute wieder dort wohnt, war einer der ersten Pitcher,
der aus dem Bullpen zu einem der dominierenden Werfer der Liga wurde.
Damit stand er am Anfang einer neuen Ära, in der sich der Closer zu
einer der wichtigsten Figuren eines MLB-Teams entwickelte. Für viele
der heutigen Pitcher kann Gossage immer noch als Prototyp eines
herausragenden Closers gelten. Seine beeindruckende Statur, seine
furchteinflößende Gestik und sein gewaltiger Fastball machten ihn zu
einem der besten Relief Pitcher aller Zeiten. Er gilt als Pionier
seines Faches, der maßgeblich zur Entwicklung des Relief-Pitchings wie
wir es heute kennen beigetragen hat. Während der Bullpen früher
Tummelplatz für abgehalfterte Oldie-Pitcher war, ist er heute der Ort
für Spezialisten mit klar festgelegten Rollen. Gossage half dabei,
diesen Übergang zu gestalten. Gossage ist sozusagen ein Brückenbauer,
denn er hat in seiner langen Karriere beide Phasen erlebt. Daher wurde
er nicht nur für seine Leistungen, sondern auch für seine Rolle als
Spieler, der den Baseballsport verändert hat, jetzt in die Hall of Fame
berufen. Gossages Statistiken können noch heute beeindrucken. Immer noch
rangiert er hinter „Co-Hall of Famer“ Hoyt Wilhelm als Relief-Pitcher
mit den zweit meisten Strikeouts (1502) in der MLB-Geschichte. Auch in
den Kategorien „Meiste Siege“ und „Meiste geworfene Innings“ eines
Relief-Pitchers hält er sich weiterhin unter den Top 3 aller Zeiten.
Das Jahr 1978
Das beste Jahr seiner Karriere hatte er wohl 1978 für die Yankees, bei denen er als Free Agent im November 1977 unterschrieb. Dabei wollte er zunächst gar nicht nach New York. Er wäre eigentlich lieber bei den Pirates geblieben, wo sein Entdecker und langjähriger Manager Chuck Tanner die Zügel in der Hand hielt. Da die Pirates aber nicht bereit waren, Gossage ein ordentliches Vertragsangebot zu unterbreiten, riet auch Tanner seinem Schützling zu einem Wechsel. Gossage unterschrieb bei den Yankees und gewann in seiner ersten Saisin gleich 10 Spiele, erzielte 27 Saves und pitchte 134 1/3 Innings, was heute für einen Relief-Pitcher wohl undenkbar wäre. In den entscheidenden Momenten dieser Saison stand er auf dem Mound. Erst gelang ihm der Save im entscheidenden One-Game-Playoff-Spiel gegen die Red Sox um den Titel in der AL East, dann sicherte er den Sieg in der Championship Series gegen die Kansas City Royals und schließlich warf er die letzten zwei Innings der World Series gegen die Los Angeles Dodgers. Man kann wohl sagen, dass die Yankees in diesem Jahr nicht Meister geworden wären ohne Goose Gossage. Verdientermaßen gewann Gossage wegen dieser Leistungen den American League Rolaids Relief Award.
Späte Berufung
Trotz dieser Leistungen war es lange Zeit unklar, ob es Gossage überhaupt jemals in die
Hall of Fame schaffen würde. Als er im Jahr 2000 das erste Mal auf den
Wahlzetteln der amerikanischen Baseballjournalisten erschien, votierten
nur 33 % für seine Aufnahme in die Hall of Fame. Für Gossage schien
diese Ablehnung ungerechtfertigt. Und auch andere Baseballgrößen wie
Tony Gwynn oder Cal Ripken Jr. setzten sich für Goose ein, als dieser
2007 immer noch nicht den Sprung in die Ruhmeshalle schaffte. Wie
konnte es also passieren, dass einer der besten Relief-Pitcher aller
Zeiten so lange links liegen gelassen wurde? Hauptverantwortlich dafür
war wohl seine vergleichsweise geringe Anzahl an Saves, dem aus Sicht
der Votierenden wichtigsten Gradmesser zur Bewertung eines „Relievers“.
Zwar führte Gossage die Liga drei Mal in der Kategorie Saves an, seine
höchste Saisonmarke lag jedoch nur bei 33 im Jahr 1980.
„Ich habe immer gesagt: was die heutigen Closer leisten ist einfach verglichen mit dem, was wir damals taten.“ - Goose Gossage
Zum Vergleich, Francisco Rodriguez von den Angels hat Ende Juli, also
zwei Monate vor Saisonende, schon 42 Saves auf seinem Konto. Und auch
Gossages Marke von 310 Karriere-Saves verblasst gegenüber Trevor
Hoffman, der schon 542 in seiner Karriere gesammelt hat. Diese
Vergleiche hinken jedoch. „It's apples and oranges“, wie Gossage
kürzlich sagte, denn er warf in einer anderen Baseball-Epoche. Damals
waren Closer nicht wie heute nur für ein Inning vorgesehen. Sie mussten
teilweise bis zu vier Innings werfen, häufig auch in Situationen, wo es
keine Möglichkeit gab, einen Save zu erzielen. In seiner Karriere ist
Gossage in erstaunlichen 52 Spielen der Save gelungen, in denen er
mindestens sieben Outs schaffen musste. Mariano Rivera, einem von
Gossages Nachfolgern als Yankees-Closer, den viele Experten für den
besten Closer aller Zeiten halten, ist dies nur ein einziges Mal
gelungen. Wie Gossage in einem Interview richtig angemerkt hat, kann
man die heutigen Closer nicht mit denen von vor 30 Jahren vergleichen.
Fest steht aber, dass Goose Gossage damals über Jahre zu den aller
besten seiner Zunft zählte. 2008 hat sich das dann auch unter den
Baseballjournalisten herum gesprochen, denn 86 % von ihnen stimmten für
Gossage ab. Wie ein Kind freue er sich auf die heutige Zeremonie, bei
der er vermutlich auch die eine oder andere Träne verdrücken werde,
sagte Gossage im Vorfeld der Veranstaltung.
Fastball, Fastball, Fastball
Gossage war kein sonderlich vielseitiger Pitcher. Er war zwar in der
Lage, ab und zu einen Changeup oder Curveball zu werden. Aber letztlich
war es doch sein atemberaubender Fastball, dem er seinen Erfolg zu
verdanken hatte. Gewöhnlich lag dieser im Bereich zwischen 98 und 100
Meilen, was deutlich macht, warum er seine „secondary pitches“ so
selten benötigte. Da er seinen Fastball auch noch gut unter Kontrolle
hatte, wurde dieser zur dominierenden Waffe. Kirk Gibson hält Gossages
Fastball nach wie vor für „das härteste, das ich jemals gesehen habe.“
Gossage warf frei nach seinem Motto „Nichts schlägt pure Kraft“.
„Er kam aus dem Bullpen wie John Wayne. Er hatte vor niemandem Angst.“ - Chuck Tanner, Gossages ehemaliger Trainer bei den White Sox und Pirates
Gossage wollte es dem Schlagmann so unbehaglich wie möglich machen. Das
gelang ihm neben seinen Pitches auch durch seine Statur. Bei seinen
über 1,90 Meter Körpergröße und dem enormen Schnäuzer hatten sicher die
meisten Hitter ein flaues Gefühl im Magen, wenn sie ihm in den
spielentscheidenden Momenten gegenüber standen. Dazu besaß er die
Fähigkeit, mit finsterer Miene seine Gegner in Grund und Boden zu
starren. Dabei gilt Gossage abseits des Platzes doch als angenehmer, ja
sogar sehr bescheidener Zeitgenosse. Es war sein erster Manager in den
Major Leagues, Chuck Tanner, der ihn zunächst in den Bullpen steckte
und ihm dann den Rat gab, auf dem Mound in die Rolle des Bösewichts zu
schlüpfen. Und Gossage war bereit, diesem Rat zu folgen. Bereit, für
seine Chance, sich als Junge aus der Provinz in den Major Leagues zu
beweisen, alles zu tun. „Ich hätte sogar die Toiletten geputzt. Alles
hätte ich gemacht, nur um dort zu bleiben“, veranschaulichte er einmal
sehr schön diese Bereitschaft.
Warum eigentlich „Die Gans“?
Nachdem nun so viel über Richard „Goose“ Gossage geschrieben wurde,
soll auch noch diese Frage beantwortet werden. Warum wurde Rich Gossage
eigentlich „Goose“, also die Gans, genannt? Die Antwort ist simpel.
Sein Mannschaftskamerad Tom Bradley, mit dem Gossage damals das Zimmer
teilte, fiel auf, dass Gossage, wenn er sich über den Mound beugte, um
das Zeichen des Catchers zu bekommen, aussah wie eine Gans. Das fanden
die anderen Teamkollegen wohl ebenso und so kam es, dass Rich Gossage
Baseballfans von da an nur noch als „Goose“ Gossage bekannt war. Vor
geschätzten 15 000 Fans in Cooperstown wird „Die Gans“ durch die Einführung in die
Ruhmeshalle des Baseballs heute unsterblich. Herzlichen Glückwunsch,
Goooooooooose!
News
Aktuelle Kolumnen
Neue Blogs
-
Piazza, Pitching, MLBs Finanzen und Japanische Outfielder
-
Major League Stars kommen im November nach Europa
-
Howard Megdal for Mets General Manager
-
Werbespot zum All-Star-Spiel
-
Strasburgs Top Ten Liste bei Letterman
-
Strasburg is oKKKKKKKKKKKKKK
-
H2H Ups and Downs plus Trivia
-
Diesmal nur Trivia
-
Dallas Braden und seine TOP 10 bei Letterman...
-
Überlick Roto/H2H Ligen plus Trivia am Ende


Naja wenn Johnson den Ball ins Spiel bringt, gehts 1-0 für Arizona aus. Aber so isses halt, wenn...
(07-09-2010 13:55)Basti
Wir wollen die Yankees und die Redsox mal bitte nicht in den selben Topf werfen. Ob Gonzalez
(07-09-2010 13:51)Halladay32
Das Spiel am Montag hat mal wieder gezeigt, wie stark das pitching seien muss damit die Giants di...
(07-09-2010 13:00)Nico
Ist doch klar, dass man als Yankees Fan die NL West als quasi AAAA-Liga ansieht
(06-09-2010 19:55)Basti
Und so kann man eben auch keine Spiele gewinnen, nicht mal in der NL West. oha, hier sitzt einer<...
(06-09-2010 14:42)Tulo